Wie mache ich einen Holztubus? Anleitung:

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mohlitz

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http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/showflat.php?Cat=&Board=biete&Number=145199&page=3&view=collapsed&sb=5&o=&fpart=1


Der Tubus des Prototyps ist "nur" furniert.
Das bedeutet einfach, ich habe ein
"Papprohr mit Holz beklebt".

Hört sich profan an, ist es aber nicht.
Das längsgerichtete Furnier gibt dem Tubus
enorme Stabilität. Das Gewicht ist dabei
extrem niedrig. Vor dem Furnieren wird der
Tubus (das "Papprohr" ;-) 2x mit Isoliergrund
auf PUR-Basis wasserfest lackiert. (auch innen)

So kann keine Feuchtigkeit eindringen.

Das Furnier wird ausgesucht, auf Länge geschnitten
und "gefügt". Also längs exakt gerade geschnitten und
aneinander-"genäht" ("Zickzack" mit heißen Klebefäden
auf der Unterseite zusammengeklebt, dafür gibt es
eine spezielle Maschine).
(Mit einem Cutter und Packband geht es bestimmt auch ;-)

Dann wird das Furnier und das Papprohr mit Kleber auf
Neoprenbasis bestrichen. (Pattex ist auch nicht verkehrt,
nur auf Dauer nicht wetterbeständig)

Das Furnier wird auf den Tubus aufgerollt. (Ähnlich
wie Teig auf ein Nudelholz) und Bahn für Bahn mit
der flachen Seite eines Hammers angedrückt. So erzeugt
man den nötigen Druck auf kleiner Fläche.
(Das Rohr liegt dabei auf einem innenliegenden Balken,
damit man keine Dellen in das Rohr drückt.)

Den überlappenden Überstand des Furniers kann man
vorsichtig wegschleifen.



Ein solcher Tubus auf Maß geschnitten mit Ausfräsung
für den OAZ, lackiert, mit Velours ausgekleidet und
mit lackierten Schutzringen vorne und hinten kostet
etwa 400,- bis 600,- Euro je nach Größe und Furnier.
(Natürlich ohne Optik, Fangspiegelspinne und OAZ)

Bei absolut exklusiven Furnieren kann es aber auch
deutlich teurer werden ;-)

Das komplette Teleskop mit Transportkoffern (sieht man
teilweise unter dem Teleskop) würde etwa 2000,- Euro kosten.
(Einzelanfertigung nach Wunsch)

Hört sich teuer an, ist es aber nicht, da wir "nach Wunsch"
fertigen.

Der Tubus meines "Meisterstückes" ist formverleimt.
Das ist ein deutlich größerer Aufwand. So ein Tubus
als Einzelstück würde etwa ab 1500,- Euro kosten.
Alleine der Schablonenbau dauert etwa 2 Tage.

Aber darüber lest ihr ja in der nächsten SuW :-)

Beste Grüße
Dirk Mohlitz
Teleskope, Zubehör & mehr
 
Hallo Dirk,

sehr interessant Deine Ausfuerungen. So kann man doch ein schlichtes Papprohr optisch und mechanisch deutlich aufwerten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Bei mir ist es im Moment nicht soweit, das ich einen Tubus braeuchte, aber man kann ja schon mal in die Zukunft planen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Darum ein paar Fragen:

Vor dem Furnieren wird der Tubus (das "Papprohr" ;-) 2x mit Isoliergrund auf PUR-Basis wasserfest lackiert. (auch innen)

Nach welchen Marken sollte man da suchen/fragen? Und wo ueberhaupt? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Ich war gestern sowieso im Baumarkt und habe mich
da mal in der Abteilung fuer Farben&Lacke umgesehen, aber die waren auf Alkyd- oder Kunstharzbasis, bestenfalls mit
"PU-Zusatz".

Dann wird das Furnier und das Papprohr mit Kleber auf Neoprenbasis bestrichen. (Pattex ist auch nicht verkehrt, nur auf
Dauer nicht wetterbeständig).

Naja, dasselbe Problem. Klar, Pattex haben die. Aber sowas?
Nun hat man ja nicht immer ein passendes Papprohr. Kann man diesen Kleber auch nehmen, wenn man sich z.B. aus Papier
oder Karton ein eigenes Rohrstueck baut und die einzelnen Lagen miteinander verkleistert? Laesst sich das dann noch
wie oben beschrieben lackieren?

Das Furnier wird ausgesucht, auf Länge geschnitten und "gefügt". Also längs exakt gerade geschnitten und
aneinander-"genäht" ("Zickzack" mit heißen Klebefäden auf der Unterseite zusammengeklebt, dafür gibt es eine spezielle
Maschine). [...]
Das Furnier wird auf den Tubus aufgerollt. (Ähnlich wie Teig auf ein Nudelholz) und Bahn für Bahn mit der flachen Seite
eines Hammers angedrückt. So erzeugt man den nötigen Druck auf kleiner Fläche.

Nun ja, die Auswahl beim Furnier konnte man da voellig vergessen. Da muss man wohl in einen speziellen Laden gehen.
Aber wie ist das mit dem Furnier gemeint, nach meiner Vorstellung nimmt man da also einen genuegend breiten Streifen,
der genau einmal um den Umfang des Tubus passt und klebt den dann fest. Wenn's richtig abgemessen wurde bleibt auch
keine Luecke.
Oder sollen da mehrere Streifen schmaleren Furniers miteinander verbunden werden? Wenn man die einfach aufeinanderklebt
gaebe es ja jeweils eine Stufe, so also sicher nicht.
In der Form erinnert es mich an die Art und Weise, wie einst Fraunhofer seine Tuben baute (nachzulesen bei Riekher).
Koennte man also auch mehrere Lagen Furnier uebereinander kleben, um die Festigkeit zu erhoehen?
Nebenfrage: was ist das fuer ein "Heisskleber", den Du erwaehnst? Sowas habe ich nur mal im Zusammenhang mit
Buchbinderei gehoert, der muss wohl ziemlich fest sein...

Neugierige Gruesse
Dixon
 
Hallo,Dixon
In der Tat ein Holztubus genau nach Fraunhofers Dorpat Modell nachzubauen wäre schon knifflig <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
wie dick wohl die Wandung dieses Rohrs sein mag und die einzelnen Leistenschichten
man könnt ja mal 1 cm Länge vom original-Tubus abschneiden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ,um zu untersuchen-wie der Fernrohrmeister im Detail vorgegangen ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" />
Allein die Schichten verleimen mit Glutinleim-dann auf das Rohr Druck aufbauen mit heißen Sandsäcken in zwei riesigen 4500 mm langen Modell-Halbschalen(heut gibts dafür vakuukmtechnik <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )

mehrlagige Furniertechnik:längs-30°längs rechtsdrehend-längs-30° längs linksdrehend-längs
Ob Packband leimdurchlässig ist-möchte ich bezweifeln-dann eher gelochtes Furnierklebeband
 
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