FrankZ
Aktives Mitglied
Hallo,
mir ist jetzt ein Büchlein von 1963 mit dem Titel "Nachts am Fernrohr" von Klaus Ullerich in die Hände gefallen. Dieses Buch hatte ich in meiner frühen Jugendzeit viel gelesen, und dann irgendwie in der hinteren Ecke meines Bücherschrankes vergessen. Der Anspruch des Buches war: "Unser Buch will vor allem den Weg zu den Sternen zeigen, es will also weniger der tiefsinnigen Betrachtung astronomischer Probleme als dem praktischen Kennenlernen und Erleben des Himmels dienen."
Im Buch gibt es auch ein Kapitel "Wir bauen uns ein Fernrohr". Dort wird mitgeteilt, daß von Zeiss-Jena in beschränkter Zahl Basteloptik geliefert werden kann. Es wird vorgeschlagen, mit einem verkitteten Objektiv 51/184 (damaliger Preis 21,80 DM - DM steht hier für Ost-Aluchips) und zweier Linsen, die in der Zeiss-Schrift "Ungefaßte Optik" zum Bau eines Plössl-Okulars mit Maßskizze angeboten wurden, ein Fernrohr mit etwa 12-facher Vergrößerung zu bauen. Zum Bau wird vorgeschlagen, die Linsen in Pappröhren zu fassen. Im Buch wird dann weiter ausgeführt, daß man von der Abteilung für Astronomische Geräte von Zeiss auch Fernrohrobjektive mit 50mm Öffnung und 540mm Brennweite oder mit 63mm Öffnung und 850mm Brennweite (der Autor meinte sicher das AS-Objektiv mit 840mm) beziehen kann. Der Autor bemerkte, daß schon das "erste dieser beiden sehr weitgehenden Ansprüchen (genügt), und das, was es zeigt, kann uns auf Jahre hinaus beschäftigen."
Ich wollte mir damals zum Einstieg so ein Fernrohr mit 12-facher Vergrößerung bauen. Von Zeiss wurde mir damals mitgeteilt, daß die "Ungefaßten Basteloptiken" an ein Geschäft in Karl-Marx-Stadt abgegeben worden sind, und ich mich dorthin wenden solle. Von dort wurde mir dann mitgeteilt, daß diese Optiken nicht lieferbar sind. Ich habe mir dann zunächst ein Brillenglasfernrohr gebaut und gespart, um mir einen Feldstecher zu kaufen. Später wurde es dann ein Fernrohr mit dem Zeiss-Bastelsatz, bestehend aus Objektiv 50/540 und zwei Okularen mit 16 und 25mm Brennweite.
Ich finde das rückblickend interessant, wie gering die Ansprüche damals doch waren, im Vergleich zu heutigen Angeboten an Amateurinstrumenten. Es war halt damals doch nicht alles besser
.
C.S. Frank
mir ist jetzt ein Büchlein von 1963 mit dem Titel "Nachts am Fernrohr" von Klaus Ullerich in die Hände gefallen. Dieses Buch hatte ich in meiner frühen Jugendzeit viel gelesen, und dann irgendwie in der hinteren Ecke meines Bücherschrankes vergessen. Der Anspruch des Buches war: "Unser Buch will vor allem den Weg zu den Sternen zeigen, es will also weniger der tiefsinnigen Betrachtung astronomischer Probleme als dem praktischen Kennenlernen und Erleben des Himmels dienen."
Im Buch gibt es auch ein Kapitel "Wir bauen uns ein Fernrohr". Dort wird mitgeteilt, daß von Zeiss-Jena in beschränkter Zahl Basteloptik geliefert werden kann. Es wird vorgeschlagen, mit einem verkitteten Objektiv 51/184 (damaliger Preis 21,80 DM - DM steht hier für Ost-Aluchips) und zweier Linsen, die in der Zeiss-Schrift "Ungefaßte Optik" zum Bau eines Plössl-Okulars mit Maßskizze angeboten wurden, ein Fernrohr mit etwa 12-facher Vergrößerung zu bauen. Zum Bau wird vorgeschlagen, die Linsen in Pappröhren zu fassen. Im Buch wird dann weiter ausgeführt, daß man von der Abteilung für Astronomische Geräte von Zeiss auch Fernrohrobjektive mit 50mm Öffnung und 540mm Brennweite oder mit 63mm Öffnung und 850mm Brennweite (der Autor meinte sicher das AS-Objektiv mit 840mm) beziehen kann. Der Autor bemerkte, daß schon das "erste dieser beiden sehr weitgehenden Ansprüchen (genügt), und das, was es zeigt, kann uns auf Jahre hinaus beschäftigen."
Ich wollte mir damals zum Einstieg so ein Fernrohr mit 12-facher Vergrößerung bauen. Von Zeiss wurde mir damals mitgeteilt, daß die "Ungefaßten Basteloptiken" an ein Geschäft in Karl-Marx-Stadt abgegeben worden sind, und ich mich dorthin wenden solle. Von dort wurde mir dann mitgeteilt, daß diese Optiken nicht lieferbar sind. Ich habe mir dann zunächst ein Brillenglasfernrohr gebaut und gespart, um mir einen Feldstecher zu kaufen. Später wurde es dann ein Fernrohr mit dem Zeiss-Bastelsatz, bestehend aus Objektiv 50/540 und zwei Okularen mit 16 und 25mm Brennweite.
Ich finde das rückblickend interessant, wie gering die Ansprüche damals doch waren, im Vergleich zu heutigen Angeboten an Amateurinstrumenten. Es war halt damals doch nicht alles besser
C.S. Frank