Wer kann 18" f3,55 Spiegel parabolisieren?

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Haueha

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Hallo,

wer kann mir zur Hilfe eilen und einen 18" f3,55 Spiegel parabolisieren? Auspoliert ist der Spiegel, Dicke 25mm bei < 10kg.

Das Projekt ruht sei ein paar Monaten, soll aber bald abgeschlossen werden. Bei mir fehlt es am nötigen Equipment, dem Aufbau der Messstrecke und einfach an Erfahrung, um den Spiegel hinzubekommen.

Ich wäre natürlich bereit, den Aufwand entsprechend zu entlohnen. Zusätzlich wäre ich dem Spiegelschleifkollegen auf ewig dankbar.

CS
Andreas
 
Hallo,

vor ca. 1 Jahr habe ich schon mal um Hilfe gebeten, mir bei der Fertigstellung eines Spiegels behilflich zu sein (Daten des Spiegels s. unten oben). Aber dann kam Umzug, Hausbau etc. dazwischen. Leider mußten sämtliche Astro-Aktivitäten ruhen. Jetzt ist das Thema aber wieder aktuell.

Wer kann mir helfen?

CS
Andreas
 

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Hallo Andreas,

...Ich wäre natürlich bereit, den Aufwand entsprechend zu entlohnen...

bisher kenne ich nur 4 Amateure denen ich die erfolgreiche Parabolisierung 18" f/3,55 zutrauen würde. Vielleicht lesen die ja mit und werden sich (mit geringer Wahrscheinlichkeit) bei dir melden.Als erfolgreich würde ich nachgewiesene Strehl >=0,80 setzen.

Ich arbeite gerade an der Parabolisierung eines 16" f/4 und wage deshalb mal eine Abschätzung des Zeitaufwandes für die Parabolisierung deines Spiegels. Dabei sei angenommen ein geeigneter Prüfstand mit Messausrüstung sei bereits vorhanden.

1. Bau einer geeigneten Spiegelhalterung ca. 50 h
2. Herstellung der Tools ca. 20 h
3. Polierzeit für die Parabolisierung ca. 100 h
4. Zeitaufwand für die Durchführung der Prüfungen 100 h.

Das macht insgesamt 270 Stunden Arbeitszeit. Als entsprechende Entlohnung würde ich einen Stundenlohn von 25 € annehmen.

Falls du jemanden finden solltest der es mit Garantie wesentlich schneller und billiger kann, schicke mir bitte seine Adresse. Dann würde ich nämlich ebenfalls parabolisieren lassen.

Gruß Kurt

 
Hallo Andreas,

ganz so dramatisch wie es hier teilweise dargestellt wird ist es nicht. Es gibt sehr gute Adressen ist USA, die das sehr gut in ausgezeichneter und bezahlbarer Qualität hinbekommen. Aktuell kenne ich einen 18" Cassegrain Spiegel, der von Deutschland zu Lockwood ging und dort gerade mit einem noch wesentlich extremeren Öffnungsverhältnis sein Finish bekommt.


Schau mal da:

Mike Lockwood

Gruß
Werner
 
Hallo Werner,

einen 18" f/3,55 Parabolspiegel und nur 1" Randiche mit Qualitätsgarantie gibt es aber bisher auch von Lockwood nicht.

Gruß Kurt
 
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Hallo Kurt,
einen 18" f/3,55 Parabolspiegel und nur 1" Randiche mit Qualitätsgarantie gibt es aber bisher auch von Lockwood nicht.
genau, sowas fasst der nicht an. Im Prinzip müsste man für diesen Spiegel auch gleich eine passende Spiegelzelle mitliefern.
Spiegelzellen herkömmlicher Bauart mit kippenden Dreiecken auf durchbohrten Hutmuttern und irgendwelchen krumm gebogenen Schrauben als Laterallager, die den Schwerpnkt des Spiegels nur gelegentlich treffen, versauen die Form des Spiegels garantiert.
- Selbstverständlich ist daran dann immer der Hauptspiegel schuld! - ?) :mauer: :totlach:
Ich fürchte, für ein funktionierendes Gesamtkunstwerk wird es mit der entsprechenden Aufwandsentlohnung nach einem Hausbau wohl schwierig.
Viele Grüße
Jörg
 
Hallo Kurt,

ich wäre mir da nicht so sicher...

Er schreibt da:

"...So, at LCO's expense, a 2.3"-thick Supremax monolithic blank was ordered. The original f/3.75 focal length was shortened to f/3.6. The primary mirror was completed in April 2012. The telescope saw first light in September of 2012. Robert Houdart is the owner and telescope builder, and here is a link to his web page for the telescope. He has been exceptionally busy, but looks forward to having more time to use the telescope in the future..."

Hier geht es um einen 43,4" N F 3,6. Da sind die Relationen von Öffnung zu Randdicke sehr ähnlich dem vorliegenden 18". Wer sich an so etwas heranwagt, dürfte mit dem wesentlich leichteren 18" Spiegel vergleichsweise weniger Probleme haben. Hier würde eine direkte Anfrage bei Lockwood bestimmt ergiebig sein. Ich würde mich an der Stelle von Andreas so schnell nicht entmutigen lassen.


Viele Grüße
Werner
 
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Hallo Werner,
o, at LCO's expense, a 2.3"-thick Supremax monolithic blank was ordered.
da blieb dem guten Mike ja auch gar nichts anderes übrig, das ist das dickste Maß was Schott überhaupt liefert. Andere Rohlinge gibt es nicht.
Die maximale Dicke ist bei Schott mit 57,2mm (+/-6,4mm)angegeben, jede Wette das er nach dem dicksten möglichen lieferbaren Rohling bei Schott angefragt hat. Mit 58,4mm hat er da immerhin schon 1,2mm mehr bekommen.
Nur mal so zur korrekten Sachlage, + volle 6,4mm wären ihm da bestimmt noch lieber gewesen, zumal er mit Maschine poliert.
Viele Grüße
Jörg
 
Hallo zusammen,
ich habe mich in den letzten Tagen mit Andreas beraten und wir sind uns einig, dass ich den Spiegel für ihn fertigstellen werde. Wir haben natürlich über die Schwierigkeit allgemein und auch die Bedenken gesprochen, die hier im Thread aufkamen. Wir sind uns darüber bewusst, dass es einfachere Projekte gibt.
Ich wollte gerne diesen Rohling fertigstellen, eben weil es nicht einfach ist! Mir gefällt die Herausforderung :) Maschinen, Messmittel und Erfahrung sind eh vorhanden.

Wir haben auch über die Problematik des unkontrollierten Verbiegens im Teststand gesprochen. Mir persönlich wäre es auch lieber, wenn der Rohling etwas dicker wäre, einfach um messtechnisch in einer besseren Situation zu sein. Da ich schon mehrere Optiken im Verhältnisbereich 14:1-18:1 fertiggestellt habe, kann ich Kurts Bedenken hier sehr gut nachvollziehen. Aber ich möchte da unterscheiden zwischen einem anonymen Spiegel, den man einmalig nachmisst und einem Spiegel, den man über Wochen selber fertigt. Denn für letzteren entwickelt sich ein gewisses Gefühl dafür, ob es reale Probleme mit Astigmatismus gibt, oder ob wirklich nur reiner Teststandasti vorliegt, der etwas Fieses vortäuschen oder schlimmer verschleiern könnte. Vor allem, wenn man mit den großen Dünnen schon einiges an Erfahrung sammeln konnte. Um dieses Gefühl in einem bestimmten Fall zu bekommen sind einige Messungen während des Entstehungsprozesses nötig – aber es geht.

So habe ich auch schon mal bei einem schnellen Spiegel mit einem sehr großen Durchmesser-Dicken-Verhältnis in Absprache mit dem guten Sternfreund, für den ich diesen Spiegel gemacht habe, den Astigmatismus in der Auswertung ausgeschaltet, um überhaupt Messwerte (Asti erster Ordnung eben ausgenommen!) vermitteln zu können. Es gibt ja auch noch andere Abweichungen von der Idealform, die quantifiziert werden wollen…
Ich beschrieb ihm die Problematik und schrieb auch, dass ich mir sicher bin, dass der Spiegel keinen Asti hat. Wir einigten uns darauf, dass er vor dem Verspiegeln einen Sterntest zu machen hat. Ergebnis: kein Astigmatismus feststellbar und die Abbildung entsprach dem, was durch die interferometrischen Auswertung zu erwarten war – eine schön scharfe Optik :)
Bitte nicht falsch verstehen, ich will hier keine Lanze brechen für „grundsätzlich Asti ausschalten“, das auf keinen Fall! Ich will damit nur sagen, dass man bei der ganzen Messerei nicht den eigentlichen Sinn dieser aus den Augen verlieren sollte – irgendwann damit einen Spiegel auch mal fertig zu bekommen, damit man mit diesem endlich beobachten kann…

Ich glaube nicht, dass es die Idee des Threadstarters war, in diesem Thread theoretisch herauszuarbeiten, ob sich sowas nach allen Regeln der Kunst sauber messen lässt. Er will einen Spiegel, mit dem er mit Spaß beobachten kann – das WIE dürfte ihm dann relativ egal sein. So habe ich ihn zumindest verstanden und deswegen werbe ich etwas dafür, die Mittel nicht vor den Zweck zu stellen.

Richtig ist sicher, dass sich Andreas Gedanken um die Spiegelzelle machen muss. Aber auch da gibt es Möglichkeiten.

Lockwood ist ein kommerzieller Anbieter. Man muss nicht nach Amerika schauen, wenn man Anbieter mit verhältnismäßig dicken Spiegeln sucht. Alluna zum Beispiel ist da im Vergleich zu den Amateuren ziemlich konservativ und das bestimmt auch aus gutem Grund, wenn dahinter eine gewisse Kalkulation steht. Trotzdem sind schon sehr viele weitaus dünnere Spiegel als die von Alluna von Amateuren erfolgreich fertiggestellt worden, einige selbst ohne die Hilfe von Interferometern. Ich glaube, hier muss man zwischen Anbietern und den verrückten Amateuren unterscheiden, denn Letztere können es sich leisten, risikofreudigere Projekte mit Potential für Rückschläge anzugehen. Ob dann ein wesentlich dickerer Spiegel mit Strehl 0,99x auch wirklich diese „Performance“ am Himmel rüberbringen kann – das entscheidet sich dann aber auch damit, wie geduldig der Besitzer bei fallenden Temperaturen in der Nacht auf ein Abflauen des Wärmetransports vor der Optik warten kann ;)

Viele Grüße,
Daniel
 
Hallo Daniel, hallo Andreas, liebe Mitleser,

zuerst möchte ich euch frohes Gelingen wünschen und die Daumen drücken. Das ist nämlich wirklich kein kommerziell "rationales" Projekt was ihr euch vorgenommen habt.

Nach meiner Einschätzung würde ich als erstes die Spiegelzelle fertigstellen und für einen wohltemperierten Prüfstand sorgen. Vielleicht hilft das folgende Beispiel etwas zum Verständnis der „Problemchen“ die bei der Parabolisierung größerer Spiegel auftreten können:

http://www.astrotreff.de/topic.asp?ARCHIVE=true&TOPIC_ID=17555

…das entscheidet sich dann aber auch damit, wie geduldig der Besitzer bei fallenden Temperaturen in der Nacht auf ein Abflauen des Wärmetransports vor der Optik warten kann
...

Vermutlich geht vorher die Nacht zu Ende ;( Deshalb hab ich ja für meinem 16“ in den sauren Apfel gebissen und lieber einen Sital- Rohling anstatt Bosilikat extradick gewählt. Der wiegt aber dank rückseitiger Suppenteller-Abflachtechnologie nur 7,6 kg.

Gruß Kurt
 
Hallo Daniel,

schön zu hören, dass Andreas mit dir jemanden gefunden hat, der diese nicht unkritische Sache übernehmen möchte. Ich wünsche euch beiden herzlich gutes und erfolgreiches Gelingen. Vielleicht stellt ihr ja dann, wenn alles fertig ist, einen kleinen Erfahrungsbericht hier rein!?

Natürlich gibt es auch hier bei uns gute Möglichkeiten, ein solches Projekt zum erfolgreichen Abschluß zu bekommen. Im Laufe des Beitrags klangen hier aber durchaus sehr kritische Töne mit, welche einem solchen Vorhaben auf bezahlbarer Basis nicht unbedingt großen Erfolg im Vorfeld bescherten. Meine Intension war es vor allem, Andreas zu ermutigen und ggf. auch den Blick nach anderen plausiblen Möglichkeiten zu öffnen. Mike kann als kommerzieller Anbieter durchaus recht exotische Optiken mit extremen Öffnungsverhältnissen in sehr anspruchsvoller Qualität an den Mann bringen und hätte dies gewiß auch beim vorliegenden Spiegel super hinbekommen.

Ich bestreite nicht, dass engagierte Leute wie du Daniel dies durchaus ebenfalls sehr schön machen können. Man muss halt immer sehen, was die naheliegenste Möglichkeit ist. In meinem kurz erwähnten Beispiel mit dem 18" Cassegrainspiegel kenne ich die Historie ein wenig und auch die Motivation, dies letztendlich doch von Mike in USA machen zu lassen.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Joerg,

na ja, ich glaube, die wahre Intension von Mike incl. aller Beweggründe würden wir wahrscheinlich nur erfahren, wenn wir ihn selbst fragen würden. Könnte aber gut sein, dass in CN oder in anderen öffentlichen Quellen noch mehr steht. Mir ging es in meinen Ausführungen u.a. darum, darauf hinzuweisen, dass die beschriebenen, kritischen Relationen (Öffnung\Dicke, Öffnungsverhältnis) von ihm durchaus angegangen werden.

Dass ein sehr dünner Spiegel IMMER eine besondere Herausforderung darstellt ist ja eh klar.

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Werner,
...In meinem kurz erwähnten Beispiel mit dem 18" Cassegrainspiegel kenne ich die Historie ein wenig und auch die Motivation, dies letztendlich doch von Mike in USA machen zu lassen.
fein, da kann ich gleich etwas off Topic nachfragen, weil es wahrscheinlich andere Spiegelschleifer und sonstige Großscherbenliebhaber interessiert, ich aber bisher nix dazu gefunden habe. Gibt es irgendwelche handfesten Belege für die Qualität der Optiken aus dem Hause Lockwood?

Fragt Kurt
 
Hallo Kurt,

wird wohl das Einfachste sein, wenn du ihn selbst direkt diese Fragen stellst. Die Antwort kann man hier dann immer noch diskutieren.

Viele Grüße
Werner
 
Hall Werner,

Hallo Kurt,

wird wohl das Einfachste sein, wenn du ihn selbst direkt diese Fragen stellst. Die Antwort kann man hier dann immer noch diskutieren.

Viele Grüße
Werner

richtig, aber erst wenn ich echt die Ansicht hätte bei Lockwood fertigen zu lassen. Im Moment bin ich mit der Parabolisierung meines 16" f/4 voll ausgelastet. Das läuft bisher besser als gedacht.

Es hätte ja sein können dass du irgendwo spezielle Daten zu deren Qualität gefunden hast.

Gruß Kurt

 
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