....werd ich so ein Seeing nochmals erleben?

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prokyon

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Eigentlich bin ich los gestartet, um die Bedeckung der Praesepe durch den Mond zu beobachten. Soviel vorweg, davon gibt es weder einen Bericht noch ein Foto. Es kam ganz anders:
Ich begab mich auf meinen üblichen Beobachtungshügel und baute mein Zeugs auf. Bereits der 1. Blick durchs 127/1500er Mak mit dem 40mm auf den Mond zeigte, welch außergewöhnliches Seeing herrschte. Sofort erhöhte ich die Vergrößerung bis ich schließlich beim 6mm mit 2xBarlow angelangt war,was bei meinem Mak eine Vergrößerung von 500fach bedeutet. Und das Bild war noch immer ruhig :o :o :o
Als optimale Vergrößerung erwies sich dann 333fach. Also 9mm mit 2xBarlow. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich den Mond das letzte Mal so abgegrast habe. Vor allem die Region um Alpen und Apeninnen hat es mir angetan. Ich konnte mich an der Vielzahl an erkennbaren Details nicht satt sehen.
So viele Einzelheiten in Kratern hatte ich durch meinen kleinen Mäki noch nie gesehen. Und ich musste nie(!) auf einen ruhigen Moment warten, es war IMMER ruhig!
Ich versuchte mich dann auch an Saturn und war einfach nur begeistert. Mit maximaler Vergrößerung ein Bild wie gezeichnet. Unglaublich, kein Seeing, Null! Die Atmosphäre muss für diesen Abend verschwunden sein. Da ich Erfahrung als Taucher habe, konnte ich mich mit Pressluft am Leben erhalten. :D

Nachdem ich so ausgiebig wie schon lange nicht mehr Mond und Saturn beobachtet hab, machte ich auch ein paar Fotos. Hier die Resultate der quick and dirty Bearbeitung, die ich trotzdem her zeig,obwohl ich ja im Beobachterforum bin. Und hier kann wieder mal nur bestätigt werden: Visuelle Eindrücke können fotografisch einfach nicht festgehalten werden.

Mond durchs Pentax:

Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Mond13Apr08.jpg

Dann einige Versuche mit der Webcam durch den Mak bei f=3000mmm
(bin da noch immer nicht so gut drauf, bild mir ein, dass ich diese 1a Bedingungen noch besser ausnutzen hätte können :? :

Alpental:
Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Alpental1.jpg

Apeninnen
Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Apeninnen.jpg

Arzachal:
Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Arzachal1.jpg

Autolycus:
Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Autolycus.jpg

Südpol:
Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Suedpol.jpg

Was auf den Fotos zu sehen ist, war das mindeste mit freiem Auge durchs Okular!

Und zum Abschluss noch eine Aufnahme vom Saturn, dann gab der Akku des Läppis den Geist auf :mrgreen:

Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Saturn13Apr08.jpg

Diese Nacht werde ich so schnell nicht vergessen. Das Seeing war optimal, besser ist nicht möglich.
Die Durchsicht war allerdings schlecht, Zirrusstratus Bewölkung, also die Präsepe-Bedeckung wär mir eh entgangen.
Die schlechte Durchsicht war vielleicht auch ein Problem bei den Aufnahmen mit der Webcam. Musste die Verstärkung recht hoch schrauben und auch die Aufnahmefrequenz auf 1/10 stellen. Aber was macht das schon....

Ich hab das Seeing meines Lebens gehabt.....kommt das vielleicht irgendwann wieder?

cs

werner
 
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Hallo Werner,
ich gratuliere Dir von Herzen! Bin total begeistert von Deinem Bericht........sowas habe ich auch schon zweimal allerdings erlebt. Einmal konnte ich die Wirlpool Galaxie im Uma schön deutlich sehen, sonst nur als Matschfleck und letzte Woche ging es mir an Saturn auch so......knackscharf wie gemalt. Wäre mir das nie passiert, würd ich an meinen Optiken zweifeln. Du solltest dabei gleich immer auf die Wetterlage achten, welche Strömung haben wir gehabt? Wenns östliche Luftpackete sind, trocken und kalt, kann man mit einem solchen Seeing immer mal rechnen. Dann ist die Atmosphäre nicht so durchmischt und durchschichtet, wenn eine homogene Luftmasse mal länger überm Ort herrscht. Wir können klaren Himmel haben, aber trotzdem schlechtes Seeing, weil die Druchmischung der Atmosphäre von unten nach oben unterschiedlich ist, das lässt sie wabern, flirren eben unruhig sein. Man kann sich also nicht immer über klares Wetter freuen.Manchmal sind Wolkenlücken besser als ein reiner HImmel, weil dahiner so eine tolle aber seltene Schicht ist.
Ach herrlich.......und Deine Mondaufnahmen, das sind echte Bonbons, man sieht ja die Rille durch die Alpen so unglaublich deutlich...
Grüssle von Anette
 
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Hallo Werner,

das sind die Nächte von denen man Monate zehren kann, wenn das Wetter mies ist und an die man sich immer erinnert.
Feiner Bericht und super Fotos.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Werner,

das freut mich für Dich, dass Du so eine tolle Beobachtungenacht hattest. Die Bilder sind Klasse. Ich bin auch auf Weiters gespannt.

Viele Grüße

Harald
 
...wieder bei gewohnten Bedingungen

Hallo Astrogemeinde!

Die Nacht der Nächte ist leider vorbei und so kämpft man halt mit den gewohnten Seeing-Verhältnissen.
Hab heut von meinem Balkon aus ein wenig Mond geschaut, mit Refraktor und Mak!

Hier eine Aufnahme mit der Webcam durch den Mak:

Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Copernicus15Apr08.jpg

Bei so einem besch....eidenen Seeing gar kein schlechtes Resultat. Visuell gab es hin und wieder gute Sekunden, die zeigten mehr als am Foto zu sehen ist.

Dann musste die Webcam an den Pentax und ich machte meine allererste Mosaikaufnahme, zusammengesetzt aus 3 Aufnahmen. Wollt schaun, ob das überhaupt geht:

Link zur Grafik: http://www.prokyon.startime.at/Bilder/Mosaik15Apr08.jpg


Scheint zu funktionieren. Werde das bei besseren Bedingungen wieder versuchen und dann gleich den ganzen Mond vornehmen (am besten 3 Tage nach Neumond :biggrin: )

Habe mit dem Pentax und dem Mak beobachtet, um auch einen Vergleich ziehen zu können. Zuerst durch den Pentax mit maximaler Vergrößerung, sprich 6mm und 2x Barlow ergibt 167fach. Danach mit dem Mak, 9mm ergeben da die exakt gleiche Vergrößerung.
Und da muss ich sagen ....gleichwertig. Obwohl es der Pentax schwieriger hatte - mit Barlow (und die ist nicht von Pentax :biggrin: )
Im Pentax war um die Spur mehr an Definition zu erkennen, dafür war es im Mak halt kräftiger und angenehmer zu schaun, da heller.

Ein Unterschied war vielleicht da, aber minimal. Natürlich hat sich der Pentax hervorragend geschlagen, wenn man bedenkt, dass nur 1/3 der Brennweite und etwas mehr als die halbe Öffnung des Mak zur Verfügung standen.

Moralischr Sieger: Das Linsige :cool:
 
Hallo Werner

Ich weiß nicht, ob gewollt, oder ungewollt? Aber du hast den Mond quasi intuitiv zur richtigen Zeit beobachtet, so wie es die Fotografen oder Planetenbeobachter normal auch tun.
Nämlich wenn sich das Objekt im Kulminationspunkt befindet.
Dabei blickt man quasi durch die kürzeste Luftsäule in der Erdatmosphäre, so dass die Chancen gut sind ruhige Luft zu erwischen.
Der Mond steht ja schon seit Oktober 2007 recht hoch am Himmel und ist von der zweiten Nachthälfte in die erste gewandert, so dass man ihn seit Anfang dieses Jahres sehr bequem gegen Abend beobachten kann.
Wenn du in Zukunft mehrere solche Beobachtungen mit gutem Seeing machen möchtest, so kannst du mit Hilfe eines Planetariumsprogramms wie z.B. Stelarium, was übrigens Freeware ist, diese Zeiten merken und zur rechten Zeit aufstehen zum Beobachten.

Oft wird behauptet, dass es sehr gutes Seeing nur 2-3mal im Jahr gibt. Diese Behauptung stimmt aber so nicht!
Sehr gutes Seeing gibt es in Ländlichen Gegenden sehr viel häufiger als man denkt, nur ist es eben so, dass viele Sternfreunde dann beobachten, wenn eigentlich nicht der richtige Zeitpunkt ist, was durch das häufig schlechte Wetter und anderen Verpflichtungen noch verschärft wird.

Du kannst ja mal dieses Jahr im Oktober damit beginnen, vielleicht Morgens einfach mal 1h früher aufzustehen und das Instrument am Abend zuvor vorkühlen und ich verspreche dir, du wirst über den Winter häufiger mal ein solches Seeing am Mond erleben.
Dabei sind dann Vergrößerungen mit z.B. einem 12" von über 500fach keine Seltenheit mehr.
Wenn du das einmal erlebt hast, dann wirst du ganz schnell süchtig nach solchen Bildern und es macht dir auch nichts aus, einmal Morgens unter der Woche um 2 oder 3 Uhr aufzustehen :augenrubbel:

Gruß Uwe
 
Hallo Uwe,

da hast du sicher recht. Ein möglichst hoher Stand des zu beobachtenden Gestirns ist natürlich anzustreben.
Konnt das heute kurz nutzen.
Hab auch um die Kulmination herum von meinem Balkon aus ein wenig Mond gespechtelt und dass Seeig war wirklich gut. Leider zogen immer wieder störende Wolken durch, was dann so zunahm, dass ich die Beobachtung leider beenden musste.

Mir fällt auf, dass gutes Seeing oft mit schlechter Durchsicht einhergeht. Könnt ihr das bestätigen? Und wenn ja, warum ist das eigentlich so?

cs

werner
 
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