Wie funktioniert eigentlich der Feintrieb?

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Nils

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Hallo zusammen!

Vor kurzem habe ich mir mein Fernglas mal wieder genau angesehen und da habe ich mich gefragt, wie der Feintrieb beim Fernrohr eigentlich genau funktioniert. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Dass beim Scharfstellen die Okulare hin- und herbewegt werden, das kann man ja ganz gut sehen, aber was passiert im inneren?

Läuft das mit Schneckenrad oder über Zahnräder oder gar hydraulisch?

Vielleicht hat irgendjemand ja auch eine Querschnittszeichnung vom Innenleben des Feintriebes oder etwas in der Art ...?!

Vielen Dank!
Gruß

Nils
 
Hi

Beim Fernglas ist es so:
Eine Schraube bewegt eine Mutter. Der Schraubenkopf ist der Fokusierungsring und die Mutter ist auf einem Steg zwischen den Okularen angebracht. So bewegen sich die Okulare gleichmässig. Die Okulare sind in einer Röhre so montiert, dass Sie gut gleiten.

Beim Fernrohr:
Die häuffigste Variante ist, dass ein Zahnrad, das über eine Welle (Stange) mit den Fokusierknöpfen verbunden ist. Dieses Zahnrad treibt das Rohr über eine Zahnstange so an, dass das Okular hinein oder hinausgeschoben wird. Bei teureren Okularauszügen ist das Rohr auch über Kugellager so gelagert, dass es sich nicht bewegt.
Eine andere Art ist so weit ich weiss ein Helix Auszug, der ähnlich wie beim Fernglas funktioniert. Der Okularhalter stellt die Schraube dar, und auf der Aussenseite bewegt man den Fokusierungsring, der die Mutter darstellt.
Bei SC Teleskopen wird der Hauptspiegel verschoben und so die Fokusierung gemacht.

Nun hoffe ich, Dir weitergeholfen zu haben.

Viele Grüsse

Thomas Knoblauch
 
Hallo Nils,

bei Ferngläsern gibt es ja nun alle möglichen Arten der Fokussierung. Die Individualeinstellung für jedes Okular (z.B. bei manchen Steiner oder älteren Zeiss Gläsern) ist ja noch zu verstehen. Bei den klassischen Gläsern mit Mitteltrieb und Aussenfokussierung wird meist die Okularbrücke bewegt, wobei im Zentrum des Fokussierrads eine Spindel mit mehr oder weniger grober Steigung läuft. Das ganze hat noch zwei Endanschläge, welche den Fokussierweg begrenzen. Dann gibt es noch eine ganze Reihe von Ferngläsern mit echter Innenfokussierung, wo im Innern des Glases eine Zwischenoptik bewegt wird, welche auch gleich für den Dioptrienausgleich zuständig ist. Es gibt natürlich auch Modelle mit Innenfokussierung, wo der Dioptrienausgleich wie gehabt am rechten Okular erfolgt. Im Leica Fernoptikprospekt gibt es ein schönes Schnittbild von einem Leica Trinovid (als pdf-Datei hier zu haben), wo man so ungefähr erkennen kann, wie das funktioniert und wie aufwändig die Mechanik ist. Der Vorteil ist natürlich die sehr gute Abdichtung des Glases. Eine weitere Form der Innenfokussierung hat Zeiss realisiert. Dabei werden die Objektive in ihrer Fassung zur Fokussierung verschoben. Um das ganze möglichst gut abzudichten, sitzt zwischen den Objektivfassungen und dem Prismengehäuse eine Art Stulpendichtung (sieht aus wie ein Gummischlauch). Diese Art der Fokussierung wurde beispielsweise bei den ClassiC Gläsern 8x30 und 10x40 angewendet. Leider habe ich noch nirgends ein Schnittbild gesehen. Ich hatte aber das zweifelhafte Vergnügen, mir ein älteres 10x40 Dialyt näher anzuschauen. Da die Prismen auf einer Seite verstaubt waren, habe ich das eine Objektiv zur Reinigung mal ausgebaut. Jetzt ist mir auch klar, warum Zeiss Gläser so teuer sind. Wie man bei Zeiss die Stulpendichtung einbaut, ist mir ein Rätsel. Die Justierung und der Zusammenbau eines solchen Fernglases muß irre aufwändig sein. Ich habe die Stulpendichtung zwar wieder über die Objektivfassung ziehen können, aber den Befestigungsring konnte ich der Mülltonne übereignen. Da hat man keine Chance, das ohne Spezialwerkzeug auf die Reihe zu bekommen. Das 30 Jahre alte Dialyt funktioniert jetzt wieder, aber an ein neues Modell würde ich mich nie wagen.

Frank.
 
Re: Danke erst einmal ...

Danke Euch beiden!

Hat schon einmal jemand ein Fernglas mit dem entsprechenden Trieb selbstgebaut? Kann man die Triebe einzeln kaufen? Oder ist das alles zu kompliziert und viel zu teuer?

Gruss

Nils
 
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