Welches Teleskop ? (Umstände genau beschrieben!)

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Rainerle

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Hallo zusammen!

Mein Daddy wird 60 und ich will ihm zusammen mit meinem Bruder ein Teleskop schenken, weil er an klaren Nächten oft mit bloßen Augen und einem schlechten Fernglas in den Himmel guckt. Ich selbst will mich bei dieser Gelegenheit ebenfalls dem Hobby widmen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Preis: oberste Schmerzgrenze mit allem drum und dran 500 Euro.

Wohnlage: Dorf mit ein paar Straßenlaternen. Terasse, wobei aber alle Seiten durch Häuser und Bäume verdeckt sind. In 500m Entfernung am Dorfrand ist eine kleine freie Wiese mit Waldrand im Südwesten.

Das Hauptinteresse wird zunächst den Planeten gelten. Diese sollen möglichst groß, scharf kontrastreich mit vielen Details abgebildet werden, Farbfehler wären (zumindest mir) egal. Spätere Ausflüge in Deep Sky sollten schon auch drin sein.

Mein Vater trägt eine Brille. Außerdem hat er Probleme mit den Bandscheiben, daher sollte man sich beim Spechteln nicht allzusehr verrenken müssen.

Es soll nur beobachtet werden, keine Fotos.

Ich würde mich sehr freuen wenn ihr mir helfen könntet, einen möglichst guten Kompromiss zu finden!

Danke und Gruß
Rainer
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Oiso,

wenn es der Beginn einer langen Freundschaft werden soll, würde ich Überraschung Überraschung sein lassen und ihn mit zum nächstgelegenen Astrotreff schleifen. Da kann er a) seine Bandscheiben an verschiedenen Einblickshöhen testen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> und b) sich selbst ein Bild machen, womit er mehr anfangen kann.

Weißt Du, 500 Eus sind eine Stange Geld, unabhängig von der Einkommensgruppe. Stell Dir nur mal vor, der Funke springt nicht über und ihr habt Equipment hingestellt, das nur schlechte Laune verbreitet: ihm, weil er es nicht nutzt und/oder sich was anderes vorgestellt hat und euch weil das Geschenk nicht so ankam.

Grüße
Tom
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />
 
Hallo Rainer

Habe gerade mal nachgestöbert.

-Leicht soll es sein.
-Für Planeten geeignet
-Bandscheibenfreundlich
-500 Meter schleppbar
-500€(ca.)

Ich komme da auf ein Skywatcher ED pro Refraktor mit einer kleinen Astro 3 Montierung darunter. Findest Du z.B hier:
ED 80 /600 Pro Skywatcher

Astro 3

Etwas Geld für ein Okular ist gerade noch übrig, Du solltest da aber noch aufstocken - später mal. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Gruss Daniel
 
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Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Meiner persönliche Meinung:

Für 500€ kriegt man nichts vernüftiges was Planeten- und DeepSkybeobachtungen abdeckt und auch nach einem Monat Spass macht. Da würde ich dem Vater sein "schlechtes Fernglas" ersetzen und ein gutes mit Stativ kaufen. Ober evtl. ein gebrauchtes Teleskop. Wie gesagt, ist meine persönliche Meinung.
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Hallo Rainer!

Das wird schwierig, weil sich da einiges beißt, bzw. nicht in den 500€ Etat reinpasst.

Eigentlich passt (gerade im Bezug auf dein Etat und die späteren DeepSky Wünsche) ein 200/1200er Dobson am besten.
Aber ein Dobson ist "Geschmacksache" und oft nicht das, was man sich als Einsteiger unter einem Teleskop vorstellt. Und weil du deinem Vater ja nicht die überraschung verderben willst, wird das eine schwierige Entscheidung...

Preis-/Leistungsmäßig käme nach dem Dobson ein Newton. Allerdings wäre das "nur" ein 150/750 auf z.B. einer Astro5 Montierung, um deinen preislichen Rahmen nicht zu sprengen. Beim Newton musst du dich aber manchmal schon ein wenig verrenken, um noch in das Okular schauen zu können. (--> Bandscheibe?)

In Bezug auf die Bandscheibenprobleme deines Vaters würde ich daher an "irgentetwas mit einem Einblick hinten" denken.(Sprich: Refraktor, SC, Mak, etc)
Das Problem hierbei wird die Deepsky Eignung. Einen Refraktor für Planeten UND Deepsky wirst du für 500 leider nicht bekommen. Wenn du auf Deepsky verzichtest, wäre meine Empfehlung hier auch der ED 80 von Skywatcher.
Vielleicht kannst du dich ja auch mit einem gebrauchten Teleskop anfreunden (sowas wie ein 5 bis 6" SC oder Mak). Hierdurch kommst du erstens an etwas mehr Öffnung oder Zubehör und zweitens haben gebrauchte Teleskope kaum Wertverlust beim Wiederverkauf, falls es deinem Vater doch nicht gefällt...

An deiner Stelle würde ich wohl zum Gebrauchtgerät greifen. Wenn die Zeit nicht zu knapp wird, findest du sicher hier im Forum etwas passendes. (Eine Suche-Anzeige hilft da auch!)


CS
Tom

PS: gerade fällt mir noch ein, dass du auch mit einbeziehen musst, in wie weit dein Vater willens ist, sich mit dem "Drumherum" (Justage, Auskühlzeit, ...) zu beschäftigen. Das pflegeleichteste System wäre hier wieder der Refraktor.
 
Hallo Erich

Nur wirst Du mit einem Lidelscopen lange nicht so hoch vergrössern können, da es ein einfacher Achomat ist.
Ich denke schon,dass man den ED für Planetenbeobachtung einsetzen kann, eingeschränkt, aber man kann.
Ausserdem sollte man nicht vergessen, dass es sich um ein
etwas älteres Semester handelt, und er bestimmt keine grossen Geräte herumwuchten möchte.
Desweiteren wird man den ED sicher als Schnellspechtler und
Urlaubsgerät schätzen und ihn als Zweitgerät behalten, wenn dann mal was grösseres folgen sollte.
Bezüglich der Öffnung frage ich mich gerade warum wir früher mit unseren 60 er Röhren am Saturn Jupiter und Mond geradezu in Verzückung geraten sind. Wir haben jahrelang Freude gehabt und vorbeilaufende Leute ins Staunen versetzt. Ein 80mm ED für den Anfang, bei den gegebenen Bedingungen halte ich für in Ordnung.
Den 10" Newton kann er sich immer noch kaufen, aber wenn er mal in die Ferien fährt, oder mal schnell rauss will, oder einfach keine Lust auf grosses Geschmeiss hat, wird er den Kleinen vorziehen.
Die Beraterseite von TS ist ok, der ED meine ich auch.

Gruss Daniel
 
Hi Rainer,
mit den Anforderungen wirds schwer alles unter einen Hut zu bringen.
Mein Vorschlag, schwerpunktmäßig ausgerichtet auf Mond und Planeten an Geräten wäre:
Travelmak 127 auf EQ3
Dazu ein 32mm Plössl, ggf. je nach dem was mitgeliefert wird muß man hier nochmal nachbessern.
Ich habe ein solches Gerät u.a. selbst. Meine Eindrücke dazu findest Du auf der HP im Equipmentbereich.

Ungeachtet vom Gerätevorschlag, sehe ich schon ne gewisse Gefahr blind zu kaufen und rate daher, wenn es irgend geht, wenigstens für Dich selbst live Eindrücke zu sammeln und/oder in Richtung Gutschein zu gehen, auch wenn das weniger schön zu präsentieren ist als ein Teleskop. Es zeigt sich immer und immer weider das eine kaufentscheidung in hohem Maße vom Liveerlebnis abhängig ist.

CS
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Hallo Reiner

ich finde Armins (Antares) Antwort als die passendste und zum aufgeführten Wunsch Planeten zu beobachten, am besten geeignet. Zwar wäre ein Dobson in der Angegelgenheit auch gut, aber in Anbetracht des Bandscheiben-Vorfalls und der Terasse eignet sich der Vorschlag von Armin wohl am besten. Ein 127 Mak-Cass. auf einer EQ3 ist absolut gut montiert und man hat nicht nur an Planeten seine Freude, sondern auch an Kugelsternhaufen, Planetarischen Nebeln und anderen Objekten.

Schönen Gruß
Robert
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Hi Zusammen,

ich würde auch einem Kompaktteleskop zustimmen, aber wenn es um eine bequeme Beobachtungsposition geht und um leichtes Equipment, und das bei visueller Beobachtung, warum dann nicht statt einer EQ-3 ein leichtes Holzstativ mit einer Alt-Az-Montierung, so in der Art einer Giro? Da ändert sich dann die Einblickposition mit so einem Gerät recht wenig und die Optik ist so über die Stativhöhe sehr gut in eine bequeme Einblickposition zu bringen. Ich glaube das diese Aufstellung doch Vorteile gegenüber der parallaktischen Montierung hat, weil hier die Einblickpositionen doch immer etwas unbequemer sind und etwas stärker variieren.
Mal ohne das jetzt vom Preis her nachzurechnen: Die Berlebach-Stative sind doch toll für sowas, schön leicht und doch Stabil, und dann eben sowas wie eine Giro oben drauf. (Ich bin aber nicht der Experte, welcher Alt-Az-Kopf nun der günstigste und stabilste dafür wäre.)
5 Zoll Öffnung (127mm) würde ich wohl auch empfehlen, das ist ein ziemlich guter Kompromiss zwischen Leistung, Gewicht und "Montierungsbedarf".

Clear Skies
Sven
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Hallo Sven

die Idee mit einer azimutalen Monti zu beobachten ist auch nicht verkehrt. Aber da beim Planeten doch eine größere Vergrößerung notwendig und bestimmt auch gewählt wird, denke ich daß die parallaktische Lösung da doch die bequemere ist. Was die Beobachtungspostion angeht, mag die azimutale Lösung einfacher sein, jedoch besteht beim Mak die Möglichkeit, den ZS soweit in bequemer Position zu stellen, so daß man quasi immer senkrecht nach unten in den ZS sieht.
Preislich ist die GiRo was teurer mit dem Berlebach Stativ, natürlich aber auch die edlere Version. Jedoch wieder die neue EQ3-2 Variante ist soweit schon modifiziert worden, daß dort bereits eine Schwalbenschwanz-Aufnahme vorhanden ist und so auch andere Teleskope mittels Montageschiene GP/Synta aufgenommen werden können.

Schönen Gruß
Robert
 
Hi Rainer,

ich habe mal ein Teleskop für meine Mutter gekauft. Es war ein 80/900mm Refraktor auf EQ-2. Für Saturn, Jupiter und Mond war er sehr gut und hat uns 3 Jahre Freude gemacht. Das Gewicht und die doch sperrigen Ausmaße haben uns dann aber bewogen, auf einen Travelmax 90/1250 Mak auf Astro-3 umzusteigen. Sehr portabel und bestimmt für einige Zeit für Planeten geeignet. Deepsky geht nicht so gut, da sollte es dann eher ein 100er oder 125er Mak sein.

Grüße,

Michael
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Hallo,

als kompaktes Gerät würde ich einen "Faltstrahlenganger" wie einen Mak oder SC empfehlen.

Der Travelmak ist schon ganz gut, falls es mehr sein soll, vielleicht auch ein C5 oder C6.
Alternativ gibt es auch ein C 130 Mak
Ist mit f15,4 aber sehr langsam - vielleicht grade für Planeten der Hit!
Ich kenne es nicht, ist mir nur beim surfen so aufgefallen.

Dazu gibt es auch Komplettangebote auf Giro-Mini.

Gruss,
Max
 
Hi Rainer,

noch kurz eine Ergänzung zum Travelmax 90 auf Astro-3:

Gewicht des Tubus ca. 1,8kg
Gewicht der Astro-3 ca. 5,5kg
zusammen also ca. 7,3kg.

Das ist noch ganz gut handelbar und beim Tragen etc. treten nicht so große Hebelkräfte auf.

Gruß, Michael
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Hallo Rainer,

vieleicht hast du es schon gemerkt, die Ansichten gehen hier sehr stark auseinander. Aber eins ist immer zu erkennen: 2 Dinge haben Priorität: Optische Qualität gepaart mit einer stabilen Montierung! Die Funktionsprinzipien der einzelnen Teleskope ist nicht so ausschlaggebend. Wenn diese Prioritäten eingehalten werden ist Spaß beim gucken eigentlich schon vorprogrammiert. Mit 60mm (Refraktor) Öffnung kann man bei nahem Saturn tatsächlich schon die Cassini-Teilung sehen (selber probiert, nicht nur gehört) - gute Optik vorausgesetzt. Allerdings sind, gerade bei älteren Menschen, dann schon die kleinen Schwebeteilchen in der Augenflüssigkeit unangenehm. 80mm sind da schon besser. Gut gebaute Reflektoren ab 114 mm machen schon viel Freude. Ab 130mm Öffnung dürfte das angestrebte Budget in Verbindung mit einer garantiert hochwertigen Optik kaum in Einklang zu bringen sein. Das mit der Bandscheibe ist meistens mit einem höhenverstellbaren Bügelstuhl gut zu kompensieren.
Ich persönlich würde auch immer eine stabil gebaute Äquatorialmontierung mit Nachführmotor in der Stundenachse wählen. Dafür habe ich 2 Begründungen:
1. angenehm ruhiges Gucken ohne laufend an der Montierung herumzuleiern
2. Man kann schwer erkennbare Objekte auch mit den Skaleneinteilungen an der Montierung finden. Außerdem lernt man was über die Koordinatenangaben für astronomische Objekte.


Gruß

Ingo
 
Hallo Rainer,

auch ich schliesse mich Armins Vorschlag zunächst an. Diese Kombi beschreibt Eure Anforderungen, die Du sehr gut schon formuliert hast am griffigsten. Da Du ja auch schreibst, daß Du Dich dem Hobby gern auch selbst anschließen magst, stört sich der tendenziell auf Planenten spezialisierte Mak zunächst nicht. Es spricht ja nichts dagegen, wenn ihr erst mal die hellen 'Dinger' am Himmel zusammen im Mak auf der Terasse absucht und später, wenn sich das Hobby manifestiert hat, Du Dir vielleicht selbst ein DS-Gerät zulegst, wo dann Dein Daddy auch mitgucken kann...

Der 127 Mak jedenfalls ist für viele Beobachterstunden ein recht gutes Gerät, wenn man ihm seine Auskühlzeit gibt und dafür sorgt, daß die Frontplatte nicht zutauen kann (Taukappe). Durch das langsame Öffnungsverhältnis bleiben zudem auch die Okulare in günstigen Preisklassen.

Beim höhervergrößerten Planetengucken würde auch ich der parallaktisch montierten Lösung klar den Vorzug geben, es verspricht einfach mehr Beobachtungskomfort, der sich zudem auch mittels Motor noch steigern lässt.

Soweit zur Theorie, vielleicht magst Du Dir wirklich erst mal einen praktischen Eindruck der genannten Faktoren druch eigenen Blick durch verschiedene Teleskope verschaffen? Dabei hast Du viele Möglichkeiten, von der örtlichen Sternwarte angefangen über Vereine und auch private Clubs.
Nimmst dabei deinen Daddy mit, weißt Du schon, worauf er 'anspringt' und Du kannst sinnvolle Anschaffung mit Überraschung paaren <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Trotz allen gegenteiligen Äußerungen rate ich zum 8-Zoll 1200mm Dobson. Man darf nur nicht versuchen, im Stehen zu beobachten, sondern muß einen höhenverstellbaren Stuhl benutzen. Ich sitze oft an einem (etwas größeren) Dob, das ist ein sehr bequemes und entspanntes Arbeiten. Als Stuhl habe ich eine Art Barhocker von Ikea, man kann die Sitzfläche hochschrauben.

Die 1200er haben Blende 6, das ist für Dobsons relativ langbrennweitig und damit gutmütig am Planeten. Ich bin voll davon überzeugt, daß am Planeten ein 80mm Refraktor auf jeden Fall überholt wird und ein 100er zumindest nicht besser ist. Ein qualitativ hochwertiger 130er Refraktor könnte allerdings mehr zeigen.

Einen Hinweis wiederhole ich: Wenn es irgend geht, sich bei Sternfreunden etwas ansehen. Entweder bei einem Teleskoptreffen, oder in einer aktiven Astrogruppe.
 
Re: Welches Teleskop ? (Umstände genau beschriebe

Ich denke nicht, dass es Sinn macht jemand ein Teleskop zu schenken, wenn man nicht mal weis, was diese Person so betrachten will.
Mir geht es oft so, dass ich irgentwas geschenkt bekomme, mich herzlich bedanke und das Ding wird am nächsten Tag auf den Dachboden gebracht.
Zum Glück hab ich das mit den Jahren meinen Verwandten abgewöhnen können.
Ich empfehle daher erstmal einen Astrotreff besuchen.

Hendrik
 
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