Wer kennt den "Globuseffekt"?

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Bernhard_Loos

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Hallo!

Ich möchte gerne das folgende Zitat aus einem Fernglastest der Zeitschrift „Pirsch“ zur Diskussion stellen:

Möglicherweise das Wohlbefinden des Betrachters beeinträchtigend sind auch optische Verzeichnungsfehler, wenn auch nicht so wichtig wie bei Kameras. Bei guter Jagdoptik wird durch eine kissenförmige Sollverzeichnung verhindert, dass Sehfeld durchlaufende Objekte beim Glasschwenk merklich größer oder kleiner erscheinen, zum Beispiel, wenn ein Stück Wild vor einer Waldkulisse betrachtet wird (Ausschaltung des „Globuseffekts“).

Wer kann zum Globuseffekt aus eigener Erfahrung etwas schreiben - wenn möglich keine physikalischen Abhandlungen, die es hier im Forum zu diesem Thema schon gibt.

Unter welchen Bedingungen (Fernglastyp, Beobachtungsabstand, Schnelligkeit des Schwenks etc.) ist dieser aufgetreten und wie wirkt er sich aus? (Möglicherweise das Wohlbefinden....)

Gruß,
Bernhard
 
Globuseffekt, den Namen kenne ich noch nicht. ich nehme an, daß es sich um eine starke kissenförmige Verzeichnung handelt, d.h. die Vergrößerung am Randbereich ist geringer als die in der Mitte. Die meisten WW-Okulare, welche ich habe, neigen eher zu tonnenförmigen Verzeichnung, d.h. die Vergrößerung am Rand ist stärker.
 
Der Effekt tritt besonders bei Gläsern auf, die frei von Verzeichnungen sind. Schwenkt man nun das Fernglas, erhält man den Eindruck, als wenn das beobachtete Bild sich auf einer Kugel 'abrollt'.

Diese Beobachtung wird dann als Glosbuseffekt bezeichnet.

Da ich gerne durch die Landschaft 'schwenke' mag ich diesen Effekt nicht besonders und nehme lieber etwas Verzeichnung in kauf. Wer allerdings überwiegend Gebäude mit ihren graden Linien und rechten Winkeln beobachtet oder stundenlang auf nur einen Bereich am Horizot glotzt, dem kann der Globuseffekt egal sein.

Carsten

PS: wenn doch noch mehr Theoriewissen gefragt sein sollte, mal im Forum bei Jülich suchen.
 
Hallo Bernhard,

ich selbst besitze u. A. ein Swarovski EL 8,5 x 42 und ein Nikon HG 10 x 42.
Das Swarovski hat eine deutliche kissenförmige Verzeichnung, während beim Nikon sämtliche Linien gerade bleiben, egal ob sie in der Mitte oder am Rand sind. Es besitzt ein nahezu randscharfes und ebenes Bildfeld.

Der Unterschied ist nun, dass das Swarovski keinen Globuseffekt besitzt, während er beim Nikon deutlich ausgeprägt ist. Am ehesten lässt sich meiner Meinung nach dieser Effekt mit dem Blick aus einem fahrenden Auto oder Zug vergleichen, wenn man genau quer zur Fahrtrichtung in eine ebene Landschaft blickt. Die Landschaft scheint sich dann auch gewissermassen vor einem abzurollen.

Bei einem Fernglas tritt dieser Effekt aber insbesondere bei Schwenks auf. Das führt dann zu dem Eindruck, man würde sich seitlich bewegen, obwohl man sich in wirklichkeit dreht.

Selbst empfinde ich das als etwas irritierend und würde am liebsten immer einen Schritt zur Seite machen, um das Gleichgewicht zu halten. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das bei empfindlichen Menschen bis hin zur Übelkeit führt, während andere es ganz anders erfahren oder vielleicht gar nicht wahrnehmen.
Wenn ich dagegen mit dem Swarovski schwenke, habe ich einen ganz neutralen Schwenkeindruck, eben so, als wenn ich meinen Kopf ohne Vorhalteoptik drehte.

Woran das allerdings liegt, weiss ich nicht genau. Ich denke, es wird etwas mit der Winkeltreue des Bildes zu tun haben. Wir werden wohl auf das Fernglasbuch von Herrn Schön warten müssen.

Jens
 
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