Welches Teleskop mit GoTo für einen Anfänger?

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Akio

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Hallo,

zum Sommer als warscheinlich so Juni/Juli möchte ich mir gerne ein Teleskop anschaffen.
Bisher habe ich den Sternenhimmel nur mit einem Fernrohr und einem sehr billigen Tchibo Teleskop angeschaut. Nun würde ich jedoch folgendes:

Ich suche nun ein Teleskop was ich vom Computer aus steuern kann. Weiterhin sollte man das was man sonst durch das Okular mit dem Auge sieht nun dann auf einem PC-Bildschirm. Diese Bilder würde ich dann gerne auch irgendwie abspeichern. Als Objekte denke ich mir, dass ich mir eher Planeten und einfache Sterne angucken werde.
Dieses Teleskop sollte aber ein Einsteiger "Computerteleskop" sein denn das ist mein erstes "richtiges" Teleskop. Was für eins könnt ihr mir da empfehlen? Denn aus diesem ganzen Dschungel von Teleskopen bin ich irgendwie total verwirrt. Und wo kann man sich vielleicht dieses Teleskop mal anschauen bzw. vergleichen und weiter informieren (Ich wohne 15km nordöstlich von Hamburg (Ahrensburg))?

Vielen Dank schon im Voraus und viele Grüße

Akio

edit: Zudem sollte es nicht so teuer sein (also wenn möglich unter 500Eur), da es ebend für einen Anfänger ist der auch noch nicht so viele Erfahrungen hat und bei dem Astronomie noch nicht das Hobby Number 1 ist. Die Kamera soll auch keine Proficam sein, ebend nur zum Einstieg, also können die Bilder auch ein bisschen ruckeln bzw. habe ich mal was von einer Philips TouCam Lösung gehört, mit der das ganz gut gehen soll.
 
Hallo Akio


Bei einem GoTo Teleskop steckst Du sehr viel Geld in die Technik und weniger in die Optik. Ich hatte mal das Celestron NexStar 114 GT. Inzwischen weiß ich, daß ich grade als Anfänger ohne GoTo viel mehr über den Nachthimmel gelernt habe.


Du wirst sicher schnell feststellen, daß es hier viele unterschiedliche Meinungen bezüglich GoTo gibt, aber darauf möchte ich jetzt nicht eingehen.


Du schreibst es sollte nicht so teuer sein, wenn möglich unter 500 Euro. Soweit ich weiß fängt GoTo so ab ca. 500 Euro erst an. Das NexStar 114 GT beispielweise.

Du schreibst selber das Du als Anfänger noch nicht so viel Erfahrung hast. Möglicherweise wirst Du enttäuscht sein, denn grade als Anfänger hat man meist Erwartungen die sich nicht erfüllen. So ging es mir zumindest.


Am Himmel mußt Du Dich auch mit GoTo zumindest ein wenig auskennen. Um das Teleskop auszurichten mußt Du Referenzsterne bestimmen können. Das heißt, Du mußt beispielsweise zwei Sterne, die Du namentlich bestimmen kannst, als Orientierung für Dein Teleskop in die Handsteuerung eingeben. Erst nach diesem "Align-Verfahren" weiß Dein Teleskop wo es sich befindet.



Aus meiner persönlichen Erfahrung heraus kann ich Dir empfehlen, Dir ein Teleskop ohne GoTo, dafür vielleicht mit etwas mehr Öffnung zu kaufen. Ich denke da können Dir hier erfahrenere Leute wie ich viele gute Ratschläge geben. Auch weil Du sagst das Astronomie nicht Dein Hobby Nr. 1 ist.


Das wäre meine Empfehlung.




Gruß Murdock


 
So unübersichtlich ist der Markt doch gar nicht.

Fertige Bundles gibts in dem Preissegment doch eh nur von Celestron und Meade.
zB:
http://www.meade.de/index.php?id=67&act=pdis&actid=0102117

oder:
http://www.celestron-nexstar.de/nexstar/nexstar_info.htm
NexStar 80GT

Genau die 2 Geräte gibts in dem von Dir genannten Preissegment.

Du bekommst einen Haufen Technik für Dein Geld, ob das Ergebnis Deine Erwartungen erfüllt steht auf nem anderen Blatt.

Wenn man bedenkt, dass man bei den teureren Geräten alleine fürs Goto schon fast 1000 Euro zahlt, stellt sich natürlich die Frage wie gut ist ein Goto das im Komplettpaket um 500 Euro verkauft wird und wie gut wird wohl die Optik sein die sich diesen Preis mit Goto und Montierung teilen muss.
Ich weis es nicht, ich habe noch nie durch so ein Gerät durchgesehen.

Abgesehen davon, findet auch der Laie die Planeten ohne Goto!

Grüße - Holger
 
Hallo Akio,

nimms bitte nicht persönlich, aber für mich hört sich das an, als wolltest du das Gerät auf den Balkon stellen, Webcam rein und von der schönen warmen Stube aus "beobachten". M.E. macht das aber das Hobby Astronomie nicht aus. Klar ist es toll, wenn man schöne Fotos z.B. der Planeten sieht, aber der Blick durchs Okular ist durch keine Technik der Welt zu ersetzen. Deshalb auch mein Rat: Pfeif auf GoTo und investiere in die Optik. Ein Dobson oder ein etwas kleineres parallaktisch montiertes Gerät wären erste Wahl.

Gruß und CS ... Lars
 
Also ein Celestron Nextstar 80 würde ich mir mal überlegen.

Die gehen bei Ebay öfters schonmal für ca. 250 - 300€ weg. im 500€ Rahmen wäre dann noch genug Geld für einen 102mm Mak den man bei Bedarf gegen den Richfield Refraktor tauschen könnte. Damit hätte man eine kleine GoTo Plattform mit austauschbarer Optik, einmal für Planeten, Mond usw... und einmal Richfield.

M81 springt einem damit sicher nicht ins Gesicht, aber man kann für den Anfang viel damit beobachten.

Wie aber schon richtig gesagt, bei 500€ ein 80/400mm Refraktor und 102er Mak, das ist nicht riesig. Das meiste Geld geht nunmal ins GoTo, auch wenns gebraucht ist.

Wenn Du auf GoTo verzichten kannst, gibt es sehr viele Alternativen für leistungsstarke Optiken. Im 500€ Rahmen wäre dann sogar 10" Dobson drin. Dann fällt aber alles mit Computer, Kamera und Co von vorne bis hinten ins Wasser. Der Dob ist ohne weitere Aufrüstung ein rein visuelles Instrument.
 
Für mich macht das Hobby Astronomie eigentlich gerade das "selber finden" und "mit eigenen Augen x Millionen Jahre in die Vergangenheit blicken" aus, von daher kann ich nicht ganz nachvollziehen, warum Du gerade auf das verzichten willst. Eigentlich kannst Du Dir die Bilder dann doch auch irgendwo downloaden.... Anyway, jeder hat seine Vorlieben, und ich möchte Dir nichts vorschreiben. Ich würde aber an Deiner Stelle wirklich mal durch ein großes Teleskop selbst durchschauen. Dann kannst Du selbst entscheiden was beeindruckender ist. Ich bin sicher, daß sich hier im Forum jemand Erfahrenes in Deiner Nähe findet, der Dich mal mitnehmen würde, oder?!

Unabhängig davon - für 500 Euro Goto mußt Du Dir im Klaren darüber sein, daß Du nur Spielzeug bekommst.

Micha
 
hmm... das wird sehr, sehr schwierig!

Im Prinzip geht das um den Preis. Doch glaub mir, Du wirst keine Freude daran haben!

Warum? Die in Frage kommenden Teleskope fehlt es einfach an Öffnung, Brennweite und vor allem an Stabilität. Wie genau das GOTO dieser Geräte arbeitet, sei mal dahingestellt. Webcams und CCD-Kameras haben in der Regel sehr kleine Chips, die Positionierung der Objekte dürfte damit zum nervenden Geduldsspiel werden. Wenn Du Planeten aufnehmen willst, brauchst Du eine Barlow-Linse oder Du musst mit Okularprojektion Arbeiten. Das kann okularseitig sehr schnell ausladend werden. Die Montierung wäre überlastet und die Ungenauigkeit beim Positionieren würde zunehmen.

Um GOTO in Verbindung mit Fotografie vernünftig zu betreiben, musst Du vom Preis her über das doppelte ausgeben. Zur visuellen Beobachtung sind die Geräte sicher nicht schlecht, aber sie mit Webcam und PC zu steuern - nein!

Ich selbst habe auch ein GOTO-Teleskop (bin also kein GOTO-Gegner!), und lasse per GOTO die Objekte auf den Chip meiner Kamera anfahren. Ich spreche hier also aus Erfahrung und weiß, auf was es ankommt und auf was man achten muss.

Mein Rat also: Falls Du nicht mehr ausgeben willst/kannst, kaufe Dir ein "normales" Teleskop. Ein gutes Beispiel wäre dieses hier:

Link zur Grafik: http://hometown.aol.de/Dieterschubert/eq5newton150_1200_449eu.jpg

Es ist ein Newton-Teleskop mit 150mm Öffnung und 1200mm Brennweite und einer EQ-5 Montierung. Es kostet ca. 449.- Euro. Damit hast Du eine solide Grundlage für den Einstieg. Verschiebe Dein Vorhaben noch etwas und beobachte mit diesem Gerät. Besorge Dir dann später das Nachrüstbare Motorenset mit Handsteuerung (ca. 180.-) und die Kamera. Nun kannst Du auch die Objekte am PC betrachten und weiterbearbeiten - allerding ohne Fernsteuerung und GOTO (oder kann man eine EQ-5 mit GOTO nachrüsten???)

Eine andere zufriedenstellende Möglichkeit sehe ich um den Preis einfach nicht.

Dieter
 
Hallo!

Den Tipps meiner Vorredner anschließend würde ich das Geld auch lieber in eine größere Optik mit Montierung stecken. Denn um als Anfänger den Himmel zu erkunden, ist nicht unbedingt Goto notwendig. Davon mal abgesehen ist der teuerste Bestandteil eines solchen Teleskopes das Goto selber. Für 500 € wird dann dementsprechend die Optik klein. Irgendwann vielleicht willst Du ja auch mal Fotos machen. Dann brauchst Du schon eine bessere Ausrüstung. Und denke außerdem bei der Kalkulierung Deines Budgets an wichtige Zubehörteile wie Okulare oder die für Goto's wichtige Stromversorgung.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auf die Dauer wirst Du denke ich mit einem "normalen" Teleskop mehr Freude haben. Zumal in dem gleichen Spielraum bessere Optiken drin sind (500 €). Aber ich will Dir da nichts vorschreiben.

Ein Newton 114/900 z.B. mit ordentlicher Montierung wäre schon ein solider Einsteig.

CS Martin
 
<<<Bisher habe ich den Sternenhimmel nur mit einem Fernrohr und einem sehr billigen Tchibo Teleskop angeschaut.>>>

Beschreibe bitte diese beiden Geräte, damit die Helfer eine Ahnung von Deinen Vorkenntnissen und Erfahrungen bekommen! Merkwürdig ist, dass Du einen Unterschied zwischen „Fernrohr“ und „Teleskop“ machst. Das deutet nicht darauf hin, dass Du mit diesen Geräten schon viel gearbeitet hast und in die astronomische Technik hineingeschnuppert hast.

Übrigens: Da es keine Sternen gibt, wirst Du wohl den Sternhimmel angeschaut haben.



Mit Gruß von Roland Morgenstern
 
Hallo,

vielen Dank für eure interessanten und zahlreichen Antworten. Leider habe ich noch nicht die Zeit gefunden, alle genau durchzulesen und den Empfehlungen nachzugehen.
Nun aber erstmal die Antworten für meine bisherigen Erfahrungen:

Also das Fernrohr ist eher so eines welches man um Tiere beobachten oder so benutzt. Mit dem Fernrohr bekommt man aber mittels eines Fotostatives den Mond schön rein.
Das Tchibo Teleskop ist leider absoluter Mist, mit dem Ding bekommt man den Mond schon nur sehr schwer rein und dann verwackelt alles, zudem ist alles sehr minderwertig von der Qualität.
Nun aber zu dem GoTo. Da eigentlich eher mein Haupthobby das Wetter also die Meteorologie ist, habe ich nicht so die Zeit um mich in tausende Sternkarten einzuarbeiten. Zudem habe ich mit Sternkarten und den beiden oben genannten Geräten nicht so tolle Erfahrungen gemacht. Und deshalb würde ich eine GoTo Steuerung sehr bevorzugen, weil man relativ schnell schöne Bilder bekommt.
Die Astrofotografie kann sonst auch noch warten, nur sollte ebend das Teleskop die Möglichkeit haben.
Und nun zu den Dobson Teleskopen. Ich habe mir ebend mal ein paar angeschaut, aber wenn ich ehrlich bin sind diese Teleskope zu groß und unmobil.

Ich würde mich weiterhin über Antworten freuen.

Vielen Dank schon im Voraus und viele Grüße

Akio
 
Hallo Akio

In einer vergleichbaren Situation habe ich mich vor längerer Zeit für ein GoTo
Teleskop in der genannten Preisklasse entschieden.
114 mm Öffnung, 1000mm Brennweite,
3000 Objekte im Speicher, toll beworben, das musste MEIN Teleskop sein.
Zur Praxis:
Von den tausenden Objekten, die mein Teleskop bei genauer Grundeinstellung recht exakt
ansteuern kann, sind bei besten Bedingungen ca 50 lohnende Beobachtungsobjekte, 100 erkennbar
und weitere 100 zu erahnen.
für den Rest bleibt das gute Gefühl, dass der Computer sie ansteuert und man schon Mal
weiß, wo sie sind.
Auch bei den anderen Objekten war selten mehr als ein verwaschenes Fleckchen ohne Details
zu erkennen, der Mond und offene Sternhaufen sind recht dankbare Objekte, für hohe
Vergrößerungen an Planeten reicht die Qualität der Optik nicht aus.
Irgendwann muß jedes Newton-Teleskop justiert werden. Da es sich um ein kathadioptrisches
System handelt, bei dem über eine Linse im Okularauszug die 1000 mm Brennweite aus einem
kurzen, 500 mm langen Tubus geholt werden, ist diese Justage wesentlich schwieriger,
als bei normalen Newton-Systemen. Ich hab es nie richtig hingekriegt.
Als Konsequenz habe ich auf einen reinen Newton mit 500 mm Brennweite umgerüstet.
Dieses System ist aufgrund des Öffnungsverhältnisses von f4 immer noch sehr justierempfindlich
und stellt hohe Anforderungen an die Qualität der verwendeten Okulare. Billige
Okulare bilden einen Großteil des Feldes nicht scharf ab, es wird zum Rand hin grausam.
Ein Teleskop mit längerem Tubus wird aber von der schwachen Montierung und
dem Stativ nicht verkraftet. Es empfiehlt sich so schon, die Stativbeine nicht
auszufahren und im Sitzen zu beobachten.
Solche und ähnliche Probleme stellen sich auch bei den alternativ angebotenen kurzen
Refraktoren ein. Im Resultat hast Du auch damit keinen höheren Beobachtungsgenuss zu erwarten.
Keines dieser Systeme wird Dich begeistern, auch nicht mit den verwendbaren Elekronischen
Okularen. Nicht bei 500 € Schmerzgrenze.

Meine Konsequenz aus der teuren Pleite ist ein 8" Dobson und ich ärgere mich heute noch
schwarz über das rausgeworfene Geld.
Das GoTo behalte ich als teures Reiseteleskop, weil es das Geld nicht wert ist, das ich
einem Käufer abnehmen müsste, um halbwegs schadlos davon zu kommen
und....möglicher Weise später ein kleines, feines APO draufpassen könnte.

CS, *entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Aiko,

> GoTo Steuerung sehr bevorzugen, weil man relativ schnell schöne Bilder bekommt.

Ja eben nicht, das ist das, was die anderen in ihren Beiträgen bereits meinten. Steht Dein Budget auf etwa 500 Eur fest, ist im Prinzip auch schon die Öffnung des eigentlich wichtigsten Teils, der Optik festgelegt. Da die Technik GoTo relativ viel Geld des Budgets 'verbrät', bleibt eben wenig Geld für die Optik über. Ich denke da so in Richtung 80-100mm Öffnung, in geeignet hoher Brennweite visuell dann planetentauglich, Deepsky sehr begrenzt möglich.

Man muss sich ja nicht in einen Dobson verlieben, es gibt ja genügend Alternativen, wenn Du aber sagst, Dobsons wären zu unmobil (Abhängig von Größe und Bauart kann das ja auch zutreffen), verlier mal nicht aus den Augen, daß GoTo Strom benötigt, möchtest Du quasi vollautomatisiert arbeiten muss ein PC oder Notebook in der Nähe sein, Okulare, Sitzmöglichkeit...... da kommt schnell einiges an Ausrüstung zusammen, was auch alles geschleppt werden will ;-)
Na schön, einen Dobs schleppt man auch, dafür entfällt das ganze Ausrichteverfahren und er 'läuft' auch bei Stromausfall. BTW, für Dobsons gibts sog. Digitale Teilkreise, eine Art Hand-Goto nachzurüsten, auch gibt es Nachrüstsets um aus einem Dobson ein komplettes GoTo-Gerät zu machen, z.B. DobDrive. Letzteres wird auch gerne im Selbstbau umgesetzt, z.B. Mel Bartels.
Was ich damit sagen will, vieleicht wäre der Dobson doch nicht die letzte Wahl, Du erfährst so eine Menge über den Himmel und ermittelst ganz nebenbei, wie wichtig und nötig GoTo für Dich persönlich ist.

Letztlich aber können wir alle schreiben was wir wollen, jeder hat andere Erfahrungen gemacht, jeder hat andere Anforderungen und Präferenzen, am einfachsten wäre es für dich, wenn Du Dir die Sache irgendwo mal live ansehen kannst, Vor- und Nachteile selbst abwägen kannst und so einen praktischen Eindruck von der Geschichte bekommst. Die schönen Bilder bei den meisten Goto-Geräten im unteren Preissegment sind nämlich nur auf der Verpackung zu finden, nicht aber beim Durchschauen....leider.

 
Hallo Akio,

ich hab mir vor 1,5 Jahren auch ein GOTO-Teleskop (Meade ETX 125) zugelegt und ein Jahr später wieder verkauft. Im Prinzip fand ich das Gerät technisch und optisch ganz o.k. Vor allem zum Auffinden von Objekten fand ich das GOTO als Anfänger super. Was mich aber störte war die Tatsache, dass die GOTO-Montierung relativ unhandlich war, und man immer darauf aufpassen musste, dass die Batterien noch voll sind, bzw. irgendwo anders Strom herzubekommen. Ausserdem kannte ich mich ein Jahr später bereits recht gut am Himmel aus und hab die Objekte schließlich ohne den Computer angesteuert, weil das schneller ging. Und das waren dann für mich Gründe genug auf ein Intes Micro M500 umzusteigen. Das Teleskop ist im Prinzip das gleiche wie das ETX 125, die optische Qualität ist aber um einiges besser. Ausserdem hab ich jetzt eine Giro Montierung, die wesentlich handlicher ist und die ganze Ausrüstung ist transportabler und inzwischen schneller aufgebaut als das ETX.
Zum Einsteigen fand ich das GOTO ganz gut, aber im nachhinein kann ich dazu raten, die Optik nicht zuvernachlässigen.

Grüsse,

Martin
 
Hallo Martin und Aiko,

ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht, ich hatte mal ein Celestron Nexstar 4, also ein Goto-100mm Maksutov. Nach etwa einem Jahr habe ich das Gerät wieder verkauft und dafür einen 250mm Dobson Newton angeschafft. Der Zugewinn an optischer Leistung tröstet mehr als nur über das nun fehlende GoTo hinweg ;-)
 
Hallo


Ich kann Toni zu 100% zustimmen.

Ich nehme immer gerne M13 als Beispiel. In meinem 114mm Goto Teleskop habe ich damals einen verwaschenen Schneeball gesehen. Am Rande etwas körniger. Das GoTo hat ihn zwar gefunden (was ich damals noch nicht habe), aber enttäuscht war ich dann doch.


Dann habe ich das GoTo Teleskop verkauft und mir einen 8" Newton zugelegt. Mit dem 8" habe ich dann M13 zum erstenmal "richtig gesehen" -und ich war sowas von begeistert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />


Zum erstenmal konnte ich M13 in seiner ganzen Schönheit sehen. Soviele Sterne im Zentrum, soviele Sterne am Rand und darüber hinaus waren zu sehen. Ein majestätischer Anblick den ich niemals vergessen werde. Heute finde ich M13 selber -ohne GoTo- und erfreue mich jedesmal erneut an dieser funkelnden Schönheit.


Also für mich ist die Öffnung wesentlich wichtiger als die Technik des GoTo.



Gruß Murdock
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Akio,

also ich möchte mal ganz woanders ansetzen. Und zwar meine ich, daß das Sterneschauen mit dem Teleskop nicht zu Deinen Vorstellungen passt.
Ich verstehe Dich so, daß Du einen "schnell fertig" Einstieg willst. Den gibt es aber nicht, auch wenn das gerade zu den Billig-Gotos die bunten Prospekte so darstellen wollen.
Das fängt ja beim sogenannten Aligment an, die Prozedur, bei der Du durch einstellen zweier heller Sterne dem Goto-Teleskop die erste Orientierung verschaffst, ohne die sich auch das Goto-Teleskop nicht zurecht findet. Da wirst Du um die Sternkarte nicht herumkommen.
Auch der Gedanke, die Bilder am Computermonitor zu betrachten, wird sich so nicht recht umsetzen lassen. Du kannst zwar diesen Gedanken sehr nett mit einer Webcam oder dem sog. "elektronischen Okular" umsetzen, aber Du bist dabei auf Bilder der Planeten und des Mondes beschränkt, die dann "live" ohne Nachbearbeitung auch ungeheuer weit von dem entfernt sind, was Dir ein direkter Blick ins Okular zeigen würde. Deepsky-Objekte kann man zur Beobachtung mit diesen Mitteln eigentlich getrost abschreiben.

Ich sehe also bei Dir sehr viele falsche Vorstellungen. Ich sehe natürlich auch, daß Dich das Billigteleskop abgeschreckt hat. Das Spektiv ("Fernrohr") scheint besser verarbeitet zu sein, bzw. es hat eine vernünftige Montierung. Und ich glaube, der richtige Schritt für Dich wäre es, mal eine Nacht mit ein paar Sternfreunden zur Beobachtung zu verbringen, so daß Du mal siehst, was mit einem Teleskop mit vernünftiger Montierung ohne Kamera und ohne Goto so möglich ist.

Wenn Du hingegen ohne jede Vorbereitung einfach nur mal herumschauen möchtest, dann wäre mein Tipp doch eher ein hübscher Feldstecher ab 50mm Linse, also ein 7x50 oder wie letztens im Lidl ein 10x50. Für den gehobenen Anspruch auch ein 13x70 oder 15x70. Damit kannst Du einfach so mal frei Hand die Milchstrasse entlangschauen. Einfach Sternegucken, ohne grosse Vorbereitung.

Ansonsten empfehle ich den Blick in ein gutes Einsteigerbuch, oder auch aus der Einsteigerecke meiner Homepage einige Artikel, z.B. http://www.svenwienstein.de/HTML/zugang_zur_astronomie.html

Clear Skies
Sven
 
Hallo Akio,

da möchte ich dem Sven, bei dem was er geschrieben hat aber recht geben und dieses noch ein wenig untermauern.

Du stellst dir das alles ein bischen zu einfach vor und kommst dann eben noch mit der Ausrede, "keine Zeit".
Du meinst wohl noch, dass es reicht für ein paar Euros eine Anlage zu kaufen diese hinzustellen, und dann wird schon alles alleine gehen, oder? So jedenfalls habe ich dich verstanden.

Aber merke dir, dass die astronomie eben ein sehr großes Gebiet der Wissenschaft ist, und auch wenn man aus dem Hobby Astronomie bei weitem keine Wissenschaft machen muss, so braucht man für dieses Hobby doch eine Menge Ausdauer/Geduld und Ruhe, dass Zeit dazu gehört, muss ich wohl nicht extra erwähnen.
Vielleicht passt das Hobby deswegen auch nicht mehr ganz zu unserer modernen Zeit, wo alles schnell gehen muss und es hektisch zugeht wo man nur geht und steht.
Naja, ich persönlich behaupte ja, dass dieses Hobby gerade deswegen so gut in die heutige Zeit passt.

Die Tätigkeit am Teleskop unter dunklem Himmel ist für mich persönlich immer so ein kurzer Urlaub, wo man mal komplett abschalten kann -sehr erholsam.

Und bevor du nun anfängst irgendein Teleskop mit dem Computer aus der warmen Stube heraus zu steuern, solltest du dich erstmal vertraut machen mit dem Handwerkzeug, also der Funktion, von Teleskop und Montierung, und der Himmelsmechanik.
Da hat Sven ja auch schon einiges zu potentieller Literatur geschrieben. Zeit braucht man einfach, sonst kann mans vergessen.


Weiterhin sollte man das was man sonst durch das Okular mit dem Auge sieht nun dann auf einem PC-Bildschirm. Diese Bilder würde ich dann gerne auch irgendwie abspeichern. Als Objekte denke ich mir, dass ich mir eher Planeten und einfache Sterne angucken werde.

Hier muss ich ganz klar sagen, dass unmöglich ist!!!
Mit moderner Technik ist ja einiges machbar, aber es gibt einfach keine technische Möglichkeit, um das in Echtzeit durch das Teleskop zu sehen, was das Auge sieht. Wenn du so eine Webcam benutzt, dann kannst du damit noch halbwegs brauchbar dir den Mond oder auch die großen Planeten ansehen, aber umwerfend sind solche Livebilder nicht unbedingt. Diese Webcams werden zwar gewinnbringend zur Planeten oder Mondfotografie eingesetzt, doch dies funktioniert wieder anders, denn dort werden mit solchen Kameras mehrere hundert Aufnahmen gemacht und aus diesen Aufnahmen wird dann ein einziges Bild errechnet.
Die wirklich interessanten Dinge am Himmmel, nämlich die Deep Sky Objekte kannst du damit so live am Bildschirm nicht sehen. Das ist auch mit bloßem Auge viel faszinierender! Hast du durch ein Teleskop schonmal den großen Orionnebel beobachtet? Die Andromedagalxie? den Hantelnebel? die Whirlpoolgalaxie? Nö?

Dann setz dich mal unbedingt mit Amateuren aus deiner Umgebung zusammen und lass dir von denen mal einiges durch die Teleskope zeigen. Danach dürftest du ein neuer Mensch sein.


Was mir auch noch einfällt, aber in der Art auch schon erwähnt wurde, ist die Sache, dass du Goto, mit einer Webcam oder ähnlichen Kamera vergessen kannst.

Du musst dir vorstellen, dass der Aufnahmechip in einer solchen Kamera sehr sehr klein ist, wenige Millimeter. Entsprechend klein ist das Feld welches die Kamera am Himmel abbilden kann, daraus resultiert, wenn man so will immer eine "wahnsinnige Vergrößerung" (von Vergrößerung zu sprechen ist in diesem Zusammenhang falsch, weil ja nur das Aufnahmefeld der Kamera so klein ist, aber es kommt einem eben so vor). Diese hohe Vergrößerung allerdings überfordert die Genauigkeit von Goto Steuerungen aus dem günstigeren Segment, du würdest wohl also nichtmal helle Planeten mit der Kamera finden. Und gescheite, also richtig gute Gotosteuerungen, die ohne einen PC auskommen liegen im Preis schon bei deutlich mehr als 1000€, oftmals ohne Motoren.

Dies nur zur Verdeutlichung, damit du begreifst, dass deine Vorstellungen eben nur Wunschvorstellungen sind, die nicht wirklich realistisch sind.

Wie schon gesagt du musst schon etwas in die Materie reinkommen, es geht nicht anders. Und geh unbedingt mal mit Amateuren aus deiner Umgebung zusammen beobachten.

gruß,
André
 
Hallo Akio,

ich möchte sogar noch ein wenig weiter gehen als meine beiden Vorredner, denen ich absolut recht gebe:

wenn Dir nicht nach:

1) Suchen und finden
2) Basteln und Verbessern
3) den Himmel kennenlernen

zumute ist und Du nicht viel Zeit dafür übrig hast, dann empfehle ich Dir sehr, ganz einfach das Internet zu nutzen
und dort fast alle guten Bilder der besten Teleskope der Welt zu finden oder Dir ein paar schöne Bücher zu kaufen.

Goto ist für mich ein untauglicher Ansatz: Objekte zu finden (wenn's gut läuft), ohne sie dann wirklich zu sehen!

Denn wenn Du Galaxienfan bist, wirst Du von allen Teleskopen unter 8" total enttäuscht sein (und für was sonst
braucht man "goto"?)

Gruß
 
Boah Akio, nachdem ALLE bisher von einer GOTO abgeraten haben, darf ich als ziemlicher Anfänger im Thema Astronomie noch eines draufsetzen:
Die beste GOTO heisst "Erich Karkoschka, Atlas für Himmelsbeobachter", kostet 17,50 Euros und braucht weder Batterien, noch ist sie kälteanfällig.
Ganz im Ernst: Der Spass, sich den Himmel mit Hilfe guter Literatur anzueignen ist mit keiner eletrischen Spielerei zu erreichen!
Da wir beide Anfänger sind, darf ich Dir auch noch "das beste Teleskop" empfehlen: Den Zeiss "Telementor 63/840mm", der kommt in der Preisklasse in etwa auf 500.- Euros, Okulare nach und nach dazukaufen. Das Telementorobjektiv wird hie und da auch einzeln angeboten, damit kann man sich ein Teleskop selbst bauen, ein sehr kurzweiliger Zeitvertreib!

So, das war mein erster Artikel hier im Forum.
Mal sehen, wer mir jetzt die Haare vom Kopf reisst.

Noch etwas Werbung: in der Zeitschrift "interstellarum" Heft 40 Juni/Juli 2005 beginnt eine Artikelserie "für Anfänger" und ein Telementor-Artikel, sicher gut angelegte 6,90 Euros.
 
Hi,

ich zupf mal an den Häärchen. Der Zeiss Telementor ist ein Liebhaberteleskop mit Liebhaberpreis. Ein Anfänger kann 500 Euro besser anlegen oder einen großen Anteil davon sparen.

Clear Skies
Sven
 
Klar, da gibts pros und cons.

Aber die Idee, mit kleinerer Öffnung, aber dafür auf einem sehr hohen Qualitätsniveau (weitab von den chinakrachern) einzusteigen und dazu noch ein leicht händelbares seeingunempfindliches scope wie den telementor vor sich zu haben, hat was für sich. lieber etwas kleiner, aber hochklassig.

gruss hannes

 
Die Idee, mit größerer Öffnung, aber dafür durchaus auf geringerem Qualitätsniveau (z. B. günstige, möglichst "langsame" Fernost-Achromate) einzusteigen und dadurch erst ein Instrument zu haben, welches häufig schon so gut auflöst, daß es das Seeing darstellt (und einschätzbar macht), hat was für sich. Als geschickt gewähltes Paket mit passender Montierung ist das ganze dann auch für den Einsteiger effizient händelbar.

Im DS/Low-Light-Object-Bereich (Geringvergrößerung/Hoch-AP) ist das größere Gerät mit Sicherheit überlegen.

Für Planeteneinsätze u. ä. ist durch Abblendung dann sicher dasselbe oder mehr möglich, als beim genannten Hi-Q-Gerät. (Wurde schon oft beschrieben hier, daß eine perfekte kleine Öffnung locker von einer nur hinreichend großen, die dann schon ziemlich schlecht sein darf, abgehängt wird.)

Besonders geschickt aber halte ich beide Alternativen nicht für den Einstieg. Mein Rat: einfach mit Kollegen beobachten, diskutieren, ausprobieren. Nach Zielfestlegung (Bedingungen/Objektklassen) und Marktdurchleuchtung kann man dann an Aktionen/Messen/Teleskoptreffen günstig zugreifen. Oder man will gar nicht so preisleistungsbewußt agieren. Oder man ist Sammler. Oder pfeift auf die Wiederverkaufsverluste und testet sich durch. Oder man steht mehr auf Marke/Ästhetik denn auf Leistung/Funtionalität...

Will man weiter aufstocken? Will/kann man selbstbauerisch tätig werden? Lieber ein kleines kleines Reisegerät zuerst, daß dann - je nach sich herauskristallisierenden Vorlieben - vielleicht später mal durch ein weiteres Instrument ergänzt wird. Das kann beispielsweise ein parallaktisches Kompaktgerät oder auch ein Dobson sein. Oder was ganz anderes...

Klare Nächte und guten Einstieg weiterhin wünscht

Matthias.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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