Wie gebraucht gekauften Refraktor überprüfen?

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RicoT

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Hallo zusammen...
Der/die ein oder andere wird vielleicht noch wissen, dass ich auf der Suche nach einem Teleskop für meinen Sohn zum Geburtstag war. Jetzt habe ich mir gestern abend eines ersteigert.

Es ist ein Skywatcher 90/900 Refraktor mit EQ2-Montierung. Mit dabei sind:

- natürlich Teleskop, genannte Montierung und Stativ

- 3 Okulare

- Dieses 90 Grad Teil zum hineinsehen (Prismenspiegel?)

- Leitrohr

In der Artikelbeschreibung heist es zum einen "...ist der Gummi/Augenmuschel an einem der Okulare eingerissen..." und zum anderen "...eine der Schrauben an der Montierung hält nicht 100%ig - ist aber nicht schlimm..."

Okular dachte ich mir, kann ich ja zur Not auswechseln. Da ich schon mehrfach gelesen habe, dass die beiliegenden Okulare nicht unbedingt der Renner sind, werden die vielleicht sowieso nach und nach ausgewechselt.

Montierung habe ich mir gedacht, kann ich vielleicht selbst was machen wenn es doch stört. Bin handwerklich nicht unbegabt. Aber auch da habe ich schon mehrfach gelesen, dass eine EQ2 mit einem 90/900 Refraktor schon hart an der Grenze ist. Also kommt vielleicht auch eine neue.

Vielleicht deshalb, weil es ja erstmal ein Einstieg sein soll. Je nach dem wie sich das Interesse meines Sohnes weiter entwickelt. Ich hoffe mal das 121,90 Euro inklusive Versand nicht zu viel dafür sind.

Nun zur Frage:
Wenn das Teleskop dann ankommt, was sollte und muss ich kontrollieren? Worauf sollte ich achten? Was sollte ich unbedingt überprüfen?
 
Hallo,

eine eingerissene Gummiaugenmuschel ist i.d.T. nicht weiter schlimm, wenn es wirklich stört einfach mti schwarzem Isolierband reparieren.

Was will man groß testen, zurückgeben kannst du es ja ohnehin nicht ;) Natürlich würde ich erstmal auf die Linse schauen ob da keine Kratzer o.ä. sind. Ein echter Optiktest wird schwer werden, aber was du ausprobieren kannst ist mit dem Okular mit der niedrigesten Brennweite (10mm wären okay) auf einen mittelhellen Stern (z.B. den Polarstern) halten und schauen ob du ihn sauber zu einem kleinen Punkt fokussiert bekommst. Sollte das nicht wie ein Punkt sondern ein gestauchtes Kreuz aussehen, dann hat das Teleskop Astigmatismus, das rührt oft von einer zu fest sitzenden Taukappe her und lässt sich durch Abmontieren selbiger und etwas anschleifen damit sie nicht mehr so stark aufs Objektiv drückt beheben, zumindest aber mildern. Bei den kleineren Lidlteleskopen war das ein "beliebter" Fehler.

Was die Stabilität angeht, auch da kann man ein zwei Sachen verbessern, hast du mal einen Link zur Auktion damit ich mir die Rohrschellen anschauen kann?

Gruß Benny
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Klar, wenn es nur die genannten zwei Fehler sind, kann ich es nicht zurück geben. Währe jetzt aber noch ein gravierender Defekt, ich nehm mal als Beispiel eine stark verkratzte Linse, währe das für mich eigentlich schon was, was man meiner Meinung nach hätte angeben müssen. Wenn natürlich nur ein paar leichte Kratzer, sprich Gebrauchsspuren auf dem Tubus sind, werde ich natürlich nichts beanstanden. Dafür wird es ja als Gebraucht verkauft und ich erwarte da natürlich kein Neugerät.

Ich nehm mal den beliebtesten Vergleich, das Auto :D
Wenn ich ein Auto verkaufe, muss ich es ja auch überprüfen. Wenn ich davon keine Ahnung habe, muss ich es halt überprüfen lassen. Ist der Motor, Getriebe oder was anderes WICHTIGES defekt, muss ich es selbstverständlich auch angeben. Sollte der Käufer allerdings nach dem Kauf ein defektes Rücklicht wegen einer defekten Birne reklamieren, würde ich mir auch meinen Teil dazu denken.

Ich hoffe ich konnte einigermasen erklären was ich meine...


Hier der Link zur Auktion

Kannst du noch kurz sagen ob der Preis OK ist? Ändern kann ich den natürlich nicht mehr aber interessieren würde es mich schon...
 
Hi,

hm, wie das mit dem Preis ist, ist schwer zu sagen. Es ist jedenfalls nicht völlig falsch. Neu scheint mir das ganze für 200 Euro zu haben zu sein.
Die EQ-2 unter dem 90/900 ist leider ziemlich schwach. Falls Du den Eindruck hast, dass Sohnemann wegen der Wackelei den Spaß dran verliert, dann solltest Du schauen, ob sich da nicht was dran ändern lässt. Ich würde das Gerät viel lieber auf einer EQ-3 oder Skyview sehen.

Die beiden Okulare machen sich ganz gut daran, wenn sie keine Fehler haben wie matte Linsen oder sowas. Von der 2x Barlow würde ich mir nichts erwarten. Es liegen, so wie ich das sehe, 10mm und 20mm Okular bei. Nun kann man mit der Barlow aus dem 20mm effektiv ein 10mm machen und da keine Linse perfekt ist, wäre es besser, gleich das 10mm Okular zu nutzen. Aus dem 10mm würde effektiv ein 5mm und das ist für die 90/900 Optik eigentlich des guten zuviel. Statt der Barlow wäre ein 7mm sicher schöner. Was noch eine Zugabe für die Beobachtung von ausgedehnteren Objekten wäre (z.B. Doppelsternhaufen H&Chi): Ein einfaches 32mm Plössl.

Trotzdem ist das Paket erstmal rund und kann so gebraucht werden. Am besten mit dem Mond starten und dann mit einem Programm wie Stellarium herausfinden, ob man Beobachtungsmöglichkeiten für Venus, Jupiter und Saturn hat. Mars ist in diesen Jahren sehr klein, das macht es schwierig, mehr zu erkennen, als dass der rosa und größer als ein Punkt ist. Merkur ist nicht leicht zu erjagen - wenn er eine gute Sichtbarkeit bietet (immer wenige Tage), kann man es gut versuchen.

Zur Optik hast Du das wesentliche von Benny gehört. Ggf. bei Tage einfach mal die Handhabung üben. Das Gerät wird vermutlich nur auf größere Entfernung scharf zu stellen sein. So aber lernt man, dass der Fokussiertrieb zum Scharfstellen und nicht zum Zoomen ist.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

danke für den Link. Ich kann es nicht optimal erkennen aber bei zu lockeren Schellen (oder ist es ein anderes Montierungsteil?), da kann man sich mit einer passenden Mutter uzm Kontern eventuell behelfen und bloß nicht die Stativbeine ausziehen sondern möglichst unten lassen, das "erhöht" dann auch noch mal die Stabilität. Wenn allerdings die Zentralschraube, die Montierungskopf und Stativ miteinander verbindet eiert, wirds schwer - da hilft dann höchstens noch ein neues Gewinde und eine dickere Schraube ist aber nicht gerade trivial.

Viele Grüße
Benny
 
Hallo Rico,

Zitat von RicoT:
- Dieses 90 Grad Teil zum hineinsehen (Prismenspiegel?)
Zenitspiegel

Sucher/Suchfernrohr/Sucherfernrohr

In der Artikelbeschreibung heist es zum einen "...ist der Gummi/Augenmuschel an einem der Okulare eingerissen..."
Macht nicht wirklich was. Falls es Dich stört, kannst Du den Riss mit Sekundenkleber kleben. Auf ein Umklappen der Augenmuschel solltest Du dann aber verzichten.

Grüße

fquadrat
 
Moin Rico(?)!

Dieses Skywatcher-Paket auf EQ-2 kenne ich, da ich es mir 2005 einmal neu gekauft hatte. Preis lag damals wie heute bei ca. 190-200 EUR. Heute besitze ich die dritte 90er-Skywatcher-Optik, eben weil mir diese Teleskopgröße gut gefällt.

Von der EQ-2 darf man nicht viel erwarten: Die Montierung ist wie bei fast allen Komplettpaketen zu schwach. Für den Anfang geht das natürlich, doch mittelfristig sollte unter die Optik eine EQ-3, besser eine EQ-5.
Die Okulare sind von einfachster Bauform (RK-10 und RK-25 ***), nicht besonders toll bis enttäuschend und sollten schnellstens ausgewechselt werden. Die Barlow halte ich für gar nicht mal schlecht - ich benutze so ein einfaches Skywatcher-Teil bis heute.

(*** Edit: Auf den Akutionsbildern sehe ich nur die Standard-Ausstattung: 2 Okulare und Barlow.)

Auch der Zenitspiegel ist einfach. Man kann Pech haben und die Ablenkung ist nicht 90°, sondern zeigt sonstwo hin (alles erlebt). Sowas prüft man - wie auch die Justage des Auszugs - schnell mit einem Justierlaser. Der Strahl sollte mit und ohne Zenitspiegel natürlich ins Zentrum der Objektivlinse leuchten. Andernfalls sieht man die Dejustage später im Okular.

Empfehlung für Anschaffung (ggf. Gebrauchtmarkt im Auge behalten):
- Zenitspiegel 1,25" 99% Reflexion (ca. 75 EUR neu)
- Okulare bis ca. 150fache Vergrößerung (Plössl, Erfle, Planetary - funktionieren alle), Preise (neu) 30-60 EUR/Stück

Ansonsten kann man mit so einem 90er Refraktor eine Menge anstellen. Ich benutze meinen immer noch am häufigsten von allen meinen Optiken.
 
Soooo....
Teleskop ist mittlerweile angekommen. Die einzige Schraube die nicht 100% hält finde ich nur am Stativ. An der Montierung selbst scheint alles fest zu sein. Ich selbst war ja auch eine Weile der Meinung, dass Stativ und Montierung ein und das Selbe sind. Wurde ja dann aber hier eines besseren belehrt :D Habe den Verkäufer aber nochmal angeschrieben und ihn gefragt. Warte noch auf Antwort. Währe ja fast zu schön wenn es wirklich nur das Stativ und nicht die Montierung ist.

Auch sonst scheint auf den ersten Blick alles ok zu sein. Linse ist Kratzerfrei. Halt alles etwas staubig und Verschmutzt. Vermutlich vom Rumstehen. Die Linse und die Okulare sehen so aus wie meine Brille wenn ich sie länger nicht benutzt habe.

Bei der Linse währe mein Gedanke jetzt: Raus nehmen und im Spüliwasser reinigen. Mit einem Microfasertuch was nicht kratzt und keine Fussel hinterlässt. Ist das der richtige Weg oder kann ich so irgendwelche Beschichtungen zerstören?
 
Hi Rico,

Linse ist Kratzerfrei. Halt alles etwas staubig und Verschmutzt. Vermutlich vom Rumstehen. Die Linse und die Okulare sehen so aus wie meine Brille wenn ich sie länger nicht benutzt habe.

Staub und Fusseln auf der Linse kann man vorsichtig mit men Gummieblasebalg wegblasen. Nicht mit dem Mund blasen - Spucketröpfchen auf der Linse machen sich net gut.

Bei der Linse währe mein Gedanke jetzt: Raus nehmen und im Spüliwasser reinigen. Mit einem Microfasertuch was nicht kratzt und keine Fussel hinterlässt. Ist das der richtige Weg oder kann ich so irgendwelche Beschichtungen zerstören?

dabei könnte Spüliwasser zwischen die Linsen kommen. Keine gute Idee. Und 1 unsichtbares Staubkorn im Mikrofasertuch macht bereits nen Kratzer...

Wenn Du die Linse wirklich reinigen willst, dann mit einem Polymerfilm, der mit einem Pinsel aufgetragen wird, abtrocknet und mit ner "Lasche" aus nem Papierschnipsel abgezogen wird. Würde ich aber vorläufig nicht machen.

Guck erstmal so durch. Das bissy Staub nimmt so gut wie kein Licht weg. Wenn bei unsachgemäßer Reinigung Mikrokratzer auf die Linse kommen, wäre das viel schlimmer!
 
Gut dass ich vorher gefragt habe...
Es ist nicht nur Staub... Ich weis nicht wie ich das beschreiben soll. Es sieht aus wie als währen Tropfen oder so auf die Linse gekommen. Meine Brille sah auch mal so aus nachdem ich sie ohne vorher sauber machen weg gelegt und länger nicht benutzt habe. Die Okulare sehen genauso aus...

Gut, das ich es mit Spüliwasser sein lassen sollte, weis ich jetzt. Werde mal danach suchen wie ich sowas reinigen kann. Mit abblasen ist es dabei sehr wahrscheinlich nicht getan...


EDIT:
FETT heist das worauf ich nicht gekommen bin :D Es ist Fettschmutz auf der Linse und den Okularen...
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

die Okulare mit Blasebalg vom Staub befreien. Dann ne Pckung Wattestäbchen (die für das Ohrenschmalz aus reiner Baumwolle ohne jeglichen Pflegezusatz, 35 Cent die Packung) beim Discounter und reinen Alkohol in der Apotheke kaufen.

Wattestäbchen in den Alkohol tunken, auf die Linse gehen und ohne Druck von der Mitte einmal nach außen streichen. Wattestäbchen wegwerfen. Neues Wattestäbchen nehmen und Vorgang wiederholen. Solange, bis man einmal alles rundrum gereinigt hat. Abwarten, bis alles verdampft ist und begutachten. Ist irgendwo noch Fett, wiederholen...

Verbleiben irgendwo feinste Schlieren, anhauchen und ohne Alkohol mit Wattestäbchen drüberwischen. Wattestäbchen wegwerfen, nochmal hauchen und mit neuem Wattestäbchen weitermachen....

Dabei brauchst ruhige Hände und viel Geduld. Dafür wirst hinterher mit sauberen Okularen belohnt. :)

Ich hab mal für die Grundreinigung eines völlig versifften Okulars aus der Grabbelkiste 2 Stunden gebraucht. Weil es sooo versifft war, hab ich es für 1 Euro bekommen... Heute ist es mein Projektionsokular zum Planetenfilmen. :super:
 
Moin Rico!

> Es ist Fettschmutz auf der Linse und den Okularen...

So etwa wie das hier (Skylux-Kauf bei eBay - Jan. 2006)?! :o
Da bestand Reinigungsbedarf. :cool:
 

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