Wer kauft eigentlich Leica-Ferngläser?

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Serenitatis

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Liebe Astrogemeinde,

eine wahrlich ketzerische Frage an Euch: Wer kauft eigentlich Leica-Ferngläser? Ich habe schon oft durch diese genialen Teile schauen können und bin begeistert. Aber mir ging es wie vielen anderen auch (sonst stünde Leica nicht haarscharf vor der Firmenpleite): Jedesmal wenn ich nach ein paar schlaflosen Nächten den Preis als "nun doch nicht so hoch und der Qualität ja angemessen" ansah <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />, warnte mich eine innere Stimme: "Der Preis ist doch der völlige Wahnsinn!" Ich zähle auch zu jenen, die längst deutlich günstigere Ferngläser im Gebrauch haben, die zwar nur einen Bruchteil der Leica-Gläser gekostet haben, aber dennoch sehr gut sind (klar: Fujinon...). Meine Meinung zu Leica: Ein sauteurer Spass für Superreiche. Nicht dass ich mir diese Gläser nicht leisten könnte, aber ich bin einfach auch nach 20 Jahren der Begeisterung für diese Teile nicht bereit, diese unverschämt hohen (und jedes Jahr höheren) Preise zu zahlen. Was meint Ihr zu meiner ketzerischen Frage? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Ausgerechnet in einem Forum der Astronomie fragst du das...
Hier geben (einige) Leute Unsummen für Apos oder Okulare aus (ich erinnere nur mal an das Nagler 31!), da erscheint ein schönes Leica mit zwei Okularen und zwei Objektiven mit zwei hervorragenden Okularauszügen, perfekt kollimiert für 1200€ als wahres Schnäppchen... Und dann noch 30 Jahre Garantie...
 
Besser konnte die Frage nicht beantwortet werden!

Volle Zustimmung, chipsy!

Das sind keineswegs nur die „Superreichen”, sondern auch ganz normale Leute, denen diese Qualität das Geld wert ist (wenn jemand vielleicht länger spart und dann die genannten 1200 Euro ausgibt, ist das leichter zu verstehen, als wenn, wie ich neulich las, manche 14- bis 16jährige soviel mit ihren Handys herumtelefonieren (bla-bla-bla), daß monatliche Rechnungen von 300 Euro und mehr entstehen - das sind aber sicher in 99,9% der Fälle keineswegs die Kinder von Superreichen!). Dann sehe man sich auch an, wer z.B. Harley-Davidson fährt, wer sich Brillis in Ohren, Lippen, Nabel und weiß der Henker wo sonst noch einpflanzen läßt usw. usw. Da lobe ich mir doch den Sparsamen, der einmal 1200 Euro zusammenkratzt und dann vielleicht Jahrzehnte kein Geld mehr für andere Ferngläser ausgeben muß und in dieser Zeit immer wieder große Freude an ungetrübten Beobachtungen hat.

Walter E. Schön
 
Hallo Serenitatis,

meine Frau ist Biologin, liebt Vogelbeobachtungen und wir gehen beide bvorzugt im Urlaub in den Alpen wandern. Mein großes Hobby ist außerdem die Astronomie.
Wir haben beide knapp drei Jahre von einem schönen Leica, Zeiss oder Swarowskiglas geträumt.
Nach langem testen fanden wir damals das Leica 10x42 für uns am besten geeignet. Es war klein genung zum wandern, leistungsstark für Astronomie und Vogelbeobachung und war damals das farbreinste und beste Glas (nach unserer weitgehend subjektiven Meinung...).
Dann endlich haben wir es uns geleistet und sind ganz sicher nicht superreich!
Mein Nachbar schüttelte zwar auch mit dem Kopf über unser neues Leicafernglas, aber hat sich nur drei Wochen später für sein doofes Auto völlig nutzlose und überflüssige Alufelgen gekauft, die fast das doppelte des Leicaglases kosteten. Soviel zum sinnvollen Geldausgeben.
Wir haben für unsere drei Hobbys nach reiflicher Überlegeung ein Fernglas gekauft, an dem wir sicher einige Jahrzehnte Freude haben - dafür finde ich den Preis angemessen (im Gegensatz zu dem Alufelgen...). Wenigstens bereuen wir seit Jahren keinen Cent dieser Investition. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Ach ja ich habe für Astronomie auch noch ein Fujinon 16x70 und weil ich es nicht wieder hergeben wollte auch noch ein Nikon 8x30 EII.

Viele Grüße, Jürgen (der einen alten Opel Vectra auf Stahlfelgen fährt...) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
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Hallo,

Antwort: Ich.

Welche: Leica Trinovid BN 10x50, BA 10x32, BA 10x42.

Begründung:
- weil sie preiswert sind (nicht billig wohlgemerkt! Ich kann es mir nicht leisten, billig einzukaufen, das wird auf die Dauer teurer).
- weil ich es satt bin, mich ständig über Kompromisse zu ärgern.

Klaren Himmel

Peter
 
Hallo Serenitatis,

ich habe Leica gekauft und würde es auch wieder tun. Die Ferngläser sind optisch und mechanisch super, wasserdicht und nehmen nichts krumm. Hatte bisher trotz gelegentlich rauher Behandlung nie einen Defekt, keine Dejustierung, kein Problem mit austretendem Fett, weil das Auto bei 45 Grad in der prallen Sonne stand, gut gängige Einstellung auch in einer bitterkalten Winternacht.
Ich habe sicher kein Geld zum Rausschmeissen, aber ich habe auch keinen Nerv, mich bei einem so häufig benutzten Teil wie einem Fernglas mit Kompromissen rumzuschlagen. Es freut mich, daß es immer noch Dinge gibt, die den Job, für den sie gemacht sind, optimal und jahrelang zuverlässig einfach machen. Das ist absolut nicht mehr selbstverständlich!

Schönen Gruss,
Michael
 
Es gibt einen sehr weisen Spruch: "Der arme Mann kauft alles doppelt".

Da, wo ich es mir leisten kann, versuche ich, diesem Rat zu folgen. Es sind etliche Ferngläser durch meine Hände gegangen, viel Frust, Grübeln, Verkäufe mit Verlust waren damit verbunden. Egal, ob Swaro, Leica oder Zeiss, ich wollte es einmal richtig machen und das Thema für mich abhaken.

Die Freude, wenn ich das Glas in die Hand nehme und durchschaue, ist mir in den nächsten Jahrzehnten -so Gott will- sicher und wird nicht so kurzlebig sein wie bei anderen Consumerprodukten (PC, Digicam), die bereits nach 2 - 3 Jahren ihre Daseinsberechtigung verlieren. That's it!

carpe noctem
Matthias
 
Liebe Astros,

danke für Eure Antworten auf meine - nicht als Vorwurf gemeinte - Frage! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> Ich unterschreibe alles, was Ihr bislang geschrieben habt und sehe es genau so wie Ihr: Alles, was man sich doppelt zulegen muss, weil beim ersten Kauf Geld in Schrott investiert und damit verschenkt hat, ist Blödsinn. Ich habe wie Ihr keinerlei Probleme damit, fettes Geld in echte Qualität zu investieren (obwohl auch ich kein "Superreicher" bin - sorry, wollte mit diesem Begriff keinem auf den Schlips treten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" /> ) und besitze eine ganze Reihe an edlen optischen und feinmechanischen Gerätschaften im Gegenwert mehrerer Kleinwagen (fahre ebenfalls nur ein altes Auto mit Stahlfelgen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ), nur eben (noch?!) kein Leica-Glas. Mein Onkel, seit Jahrzehnten ein Leica-Fan, erzählte mir übrigens am Wochenende davon, dass er kürzlich sein Leica 8 x 32 verloren hat... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" /> Worauf ich eher mit meiner Frage hinaus wollte: Ich finde dieses letzte Quentchen, um welches Leica-Produkte besser sind als alle anderen, einfach zu teuer bezahlt: Man bekommt für ein Leica-Glas 3 bis 4 Gläser, die nicht nur ein Drittel oder ein Viertel der Qualität aufweisen. Und da setzt meine Kritik am Unternehmen Leica an. Ich sehe durch diese abgedrehte - und seit eh und je betriebene - Preispolitik die Firmenkrise als hausgemacht an. Vielleicht brauchen wir auch bald gar nicht mehr über Leica schreiben, einfach wiel es diese Firma dann nicht mehr gibt.

Viele Grüße

Serenitatis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Ich finde dieses letzte Quentchen, um welches Leica-Produkte besser sind als alle anderen, einfach zu teuer bezahlt: Man bekommt für ein Leica-Glas 3 bis 4 Gläser, die nicht nur ein Drittel oder ein Viertel der Qualität aufweisen. Und da setzt meine Kritik am Unternehmen Leica an. Ich sehe durch diese abgedrehte - und seit eh und je betriebene - Preispolitik die Firmenkrise als hausgemacht an. Vielleicht brauchen wir auch bald gar nicht mehr über Leica schreiben, einfach wiel es diese Firma dann nicht mehr gibt.

Serenitatis <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> [/quote]

Hallo Serenitatis,

ich verstehe nun überhaupt nicht, daß Du hier ausschließlich an den Leica-Preisen herummäckelst. Die qualitativ vergleichbaren Gläser von Zeiss ( Victory FL ) und Nikon ( HG-Serie ) sind ähnlich teuer, die Modelle von Swarovski ( EL ) z. T. sogar deutlich teurer. Die letzten 10 - 20% Perfektion müssen halt mit einem hohen Aufpreis bezahlt werden, das ist nicht nur bei Ferngläsern so. Natürlich ist auch ein Fujinon FMTX optisch ein hervorragendes Fernglas, nur kann man es, im Gegensatz zum Leica & Co. wegen des hohen Gewichts und der Einzelokularverstellung nicht als Allroundglas nehmen. Und wenn ich mir dann zum Wandern noch ein Zweitglas kaufe, bin ich beim Gesamtpreis schon fast in der Leica-Liga.

Beste Grüße

Manfred
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Die Argumentation ist technisch und ökonomisch nicht korrekt. Bei Präzisionsoptik und -mechanik kommt es nicht auf die ersten 90% Qualität an, sondern auf die letzten 10%. Wie bekannt bewegt sich Leica mit allen anderen Spitzenherstellern auf dem gleichen Preisniveau. Da die sich kaum untereinander absprechen (Zeiss und Leica betrachten sich auf diesem Sektor nicht einmal als direkte Konkurrenten), ist dies ein Indiz dafür, dass die Preise aufgrund der Kosten notwendig sind.

Ob man die hohen Preise akzeptiert bleibt jedem selbst überlassen. Viele Leute nutzen ihre Ferngläser auch garnicht so intensiv, dass ihnen die technisch nicht notendigen Kompromisse billigerer Ferngläser überhaupt wirklich auffallen würden. So gesehen ist es wirklich eine sehr individuelle Entscheidung, die meist dann schon getroffen wird, wenn man die Qualität mangels gründlichen Ausprobierens noch garnicht beurteilen kann.

Die Investition von über 1000 Euro in ein Leica ist darüberhinaus auf jedenfall wertbeständig, vom Gegenwert her ein echtes Schnäppchen und es besteht keine Gefahr, dass es aufgrund von irgendwelchen Normänderungen, Billigelektronik oder Fernost-Dumping (die wenigen Nikon Ferngläser, die den Namen verdienen, kosten auch 1000 Euro und mehr) an Wert verliert.

Warum also das Geschrei? 1200 Euro sind doch kein Vermögen, sondern für fast jeden erschwinglich. Hochwertige Ferngläser sind echte Arbeitstiere, die für eine gehobene Imagepflege allerdings denkbar ungeeignet sind. Daher läßt sich auch der Kreis der potentiellen Käufer nicht beliebig erweitern - dieses Problem teilen sich alle Hersteller hochwertiger Optik und Mechanik mit Leica. Es gibt auf diesem Gebiet nur wenige "modische" Strömungen, die zur Umsatzausweitung geeignet wären. Eines der wenigen Beispiele ist die Änderung des Design (Porro zu Dachkant). Alle machen es, weil es ankommt und zusätzliche Kunden bringt - optisch bringt es garnichts, denn es gibt bei den Dachkantgläsern nichts, was man heutzutage nicht auch mit Porros oder Retro-Porros erreichen könnte. Größe und Form ändern sich, das Qualitätsniveau läßt sich auch nicht mit einfachen Mitteln kopieren (man sieht das nämlich sofort beim Durchschauen - auch bei 600 Euro Gläsern) und die Gläser wirken auf viele Leute im Laden attraktiver.

Im übrigen wurde die wirtschaftliche Situation der Leica Camera AG nicht durch die Ferngläser verursacht.


Walter
 
Hallo Walter,

mir war durchaus bewusst, dass sich die gesamte Leica-Liga im Forum angepisst fühlen würde durch meine Frage... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Einige Anmerkungen zu Deinen Ausführungen, Walter: Wir reden nicht über 1000 EUR, sondern über lockere 1500 bis 1800 EUR, die Leica für seine Ferngläser verlangt! Und das ist wahrlich extrem viel Geld. Wie oben gesagt, ich bin nie kleinlich gewesen, viel Geld, sogar sehr viel Geld für herrausragende Qualität für Optiken auszugeben, aber Leica hat den Bogen in meinen Augen einfach immer überspannt, was die Preispolitik betrifft. Ein BWL-Student lernt in Semester 1, Tag 1: Senkt man die Preise, steigt die Nachfrage. Umgekehrt: Verlangt man irrwitzige Preise, halten sich die Käufer zurück. Eventuell solange, bis eine Firma pleite ist.

Übrigens rede ich hier nur von Leica, weil mich alle anderen Gläser von Zeiss etc. nie haben überzeugen können. Und ich habe sehr viele Ferngläser bei Tag und bei Nacht getestet. Daher weiß ich auch: An Leica führt absolut kein Weg vorbei, wenn es um Superqualität geht. (Schade übrigens, dass Leica ausschließlich Dachkantgläser baut und keine Porro-Gläser. Dann wären selbst die herausragenden Fujinons vermutlich noch zu toppen.)

Du schreibst: "Im übrigen wurde die wirtschaftliche Situation der Leica Camera AG nicht durch die Ferngläser verursacht." Sehr wohl aber wurde die wirtschaftliche Situation von Leica - neben dem völligen Verpennen des Digitalzeitalters in der Fotosparte - durch die abstruse Preispolitik verursacht.

Ich sehe diesen Ausdruck meines Ärgers über die Preispolitik Leicas auch nicht als "Geschrei". War interessant, Eure Meinungen zu meiner eingangs gestellten Frage zu hören. Vielen Dank!

Viele Grüße

Serenitatis
 
ähem ... hüstel, das sollte man ein (klein) wenig differenzierter betrachten.

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> [/quote]

Wattsollichsagen: Doppelhust! Ich vergaß, dass hier sehr intellektuelle und supergebildete Menschen lesen und schreiben! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Ganz daneben ist diese Aussage dennoch nicht, auch wenn sich an dieser Stelle nun keine Doktorarbeit zum Thema findet.

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
 
Schade, dass du jetzt nur auf die wirtschaftliche Ebene abrutschst. Danach sollte ja nur Aldi Ferngläser verkaufen mit entsprechender Qualität.
Man sollte nicht marktwirtschaftliche Renditeüberlegungen mit Qualitätsansprüchen verwechseln.
 
Hallo Serenitatis,

also, ob Du das Geld für ein Leicaglas ausgeben willst hängt natürlich auch von Deinen Vorlieben und Deinen Einsatzgebieten ab.
Die Fujinongläser sind ja auch ganz hervorragend! Ich kenne nur das 7x50 FMT-SX und mein 16x70. Es sind sicher sehr gute Ferngläser. Das 7x50 FMT-SX oder 10x50 hätte ich selber gerne... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />
Aber das Glas ist aufgrund seiner Einzelfokussierung nicht optimal bei der Naturbeobachung einzusetzen und für Wanderungen zu schwer. Mit meinem Leica 10X42 habe ich für alle Begebenheiten ein super Glas. Ansonsten müßte ich neben dem Fujinon noch ein weiters Fernglas kaufen.
Wenn wandern und Naturbeobachung nicht im Vordergrund stehen bist Du mit dem Fujinon bestens ausgerüstet!
Das Fujinon ist auch sicher kein Billigglas und taugt daher auch nicht zum Vergleich.
Und Du hast natürlich schon recht 1200 Euro sind sehr viel Geld. Man freut sich über so ein Fernglas natürlich auch sehr lange und zumindest ich habe danach meine Fernglasvergleiche eingestellt und frage mich nicht ständig, ob ich mich noch verbessern könnte.
Ich sehe das aber auch nicht so verbissen. Man kann auch schon für weniger Geld ein brauchbares Fernglas bekommen und bekommt beim Durchschauen keinen Hautausschlag... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Ich habe noch vor kurzem duch ein Vixen Ultima 10x42 schauen können und war eigentlich ganz angetan von dem Bild und der Verarbeitung. Das ist meiner Meinung ein Porooprismenglas, das für einen günstigen Preis schon eine ganz ordentlich Abbildung liefert. Allerdings habe ich es nicht mit meinem 10x42 direkt vergleichen können. Im direkten Vergleich merke ich dann doch häufig schnell den Unterschied...
Aber auch für den halben Preis bekommt man schon hervoragende Gläser, z.B. das Nikon 10x42 SE. Zwar ist das kein Dachkantglas (und daher etwas sperrig beim Wandern...), aber im Ergebnis der Abbildung muß es sich meines Erachtens auch nicht hinter dem Leica verstecken

Es ist wie mit vielen Dingen im Leben. Topqualtät muß man häufig auch sehr teuer bezahlen. Ich kann das auch finanziell nur in ganz ausgewählten Bereichen (Optik zählt bei mir dazu... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ).
Aber ich kann das längst nicht bei allen Dingen. So kann ich mir nicht gleichzeitig ein Rennrad für 4000 Euro leisten, die handgemachten Schuhe pro Paar für 500 Euro, eine IWC Schaffhausen Armbanduhr für 12000 und auch einen Schiffschronometer auf den ich schon lange scharf bin ist leider zu teuer... Nun ja, diese Aufzählung könnte ich beliebig fortsetzen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />
Jeder legt also seinen Schwerpunkt, wo er mal besonders gute Qualität haben möchte woanders. Kaum ein Mensch hat soviel Geld, das in jedem Lebensbereich und für jeden Luxusartikel tun zu können... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />
Also wenn Du das bei Ferngläsern nicht einsiehst ist das auch o.k. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />


Viele Grüße, Jürgen
 
Wir reden nicht über 1000 EUR, sondern über lockere 1500 bis 1800 EUR

Du findest sicher auch noch Quellen, die die normalen Leicas (Spezialitäten lasse ich einmal außer Acht) noch teurer verkaufen. Wer mehr als 1200 Euro ausgibt, tut dies, weil er einen bestimmten Händler vorzieht oder weil er sich nicht ausreichend umgeschaut hat - jedenfalls ist er selber Schuld.

Walter

p.s.: Wenn es möglich wäre, die Gläser von Zeiss, Leica, Swarovsky usw. für die Hälfte anzubieten, dann würden die das ganz sicher tun. Die Freiräume der Preispolitik, die den Herstellern bleiben, besteht in der Positionierung eigener Produkte knapp unter oder über den Preisen der Konkurrenzprodukte. Dann gibt es auch noch Spezialfälle wie Fujinon und Nikon. Fujinon verkauft seine Optiken günstig, weil Entwicklung und Produktionseinrichtungen vom amerikanischen Staat bezahlt wurden. Nikon legt meist fix definierte Lose auf, deren "Reste" (wie die bei uns mit SE und HG bezeichneten Modelle) dann zu Ausverkaufspreisen in fremden Märkten an den Mann gebracht werden, usw. usw.
 
Übrigens rede ich hier nur von Leica, weil mich alle anderen Gläser von Zeiss etc. nie haben überzeugen können. Und ich habe sehr viele Ferngläser bei Tag und bei Nacht getestet. Daher weiß ich auch: An Leica führt absolut kein Weg vorbei, wenn es um Superqualität geht.


Serenitatis [/quote]


Na, das wird die große Zahl der Zeiss-, Swarovski- und Nikonfans vermutlich ganz anders sehen. Leicagläser sind m.E. in der kleinen Gruppe der besten Ferngläser anzusiedeln, aber es gibt durchaus auch Modelle bei der Konkurrenz, die hervorragende Qualität bieten. Ich habe nämlich als Hobbyornithologe auch schon durch viele Spitzengläser schauen können. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Beste Grüße

Manfred
 
Hallo Jürgen,

eine wahrlich ausführliche Antwort, von der ich das allermeiste unterschreibe! Danke! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Ich habe z.B. zum Wandern auch noch ein Nikon-Glas (10x50), das recht leicht ist und eine ordentliche Abbildungsleistung liefert.

Es gibt aber für mich auch noch einen anderen Aspekt an der Leica-Glas-Geschichte, vielleicht deshalb, weil ich ein in dieser Hinsicht gebranntes Kind bin: Schöne unt teure Dinge werden oft und gerne geklaut. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" /> Und ich habe generell keine Lust, über meine Sachen mit Argusaugen zu wachen, oder zu pingelig zu sein, wenn ich beispielsweise auf Reisen bin. Mir ist vor einigen Jahren meine Kameraausrüstung im Wert von gut 4000 EUR geklaut worden, und das aus einem Hoteltresor! Seither nehme ich lieber etwas "preisgünstigere" Dinge mit, was an sich ja Unsinn ist. Aber bei einem Leica-Glas, so toll es auch ist, hätte ich permanente Pickel, dass es auch ja nicht wegkommt oder hinfällt etc... Ja, ich weiß, ist eine zwiespältige und widersprüchliche Sache, zumal ich immer predige, dass ein noch so feines Instrument im heimischen Schrank nix nutzt... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> Ich werde mir sicher irgendwann auch noch ein Leica-Glas zulegen, weniger für Astrobeobachtungen als eher für Naturbeobachtungen - vorausgesetzt, es gibt Leica dann noch. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Viele Grüße

Serenitatis
 
Hallo Manfred,

freilich, freilich! Sehe ich genau so! Wir schrieben eben parallel, und wenn Du nachliest: Ich habe neben meinen Astrogläsern (Fujinon) noch ein Nikon-Glas. Es ist ganz klar, dass heute von vielen Firmen sehr gute Ferngläser produziert werden, ganz anders, als noch vor vielleicht 20 Jahren.

Es ist immer eine subjektive Geschichte und ich hüte mich auch vor Tipps, man solle dieses Produkt jenem vorziehen etc.

Viele Grüße

Serenitatis
 
z.B. ich,

vor ca. 25 Jahren das Leitz Trinovid 10x25 - war damals dem Zeiss haushoch überlegen (hatte schon Ausziehaugenmuscheln aus Metall und aus meiner Sicht viel bessere Optik und Verarbeitung sowie Fokustrieb!!!)und viel Konkurrenz gab es damals in dem Segment auch noch nicht. Hat damals ca. 400 Mark gekostet und war jede einzelne voll wert - ist heute noch ein echt gutes "immer dabei" und wenn man die Preissteigerung von ca.400DM auf ca. 400€ in der Zeit bedenkt, ist das doch voll OK (damals kostete der Sprit noch 40Pfennig!!!).
Sicher sieht das heute anders aus: viel Wettbewerb, der auch nicht schlecht ist mit viel geringeren Preisen.

Und Leica-Preise sind halt leider so eingerichtet, daß der Fachhandel damit ernährt wird - Leica könnte ohne diese Vertriebsschiene sicher mit weniger als der Hälfte auskommen (aber würde dann die designierten Kunden = Jäger nicht mehr erreichen ("Sportoptik" - toller "Sport")).
A propos Fachhandel noch eine kleine Anekdote: habe das Glas damals beim Fotohändler in Stuttgart gekauft, meine Frau trägt Brille - ich nicht. Hatte mich schonmal über die tollen Ausziehaugenmuscheln vorab informiert. Der Verkaüfer dagegen bot mir das gleiche Modell mit ausgezogenen Augenmuscheln als Brillenträgerversion an, und ein zweites Glas mit eingeschobenen als Version für Normalsichtige. Habe ihm dann demonstriert, wie man aus dem einen das andere macht!

Gruß

PS: habe neulich leider meine Absicht, Leica Aktien zu <3€ zu kaufen, nicht umgesetzt. Sonst hätte ich mir vom Gewinn inzwischen locker ein großes Leica Glas leisten können!
 
Hallo an Alle!

meine Entscheidung ein Leica Fernglas zu kaufen war für mich ein auch nicht so einfacher Prozess. Ich ging zum Händler meines geringsten Mißtrauens, und ließ mir die Creme de la Creme der Fernglasbranche auf dem Verkaufstisch ausbreiten. Das waren halt Zeiss, Leica und Swarovski. Dann habe ich untereinander getestet,..... und das Ergebnis war dann Leica. Die anderen in der Vitrine des Händlers lagernden Ferngläser habe ich nur nebenbei gestreift. Ein Blick dadurch hat mir gereicht, um die Dinge nicht einmal in die entferntere Wahl aufzunehmen. Sicher nicht billig das Leica, aber der Blick dadurch ist einfach angenehm. Ich habe auch noch vor, mir das 10x50 zu meinem vorhandenen 7x42 zu kaufen. Qualität kostet Geld, und Geiz ist nicht Geil sondern Saublöd. Und die Dummheit vieler Personen für Unnützes Zeugs viel mehr Geld auszugeben (Beispiel Alufelgen), die wurde ja hier schon sehr treffend angeführt. Diese Fernglas wird mich bis an mein hofentlich fernes Lebensende begleiten. Und wenn ich mir 2-3 Billigteile kaufe, so ist das auch nicht billiger. Ich kenne die Produktion von Swarovski in Tirol (aus beruflichen Gründen). Der Aufwand der bei High End Gläsern betrieben wird, der ist leider aufwändig und Teuer.
Und daß ich in allen Belangen ein Perfektionist bin und auf Qualität schaue, daß könnt Ihr auch auf meiner Homepage sehen: www.gierlinger.cc

Viele Grüße
Richard
 
Liebe Astros,
Ich finde dieses letzte Quentchen, um welches Leica-Produkte besser sind als alle anderen, einfach zu teuer bezahlt: Man bekommt für ein Leica-Glas 3 bis 4 Gläser, die nicht nur ein Drittel oder ein Viertel der Qualität aufweisen. Und da setzt meine Kritik am Unternehmen Leica an. Ich sehe durch diese abgedrehte - und seit eh und je betriebene - Preispolitik die Firmenkrise als hausgemacht an.

Hallo Serenitatis,
das hat nichts mit der Firma Leica zu tun, sondern mit der allgemeinen technischen Verkaufspolitik. In jedem technischen Bereich funktioniert das so. Irgendwann stößt man als Hersteller an eine gewisse "Qualitätsgrenze", die man nur sehr schwer und mit hohem Aufwand überschreiten kann. Daher zahlt man die letzten 5%, die über die an sich sehr gute Qualität hinausgehen, mit dem doppelten Gerätepreis. Es gibt auch Hersteller, die sich das Ziel gesetzt haben, ohne Berücksichtigung der Kosten einfach das Beste zu fertigen, was aus technischer Sicht möglich ist.
Die Käufer-Zielgruppe sind dann jene Maximalisten, die nicht auf Kompromisse eingehen möchten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Wie teilweise meine Vor-Redner möchte auch ich betonen, dass ich kein reicher Mann bin.
Seit ich mich astronomisch beschäftige, habe ich viele Gläser ge- und wieder verkauft, ein nachträglich besehen dummes Verhalten.
Ich bin natürlich auch den Verlockungen aus Fernost für 700.- erlegen,
dachte viel Geld sparen zu können. ( Und schon wieder ein Verlust von 150.- beim Verkauf eines völlig neuen Gerätes, ärgerlich.)
Ich habe mich für ein Leica-Glas entschieden, um endlich mal Ruhe zu haben vor der Frage: "Gibt es was Besseres?"
Anstoss gab vor 1 Jahr mal der Andromeda-Nebel (wie wir Älteren sagen).
Ich fuhr auf der A44 Gegend Paderborn, flaches Land, hatte M31 schon tausendmal im FG gesehen. Glücklicherweise hatte mir Firma Leica über den Ehemann einer Mitarbeiterin deren Vorführglas überlassen,ein Trinovid 10x50BA. (Verkratzt, ohne Okularschutz, tauglich für Menschen die Tagesbeobachtungen machen)
Ich fahre also raus von der A44 auf meinen Beobachtungsplatz, wolln wir mal sehen, was das Glas sehen lässt.Ich weiss noch genau, wie ich an der Motorhaube gelehnt (ist schön warm),dastand und Andromeda fand. Das Bild hat mir einen regelrechten Schock
verpasst. Vor der Abfahrt in Bad Hersfeld (auch kein sehr lichtverschmutzter Ort) hatte ich mir M31 kurz im Vixen 7x42 und im antiken Hensold 10x40 angesehen.
Als ich das Leica hob, dachte ich Ich spinne, nicht nur das Zentrum, sondern auch die Aussenbereiche glasklar sichtbar. Seit diesem Eindruck war mir klar, was ich wollte. Ich empfehle jedem Kritiker, sich mal zu einer Sternwarte zu begeben und die Besucher mal zu fragen. Erfreulicherweise laufen viele mit Leica-Gläsern rum.(Vom Opa geschenkt, keine Ahnung was um den Hals hängt) (der Opa wusste es)
Vergleichen Sie einfach Ihre Japan-Gläser (die nicht schlecht sind) mit einem Spitzenglas. Die restlichen 5% machen den Unteschied.
(Wie Vor-Redner ja schon richtig erklärt haben.)
Gruss, Axel
 
Hallo Axel,

ganz genau dieses Erlebnis hatte ich vor 3 Jahren mit meinem Danubia 11x80: Andromeda mit Armen 4° groß und klar! Ist leider seit dieser Zeit ein Einzelerlebnis gewesen, das ich auf das spezielle Wetter zurückführe: Kälte mit Regen und dann plötzlich klarer Durchblick.
Normal sieht man weder in einem Leica noch in sonst einem Fernglas mehr von Andromeda als maximal ein "Spiegelei" (Kern + Scheibe + bei optimalen Bedingungen die 2 Kleingalaxien - die habe ich aber bisher nur im 8" Newton gesehen).

Gruß
 
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