welches Tool am besten für Asteroiden in eigenem Bild nachweisen

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Mr_SPOCK

Aktives Mitglied
Gibt es ein Programm mit dem man zb. mit Platesolven eine Bildanlayse mache um zu erkennen um welchen Asteroiden es sich handelt in der eigenen Aufnahme? Klar Daten Uhrzeit etc. sollten bekannt sein oder man nimmt den Fits Header als Grundlage. Gibt es da was passendes? Grüße Marcus
 
Hallo Marcus,

wenn Du bereits die ungefähre Bildmitte (R.A. und Dekl.) Deines Bildes kennst, kannst Du Dir mit dem Minor Planet Checker die Koordinaten aller KPs innerhalb eines selbst gewählten Radius tabellarisch auflisten lassen. Um dabei die Parallaxe der KPs zu berücksichtigen, benötigst Du natürlich noch die Koordinaten Deines Beobachtungsortes. Da das Tool speziell für die beim Minor Planet Center (MPC) registrieretn Beobachter geschrieben wurde, macht man letzteres über seinen sog. "Stations Code". Wenn man den nicht hat, reicht es aber für eine Genauigkeit im Bogenminutenbereich aus, wenn man einfach einen vorhandenen Stations Code aus der Umgebung seines Standortes nimmt.

Graphisch klappt die Indentifikation von KPs im eigenen Bild auch:

Hierfür wird das betreffende Bild z.B. mit dem Astrometrie-Programm "Astrometrica" geplatesolved. Leider macht Astrometrica dabei aber kein "blind solve", so dass Du hier zusätzlich zur Bildmitte und den Koordinaten des Beobachtungsortes auch noch den Abbildungsmaßstab (Brennweite/Pixelgröße) und den ungefähren Rotationswinkel der Kamera benötigst. Den erforderlichen Sternkatalog (bzw. den für die Aufnahme relevanten Teil) für das Platesolving holt sich die Software anhand Deiner obigen Angaben aus dem Netz. Hat man sich zuvor noch eine aktuelle mpcorb.dat von der Webseite des MPC herunter geladen, werden die entsprechenden KP-Positionen incl. prognostizierter Helligkeit im Bild markiert.

Viele Grüße,
Axel
 
Guten Morgen,

auf die Schnelle geht das auch mit ASTAP. Man sieht natürlich nur, ob und was da durchs Bild rauscht, ohne irgendwelche Laufbahnen.

Dazu muss man die Speicherplätze der Kometen- / Asteroiden-Datensätze aus obigen Links in ASTAP angeben, das Bild in ASTAP solven und Strg+R drücken.

Das Beispiel entstand am 14.01.22 als ich eigentlich nur einen neuen APO an Iota Cancri ausprobieren wollte und bemerkte, dass 67P/Churyumov-Gerasimenko gerade mit im Ausschnitt ist. :)

1642576526989.png


Grüße Markus
 
Hallo Markus,

ich würde
  1. das "Use up to number" ganz rausnehmen, damit über alle Objekte gesucht wird
  2. das "Use up to magnitude" ca. 2mag schwächer einstellen, als ich Sterne auf meinem Bild erkennen kann
zu (1):
Je nach Entfernung können auch deutlich später entdeckte Objekte bzw. auch Objekte mit nur provisorischer Benennung recht hell werden

zu (2):
Die aus der mpcord.dat berechneten Helligkeiten beruhen auf geschätzten Helligkeitsparametern, die aus Messungen in diversen Spektralbereichen abgeleitet wurden. Je nach verwendeter Kamera können sich da durchaus größere Defferenzen zur aktuellen Helligkeit ergeben. Bei meinen Messungen mit diversen SBIG CCD-Kameras waren Unterschiede von +/- 1mag da keine Seltenheit.

Viele Grüße,
Axel
 
Hallo, danke für die tollen Infos. Astap zum Platesolven hatte ich schon mal selber im Verdacht gehabt. Das schaue ich mir an aber auch den Minor Planet checker. Das ist doch was für die wolkenreichen Nächte. und da ich im Moment gerne mit dem schnellen System Rasa8 f2 und Hypergraph 150 2.8 mobil Breitband mache fällt einem die eine oder andere Strichspur in der Aufnahme auf. Und es ist schön zu wissen wenn man da was herausfinden kann. Ob bereits bekannte oder noch Unbekannte ist es erstmal zweitrangig es ist trotzdem spannend das dann herauszufinden. Da ich mit Astro Pixel Porzessor arbeite fältl die PIxinsight Hilfe für mich erstmal raus. Aber ich schau mir das trotzdem an. Ein guter Kollege arbeitet mit PI dann gebe ich das gerne weiter.... Besten Dank an die Runde! :)
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben