Wie kann ich Astrofotografie machen?

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Titan1

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Hallo,

ich möchte jetzt, nachdem ich auch von dem Fieber Astrofotografie eingeholt wurde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />, auch damit anfangen. Hatte natürlich noch keinerlei Erfahrungen damit gesammelt. Wie viel Geld braucht man dafür einschließlich Teleskop, ich hab zwar eins, aber ich weiß, dass das nicht so gut geeignet ist, weil es eine Azimutale Montierung hat.
Da ich noch Schüler bin kann ich die Budgetgröße nicht so hoch einstellen. Kann man für 500€ Astrofotografie machen, wenn ich z.b. für das Teleskop so 300€ ausgebe, welches würdet ihr mir empfeheln?
Ich hab zwar eine Digitalkamera mit 5 Mp, hab mich schon ein bisschen informiert, wo ich den ISO wert auf max. 400 stellen kann, weiß aber net so genau für was das ist.
Wenn das mit der nicht geht, habe ich mir einfach gedacht, kaufe ich mir eine Webcam mit Adapter, schließ sie an, dreh ein Video und zerelg das dann in einzelne Bilder, weiß aber nicht, ob darunter die Qualität leidet?
So könnte ich das doch machen oder? Wie macht ihr das?

Viele Grüße von chris
 
Hallo Chris,

Hallo,

ich möchte jetzt, nachdem ich auch von dem Fieber Astrofotografie eingeholt wurde <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />, auch damit anfangen.
Ein weiser Plan! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Astrofotografie ist äußerst faszinierend, wenn man es richtig anstellt.


Hatte natürlich noch keinerlei Erfahrungen damit gesammelt. Wie viel Geld braucht man dafür einschließlich Teleskop, ich hab zwar eins, aber ich weiß, dass das nicht so gut geeignet ist, weil es eine Azimutale Montierung hat.
Leider schreibst Du nicht, welches Teleskop Du schon hast, und was genau Du fotografieren möchtest. Also plapper ich jetzt einfach mal los:

Bevor ich mir meinen schicken Meade 10" LX200 zugelegt habe, machte ich die ersten Mond- und Planetenfotos mit meinem Uralt-60mm-Fernröhrchen mit 24mm OAZ auf einer azimutalen Wackelmontierung. Dazu setzte ich eine Philips ToUcam ein, mit der man übrigens ganz hervorragenden Bilder machen kann. Das abschraubare Objektiv wurde durch eine 1,25" Steckhülse ersetzt, diese mußte noch mit einem Adapter auf besagte 24mm reduziert werden. Einzelheiten im Praxisteil ToUcam auf meiner HP dazu.

Was damit geht, ist schon ganz erstaunlich! Die meisten meiner Mondaufnahmen, sowie Sonnenflecken und einige Planeten (Venus, Jupiter, Saturn, gleicher Bereich auf meiner HP) sind auf diese Weise entstanden. Ist also zunächst keine Frage von allzu hohen Investitionen (Du bist bis jetzt gerade mal bei gut 100 Euronen), sondern nur eine Frage der richtigen Handhabung. Und einer raffinösen Bildbearbeitung.


Da ich noch Schüler bin kann ich die Budgetgröße nicht so hoch einstellen. Kann man für 500€ Astrofotografie machen, wenn ich z.b. für das Teleskop so 300€ ausgebe, welches würdet ihr mir empfeheln?
Ja, das wird sicher gehen. Das Wichtigste beim Teleskop ist die Montierung!!! Hier zu sparen wäre äußerst fatal!!! Bei kleineren Öffnungen bis ca. 100mm würde ich eher zu einem Refraktor raten. Darüber sollte es eine Spiegeloptik sein, da Refraktoren dann einfach zu teuer werden. Am besten, Du schaust Dir auf einem Spechteltreffen in Deiner Nähe mal so das eine oder andere Röhrchen in der harten Praxis mal an. Für 300 Euronen sollte ein gutes Instrument auf einer guten Montierung locker drin sein.


Ich hab zwar eine Digitalkamera mit 5 Mp, hab mich schon ein bisschen informiert, wo ich den ISO wert auf max. 400 stellen kann, weiß aber net so genau für was das ist.
Ok, mit so einer "Digiknipse" kannst Du schon mal durch das Okular fotografieren. Einzelheiten und gute Tips dazu auf der Seite "Afokale Okularprojektion" (so heißt das in der Fachsprache). Weit besser ist allerdings die fokale Projektion. Das mit dem "ISO" ist ganz einfach: Je höher der Wert, desto empfindlicher die Kamera, aber auch mehr Körnigkeit, sprich, Rauschen.


Wenn das mit der nicht geht, habe ich mir einfach gedacht, kaufe ich mir eine Webcam mit Adapter, schließ sie an, dreh ein Video und zerelg das dann in einzelne Bilder, weiß aber nicht, ob darunter die Qualität leidet?
So könnte ich das doch machen oder? Wie macht ihr das?
Genauso mache ich das auch! Und die Qualität leidet ganz und garnicht darunter. Im Gegenteil: Dadurch, daß Du den Chip direkt im Hauptfokus des Teleskops hast, bekommst Du deutlich schärfere Einzelbilder.

Außerdem hast Du mit einer Webcam die Möglichkeit, sehr viele Bilder (einige 100!) in relativ kurzer Zeit aufzunehmen. Unter diesen vielen Einzelbildern pickst Du Dir diejenigen heraus, bei denen die Luftunruhe ("Seeing") zufällig gerade gering war. Nimmst Du von diesen "Schnappschüssen" so 30-60 her und addierst sie im Programm Giotto, dann hast Du in dem Summenbild viel weniger Rauschen und deutlich mehr Informationen drin als in jedem der Einzelaufnahmen. Allerdings wirkt dieses Summenbild meist etwas "flau", so daß Du es, am Besten im FitsWork, weiterverarbeiten solltest. Die genannten Programme sind übrigens alle Freeware, mehr dazu auf meiner Softwareseite

Ich hoffe jetzt nur, daß ich Dich nicht mit allzuviel neuen Dingen verwirrt habe. Am besten, Du arbeitest einfach mal meine HP durch, dort findest Du sehr viel Theorie und Praxis zu diesem Thema.
 
Hi Klaus,

Danke für deine sehr ausführliche Antwort, das habe ich gebraucht. Ich bin mir sicher dass das helfen wird.

PS: gute hp

Gruß-chris
 
Hallo Chris,

Die Seite von Sven solltest du dir gut durchlesen! Um das ganze jetzt einmal mit konkreten Zahlen zu füllen:

Wenn es heißt, die Montierung sei wichtig, dann reden wir von Beträgen, die bei 1.000 Euro anfangen (nur für die Montierung)!!! Billiger geht es nur, wenn du die Brennweite relativ gering hälst und sagen wir mal 300mm bis 400mm nicht überschreitest.

Was die Digicam angeht so finde ich, dass sich das in der Antwort von Klaus zu einfach anhört. Im Prinzip ist eine Digicam nett, um mal rumzuspielen. Aber gute Ergebnisse wirst du damit nicht bekommen. Das Problem ist einfach, dass meines Wissens nach alle Digicams auf 30 Sekunden Belichtungszeit beschränkt sind. Das reicht einfach nicht!

Anders bei Webcams. Hier reichen für DeepSky Belichtungszeiten von 30 Sekunden aus (und das geht dann bei 1000mm Brennweite auch noch ohne guiding!!!). Allerdings kann keine Webcam im Originalzustand Langzeitbelichtung und muss hierfür erst modifiziert werden (Hardwareumbau!).

Da ich noch Schüler bin kann ich die Budgetgröße nicht so hoch einstellen. Kann man für 500€ Astrofotografie machen, wenn ich z.b. für das Teleskop so 300€ ausgebe, welches würdet ihr mir empfeheln?

Für 300 Euro bekmmst du schon ein ordentliches Teleskop. Aber für eine entsprechende Montierung reicht das Budget bei weitem nicht aus! Will dich nicht abschrecken, aber ich denke es ist wichtig, einfach ehrlich zu sein...
 
Hallo Rolf,

das kann man nur unterstreichen und die Zahlen stimmen auch. Vor etwa 2 Jahren hat Kollege André Walczak, der sich ja hier im Forum auch tummelt, mal den ehrgeizigen Versuch gestartet, durch Schnäppchenjagd im Gebrauchtmarkt eine kleine Astrofoto-Ausrüstung für einen Neuzugang bei uns zusammenzusuchen. Nun, das war verflixt schwierig und wenn ich mich recht erinnere, hat es nur geklappt, weil da ganz private Sonderpreise gemacht wurden, quasi Einsteigerförderung innerhalb unseres "Nicht-Vereins". Letztendlich aber ist dann doch mehr Geld in eine größere Ausrüstung geflossen...

Also: Es ist schon so, wie Du schreibst und ich meine Klaus sieht das entweder zu locker, oder schreibt zu wenig über die Einschränkungen, die das Budget mitbringt. Lieber mit 600 Euro Budget komfortabel einen visuellen Start machen, als völlig unzufrieden mit den fotografischen Möglichkeiten zu sein.

Nochwas zu den Digiknipsen: Also es gibt einige wenige, die etwa 60 oder 64 Sekunden können. Einige (nicht alle) Coolpix und auch die recht verbreitete (aber heute veraltete) Casio QV3500EX. Dann können einige so um 30 Sekunden, aber verdammt viele sogar enden bei 2 Sekunden oder vielleicht 8 Sekunden. Die taugen dann nichtmal, um ordentlich Polarlichter zu fotografieren. Mit solchen Digiknipsen ist man wirklich auf Mondfotos beschränkt, denn selbst Planetenbilder gehen mit der afokalen Projektion eher kläglich, gegen das was eine viel günstigere Webcam möglich macht. Überhaupt hängt bei der afokalen Projektion viel davon ab, daß man ein gut mit der Optik der Digiknipse harmonierendes Okular hat, und das man die Digiknipse überhaupt vernünftig hinter dem Okular befestigen kann. (Man betrachte mal die Möglichkeiten der Hyperion-Okulare, das ist schon was.)

Als Fazit jedenfalls bleibt, daß man mit dem genannten Budget eher Planetenfotografie mit einer Webcam machen kann, wenn man denn einen Laptop hat oder seinen PC in Balkonnähe (mit entsprechenden USB-Verlängerungen, was nicht ganz trivial ist wegen der Kabellängenbeschränkung). Naive Ideen, durch ein Fenster (ob auf oder zu) zu beobachten oder zu fotografieren kann man mal gleich vergessen, weil ja entweder die wabbellige Fensterscheibe oder die wabernde Luft das Bild ruiniert.
Deepsky-Fotografie wäre in diesem Rahmen gerade eben per Nachführung mit den Handrädern (bzw. biegsamen Wellen) oder ganz einfachen Motorsteuerungen machbar. Ob das allerdings befriedigend ist? Durch's Teleskop jedenfalls habe ich arge Bedenken, daß es selbst mit ach und krach nicht geht. Wie ich eben in der verlinkten Tabelle schon aufgeführt habe: Mit kleinem Tele Huckepack auf dem Teleskop kann man arbeiten. Immerhin ein Einstieg, von dem ich zwar niemanden abraten möchte, wobei aber zu befürchten steht, daß man dann mit der gekauften Ausrüstung unzufrieden ist, weil weder fotografisch noch bei visueller Beobachtung die Erwartungen erfüllt werden.

Clear Skies
Sven
 
Das Problem ist einfach, dass meines Wissens nach alle Digicams auf 30 Sekunden Belichtungszeit beschränkt sind. Das reicht einfach nicht!

Anders bei Webcams. Hier reichen für DeepSky Belichtungszeiten von 30 Sekunden

hallo1!

also diese 30 sekunden gehen höchstens bei videos und da werden mehrere bilder pro sekunde gemacht! hat also nichts mit belichtungszeit zu tun!

und webcams können auch erst nach umbauarbeiten länger belcihten!
cs
nEwEr
 
Hi,

nene, der Rolf sieht das schon richtig, es gibt Digiknipsen, die solche Belichtungszeiten können. Aber halt eher nicht bei Aldi...

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

Vielleicht hierzu ne eigene Erfahrung:

Ich habe für normale Tageslichtfotografie die Minolta DiMage Z2. Die Digicam kann 30s belichten bei max. ISO 400. Meine ersten DeepSky-Versuche habe ich mit dieser Kamera gemacht, die ich "einfach" (war nicht einfach sondern ne wacklige Sache!) per Digiknips am Okular befestigt hatte.

Selbst bei den wirklich hellen Funzeln wie M42 (Orionnebel) war das deutlich zu wenig!!!
Dazu kommt die Sache mit dem nicht abnehmbaren Objektiv und der Randabschattung durch das Okular.

Sternfeldaufnahmen gehen damit einigermaßen, d.h. man bekommt schon nette Bilder aber auch nicht die wirklich tollen Aufnahmen. Dagegen habe ich mit der Digicam meine besten Mondaufnahmen gemacht. Hier hat sie gegenüber der Webcam einfach den Vorteil der größeren Chpfläche bzw. des damit verbundenen größeren Gesichtsfeldes.
Was bei Mondfotos mit der Digicam auch gar nicht schlecht ist ist die Möglichkeit, dass man noch am Okular zoomen kann.

Aber selbst bei Planetenfotos sind die Webcams schon wieder Klassen besser... Ich will jetzt gar nicht mehr schreiben. Könnte einen Roman füllen aber ich will mich noch auf einen Tipp beschränken:

Wie Sven auch schon sagte ist es eine Überlegung wert, mit einer anständigen Optik visuell anzufangen und über ein paar Jahre hinweg sich nach und nach die Ausrüstung zur Astrofotografie zuzulegen. Wenn man von Anfang an weiß, dass das das Ziel sein soll, kann man das ganz vernünftig angehen!

Hier vielleicht auch noch meine eigene Erfahrung:

Mein Budget lag Ende Ende 2001 (ich war Student) ebenfalls bei rund 400 bis 500 Euro. Bei ICS hab ich mir dafür nen 8" Dobson gekauft, mit dem ich heute noch sehr zufrieden arbeite. Über die Jahre kamen dann Okulare, Filter... und nach ner Ferienarbeit gebraucht eine parallaktische Montierung (EQ-6). Ein Vereinskollege hat mir inzwischen zwei Webcams umgebaut für Langzeitbelichtung (eine SC2-Farb-Kamera und eine hochempfindliche SC3-schwarz-weiß-Kamera). Das ist sogar recht günstig! Die Webcams kosten so 50 Euro bei ebay und für den Umbau fallen praktisch keine Kosten an (man braucht nur know-how oder einen Bekannten mit selbigem).
Irgendwann habe ich dann Getriebe und Fett gewechselt, ne neue Steuerung zugelegt, die zwar Verbesserungen brachte, aber meiner Meinung nach nicht wirklich gut ist. Die wird demnächst gegen ne Boxdörfer getauscht und dann hoff ich, dass nach über 5 Jahren Amateurastronomie die erste wirklich fototaugliche Ausrüstung zusammen gekratzt ist.
Der Vorteil dabei ist: Man muss nie auf einen Schlag 3.000,- Euro locker machen sondern macht das peu a peu.

Achja übrigens: Zur Astrofotografie gehört viel mehr als ein Teleskop, eine Kamera und eine Montierung!!!!

Da denke ich an Adapter, Komakorrektoren, Barlow-Linsen, PCs oder Notebooks, Software zur Bildbearbeitung...
 
Hallo Sven,

für einen Einsteiger wird diese Diskussion jetzt ein wenig verwirrend...

Chris hat nun mal kein Geld für eine fotografisch voll taugliche Ausrüstung! Er spricht von maximal 500 Euro für die gesamte Ausrüstung, die ihm sicherlich schon richtig weh tun, und er denkt sicherlich nicht an Langzeitbelichtung von schwierigen DeepSky-Objekten, sondern möchte wohl erst mal "leichte Kost" wie Sonne, Mond und Planeten ablichten. So oder so ähnlich haben wir doch alle mal angefangen. Und genau das kann er mit einem guten Einsteiger-Teleskop auf einer im Rahmen dieses Budgets brauchbaren Montierung durchaus machen. War bei mir auch nicht anders, und ich habe sehr viel gelernt dabei. Und auch fotografiert!

Ich kann da meinen eigenen Tip nur nochmal unterstreichen, Chris sollte beim nächstbesten klarem Himmel mal ein Spechteltreffen in seiner Nähe aufsuchen und sich mal verschiedene Geräte gut anschauen. Dann bekommt er selber ein gutes Gefühl dafür, was ihm so zusagt und was nicht.

Also: Es ist schon so, wie Du schreibst und ich meine Klaus sieht das entweder zu locker, oder schreibt zu wenig über die Einschränkungen, die das Budget mitbringt. Lieber mit 600 Euro Budget komfortabel einen visuellen Start machen, als völlig unzufrieden mit den fotografischen Möglichkeiten zu sein.
Ich bemühe mich jedenfalls, es locker zu sehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Eine Profi-Ausrüstung kommt für Chris aus Budgetgründen definitiv nicht in Betracht - bei weitem nicht.

Ein Dobson? Mit sowas muß man erst mal umgehen können, und fotografieren, also genau das, was Chris ja machen möchte, ist damit nicht wirklich komfortabel.

Ein dicker Newton? M.E. zu schwer für eine preisgünstige Montierung und für eine spätere "Wiedergeburt" als Leitrohr eher ungünstig.

Ein SCT oder Mak? Viel zu teuer!

Bleibt also nur ein kleiner 70...90mm Refraktor auf einer brauchbaren Deutschen Montierung übrig, den kann er sich leisten, auch wenn er damit keine Galaxien und bis auf wenige Ausnahmen auch keine Gasnebel bzw. PN's sieht.

Klar, daß auch diese einfache Montierung ihre Einschränkungen hat, also nicht selbst motorisiert nachführt, kein GoTo hat und auch keinen Mittelklassewagen tragen kann. Aber das spielt bei kurzbelichteten Sonne-/Mond-/Planetenaufnahmen auch keine Rolle, Hauptsache man kann das Objekt noch halbwegs komfortabel mit einer Achse manuell nachführen - oder besser ausgedrückt - im Blickfeld halten.

@Chris:
Liege ich da in etwa richtig oder habe ich Dich völlig falsch verstanden?
 
Hallo Klaus,

ich verstehe den Zwiespalt, war vor Jahren auch (und wegen meiner von Anfang an vorhandenen Foto-Gedanken) kein Dobson-Freund. Die Praxis hat micht letztendlich überzeugt, daß man mit einem Dobson doch ohne große Eingewöhnung ungeheuer viel anfangen kann. Der visuellen Beobachtung sind da kaum Grenzen gegenüber einem parallaktisch montierten Gerät gesetzt. Mir persönlich macht es jedenfalls weniger aus, auch bei hoher Vergrößerung mal einen Planeten im Dobson "zu verlieren" und neu mit niedriger Vergrößerung zu suchen, als das Gezitter der viel zu schwachen Montierungen unter den günstigen Einsteigergeräten.

Meiner Meinung nach sollte man lieber zunächst auf eine gute visuelle Ausrüstung setzen und damit Erfahrungen sammeln. Das kommt einem dann zugute wenn man später die Mittel hat, auf eine fotografische Ausrüstung umzustellen (oder diese hinzuzukaufen). Der Punkt ist einfach, daß man mit einer fotografischen Ausrüstung allein auch viel zu sehr "allein im Walde" steht, weil einem da im Prinzip dann die nötigen Himmelskenntnisse fehlen. Ich habe da gerade ein gutes Beispiel vor Augen von jemandem, der völlig auf Fotografie gesetzt hat, aber sich dann im April den Orionnebel einstellen lassen wollte. Wohlgemerkt: Einstellen lassen...
Man kommt einfach nicht umhin, zur Fotografie auch visuelle Kenntnisse zu erwerben, angefangen mit der Orientierung am Himmel.
Daher halte ich es für einen Fehler, eine notdürftige Foto-Ausrüstung zusammenzukratzen, nur um diesen Wunsch zu erfüllen. Denn es ist gut möglich, daß diese Ausrüstung dann im Prinzip gar nichts erfüllen kann, weil man damit den nötigen (Lern-)Weg einfach nicht richtig beschreiten kann. Etwas anderes ist es, wenn man das Geld hat, von Anfang an eine solche Foto-Ausrüstung anzuschaffen, daß man auch visuell ein ansprechendes Beobachtungserlebnis hat.
Natürlich lässt sich auch dagegen einwenden, daß eben diejenigen Sternfreunde "mit dem richtigen Biß" auch nach Jahren mit einem Wackelteleskop dabeigeblieben sind. Aber wieviele bleiben auf der Strecke?

Jedenfalls wenn ich 500 Euro Budget vor mir sehe, dann ist mein ehrlicher Rat, einen Dobson 200/1200 anzuschaffen, möglichst gebraucht (aber beim Gebrauchtkauf das fehlende Zubehör bei der "Preisberechnung" nicht vergessen). Dieser Dobson bietet ungeheure visuelle Möglichkeiten, aber man kann eben auch Schnappschüsse vom Mond machen. Planetenfotografie ist damit ein hartes Geschäft, per Schnappschuß wird man nicht zufrieden sein, aber ich habe mal beobachtet, daß man zu zweit mit der Webcam durchaus erfolgreich sein kann, auch wenn der Dobson dann ein wenig wie Artillerie wirkt. Einer bedient die Kamera, der andere muß den Planeten ruckweise nachführen und durch das Bild laufen lassen.
Meiner Meinung nach lieber auf diese Weise, als auf eine Montierung zu setzen, in der man im Prinzip selbst nur eine Übergangs- oder Notlösung sieht. Dann sollte man sich lieber anschauen, was für bastlerische Möglichkeiten es gibt, zum Beispiel eine "Barndoor", mit der man eine Kamera mit kleinem Tele auch von Hand nachführen kann. Im Prinzip kann man sowas mit drei Brettern, ein paar Scharnieren, 8 Schrauben und einigen Nägeln selbst zusammenhämmmern.

Jedenfalls soviel noch, Klaus: Ich führe diese Diskussion nicht, um meine Meinung dazu durchzudrücken, oder um mich hier einfach nur zu streiten. Dahinter steckt, daß ich einmal vor Mißerfolgen warnen möchte und zum anderen, daß solche Argumentationen für den Leser durchaus auch Lehrreich sind.

Unterstreichen kann ich jedenfalls die Aufforderung, Anschluß zu anderen Sternfreunden zu suchen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

Das war glaub jetzt schon ein bisschen zu kompliziert, weil ich ja erst vor kurzem angefangen habe, mich mit Astrofotografie zu beschäftigen und da liegt Klaus völlig richtig. Ich hatte vor erstmal "nur" mit Planetenfotografie anzufangen.
Ich kann ja deine Sorge verstehen, dass es welche gibt, die nur Astrofotografie, wegen der Fotografie, machen. Aber ich bin ja erst durch die Astronomie auf die Astrofotografie gekommen, weil die Astronomie mich sehr fasziniert hat und auch noch immer tut, also, obwohl ich noch Schüler bin, kann ich dir schon sagen wo der Orionnebel liegt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />.
Ich versuche eure tips zu beachten, aber manche Fachbegriffe erschweren es halt einem z.b. was ist genau eine Barndoor oder was ist parallaktisch? Ist das das gleiche wie eine äquatoriale Montierung? Hab ich ma gelesen.

Gruß chris
 
Hallo *,

ich habs schon befürchtet, daß die Diskussion in diesem Thread für einen Einsteiger etwas zu sehr ins Eingemachte geht. Wir sollten als "Gäste" in Chris' Thread also einen Gang zurückschalten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />


@Sven:

Die Praxis hat micht letztendlich überzeugt, daß man mit einem Dobson doch ohne große Eingewöhnung ungeheuer viel anfangen kann.
Du hast absolut Recht, wenn Du sagst, daß es von Vorteil ist, den Himmel mit Dobson's "Viel Optik fürs Geld" erst mal in seiner ganzen Pracht "richtig" kennenzulernen. Auch einem großen Newton kann man ja schließlich später einmal eine gute, fotografietaugliche Montierung "verpassen", die dann allerdings nicht ganz billig ist. Zum Thema Dobson vielleicht noch ein kleines Anekdötchen:

Im letzten Winter brachte ein Mitglied unserer kleinen "Astroclique" seinen riesigen 500/2000 Gitterrohr-Dobson auf einem unserer Spechteltreffen mit. Nach Aufbau und Kollimation (Haupt- und Fangspiegel ausrichten) konnte es endlich losgehen. Erst mal 'rüber zum M42 (Orionnebel). Beim Blick durch das 22mm-Okular blieb mir erst mal die Spucke weg! Der Gasnebel war so brutal hell, daß es mich beinahe die Dunkeladaption gekostet hätte! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Dann spaßeshalber mal 'rüber zum Saturn - viel zu hell, schon unangenehm! Dann zum NGC2392 (Eskimonebel, ein wahrer Genuß) und weitere schöne Objekte, die aber immer blasser wurden. M51 (Whirlpool-Galaxie, sehr hell) war schon fast nicht mehr zu sehen - ein Blick auf den Fangspiegel zeigte eine schöne, weiße Rauhreifschicht. Feierabend, denn auf dem Acker gibt's keine Steckdose für einen Föhn...

Warum ich diese kleine Geschichte erzähle? Nun, mit einem dicken Newton auf einer Rockerbox kann man für wenig Geld einen unglaublichen Blick auf die Gestirne haben. Die kleinen "Nebenwirkungen" Kollimation, frierender Fangspiegel usw. könnte auf Einsteiger am Anfang eher abschreckend wirken, auch wenn man sich schnell dran gewöhnt.


@Chris:

Ich versuche eure tips zu beachten, aber manche Fachbegriffe erschweren es halt einem z.b. was ist genau eine Barndoor oder was ist parallaktisch? Ist das das gleiche wie eine äquatoriale Montierung? Hab ich ma gelesen.
Eine Parallaktische Montierung, auch äquatoriale oder Deutsche Montierung genannt, "verkippt" die Achse zur horizontalen Nachführung der Montierung, die im "azimutalen Fall" senkrecht steht, um x (für Bad Tölz 90-47,7=42,3)° und zeigt damit genau auf den Himmelspol in der Nähe des Polarsterns. Nun braucht man nur noch diese eine Achse um 15° pro Stunde zu drehen, und man gleicht so ganz elegant die Erddrehung aus. Nebenbei entfällt die lästige Bildfelddrehung, wie sie sich bei der azimutalen Aufstellung schon nach wenigen Minuten unangenehm bemerkbar macht.

"Barndoor" ist, mal etwas volkstümlich ausgedrückt, so eine Art "Polhöhenwiege für Arme", eine Konstruktion, die im Prinzip das gleiche im Sinn hat, wie die Deutsche Montierung, nämlich das Verkippen der horizontalen Nachführachse dahingehend, daß diese parallel zur Rotationsachse der Erde verläuft.
 
Hallo Klaus und Chris,

also Problemchen gibt es immer. Die Frage ist nur, wo und warum und in welchem Maße und schließlich was man dagegen tun kann/will.
Man könnte doch jetzt unbedarft nach der Riesen-Dobson-Geschichte meinen, ein Newton wäre für Raureif oder Tau besonders anfällig. Dabei ist doch gerade der Newton eines der am wenigsten dafür anfälligen Geräte, weil alle optischen Flächen im Innern geschützt liegen, beim besonders Öffnungsnahen Fangspiegel liegt die genutzte Fläche ja sogar nach Innen gerichtet. Ein Linsenteleskop (Fachwort Refraktor) oder ein Cassegrain (egal ob Schmidt- oder Maksutov-Cassegrain) sind viel anfälliger für Tau, selbst mit Taukappe.
Das sind halt so die typischen Probleme, die man hat.
Im Feld gibt es keine Steckdose? Nein, das nicht, aber nicht selten schleppen Sternfreunde mit ihrer fotografischen Ausrüstung einen fetten Autoakku mit. Damit werden dann Camping-Föns oder 12V Heizlüfter betrieben, womit man Okulare und Teleskope bei bedarf wieder freibläst. Noch eleganter und vor allem insgesamt auch stromsparender sind die vielen für wenige Cent selbstgebauten Heizungen für Fangspiegel oder Taukappe.
Auf dieser Seite ganz unten ist meine selbstgebaute "Heizung für alles" zu sehen. Teuerstes Bauteil: Ein 2,50 DM teurer Sack Fotosand... http://www.svenwienstein.de/HTML/zubehor.html
Man kann den Schlauch mit dem Heizdraht je nach Bedarf um Okular, Sucher oder Taukappe schlingen. Derweil habe ich mir eine Fangspiegelheizung gebaut aus billigen Widerständen, nach dem Beispiel von Stathis Kafalis. Da wird mit 0,75W der Fangspiegel durch die sich erwärmenden Widerstände geheizt. Das verbraucht bei 12V etwa 60mA also soviel wie drei helle Leuchtdioden und ließe sich ebenso mit einem kleinen Päckchen Mignon-Akkus stundenlang betreiben. Ich bin aber auch lange ohne ausgekommen, bis sich unser üblicher Beobachtungsplatz geändert hat. Am neuen Platz war's dann halt feuchter...

Also, im Prinzip kann man mit einfachen Mitteln viel erreichen. Das gilt aber eher für das Zubehör, während es bei der Fotografie eigentlich immer wichtig ist, eine solide Basis zu haben. Auch Planetenfotografie ist ohne Nachführung nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, weil man mit der Webcam den Planeten bei hoher Vergrößerung in einem verdammt kleinen Bildausschnitt halten muß. Na, was heißt halten, erstmal reinkriegen!

Hm. Wie sieht's denn mal mit dem Gedanken aus: Es gibt von Seben die Montierung EQ-EM10. Die hat eine einfache Motorisierung in 2 Achsen. Darauf setzt man ein Teleskop, ich würde einen 150/750 Newton vorschlagen. (Einen mit Parabolspiegel, es gibt leider manche billigen mit Kugelspiegel. Muß man schauen, welche Marke man da nimmt.)
Damit hat man dann die Möglichkeit, mit der Webcam Planetenfotos zu machen, was durch die Nachführung ungeheuer komfortabel wird. Man kann aber auch schon mit einer Kamera huckepack auf dem Teleskop durch das Kamera-Objektiv ein paar Himmels-Schnappschüsse machen. Je nach den Fähigkeiten der Kamera.
Die Montierung taugt bestimmt auch dafür, eine kleine Optik mit vielleicht bis zu 500mm Brennweite zusammen mit einem kleinen, leichten Leitfernrohr fotografisch für Deepsky zu nutzen.
Das Teleskop hat mit 6" Öffnung schon ein ganz ordentliches visuelles Potenzial und wird einiges an Freude bereiten. Es kann vor allem auch später mit einer digitalen Spiegelreflex-Kamera oder einer Astro-CCD-Kamera als Foto-Optik genutzt werden, warscheinlich dann auf einer stabileren Montierung.

Ich meine, das würde inclusive einiger günstiger (gebrauchter?) Okulare gut ins Budget passen. Zumindest lässt sich damit einiges an Wünschen umsetzen.
Klar sollte dabei sein, daß man visuell mit einem 8" f/6 Dobson viel besser dastünde, vor allem weil man da mindestens 200 Euro in Okulare oder Zubehör allgemein stecken kann. Dafür ist es damit aber kaum möglich, so richtig "freudvoll" Fotografie zu betreiben.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

vorab erst mal vielen Dank für die vielen wertvollen Tips und Informationen, die Du hier schon gepostest hast!

Man könnte doch jetzt unbedarft nach der Riesen-Dobson-Geschichte meinen, ein Newton wäre für Raureif oder Tau besonders anfällig.
Nein, nein - dieser Eindruck sollte jetzt nicht entstehen. Mein SCT friert im Winter mit schöner Regelmäßigkeit zu, fast könnte man sagen, ich benutze den Föhn häufiger als das Okular <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Beim Gitterrohrdobs ist es nur so, daß sich der Fangspiegel beim Beobachten direkt und ungeschützt vor der Nase befindet, aus der es bei jedem Ausatmen kräftig dampft. Wäre da ein Tubus, wie bei einem "normalen" Newton, dann kämen diese Dämpfe nicht so leicht dorthin...

Hm. Wie sieht's denn mal mit dem Gedanken aus: Es gibt von Seben die Montierung EQ-EM10. Die hat eine einfache Motorisierung in 2 Achsen. Darauf setzt man ein Teleskop, ich würde einen 150/750 Newton vorschlagen.
Das hört sich vernünftig an. Ein 150/750 Newton wäre ein gutes DeepSky-Gerät für ein geringes Budget. Aber nur visuell, denn eine DeepSky-taugliche Kamera sprengt dieses Budget wieder. Und mit einer Webcam wird man eher Planeten fotografieren. Hier müßte nur die eff. Brennweite mit einer Barlowlinse oder Okularprojektion auf wenigstens 3m verlängert werden, was man sich bei 6" Öffnung locker leisten kann.

Letztendlich steht Chris m.E. vor der Entscheidung:
1. Große Optik in der "Dobson-Ausführung", sehr viel Geduld beim fotografieren oder
2. Kleinere Optik auf einer halbwegs brauchbaren Deutschen Montierung mit deutlich mehr Komfort beim Fotografieren, spätere Wiederverwendung dieser Optik als Leitrohr

Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Es ist äußerst wichtig, an mehreren Spechteltreffen teilzunehmen um die Praxis kennenzulernen. Fast alle Spechtler haben eine äußerst angenehme Eigenschaft gemeinsam - sie lassen sich sehr gerne mit Fragen aller Art zu ihrem Teleskop "quälen". Und plötzlich kann man diese vielen verwirrenden, neuen Dinge auch viel besser einordnen.
 
Hallo Klaus,

hm, also den 150/750 hatte ich wegen der Allroundeignung rausgesucht. Klar, Planetenfotografie bei 6m Brennweite - uiui, aber immerhin, eine 3x Barlow da reingestopft bringt 2,25m Effektivbrennweite und damit machen sich wirklich schon ganz annehmbare Fotos von Jupiter und Saturn - man muß ja nicht mit dem ersten Teleskop gleich das letzte rausholen. Erfahrung sammeln ist angesagt, und das geht damit auch recht gut. Immerhin kann das Teil eine Menge, wobei es nun gerade als Leitrohr nicht taugt, aber eben als Foto-Optik für Deepsky, wenn man denn das in Zukunft mal will. Da freut man sich vielleicht, über eine Optik in diesem Brennweitenbereich, die auch noch leicht genug für GP-Klasse Montierung ist, so daß man mit kleinem Leitrohr dadurch Fotos schießen kann.
Visuell halt ein durchaus vielseitiges Gerät hat genug Öffnung um auch Deepsky zu schauen (Kugelsternhaufen zeigen schon viele Randstere und gemotteltes Zentrum) und lässt einen am Planeten nun auch nicht im Regen stehen. Zugegeben, visuell stellt f/5 Ansprüche ans Okular, aber irgendwo knackt es natürlich, wenn die Anforderungen einen so engen Rahmen stecken.

Clear Skies
Sven
 
Hi Klaus und sven,

danke für eure kommentare, die sind echt informativ und die homepage von sven auch. Ich habe mir mal die Einsteigerecke durchgelesen und ich glaube jetzt bin um eine ganze astronomische Einheit reicher geworden. Daraufhin habe ich mich für das Newton 114/900 entschieden, der klassische allrounder. Wei ich in erster Linie Planetenfotografie machen will und das sollte ja mit einer webcam klappen so weit ich jetzt weiß, damit versuche ich dann erstmal Erfahrungen zu sammeln und ich informiere mich ma ob es in meiner Nähe auch Spechteltreffen gibt. Wie Klaus schon sagte könnte man damit auch Deep-Sky Objekte fotografieren, das wird allerdings teuer. Wie teuer würde das genau werden?

jedes Teleskop hat seinen eigenen Himmel
chris
 
Wie Klaus schon sagte könnte man damit auch Deep-Sky Objekte fotografieren, das wird allerdings teuer. Wie teuer würde das genau werden?

da hat klaus recht das wird teuer..
deepskyfotographie ist mit langen belichtungszeiten verbunden --> also brauchst du eine sehr stabile und genaue montierung ich würde sagen 1000€ aufwärts, nur für die montierung wohlgemerkt!

Die bilder kann man eigentlich nur mit einer Digitalen Spiegeltreflex oder noch besser reinen astro ccd kamerea machen. wie viel eine brauchbare CCD kamera kostet weiß ich nicht, die ienzige die ich kenne (und bereits verwendet habe) war eine um 9000€ von SBIG. DLSRs gibts aber schon so ab 800€ (EOS 350D). das waren alles neupreise gebrauchts gehts natürlich günstiger, aber teuer wirds immer!
und das wichtigste ist erfahrung, erfahrung, erhfahrung, und die kann man bekanntlich nicht kaufen, die muss man sammeln!

cs
nEwEr
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

also zwar ist die Digitalfotografie wirklich einfacher, aber die chemische Fotografie kann man immer noch nutzen, vor allem weil das viel billiger geht. Für 50 Euro kann man ein schönes, möglichst mechanisches Spiegelreflex-Kameragehäuse ersteigern, oft noch mit zwei oder drei Objektiven dabei, die man ja auch astrofotografisch probieren kann. Am besten sind solche Kameras, die auch ohne Batterie auslösen, wie viele alte Praktikas. Die rein mechanischen Kameras der "Edel-Hersteller", wie die beliebte Olympus OM-1 oder die Nikon FM, sind immer noch recht hoch im Kurs (im Vergleich).
Natürlichkann man bei chemischer Fotografie erst ein paar Tage später nach der Filmenwicklung seine Fehler erkennen, und dementsprechend auch erst einige Tage oder gar Wochen später den nächsten Anlauf wagen, seine Filter zu verbessern. Das muß man halt "aus Kostengründen" in Kauf nehmen, solange man sich kein DSLR-Gehäuse für 400 bis 500 Euro leisten kann. (Da steckt immerhin Preisfaktor 10 drin!)

Was man jedenfalls machen kann, egal ob chemisch oder DSLR: Einfach die Kamera mit einem Objektiv mit ca. 50mm oder maximal 135 (NACHDEM es mit 50mm geklappt hat) auf dem Teleskop befestigen. Dann mit dem Teleskop mit dem Handrad an der biegsamen Welle vorsichtig einen Stern im Okular des 114/900 verfolgen, bzw. besser noch genau auf dem Bildrand halten. So kann man 5 Minuten nachführen und schon ganz nette Aufnahmen machen.
Tja, und genau das (HALLOOOHOOO Chris!) habe ich schon einige Male in diesem Thread vorgeschlagen! Von hier ab halte ich es mit Yoda: TUE ES, ODER TUE ES NICHT!

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

ich hänge mich mal an diesen Thread an <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Da ich gerade ein paar gebrauchte Antaresrohrschellen für meinen kleinen 114er bekommen habe und da oben Anschlussmöglichkeiten für Leitrohr/Kamera vorhanden sind, wollte ich mal fragen wo man so ein Schräubchen herbekomme um meine alte SLR draufzuschrauben...

Danke schonmal und CS (bräuchten ich wirklich mal wieder)

Benny
 
Hallo Benny,

jaaaa.... so ein Schräubchen glaubte ich auch mal zu wollen...
Also die Sache ist die, daß man damit Schwierigkeiten haben wird, eine Spiegelreflex mit einem Objektiv drauf (selbst einem kleinen Normalobjektiv) so richtig gut gegen Verdrehen festzuziehen.
Ich würde stattdessen selbst etwas bauen, was vielseitiger und Stabiler ist:
Im Baumarkt kann man Aluminiumleisten bekommen. Meistens nicht allzu große. Optimal wäre eine Leiste mit 4mm starkem Alu, die dann über die Gewinde beider Rohrschellen geht. (Geschätzte Maße 200mm x 20mm x 4mm, selbst messen!) Die wird dann passend gebohrt und man Schraubt einfach mit normalen Fotoschrauben diese Leiste auf die Rohrschellen. In der Mitte der Leiste wiederum macht man eine weitere Bohrung, durch die man dann mit einer Fotoschraube die Kamera festmacht. Das funktionert für alle Objektive, die nicht über die Auflagefläche des Kameragehäuses ragen, also Problemlos bis 200mm Brennweite und auch für die meisten 300mm Optiken und noch für manche mit 500mm.
Noch eine "Korrektur" oder Präzisierung: Das Bohrloch für die Kamera sollte möglichst nicht genau in der Mitte sondern möglichst weit Richtung Teleskopöffnung versetzt werden (aber Platz für Schraubengkopf und Finger sollte bleiben, man Denke an Fotoschrauben mit großem "Handknopf", wie es sie im Fotoladen von Hama gibt), ansonsten hat man nämlich schnell mal die Spitze vom Teleskop auf dem Foto, gerade beim langen 114/900.
Bekommt man im Baumarkt kein passendes Aluminium, so kann man mal bei Conrad schauen, die haben tatsächlich auch dickere Alu-Klötze.
Je nachdem wie sich das Kameragehäuse benimmt, sollte man irgendwie einen "Gummilappen" unterlegen, damit sich das Gehäuse auch festziehen lässt. Manche Gehäuse sind da Problemlos, andere weigern sich herzhaft, auf blankem Metall festzusitzen. Man will ja nicht mit Gewalt anziehen und der Kamera das Gehäuse knacken (oder ein Plastikgewinde)!

Sitzt mal keine Kamera drauf, dann hat man übrigens einen netten Tragegriff am Teleskop...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Benny,

Leitrohr Huckepack geht, ist aber Gewichtsmässig schnell ungünstig, sobald das Leitrohr 2 Kilo wiegt. Dann ist eine Doppelplattform besser, weil die Hebelweg zwischen Leitrohr und Achsenkreuz spart.

Clear Skies
Sven
 
Hallo,

Die bilder kann man eigentlich nur mit einer Digitalen Spiegeltreflex oder noch besser reinen astro ccd kamerea machen.

Es gibt da schon noch eine - sogar höchst sinnvolle! - Alternative. Nämlich umgebaute Webcams! Der Voretil dabei ist, dass du sie sowohl für Planeten als auch für DeepSky einsetzen kannst. Sie sind recht günstig, leicht und einfach am Teleskop zu befestigen und stehen den CCD-Kameras im Preisbereich bis 1.000,-- Euro meiner Meinung nach in fast nichts nach.

Schau dir dazu mal diese Seite an:

Astrofotografie Laupheim von Manfred Konrad
 
Moin Benny!

> Da ich gerade ein paar gebrauchte Antaresrohrschellen für meinen kleinen 114er bekommen habe und da oben Anschlussmöglichkeiten für Leitrohr/Kamera vorhanden sind, wollte ich mal fragen wo man so ein Schräubchen herbekomme um meine alte SLR draufzuschrauben...

Diese Fotogewindeschrauben mit Feststellmöglickeit habe ich hier rumliegen. Die sind ja mittlerweile an fast jeder China-Rohrschelle zu finden. Vier Stück habe ich davon und brauche sie nicht. Wer eine sucht, kann mich ja mal anmailen. Gut, daß man alles aufhebt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Hallo Sven,

nein keine Angst ich habe nicht vor ein Rohr draufzuschnallen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ich wollt nur wissen, ob die Gewinde an den Schellen ursprünglich dafür gedacht sind.

Gruß Benny
 
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