Huhu,
ich möchte gerne auch noch meinen Senf dazu geben

Kurz zum Papier. Der liebe Norbert hatte mich auch angeschrieben. Klar, wenn sich die Farben durchs Papier verschieben, sieht das Histo komisch aus (tut es so auch, meine EL Folie ist auch blau). Die Software normalisiert aber die Farbflats, und insofern ist das m.E. egal, es wird alles auf neutral grau gebügelt. Sollte der unwahrscheinliche Fall auftreten, dass einer der Kanäle in den nichtlinearen Bereich gerät, kann es problematisch werden. Meine Erfahrung ist die: Es ist unproblematisch, ich mache seit 15 Jahren Flats auf die Art und Weise, nie ein Problem gehabt. Beim 10" Newton auf Kiripotib habe ich mal 2 Lagen der dicken Stoffplane benutzt, beige und grobmaschig, Dietrich du weißt wovon ich rede. Das Bild ist spitze geworden

Ich vermute sogar, dass alles was im Bereich zwischen 10% und 90% Belichtung ist noch geht. Lasse mich da aber gerne eines besseren belehren.
Das schlimmste was m.E. passieren kann ist, dass man einen Farbstich bekommt. Dann ist Zeit zu handeln. Natürlich macht eine ND Folie den Job in Punkto Farben besser. Ist aber auch teuer, und wenn nicht (Norbert schreibt es gäbe günstigere Folien) ist die Frage, ob denn die Ausleuchtung dieser ND Folien gleichförmig ist. Teufel, Beelzebub etc etc
Papier kostet fast nix und macht nen prima Job. Wenn nicht geb ich ein Bier aus.
Zum eigentlichen Problem: Ich denke eben das hat nichts mit den Farben zu tun, sondern mit den speziellen Eigenschaften der CMOS. Dietrich du schreibst dass dir mein Video nicht geholfen hat, zumindest der hintere Teil nicht. Das ist schade, dann habe ich es nicht gut erklärt. Die Überkorrektur entsteht dann, wenn irgendwo in der Gleichung der Bildkalibration mit Darks, Bias (oder Flatdarks) und Flats ein Ungleichgewicht entsteht. Dieses Ungleichgewicht wird wahrscheinlich in den Dunkelbildern zu suchen sein, und nicht in den Lichtbildern, also den eigentlichen Aufnahme oder den Flats selber.
Es gibt nun Berichte darüber, dass zum Beispiel veraltete Darks zu einem solchen Ungleichgewicht führen können (siehe Video von Adam Block zu dem Thema), oder nicht passende Bias Frames. Auch hier berichtet Adam, und andere Quellen, dass es wohl sein kann, dass es bei kurzen Belichtungszeiten verrückterweise dazu kommen kann, dass der Bias Level höher liegt als der Dunkelstrom. Das alles ist nicht unerheblich, wer sich wundert warum sein Verstärkerglühen nicht weg kalibriert wird, sollte hier auch mal nachschauen. Die Messung der Meanwerte kann einem hier schon Aufschluss geben.
Ich sage das alles unter Vorbehalt, weil ich kein Ingenieur bin, es also technisch nicht zu 100% erklären kann. Ich berufe mich da auf oben genannte Quellen (Disclaimer

).
Also teste das doch mal. Mich würde am meisten interessieren ob entweder sehr kurz belichtete Flats oder sehr lang belichtete Flats (im Bereich von einigen Sekunden) überhaupt zu einem verschiedenartigen Ergebnis führen.
Dann unbedingt mit Flatdarks arbeiten, die Darkoptimization (= Skalierung von Darks,gibt es in PixInsight aber auch in anderen Softwares) ausschalten und keine alten Darks verwenden.
Letztendlich kann es auch immer sein , dass man irgendwo ein falsches Häkchen in der Software gesetzt hat. Das war früher, in der Vor-CMOS Zeit die häufigste Ursache. Ausschließen sollte man das also nicht.
Kleines Anekdötchen: Anfang der 2000er kamen die ersten Astroaufnahmen mit DSLRs. Was wurde nicht alles diskutiert über Darks, Dithern und Verstärkerglühen. Heute ist das fast alles "Common Sense". Also, alles wird gut

Mensch und Maschine werden sich anpassen, das haben wir immer so gemacht.
CS Frank