Welches Teleskop oder Objektiv für die Sonnerfinsternis

Arathorn

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich habe mal eine Frage. Ich möchte gerne die totale Sonnerfinsternis fotografieren. Dazu habe ich eine Sony Alpha 7RIII.
Ich habe mir (weil mir sowiso ein Tele fehlte) mir eine Russentonne MTO CA11 gekauft. Da ich aber noch ein altes Celestron Firstscope 70EQ habe (70/900 - f/13) habe ich mal die Abbildungsleistung der beiden Linsen verglichen.
Ich habe mir von der Russentonne etwas mehr erwartet. Daher bin ich noch auf der Suche nach einem kleinen Teleskop, mit dem man auf Reisen gehen kann, und Abbildungsscharf die Sonnenfinsternis im Vollformat fotografieren kann.
Habt ihr noch Vorschläge was in einem Preisrahmen bis 300 Euro drin ist?

Hier die beiden Bilder als Vergleich. Bitte mal reinzoomen und versuchen die Schrift auf den Dosen/Flaschen zu lesen. Die Entfernung war ca 30m.

Celestron 70EQ:
DSC09068.jpg



Russentonne:
DSC09071.jpg



Ich danke schonmal für die Antworten...

Gruß

Marcus
 
Hallo Marcus,

ziemlich ähnlich, die Russentonne ist etwas weicher finde ich. Ich habe auch einen 70/700 Achro von Lidl, vermutlich ähnliche Optik, und der ist gut.

Wenn Du aktuell kein "richtiges" Tele hast, würde ich nach einem gebrauchten Telezoom schauen, vielleicht mal die Objektivliste von Amazing Nature Alpha durchforsten, und da die Zooms bis 300 mm herausfiltern, und das günstigste gebraucht suchen. Meine erste Wahl bei dem Budget wäre das Tamron 70-300, das in diversen Tests gut abgeschnitten hat.
Deine Sony hat ja 42 Megapixel Auflösung, da kannst Du gut croppen und einen größeren Bildausschnitt wählen. Bei 300mm beträgt der Bildwinkel diagonal 8°, also 16x die Sonne im Durchmesser. Das erscheint mir für die Sofi recht ideal, man will ja auch die Corona ganz abbilden.

Grüße
Andreas
 
Hallo Marcus.

Interessanter Post. Ich stehe vor der gleichen Frage (Luxus einer Reise zur Sofi). Ich habe einen hochwertigen Apo-Refraktor, der mit ca. 600mm gut passen würde, aber schon einen erheblichen Aufwand mit sich bringt (Montierung usw.) und ausserdem sehr teuer ist und da ist mir das Risiko auf der Reise etwas gross. Für Sonne braucht es keine Premium-Farbkorrektur.

Ich habe einen Canon 600D, die zum Einsatz kommen wird. Dazu habe ich aktuell ein 28-300 Canon-Tele, dass in vielerlei Hinsicht einen Kompromiss darstellt und mir nicht unbedingt "scharf" genug ist.

Ein passendes Teleobjektiv (400-600 mm) mit vernünftigen Fotostativ (Manfrotto mit Videoneiger) erschiene mir wesentlich reisetauglicher. Ein Canon 100-400 ist gebraucht noch einigermassen zu bezahlen, aber als Alternative dachte auch ich an eine 500er Russentonne mit Canon EF Adapter. Viel günstiger und sehr kompakt. Habe auch online schöne Sofi-Fotos mit dieser Kombi gesehen.

Gibt es weitere Meinungen und Erfahrungen.

VG und CS
Daniel
 
Vor Urzeiten hatte ich auch mal eine Russentonne, aber es war wohl die kleine, so genau weiß ich das nicht mehr. Die Frage ist, was will man fotografieren? Bei der Totalität benötigt man keinen Sonnenfilter, also bewegt man sich im Bereich der Tageslichtfotografie. Da würde ich ein Mak als Objektiv wg. seiner Tagblindheit nicht nehmen, wenn es um Qualitätsanspruch geht. Lieber ein gutes, echtes Fotoobjektiv mit weniger Brennweite und croppen, das sollte bei einer einigermaßen aktuellen Kamera kein Problem sein.

Wenn man die partiellen Phasen fotografieren möchte, sieht es schon anders aus, da würde vermutlich eine Russentonne mit Folienfilter funktionieren.
 
Ok, mir ging es schon um Diamantring, Protuberanzen, Corona...finde halt die Sonnenscheibe bei 400 mm noch recht klein....oder halt doch ein kleiner refraktor...aber dann was Günstigeres.
 
Vielen Dank schon mal für die Ideen und Anreize. Ich bin mir auch noch nicht schlüssig was ich mitnehme. Doch langsam sollte ich eine Entscheidung treffen. Das Maksutov ist schon eine schöne Linse. 1000mm ist schon ein Wort und ich habe heute mal die Sonne mit Sonnenfilter fotografiert. Sieht ganz gut aus. Ich denke mit 600 bis 1000mm kann man gute Nahaufnahmen machen, darunter bekommt man wohl ganz schön die Protuberanzen mit. Ich wäre eher der Nahaufnahmentyp, der den Diamantring und die Sonne schön gross haben möchte. Aber knackscharf wenn es geht. Daran hapert es momentan bei der Russentonne. Sobald der Mond wieder sichtbar ist. Mache ich mal Probeaufnahmen.
Gruß Marcus
 
Ich wäre eher der Nahaufnahmentyp, der den Diamantring und die Sonne schön gross haben möchte. Aber knackscharf wenn es geht.
Das klingt nach einem Standort in Island, oder nächstes Jahr in Nordafrika? Knackscharf dürfte bei der Höhe über dem Horizont in Spanien knifflig werden, auch wenn ich hoffe, positiv überrascht zu werden...

Clear Skies,
Alex
 
Für meinen Teil Island. Sonnenstand sollte ok sein. Wetter ist natürlich reines Glücksspiel. Auch deshalb will ich keinen mehrere Tausend Euro teuren Apo mitnehmen :rolleyes:
 
Ich habe gerade mal geschaut und finde diese Geräte ganz interessant.

SkyWatcher EVOSTAR-80ED 80mm 600mm ED-APO Telescope 1:10​


oder

Svbony SV503 ED Teleskop, 102F7 Achromatischer Refraktor​


Gruss Marcus
 
Hallo Marcus,
hier mal zwei Bilder der Sonnenfinsternis 1999 mit der Russentonne 10/1000mm und 8/500mm auf Vollformat aufgenommen:


Protuberanzen_sofi_1999.jpg

1000mm

99_4klein Kopie überlagert mit Protuberanzen.jpg

500mm

2006 habe ich dann auf APSC mit 300mm dieses Bild aufgenommen:

Sofi 2006 mehr Kontrast.jpg


Die Bildschärfe der Russentonnen war und ist immer auch von der Stabilität der Montierung abhängig. Das leiseste Zittern beschädigt die Bildschärfe. Ich hatte die Russentonnen und auch das Canon EF 4/300mm IS (IS abgeschaltet!) auf einer Unitron-Montierung aufgestellt. Montierung und Stativ wiegen sehr viel mehr als die Kameras und Optiken. Mit "normalen" Fotostativen hat man mit den Russentonnen kaum eine Chance auf scharfe Bilder und die Fokussierung muß peinlich genau sein. Das Bild mit der 1000er Russentonne ist ein leichter Ausschnitt aus dem 24x36mm Negativ. Damals habe ich auf Negativfilm aufgenommen und auf Diapositiv umkopiert.

Die Protuberanzen sind sehr hell. Belichtungszeiten von 1/2000 bis 1/1000 sec reichen! Bei klarem Himmel.
Die letzte Aufnahme der Korona ist schon digital aufgenommen und eine Überlagerung von Belichtungszeiten zwischen 1/1000 und 0,5 Sekunden mit Larson- Sekanina Filterung. Immer im RAW-Modus aufnehmen!

Für die Korona, deren Außenbereiche um Größenordnungen schwächer leuchten als die Innenbereiche und die Protuberanzen, ist eine lange Brennweite gar nicht erfoderlich. Ich hatte damals aber keine motorische Nachführung. Deshalb war nur bis 1/4 Sekunde Belichtungszeit mit 500mm auf Vollformat gerade noch erträglich und auch digital war das die Grenze.

Grüße
Dietrich
 
Sehr schöne Fotos, Dietrich.

Was Fotostative angeht bin ich mit recht schweren Geschützen unterwegs. Da sollte schon was gehen mit einer Russentonne, mit 500mm allemal, denke ich.

Bin gespannt, was noch für Empfehlungen folgen.

VG und CS
Daniel
 
Vielen Dank für die Tipps und tollen Bilder. Ich habe als Stativ nur Ein Carbon Stativ von Rollei oder schwere Astronomische Montierungen. Da muss ich dann nochmal schauen.

Ich werden mit ein Camper nach Spanien fahren.

Gruß Marcus
 
Hi Marcus. Im Camper ist es ja kein Problem die Astromontierung mitzunehmen....schon jetzt gute Fahrt. Sonne steht in Spanien tief, aber mehr Chance auf wolkenlos als bei mir auf Island :)
 
Ich bin auch im Camper unterwegs und nehme das Berlebach Stativ mit. Für mich ist diese Sofi 2026 der Aufgalopp für die Sofi 2027 in bzw. um Gibraltar mit über 4 Minuten Totalität. Bei mir wird es definitiv eine Aufnahmereihe mit dem 500 mm Sigma Objektiv und irgendwas Weitwinkliges mit der Remote Kamera. Die Sorge ist, dass mir die Kamera versagt, und werde daher zwei mitnehmen. Vermutlich Blödsinn, aber dann fühle ich mich besser. Ich bin mit Objektiven wegen meiner Naturfotografie reichlich gesegnet, das ist der Luxus des Alters. Island fände ich auch spannend, meine letztjährige geplante Tour mit Camper und Fähre musste ich krankheitsbedingt leider absagen. Für die Sofi ist mir das Wetter dort zu unsicher. Aber wer weiß, am Ende stabiles Hoch über Island und Tiefdruckgebiete über der iberischen Halbinsel ;)
 
Ich bin auch im Camper unterwegs und nehme das Berlebach Stativ mit. Für mich ist diese Sofi 2026 der Aufgalopp für die Sofi 2027 in bzw. um Gibraltar mit über 4 Minuten Totalität. Bei mir wird es definitiv eine Aufnahmereihe mit dem 500 mm Sigma Objektiv und irgendwas Weitwinkliges mit der Remote Kamera. Die Sorge ist, dass mir die Kamera versagt, und werde daher zwei mitnehmen. Vermutlich Blödsinn, aber dann fühle ich mich besser. Ich bin mit Objektiven wegen meiner Naturfotografie reichlich gesegnet, das ist der Luxus des Alters. Island fände ich auch spannend, meine letztjährige geplante Tour mit Camper und Fähre musste ich krankheitsbedingt leider absagen. Für die Sofi ist mir das Wetter dort zu unsicher. Aber wer weiß, am Ende stabiles Hoch über Island und Tiefdruckgebiete über der iberischen Halbinsel ;)
Ich wünsche uns stabiles Hochdruckgebiet auf Island und Spanien. Bei mir ist Island auch Familienbesuch, daher bot sich das an :cool:
 
500mm Brennweite ist eine gut brauchbare! Und wenn es die Russentonne sein sollte, die 8/500! Die ist "schärfer" als die 5,6 und passt mechanisch besser an die Canon-Kameras. (Nicht dass das Suchergehäuse der Kamera an das Objektiv angeht)
Die 8/500 Russentonnen haben zwar kein Stativgewinde , ich habe mir aber eine Objektivschelle aus 22mm Birkensperrholz gebaut, die die Optik sicher hält.
Würde man heute wohl 3D-drucken.
Zwei Kameras dabei zu haben ist kein Fehler, aber immer daran denken: nicht die Totalität nur durch den Kamerasucher ansehen! Sie ist nur 2 Minuten lang. Und drei Viertel davon solltet ihr sie mit eigenen Augen - direkt! - verfolgen. Euch umsehen, hören auf die Naturgeräusche, sehen was los ist, die Vögel hören auf zu singen, der Hahn, der kräht, die Kälte spüren, das alles ist so viel mehr, als nur ein Fotomotiv!
Und es lohnt, an einem Platz zu sein, wo man allein in der Natur ist.
Grüße
Dietrich
 
Guten Abend. Die Bilder von Dietrich fand ich schon ansprechend. Ich habe mir auf dem ATT ein Spiegelteleobjektiv aus Japan gebraucht gekauft mit passendem Adapterring für die EOS. Es steht 650mm/f8 darauf. Ansonsten sieht es aus wie eine Russentonne. Gab auch einen Okularadapterhülse dazu. Konnte mit Okular durchschauen und wirkte sehr scharf.

Schauen wir mal. Ich denke damit und mit mittelschwerem Manfrotto Stativ und Videoneiger werde ich auf Island am Start sein.

VG und CS
Daniel
 
Hallo Daniel,
Du könntest austesten, was das Objektiv taugt, indem du mit der Kamera einen hellen Stern (Arktur, nicht Jupiter - der wird ein kleines Scheibchen!) fokussierst, am Bildrand und in der Bildmitte, und mit kurzen Belichtungszeiten Aufnahmen des Sterns machst.
Damit kannst du dir ein Bild über die Abbildungsschärfe des Objektiv machen, über die Stabilität der Aufstellung und über die maximale Belichtungszeit, die noch vertretbare Bildschärfe ohne Nachführung erlaubt.
Mondbilder geben natürlich auch einen guten Überblick, Sternaufnahmen geben aber kritischeren Aufschluss.

Grüße
Dietrich
 
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