wie deep sky objekte finden???

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

ralfprovence

Neues Mitglied
Ich bin absolutes Greenhorn in der Astronomie und habe mir gerade einen 150er Newton auf Astro5 gekauft. Mond und Jupiter kann ich gut mit dem Sucher finden. Super tolle Bilder!!! Aber wie findet man die Objekte, die nicht mit blossem Auge (und dann mit dem Sucher) anzupeilen sind (Galaxien, Nebel)???
 
Ich bin auch Anfänger wie du. Mir hat das Buch "Der Kosmos Sternführer" sehr geholfen. Da stehen eine Menge Tipps drin. Bezüglich Sucher(fernrohr) - ich habe mit einem Leuchtpunktsucher als Sucher und einem geringvergrößernden Okular (möglichst Weitwinkel) im Fernrohr bessere Erfahrungen gemacht, man hat einen besseren Überblick, in welchen Himmelsabschnitt man gerade mit dem Fernrohr hinschaut. Das ist aber bestimmt Geschmackssache.

Gruß Tommy
 
Hallo Ralf!

Erstmal, wilkommen in der Welt der Astronomie <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />

Ich würde dir zu einen Telrad Finder raten. Mit diesen Sucher ist es ein Kinderspiel Deep Sky zu finden. Meiner einer hat sich vor kurzen, zum bereits vorhandenen 8x50 Sucher, einen bestellt. Kann nur sagen das ich davon voll und ganz überzeugt bin! Mit dem Telrad bist du in der Lage M57 (Ringnebel in Sternzeichen Lyra) oder die Kugelsternhaufen M13 und M5 innerhalb kürzester Zeit zu finden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
Weiter währe auch eine Drehbare Sternkarte praktisch. Sie ermöglicht dir einen Überblick über die aktuellen Sternzeichen am Nachthimmel.
Weiter noch viel Spaß mit deinem neuen Teleskop!
 
Hallo,
*zeigefingerwedel* böseböseböse!!! Reden wir doch lieber von Sternbildern <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Aber zurück zum Thema, es gibt mehrere Möglchkeiten
- du stellst Objkete mit Hilfe der Teilkreise der Montierung anhand der Koordinaten ein; als Dobsonschubser weiß ich aber nicht, wie das geht.
- grobe Richtung anpeilen und das Objekt "reinrühren", funzelt aber nur bei wirklich hellen Objekten
- mit Karte, Peilsucher und Übersichtsokular oder mit einem Sucherfernrohr mittels "Starhopping":
ist z.B. hier beschrieben

Gruß
Stefan
 
Mit Deiner Montierung kann man auch ohne Teilkreise sehr schön Objekte anfahren. Ein bisl muß man sich dazu am Himmel schon orientiern können und eine Sternkarte haben. In der Sternenkarte kannste Dich besser orientieren, wenn Du Dir eine Schablone mit deinem Suchergesichtfeld bastelst. Der Sucher muß korrekt eingestellt und die Montierung einigermaßen nach Auge eingenordet sein.

Mein Rezept für z.B. M57 mit einem normalen 8x50 Sucher:
Vega im Fadenkreuz, dann in RA-Achse um ein halbes Suchergesichtsfeld nach osten drehen. Dann mit DE um 1,5 Suchergesichtsfelder nach süden. In einem 25er 55° Okular solltest Du auch bei 1200mm Brennweite M57 jetzt sehen können.
 
Hallo ralfprovence,

also das mit den Teilkreisen habe ich mir zwar mühsam beigebracht, nach einer Weile wieder abgewöhnt. Die Teilkreise an handelsüblichen Montierungen sind sehr "grobkörnig". Gerade dann, wenn kein hellerer Stern in der Nähe des gesuchten Objekts ist, an dem man die Teilkreise "eichen" kann und deshalb weite Schwenks nötig sind, werden die Fehler einfach zu groß.

Am schnellsten geht es mit etwas Übung mit der Starhop-Methode. Die ist übrigens vom Typ der Monti unabhängig.

Man nehme einen Stern, der noch mit bloßem Auge zu sehen ist, stelle ihn im Sucher ein und wandere dann an Hand einer guten Sternkarte von Stern zu Stern. Dabei kann man in Gedanken kleine Muster (Dreicke, Vierecke, Linien, Bögen) bilden, die sowohl den Vergleich mit dem Kartenbild erleichtern als auch die richtige Richtung anzeigen (z.B. über eine lange Seite eines Dreiecks...).

Die Feinarbeit kann man nötigenfalls im Hauptrohr mit einem schwach vergrößernden Okular erledigen.

Du wirst staunen, wie genau man Abstände und Winkel abschätzen kann!

Grüße,

astroklaus
 
Vielen Dank für den Tipp <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />, aber was ist/wie funktioniert ein Leuchtpunktsucher im Gegensatz zu meinem Sucherfernrohr?
:-)
Ralf
 
Hi Ralf,
eín Leuchtpunktsucher projeziert einen roten Punkt auf eine Scheibe. Der LPS wird wie jeder andere Sucher am Scope befestigt und ausgerichtet, damit er exakt dorthin zeigt wo das Scope auch hin zeigt.
Vorteil davon ist das Du genau siehst wo Du bist, weil hier nicht vergrößert wird und auch keine seitenverkehrte Abbildung entsteht. Dementsprechend kannst Du immer auch nebenbei nochmal mit bloßen Auge das ganze prüfen. Nachteil hierbei ist, das Du Objekte die Du nicht siehst oder wo keinen direkten sichtbaren Bezugspunkt siehst grob einstellst und dann über das Scope selbst suchst in dem Du dort eine geringe Vergrößerung und möglichst großes Gesichtsfeld einstellst. Ich benutzte diese Variante inzwischen ausschließlich. Um so die richtige Position zu finden bilde ich meist imaginäre Verbindungslinien zwischen sichtbaren Sternen oder wenn das nicht geht ein fiktive Uhr. Hierbei ist eine gedachte Linie zwischen 2 Sternen ein Zeiger, welcher dann den Bezugspunkt darstellt. Das verglichen mit der Sternkarte merke ich mir dann eine Uhrzeit und die länge des "fehlenden" Uhrzeigers. Klingt kompliziert ist es aber nicht. Mit etwas Übung geht das relativ schnell und sehr gut.
Alternativ dazu gibt es den Telradsucher, der ähnlich funktioniert nur das er Kreise auf eine Glasplatte projeziert. Ist aber das selbse Prinzig.
Ebenso der Rigel Quickfinder - ein weitere Variante.
Den Peilsucher habe ich ausgewählt, weil er einfach, klein und handlich ist und in jeden Skywatcher/Vixen Sucherschuh paßt. Diese Sucherschuhe habe ich an allen Teleskopen, teil von Hause aus vorhanden teils selbst adaptiert.
CS
 
Hallo zusammen,

Leuchtpunktsucher wie Telrad, Quickfinder und ähnlich sind grundsätzlich eine feine Sache, haben aber auch einen Nachteil:

wenn der Himmel aufgehellt ist, insbesondere wenn in Stadtnähe oder Stadtlage nur noch eine Grenzgröße von 4 oder höher erreichbar ist, kann abseits heller Sterne kaum noch vernünftig anvisiert werden. Die geneigte Visierscheibe bein Telrad schluckt schließlich auch noch etwas Licht, so dass zum Anvisieren effektiv oft nur Sterne mit 3,5m oder heller zur Verfügung stehen. Wer auch zu Hause einmal zum Schnellspechteln rausgehen will, ist deshalb mit einem lichtsammelnden Sucher oft besser bedient. Die Grobausrichtung kriegt man damit auch hin, wenn man über die Justierschrauben der Sucherhalterung peilt.

Grüße,

astroklaus
 
Hi Ralf,

das Zauberword heißt starhopping und funktioniert so

Du benötigst am Anfang weder Leuchtpunktsucher noch Telrad, dein normaler 6x30 tut's voll und ganz. Allerdings soltest du dir den Karkoschka zulegen, ein wirklich gelungener Anfängeratlas. Das Starhpopping bedarf jedoch viel Übung. Hast du den Dreh mal raus, findest du damit alle Objekte, die in der Reichweite deines Scopes liegen.

Viel Erfolg wünscht

Lots
 
Hallo,

nachdem die anderen Beiträge Dir gesagt haben, wie und womit es geht, muß ich Dir
nun leider die traurige Nachricht überbringen, daß es manchmal gar nicht geht :-(. Gemeint
sind hier nicht die Wolken :-), sondern ein zu heller Himmelshintergrund z.B. in der Stadt.
Es gibt da so Objekte wie M33 und M101, die siehst Du dann nicht mal, wenn Du mit dem
Bildausschnitt Deines Teleskops mitten auf dem Objekt bist, weil sie genau so "hell" sind,
wie der Himmelshintergrund durch Streulicht und Dunst. Da hilft dann nur noch dunkler Land-
himmel. Solltest Du also bisher aus der Stadt beobachtet haben, kann ich Dir nur raten, als
ersten Schritt zur Auffindung von DeepSky Objekten, die Flucht in eine dunkle Gegend anzutreten.
Die Objekte sind dann nicht nur leichter zu finden, sondern sehen auch noch besser, d.h. Detail-
und Kontrastreicher, aus.
 
Hallo Ralf,
nun gebe ich meinen Senf auch noch dazu.
Dem Antonius kann ich nur zustimmen. Wenn du Bedingungen hast wie von Astroklaus beschrieben kannst Du dir Telrad, Riegel oder ähnliches wirklich fast sparen, denn bei derart aufgehelltem Stadthimmel saufen dir auch mit doppelt soviel Öffnung die Galaxien in der Hintergrundhelligkeit regelrecht ab. Es reicht wohl noch für einige Sternhaufen
u. den Orionnebel. Wenn Du also wirkliche Deepsky Erlebnisse haben möchtest brauchst Du zunächst mal einen entsprechend dunklen Himmel. Dann ist allerdings so ein Leuchtpunkt- oder Leuchtringe-Visier schon eine sehr hilfreiche Sache zum schnellen Auffinden der lichtschwachen Objekte. Antares hat auch völlig Recht mit seinem Beitrag und Starhopping ist keine Hexenkunst für deren Erlernung man ewig braucht. Ein paar brauchbare Bücher bzw. Karten vorausgesetzt, kannst Du damit sofort beginnen, denn Learning by Doing ist immer naoch das Beste. Du solltest Dir vor einer Beobachtungsnacht die auserwählten Objekte -
-Anfangs lieber nicht zu viele- und deren Umgebungssterne schon mal auf den Karten genauer ansehen und überlegen ob diese unter den gegebenen Bedingungen realistisch sind. Wenn du dir da schonmal einiges einprägst, erleichtert dies das abendliche Auffinden erheblich. Aber im Allgemeinen kommt das Ganze erst mit der Übung. Hier im Astroforum gibt´s ja auch reichlich Links zum Starhopping.
Nun viel Erfolg
Gruß T <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> m
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ralf,

eine Alternative zu den Leuchtpunktvisiereinrichtungen ist ein 8x50 Sucher, der ein aufrechtstehendes und seitenrichtiges Bild liefert, am besten noch mit 90° Einblick. Mir persönlich fällt das Umdenken der gespiegelten Standardsucherbilder extrem schwer; mein Hirm ist dafür nicht geeignet. Andere Sternfreunde haben überhaupt kein Problem damit.

Der Vorteil dieses Suchers gegenüber den Visiersuchern ist, dass man auch bei schlechtem Himmel lichtschwache Leitsterne und Objekte direkt sehen kann. Ein Nachteil ist natürlich der hohe Preis.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo R_Andreas,

wo ist das Problem beim Umdenken? Wenn der Sucher, wie üblich, ein seitenverkehrtes und kopfstehendes Bild erzeugt - dann halte die Sternkarte kanz einfach verkehrt herum, dann stimmen Kartenbild und Sucherbild wieder überein. Mache ich gelegentlich selber so <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüße,

astroklaus
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben