Wer kennt TS127/1200mm

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Mapu
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Moin!

Naja, vom hörensagen kenne ich das Gerät.
Ich weiß eben nur, dass es sich dabei um einen einfachen Refraktor nach Fraunhofer handelt, der in dieser Ausführung auch eine recht manierliche Mechanik vorweisen kann.
Als Fünfzöller mit f/9,5 sollte die Bildqualität auch recht ordentlich sein bei einem solchen Gerät.
Auch ist mir schonmal zu Ohren gekommen, dass die Optik etwas mehr ins gelbe hinein korrigiert wurde, womit sich bei Planeten eventuell ein ganz leichter Gelbstich im Bild zeigen könnte, was aber die Restchromasie recht klein hält und somit auch wenige Farbsäume erzeugt.
Ich persönlich würde mal mutmaßen, dass es sich bei diesem Gerät um ein hervorragendes Fernrohr handelt und kann es kaum abwarten selbst mal durch dieses Gerät zu schauen.

Natürlich stellt sich aber auch die Frage, was willst du mit dem Gerät anfangen und auf welche Montierung willst du es schrauben?

So ein Fünfzöller bei der Brennweite ist schon ein ungemein großes Trumm, also wird ein kleiner Schreck schon vorprogrammiert sein, bei der ersten Begenung, solltest du das Teil noch nie live gesehen haben.
Ich weiß sehr gut, was ein guter 114er Newton im Deep Sky Bereich leisten kann, dieser FH sollte dann eventuell noch ein wenig mehr bringen - schöne Aussichten also sowie Vielseitigkeit auch abseits von Mond und Planeten sind also garantiert.
Aber bitte an eine stabile Montierung und ein extra hohes Stativ denken! Unter GP oder besser GP-DX ist wohl nicht anzuraten. Soll das Gerät wirklich nur für die visuelle "rührerei" herhalten ist wohl eine EQ-6 ideal.

gruß,
André
 
Hallo zusammen,

das mit dem Gelbstich ist richtig, steht so im Erfahrungsbericht von Wolfgang Sorgenfrey.

Der Bericht über den 150/990 ist hier zu finden:
http://www.teleskopschmiede.de/pages/test150990.html

Der TS macht auf mich einen sehr guten Eindruck (Mechanik). Wenn die Optik auch noch besser ist als die von Synta, dann gibt`s für den Preis kaum eine Alternative. Unabhängig davon ist ein Fünfzöller (als Refraktor) ein ganz schöner Trümmer. Ich kann daher der Empfehlung mit der GP-DX nur zustimmen!

Clear Skies

Michael
www.astrohoppe.de
 
Danke für die Anmerkungen. Ich besitze seit mehreren Jahren einen 6" Bresser Catadioptischen Reflektor mit TWS-Montierung, diese müßte auch das TS 127 tragen.Verwenden möchte ich das TS 127 vornehmlich im Deep Sky Bereich, daher die große Öffnung, die lange Brennweite soll ein Kompromiß wegen der Farbkorrektur sein.

Ich hoffe, daß sich noch weitere Anregungen ergeben, vor allem hoffe, daß mir auch über praktische Erfahrungen berichtet werden kann.

Vielen Dank, Manfred
 
Ich kenne ihn ... ;-)

Ich hab das Ding seit ein paar Wochen und auch einen kleinen Test geschrieben, werd ich heut abend online stellen.

Hier die Kurzfassung: Meiner Meinung nach für das Geld ein sehr gutes Gerät. Gut laufender Auszug, Blaustich sehr moderat. Von besagter Gelbfärbung konnte ich eigentlich nichts feststellen.

Ich hab mich bis jetzt vor allem an Mond, Sonne und Jupiter vergnügt und hatte jedesmal einen exzellenten Anblick - auch bei hohen Vergrößerungen.

Auch ein kurzer Blick auf ein paar Messiers war einwandfrei, wobei ich aber denke, daß ein 127/1200er schon eher ein Planetengerät ist.

Andreas
 
Hallo Leute,
ich kann nichts zum TS sagen , nur soviel: ich habe günstig einen alten 102mm/1300 Vixen Refraktor abgegriffen; seit ein paar Tagen beobachte ich damit und muß sagen: UNGLAUBLICHE Abbildung TROTZ eines " einfachen FH ".
Die lange Brennweite von 1300mm zeigt zB am Sonnenrand einen minimalen Blausaum, der KLASSEN von dem entfernt ist, was ich seinerseits in meinem Bresser Phönis 1:8 (!) erleben durfte; an Vergrößerungen jenseits der 200x war nicht zu denken, alles verschwand in einem "blauem Schleier"
Sowas sehe ich am Vixen nicht, im Gegenteil: selbst eine Vergrößerung von über 300x läßt zwar die Bildhelligkeit in die Kniee gehen, doch die Schärfe bleibt weitestgehend erhalten.
Ich muß also sagen: Hut ab!
Zur Größe: Gewaltig!
Ist mit einer azimutalen Montierung, aber trotzdem ist das Rohr schon ne richtige "kanone", ein "richtiges Fernrohr" halt...
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />)
PS: Natürlich bleibe ich auch dem 8" GSO vom TS treu und dem 16" Meade..und und und...
Bin irgendwie Fenrohsüchitg geworden....

Nur EIN Fernroh kann mich noch MEHR, VIELMEHR begeistern: einen FL102 vom Vehrenberg!
Dafür würde ich uU sogar meine Oma verkaufen....
Klarinetto, der viel Spaß mit dem "einfachen FH" wünscht

(ob eine EQ6 das Vixenteil trägt???)
 
...ich habe günstig einen alten 102mm/1300 Vixen Refraktor abgegriffen; seit ein paar
Tagen beobachte ich damit...
...ohne ihn getauft zu haben? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Na der Ärmste! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
 
Ich habe ihn!

Hallo Mapu,

ich habe den baugleichen 5 Zoll MeadeLXD55 (gleiche China-Fabrik) seit rund einem halben Jahr und hatte dazu bereits einen umfangreichen Bericht gepostet:
Hier im Forum!

Im Gegensatz zu den anderen Meinungen hier war ich mit der Mechanik überhaupt nicht zufrieden. Das Okularauszugsrohr ist beim Richtungswechsel beim Fokussieren rund 1/2 cm nach oben bzw. unten gekippt. Justiermadenschräubchen wie bei Synta gibts nicht. Also selbst basteln oder wie ich gleich einen neuen OAZ ran. Die sehr gute Optik rechtfertigt es allemal.
Die Kunststoffrohrschellen waren auch nicht "dat Jelbe vom Ei" - also mussten neue aus Aludruckguss her. Die zu kurze Taukappe habe ich durch eine längere ersetzt - macht das Teleskop auch gleich viel schöner <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Link zur Grafik: http://www.pro-bw.de/ablage/meade.jpg

Nach all dieser Bastelei erinnert eigendlich nur mehr der Schriftzug an das ursprüngliche Meade-Gerät.

Die Optik ist sehr gut, bis 400fach ist am Mond bei gutem Seeing durchaus drin. Im Deepsky-Bereich bietet er einen tollen Kontrast, bspw., an den Wolkenstrukturen des Orionnebel sehr gut zu erkennen.

Im Deepsky-Bereich ist des sek. Spektrum unsichtbar, nur bei sehr hellen Doppelsternen (z.B. Riegel) fällt es auf. Er ist kein ausgesprochenes Richfieldgerät, aber gut 2° Bildfeld sind problemlos drin. Fast alle Messieropbjekte sind so gut erkennbar, dass wir sie mit dem 5er sogar bei öffentlichen Führungen zeigen.

Hätte mich nicht die optische Leistung überzeugt, hätte ich nicht den mechanischen Aufwand getrieben...

Übrigens: die alte Superpolaris DX trägt den Refraktor sehr gut, nur ein stabiles hohes Stativ ist notwendig!

Gruß

Bernd
 
Re: Ich habe ihn!

Im Ernst ein Meade von Wolfi??? Aha interessant ;-)

Jedenfalls kann ich das mit dem Auszug nicht bestätigen, der hat wirklich fast Null shifting und ist mit der beste Auszug meiner Röhren hier (Spezialisten wie JMI mal völlig außen vor natürlich, ich spreche von reinen Standardauszügen).
Nichts destotrotz werden Dauerfotographierer natürlich etwas Crayford-ähnliches nachrüsten, aber das ist klar, denke ich.

Auch das mit dem Rohrschellen aus Kunststoff kann ich keinesfalls bestätigen.

Achja, der Test: http://www.ad-lunam.de/berichte/ts-refraktor.html

Andreas
 
Re: Ich habe ihn!

Hallo Bernd,

danke für deinen Beitrag, deinen Bericht vom Dez. 2002 habe ich auch gelesen, alles ist sehr instruktiv. Hinsichtlich der Optik ist das alles sehr ermutigend. Bezüglich der mechanischen Schwächen hatte ich sowieso vor den kugelgelagerten Auszug bei TS zu bestellen. Zur Zeit bin ich jedoch noch am Überlegen, diesen TS 127/1200 oder den TS 150/990 zu nehmen, letzterer ist aber wahrscheinlich schon etwas schwer für meine Montierung.

Ich danke auch Andreas für seinen Beitrag, ich warte noch gespannt auf seinen angekündigten Testbericht.

Klare und warme Nächte
Manfred
 
Re: Ich habe ihn!

Hallo Andreas,

den Link hatte ich erst übersehen, aber inzwischen ist der Bericht schon ausgedruckt, das geht alles so fix, danke.

Manfred
 
Hallo Mapu,

ich beobachte, zeichne und photographiere mit dem Gerät seit einiger Zeit und kann mich nur dem positiven Tenor meiner Vorredner (-schreiber) anschließen. Ich halte den TS 127/1200 vom Preis-/Leistungsverhältnis her für das ultimative Planetengerät in der Größenklasse schlechthin.
Jupiterzeichnungen mit dem Gerät und Sonnen-/Mondphotos durch das Gerät findest Du auf meiner AstroPage.

Gruß
Cai-Uso
AstroPage CUWohler
 
Re: Ich habe ihn!

Hallo Manfred,

auch von mir kurz eine Info. Ich halte gerade den TS 150/990 in den Händen. Ist mir eben auf den Tisch geflattert. Erster Eindruck der Mechanik und Verarbeitung ist gut. Der OAZ lässt sich sehr feinfühlig und leicht bewegen, top! Die Schelle ist aus Metall und unglaublich robust aufgebaut, ebenfalls top! Der Tubus ist ebenfalls ein massiver Brocken. Einzig die Taukappe ist mir etwas zu wackelig befestigt (ist aber noch die alte, zu kurze, wird noch kostenlos ausgetauscht).


Optisch kann ich natürlich noch nichts sagen, evtl. ist aber heute abend schon ein erster Test möglich. Wenn ja, werde ich ihn hier posten.

CS, Torsten
 
Hi Klarinetto,

freut mich, dass er Dir gefällt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
und untersteh Dich und tauf das Teil!!

Ciao,

Stefan - Der jetzt ohne 102/1300 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
 
Nachtrag: 127/1180 auf der optischen Bank!!

Hallo Sternfreunde,

zur Mechanik ist wohl zu sagen, dass die TS-Refraktoren zwar aus dem gleichen Stall stammen, aber z.B. bei den Rohrschellen wohl besser ausgestattet sind.

Das Problem mit den OAZ scheint gegenüber meinem "alten" Meade als allererster Lieferserie wohl auch vom Tisch zu sein, wäre auch nicht haltbar gewesen. So gesehen wohl doch grünes Licht bei den aktuellen Geräten !

Sehr spannend: ich hatte den Refraktor gestern bei Wolfgang Grzybowski zum Testen.

Erste Messreihe:
Ein Riesenschreck! Coma, scheinbar eine rauhe Linsenoberfläche, Optik alles andere als kollimiert und im Interferometer eine sichtbare Unterkorrektur. Trennte aber trotzdem locker den 1"-Testdoppelstern, wenn auch die Sterne recht rau und franselig waren.

Zuerst der OAZ justiert, dann ein Problem: Linsenfassung nicht justierbar!

Aber Wolfgang war der rettende Engel: die drei radialen Befestigungsschrauben raus und in den Mülleimer. Zwischen Linsenfassung und Tubus ragt ein Halbmilimeter-Spalt. An sich schlecht, jetzt aber die Rettung. Sollte als Justierweg reichen. Die Fassung wird jetzt mit drei Imbusschrauben und großen Beilagscheiben befestigt, dass sie gerade so festsitzt und dann folgt die etwas unkonventiolnelle Justage: Durch unterschiedliches Festziehen der Befestigungsschrauben und ein paar gezielte Schubser mit dem Gummihammer läßt sich das Objektiv justieren!

Vorher wurden noch die Abstandsplättchen geprüft und die Lage der Linsen zueinander fixiert.

Jetzt eine zweite Testreihe und viola! - die Sache sieht um Welten beser aus. Außer einer leichten Unterkorrektur sind die ganzen Fehler weg. Das sek. Spektruum ist um fast die Hälfte reduziert und ist jetzt nicht mehr blau-lila sondern tiefviolett. Das heißt das Blau ist jetzt da wo es hingehört - im Fokus!

Der 1"-Doppelstern zeigt sich als Päarchen zweier sauberer Punkte. Dazwischen ist soviel dunkler Zwischenraum, dass man glatt mit einem Laster hindurchkäme. Kein Vergleich zu vorher! Ergebnis der Messungen: Der Computer spuckt einen Strehl von 0.947 raus. Überzeugend für einen China-Refraktor.

Gleich am Abend der Live-Test an Jupiter. Mag am etwas bessern Seeing im Vergleich zum Vortag gelegen haben, aber die zahlreicheren und deutlicheren Details in den Bändern und die kleinen, sauberen Scheibchen der Monde waren schon sehr viel besser. Das sek. Spektrum um Satrun ist jetzt weg, war vorher deutlich sichtbar. Jupiter, der vorher in einem blauen See von 2-3 Jupiterradien geschwommen ist, zeigt nur noch einen dunkelvioletten Saum von weniger als einem Jupiterradius!

Die kommenden Nächte werden sicherlich zeigen, wie die sich die Verbesserung durchschnittlich auswirken wird. Der erste Eindruck hat aber begeistert.

Gruß & CS

Bernd
 
Re: Nachtrag: 127/1180 auf der optischen Bank!!

Hallo Bernd,

vielen Dank für die Info. Wir haben mittlerweile auch den Weg der Justage über die seitliche Befestigung gefunden.

Das geht recht gut und so können wir jeden 127 auch sehr gut justieren.

Tipp:
Am einfachsten geht es mit einem Chesire - Justierokular.

Wolfi
 
> und untersteh Dich und tauf das Teil!!

Bedaure, das müsst ihr jetzt beide durch. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Grüße

Sabine
 
Re: Nachtrag: 127/1180 auf der optischen Bank!!

An die Rohrschellenfetischisten: Hab noch ein entsprechendes Bild in den Bericht aufgenommen.

An Wolfi: Und wie sähe dieser Weg aus ... neugier ... ?

Andreas
 
Re: Nachtrag: 127/1180 auf der optischen Bank!!

Hi Andreas,

wir nehmen da die seitlichen Objektivbefestigungen zu Hilfe und arbeiten mit Abstandshülsen (die aber nicht sichtbar sind.

Das hat mit Wolfi Rohr beigebracht - funktioniert recht gut.

Das ist aber nur möglich bei Objektivfassungen, die nicht mit einem großen Gewinde am Tubus geschraubt sind.

Wolfi Ransburg
 
127/1180 auf der optischen Bank! - Nachtrag hierzu

Hallo Sternfreunde,

wegen einiger Nachfragen noch drei kleine Ergänzungen:

Wolfgang Grzybowski aus Nürtingen (bei Stuttgart) ist ein absoluter Optik-Freak und Refraktor-Liebhaber. Zwei große alte 6 Zöller noch aus der Fraunhofer'schen Werkstatt hat er mitsamt Montierung und perfekt nachgebautem Holzstativ wieder zum Leben erweckt. Er hilft gerne Sternfreunden und kann auch komplexere Systeme prüfen und justieren.
Kontakt Infos hier

Bei der Linsenjustage wurde eine von ihm hergestellte Kollimationshilfe, der Grzy-Multi-Kolli verwendet. Mit dieser war die Justage der Linsenhalterung leicht machbar.

Anbei zum Abschluß noch ein Bild, dass links die Abbildung an einer hellen Doppelochblende vor dem Kollimieren zeigt und als zweites, links der Mitte danach. Dann ein Interferogramm der Linse mit dem geringen verbleibenden Fehler, der sich als leichte S-Form in den Interferenzstreifen niederschlägt. Und ganz rechts (im gleichen Größenmaßstab wie die Doppelochblende) der 1"-Testdoppelstern im grünen Spektralbereich. Nicht ganz sauber, aber für 5" doch sehr gut getrennt. (Anblick durch ein Vixen 2,5 mm LV-Okular, V~ 500fach (unter Laborbedingungen, aber mit sichtbarem "2-Personen-Seeing"))

Link zur Grafik: http://www.pro-bw.de/ablage/AR5kolli.jpg

Gruß & CS
Bernd
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben