Wie oft beobachtet ihr?

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coltrane

Aktives Mitglied
Kommt es mir nur so vor, oder wird das Wetter
wirklich von Jahr zu Jahr immer schlechter.
Mehr als eine vernünftige Deep-Sky Nacht pro
Monat ist bei mir nicht mehr drin. Etwa einmal pro
Woche betreibe ich eine notdürftige Planeten-
observation. Die wirklich guten Nächte eines
Jahres kann ich an einer Hand abzählen und
brauche nicht mal alle Finger dazu.
Noch reichen diese wenigen Nächte aus, um mein
Interesse an der Beobachtung hoch zu halten.
Aber ich frage mich, wie lange das noch so weiter
geht. ich warte Tag für Tag, Woche für Woche auf
gutes Wetter, und wenn es dann endlich mal so
weit ist dann endet alles im Frust. Seeing schlecht,
Wolken ziehen unverhofft auf, der Mond gibt sich die
Ehre, die Okulare laufen an, es ist eiskalt, der Wind
frischt auf, oder ich muß um 5 Uhr morgens aufstehen.
So langsam macht mir das echt keinen Spaß mehr.
Dieses katastrophale Wetter in diesem Land kann
einen echt zur Verzweiflung treiben. Meine Geduld
ist kurz vor dem Ende.
Und deshalb möchte ich mal in die Runde fragen,
wie es euch so ergeht. Ganz anders oder genau so.
Falls letzteres zutrifft, wie kommt ihr damit klar und
wie verschafft ihr euch neuen Mut. Oder habt ihr euch
eurem Schicksal bereits ergeben?

Clear Sky's wünsche ich erst gar nicht...
 
Tja dank Wetter und Schichtarbeit meiner Frau (wegen Baby) ist für mich auch nur noch 1x im monat drin mit Rausfahren. Von den abwarten auf neumond will ich gar nicht reden, ich geh auch bei vollmond raus.
 
hi coltrane.
du kannst dir sicher sein das es dir nicht als einziger so geht. die schlimmste leidenszeit bei mir war dieser winter. so wenig beobachtet habe ich noch nie. ganz besonders nervig ist es wenn es den ganzen tag klar ist und es sich dann pünktlich zur abenddämmerung zuzieht.
Als Tip kann ich dir geben mal ins planetarium zu gehen. das kann man zwar nicht an jedem verregneten tag mache da man sonst nach kürzester zeit das programm auswendig kennt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> aber ab und zu ersetzt es (wenigstens zum teil) die eine oder andere beobachtungsnacht.
Clear skys. Matze
 
Hi,
das ist sehr unterschiedlich. Ich hatte schon Monate mit 18 Beobachtungsnächten und genauso fast 2 Monate "Ramadan".
Wenn DS nicht geht und der Himmel gut ist, muß halt Mond oder Planet her.
Wenn gute Aussichten für DS sind, bin ich dann aber recht spontan und werfe, wenn es sein muß, ggf. Pläne zu Gunsten der Astronomie um.
CS
 
Hi Coltrane,

hier im hohen Norden ist es scheinbar am schlimmsten:

nachmittags: oh wie geil, klarrer Himmel
abends, kurz vor Dämmerung: schlepp, bau auf, ..., immer noch klar
es ist dunkel: WOLKEN

Ich verstehe es auch nicht. ABer im Moment schaffe ich auch nur max. 3 Nächte pro Monat. Arbeiten muß man ja auch noch zwischendurch. Auch im Winter habew ich insgesamt 7 Beobachtungsnächte gehabt. Nicht wirkliuch viel.

Aber wir hoffen auf besser Aussichten. Bald kommt die Milchstrasse wieder und dann muß ich raus, egal wie, egal wo.

 
Hallo an alle!

Erstmal mein herzliches Beileid an alle,
die nördlich des 45sten Breitengrades wohnen,
also näher am Pol als am Äquator. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

@Coltrane: Kannst du Gedanken lesen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Genau diese Frage wollte ich heute auch hier stellen!
Allerdings aus purem Interesse, nicht aus Frust. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Ich habe das Glück, dass bei mir das Wetter nicht so
der begrenzende Faktor ist, eher Familie und Arbeit.

Ausserdem bin ich auch meistens mit dem
super schnell erreichbaren Standort "Balkon" zufrieden.

Bei mir geht die Beobachtung eher in Phasen.
Manchmal stell ich jeden Abend das Scop raus,
v.a. in mondlosen Zeiten. Dann kanns aber auch mal
sein, dass eine Woche nix geht.
Oft kommt auch vor, dass ich das Rohr "vorsorglich"
rausstelle zum Auskühlen, aber dann doch nicht beobachte.

Mittelwert: Vielleicht 2 mal pro Woche. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Wirklich rausfahren ins dunkle tu ich leider sehr selten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

Alle 2 Wochen ist Treffen der hiesigen "Asociación Astronómica"
(im "Clubhaus" in der Pampa, 6mag sind möglich).
Alle 4 Wochen ist Vollmond, im Winter ist doch auch öfter
mal bewölkt, kalt oder sonst was. D.h. einmal in ein
bis zwei Monaten "dunkle" Beobachtung ist realistisch.

Aber: Jetzt kommt ja bald wieder der Sommer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/laugh.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />

Sonnige <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> Grüsse vom MittelMeerDobservatorio,
tagsüber so strahlend blauen Himmel wie hier gerade,
und nachts viele stillhaltende Sterne schickt euch
Thorsten


 
hier am südhang des thüringer waldes sammeln sich auch jeden abend schön die wolken.. und wenn es nachmittags noch so klar ist.. abends ist dicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />

und das schon seit fast 3 jahren..

ich kann immer nur am wochenende beobachten (die woche über bin ich außer haus und hab da kein teleskop dabei) und die wahrscheinlichkeit, dass es an einem wochenende mal nachts klar ist liegt hier bei unter 5%..

2-3x konnte ich dieses jahr erst beobachten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
 
Hallo Coltrane,

ich hab im Mai 2003 mit der CCD-Fotografie angefangen und hab jeden Tag an dem ich was machen konnte als eigenen Ordner angelegt. Hier meine Statistik für meinen Standort, 40km südöstlich von Passau:

Mitte Mai 2003 bis Ende 2003: 56 Nächte
Jahr 2004: 55 Nächte
Diese Jahr bis jetzt: 28 Nächte

Es sind natürlich auch Nächte dabei, wo es nach ein-zwei Aufnahmen zugezogen ist, dafür gab es Nächte wo ich was mit der Webcam gemacht habe, die in der CCD-Statisitk nicht auftauchen, oder wo ich wegen des Mondlichtes erst gar nicht rausgegangen bin.
Jedenfalls war 2004 deutlich schlechter als 2003 (Supersommer) aber heuer schaut es ganz gut aus. Die klaren Tage kamen aber meist blockweise, mit 2-3 Wochen Schlechtwetterpausen. Ich hoffe, dass es so weiter geht.

Falls du wirklich so wenige Nächte hast, ist das schon erstaunlich für die 100-150 kg Luftlinie Unterschied.

Viele Grüße
Wolfgang
 
Hallo und vielen Dank für sämtliche Antworten.
Der Mehrheit scheint es also genau so wie mir zu
ergegen, aber das hatte ich mir schon fast so
gedacht. Mich erstaunt aber daß es doch einige
Ausreißer gibt. 28 gute Nächte sind schon
erstaunlich. Und deshalb möchte ich meine
Fragestellung umformulieren. Anstatt "wie oft
beobachtet ihr" würde mich jetzt interessieren,
wie ihr beobachtet.
Also bei mir ist es so, das ich nur in wirklich guten
Nächten rausgehe. Nur bei stabiler Wetterlage und
ordentlich dunklem Himmel macht mir die Beobachtung
Spaß. Wenn ich alle Nächte zusammenzähle, in
denen eine Beobachtung prinzpiell möglich gewesen
wäre (durch Wolkenlücken, bei etwas Nebel oder
sonstwas), dann käme ich bestimmt auch auf eine
passable Anzahl. Aber ich habe einfach keine Lust
darauf das ganze Zeug rauszuschleppen, nur um
dann ein paar graue Flecken anzustarren die ich
schon oft viel besser gesehen habe. Immer wenn
ich diese Not-Methode doch mal praktiziere, sehe
ich mich jedesmal schon nach kurzer Zeit gezwungen
wieder aufzugeben. ich bin nun mal kein Extrem-
beobachter sondern mehr der Ästhet, der Wert auf
einen natürlichen Anblick der Objekte im Okular legt.
Dazu gehört dunkler Himmel und gutes Seeing
gleichermaßen. Da ich gerne Kugelhaufen und kleine
planetarische Nebel beobachte, bin ich vor allem auf
lezteres angewiesen.
Außerdem möchte ich noch hinzufügen, daß ich bei
länger anhaltenden Schönwetterperioden nur selten
jede einzelne Nacht nutze. Meistens wird nur die
erste Nacht ausgiebig beobachtet. Oft ist es dann so,
daß die Folgenächte nicht mehr so klar bzw. nicht klar
genug sind, um mich überwinden zu können.

All diese Gründe haben dazu geführt, daß dieses
Jahr erst eine wirklich gute Nacht und zwei
brauchbare herausgekommen sind. Und da Neumond
schon wieder vorbei ist, sehe ich auch für die
kommenden Wochen grau.

wünsche Black Sky's
 
Wenn du so anspruchsvoll bist,
ist es natürlich schwierig.

Bei mir geht es in etwa so:

Wenn ich Zeit habe, Teleskop auf den Balkon,
und dann graue Fleckchen oder wabernde
Planeten anstarren.

Gelegentlich fahr ich an bessere Orte,
manchmal ist es auch auf dem Balkon richtig gut.

Oft gibt's dann nach so ner "Super-Nacht"
ein, zwei Wochen Pause (die grauen Fleckchen
sind ja dann langweilig), und danach fängt
der "Zyklus" wieder von vorne an.

Sonnige <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> Grüsse vom MittelMeerDobservatorio
Thorsten
 
Hallo Coltrane,

ich habe oben nur die wirklichen Beobachtungsnächte erwähnt. Was ich sonst so zwischendurch mache, mache ich aus langer Weile und zur Übung.

Manchmal baue ich auf, obwohl ich genau weiß, daß das Seeing dermaßen schlecht ist. Die alles nur, damit ich herausfinde, wie ich schnell, gut und einfach alles aufbaue und einnorde. Mein Rekord mit zwei Teleskopen (Aufbau und Einnorden) + Laptop und Co. liegt bei etwa 35 Minuten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> Gar nicht schlecht wenn man bedenkt, dass es dunkel ist.

Also richtige vernünftige Beobachtungsnächte habe ich selten. Zum Spaß und zur Übung bin ich aber etwa 10 Mal im Monat draußen.

 
Hallo Coltrane,

mir geht es ähnlich: ich möchte auch gerne was sehen, wenn ich mir schon die Mühe mache, den Dobson und das ganze Drumherum ins Auto zu wuchten. Allerdings gibt es da bei mir zwei unterschiedliche Ziele: einerseits das Zeugs, das ästhetisch was hermacht und immer wieder gerne gesehen bzw. den newbees vorgeführt wird. Andererseits die faint fuzzies, die meine Starhopping-Fähigkeiten und den Jagdinstinkt scharf halten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Ich versuche also, bei jeder Beobachtungsaktion wenigstens ein paar schwierige Ziel mit reinzunehmen damit es nicht langweilig wird.

Die erste Nacht einer Schönwetterperiode ist auch meiner Erfahrung nach die beste. Wenn so eine Nacht droht und auch die Mondphase stimmt, gibt es nahezu keine Ausreden mehr und dann wird auch rausgefahren.

Ich muss allerdings feststellen, dass ich aufgrund von Stress im Job, viel Arbeit an E&T oder auch mal weil ich mich einfach nicht richtig fit fühlte (Erkältung) manche Gelegenheit durch die Lappen habe gehen lassen. Mit etwas mehr Biss wären mehr als das halbe Dutzend Beobachtungsnächste dieses Jahr drin gewesen. Am Wetter kann ich nichts ändern, aber an der Überwindung meiner Bequemlichkeit schon...

Also: schnelle Reaktion und möglichst optimierte "Transport- und Lagerlogistik" ist das A&O. Mein Krempel ist inzwischen viel schneller verladen als früher, weil schon sinnvoll in Haushalts- oder Alukisten verpackt - weniger Teile zum Raustragen halt. Ein paar Wege zum Kofferraum und zurück weniger - um den Preis der schwereren Kisten eben.

Ansonsten habe ich meine Beobachtungsvorbereitung gründlich überarbeitet und bin dank der neuen Technik (Sky Commander, E&T, Notebook) nie um interessante Objektvorschläge verlegen. Ich versuche halt, die wenigen Beobachtungsnächte möglichst effizient zu nutzen. Zeit am Okular statt Zeit über Büchern und Karten. Zeit zum Staunen und für ein Schwätzchen mit den Freunden statt Zeitverschwendung mit suboptimalem Equipment. Kein Leistungsdruck, aber eben auch keine Zeitverschwendung, die man leicht vermeiden kann.

Ansonsten: Astronomie ist ein schönes Hobby, aber es muss ja nicht das einzige sein. Sternfreunde sollten bei unserem Klima über ein sehr dickes Fell und einige nichtastronomische Interessen verfügen; das spart Frust und man freut sich über eine tolle Beobachtungsnacht um so mehr!

Gruß,
Tom
 
Hallo zusammen!

Ihr Glücklichen, wenn bei euch der begrenzende Faktor, der euch am Beobachten hindert, "nur" das Wetter ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> !

Wenn man im Familien- und Freundeskreis angesichts dieses exotischen Hobbys seinen Geisteszustand schon so manches Mal zwischen bedenklich bis pathologisch einstufen lassen musste, ist es gar nicht so einfach, an einem klaren Abend sein Auto vollzupacken und auf unbestimmte Zeit ins kuriose Dunkle zu verschwinden.

Als Ausgleich versuche ich in letzter Zeit, mit meiner Familie auch mal tagsüber loszuziehen und mit unseren Feldstechern Vögel zu beobachten. Vielleicht, so meine Hoffnung, weckt das ja mehr Verständnis und ein wenig "Jagdfieber". Aber bisher mit mäßigem Erfolg. Zum Muttertag (ich bin die Mutter!!) habe ich alle ins Planetarium eingeladen, da konnte ja nun keiner Nein sagen, allerdings hielt sich die Begeisterung (bis auf meine!) in Grenzen...

Zum Glück kann ich seit kurzer Zeit tagsüber H-alpha-mäßig in die Sonne gucken <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> , das ist immer eine Angelegenheit von nur wenigen Minuten (merkt hier fast keiner) und das hilft über Durst- und Fruststrecken hinweg <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" /> .

Also, nicht den Mut verlieren, der Weg ist schon ein wesentlicher Teil des Ziels... (Sonst wäre die Begeisterung über das Erlebnis einer gelungenen Beobachtung ja auch nicht ganz so groß, gelle?)

Liebe Wolkenlücken-Grüße von
Ursa
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ursa,

Als Ausgleich versuche ich in letzter Zeit, mit meiner Familie auch mal tagsüber loszuziehen und mit unseren Feldstechern Vögel zu beobachten. Vielleicht, so meine Hoffnung, weckt das ja mehr Verständnis und ein wenig "Jagdfieber". Aber bisher mit mäßigem Erfolg. Zum Muttertag (ich bin die Mutter!!) habe ich alle ins Planetarium eingeladen, da konnte ja nun keiner Nein sagen, allerdings hielt sich die Begeisterung (bis auf meine!) in Grenzen...
Ich kenne eigentlich keine Familie, bei der alle Mitglieder gleichermaßen "astroverrückt" wären. Du kannst bereits froh sein, wenn man dein Interesse toleriert. Meine Erfahrung ist, dass es gar nicht wenige Menschen gibt, denen Astronomie völlig egal ist, weil es ja "auf dem Erdboden genug Probleme gibt". Warum Aufwand treiben und womöglich noch in der Kälte frieren?

Ich freue mich, dass meine Frau mein Hobby Astronomie toleriert und sich immerhin gerne meine begeisterten Berichte anhört, ohne infragezustellen, warum ich das mache. Für sie ist es erfreulich, dass mir die Sache Spaß macht (und zu meiner Ausgeglichenheit trotz oft viel Stress im Job beiträgt) und sie denkt sich wohl, dass es da Ehemänner oder Partner gibt, die weitaus seltsameren, teureren, noch beknackteren oder (potenziell) gesundheitsschädlichen Freizeitbeschäftigungen nachgehen.

Astronomie ist doch "mostly harmless" und wer nicht seiner besseren Hälfte ständig mit irgendwelchen optischen Anschaffungen oder Wetterklagen den Nerv raubt, der kann oft auf Verständnis oder wenigstens Duldung hoffen. Ich habe aber nie ernsthaft versucht, meine Frau oder unsere Kinder (8 und 9 Jahre jung) zum Spechteln missionieren zu wollen. Die Neugier darauf, was Papa da macht, reicht schon aus. Die schauen ab und zu mal mit durchs Teleskop und ich sorge dafür, dass es auch attraktive Objekte zu sehen gibt.

Meine Frau und mein Sohn waren z.B. vom letztjährigen Venustransit echt beeindruckt, während unsere Tochter vorzog, lieber den ersten Kontakt zu verschlafen. Schade, denn vielleicht war das die einzige Gelegenheit im Leben, einen VT zu sehen. Es ist ja nicht sicher, dass es 2012 mit dem Wetter klappt.

Der Mond und Saturn lassen höchstens völlig gefühlstote Menschen kalt. Versuch's mal damit - wenn das nicht ankommt, kannst du's abschreiben...

Gruß,
Tom
 
Hallo Tom!

Vielen Dank für deinen verständnisvollen Kommentar zu dem Problem, wie man es am besten anstellt, die Familie mit diesem Hobby zu versöhnen!

Ich habe Söhne im Alter von 13 bis 15 Jahren und war voll der Hoffnung, dass ich sie mit dem Astro-Virus infizieren kann. (Bei dem Jüngeren habe ich diese Hoffnung auch noch nicht ganz aufgegeben.) Aber nach meiner Erfahrung richten sich pubertierende Jungs eher nach männliche Vorbildern in der Wahl ihrer Interessen.

Natürlich habe ich schon viel versucht: Nicht nur die Planeten vorgeführt, zum Venustransit habe ich hier zwei Schulen mit Infos und Equipment zur Beobachtung versorgt sowie damals zur totalen Sofi die Familie nach Stuttgart eingeladen (wo wir dann aber im Regen standen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> ). Nun ist mein nächster Anlauf, meine Lieben zu einer Namibia-Reise zu beschwatzen (DAS wärs natürlich... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )!!

Aber womit man Nicht-Astros erstaunlicherweise oft ein wenig beeindrucken kann, sind Iridium-Blitze (obwohl ja nun eigentlich nicht wirklich himmlischen Ursprungs); da guckt hier schon mal ne ganze Gruppe einschließlich Nachbarn, wenn ich mal wieder so eine "bestellte Sternschnuppe" ankündige. Das macht sich auch gut als "Überraschung" zu Geburtstagen, wenn es gerade mal passt, immerhin guckt dann die ganze Gesellschaft mal zum Himmel und manchmal kann man das Thema dann geschickt noch etwas mit weiteren Sternen-Infos garnieren...

Aber wenn es draußen kalt ist und "nur" ein paar Galaxien auf dem Beonachtungsplan stehen - oder ein hübscher Jupitermondtransit -, stünde man doch wieder recht einsam da, wenn es da nicht (zum Glück!) wenigstens noch ein paar ähnlich verrückte Spechtelkollegen hier in der weiteren Umgebung gäbe...

Es ist doch ein außerordentlich faszinierendes Interessensgebiet, das im Gegensatz zu vielen anderen Hobbys ja auch sehr umweltfreundlich ist; schade, dass der Funken der Begeisterung doch meist eher zögerlich überspringt.

Für weitere Tipps, wie man Verständnis für dieses zeit- und raumgreifende Hobby (bei uns kann auf Reisen immer nur Kinder ODER Teleskop mit, --> also Kinder...) weckt, bin ich durchaus noch empfänglich <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ! Damit man wenigstens guten Gewissens die wenigen klaren Nächte bei uns auch wirklich dem Himmelsgeschehen widmen kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> ...

Hoffentlich passt dies alles noch zum ursprünglichen Thema, sonst schmeißt es raus... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />

Sternenklare Grüße
von Ursa


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ursa!
Damit man wenigstens guten Gewissens die wenigen klaren Nächte bei uns auch wirklich dem Himmelsgeschehen widmen kann
Warum solltest du ein schlechtes Gewissen haben? Deine Jungs haben das vermutlich auch nicht, wenn sie mit ihrer Clique durch die Gegend ziehen oder netten Mädels nachgucken. In dem Alter hat man andere Interessen - wenn man nicht zufällig bei einer sehr aktiven Volkssternwarte dabei ist, wie ich das seinerzeit war. Nimm es hin. Was die Eletern machen, ist in der Pubertät eh eher uncool.

"Kinder oder Fernrohr" war bei uns auch das Problem, bis mein Nachbar so freundlich war, mir meinen alten gegenüber seiner Ausfahrt geparkten Golf kaputt zu fahren. Wir haben den dann durch einen nicht ganz so alten, aber "riesengroßen" Van ersetzt, so dass nun "Kinder und Fernrohr" drin ist. Die Raumvorteile kommen aber hauptsächlich bei nichtastronomischen Aktivitäten zum Zuge, denn der Transport von vier Fahrrädern oder zwei, drei Kids mit kompletter Eishockey-Ausrüstung ist auch nicht ganz einfach <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wenn ihr bei einem "normalgroßen" Fahrzeug bleibt, bleibt die Option eines kleinen, aber guten Fernrohrs, das überall mit reinpasst. Es gibt ja so schnuckelige kleine Refraktoren. Oder das Astroscan von Edmund, das auch noch richtig lustig aussieht (wird oft für eine Blumenvase gehalten <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> ). Ich denke aber, dass du dir damit eher selber eine Freude machen würdest als deine Lieben zu ködern.

Gruß,
Tom
 
Hallo Coltrane!
Ich hoffe wir sind noch - im weiteren Sinne - bei deinem Thema <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...!?!


Hallo Tom!

Der Tipp mit dem Astroscan ist echt gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> !

Werde es mir beim ATT in Essen mal näher anschauen.
Mit so einem handlichen und interessanten "Spielzeug" kommt man vielleicht zwischendurch dann oder auch von unterwegs aus doch mal öfters zum Gucken. Muss gleich mal Kassensturz in meinem Sparschwein machen und werde dann später mal ggf. berichten...

Ciao,
Ursa

 
Hallo Ursa!

Zum Astroscan: schau mal hier.

Beim ATT kannst du mal bei ICS vorbeischauen; eventuell hat Martin so ein Ding dabei. Im Zweifelsfall würde ich das aber vorher abklären - ich habe auf dem ATT noch nie ein Astroscan gesehen. Wenn du gerne ein AS anschauen möchtest, kann ich meines zum ATT mitbringen. Bei Interesse nur Bescheid sagen (PM).

Gruß,
Tom
 
Hallo Tom!

Das Astroscan ist laut Händlerauskunft nicht mehr lieferbar, aber dafür ein +/- ähnliches Reiseteleskop von Celestron. Ich frag deswegen mal im Teleskope-Einsteiger-Forum nach... (der arme Coltrane ärgert sich sonst zu sehr über die Abschweifung von seinem Thema <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )

Oder ich versuche mal dich deshalb nochmals anzumailen...

Danke für die hilfreichen Auskünfte!

Wolkenlückige Pfingsttage (sonnige wären wohl fast schon zuviel verlangt...) wünscht
Ursa
 
Hallo Coltrane,

auch ich komme zu wenig zum Beobachten, wobei auch ich wie du eher Deep Sky-Fan bin. 2005 waren es bisher noch keine zehn Mal. Allerdings liegt es weniger am Himmel, sondern an sonstigen Umständen:

Ich bin sozusagen Wochenendpendler: Als Student (übrigens in Rgb. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />) fahre ich nur an den Wochenenden (aber auch nicht jedes) heim, vorzugsweise natürlich in der mondfreien Zeit und bei schönem Wetter. Mein 12" Dobson ist daheim, in der Studentenbude (12qm) ist dafür einfach kein Platz. (Nicht nur für den Dobson, für alles was über ein Fernglas hinausgehen würde).

---> Schönes Wetter unter der Woche (z. B. der gesamten letzten Woche <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />) ist völlig nutzlos.

Da man am nächsten Morgen wieder früh raus muss, ist klarer Himmel während der Arbeitswoche im Sommer prinzipiell aber ohnehin nicht so nützlich. Zumindest Planeten in der Dämmerung oder die Nutzung einer Nacht pro Woche wäre zur Not aber machbar und im Winter wäre noch viel mehr möglich, wenn ich mal auch unter der Woche raus könnte.

Dazu kommt dann noch, dass ich auch nicht jede klare Nacht am WE nutze, aus meheren Gründen.

a) Mond <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/crazy.gif" alt="" />
b) Zu müde, besonders am Freitag öfters <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />
c) Wetterbericht hat verkündet, dass es am Wochenende Mistwetter gibt, ich bleibe in Rgb., es wird aber trotzdem klar (in diesen Momenten könnte ich sämtliche Wetterfrösche ...<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> (schreib ich besser nicht hin <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />)

Von dem her, dass ich also oft verhindert bin, fallen mir die theoretisch nutzbaren, aber von mir eben nicht nutzbaren Nächte immer besonders auf <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> , so dass ich sagen würde, es liegt nicht unbedingt am Wetter, dass man so selten zum Spechteln kommt (ok, letzter Herbst waren fast 2 Monate dicht, aber das ist ja fast jedes Jahr so).

Schön langsam treiben mich diese Umstände noch zum Planeten- Mond- und Sonnenbeobachten. Da fällt wenigstens der Mond als Hinderungsgrund weg und für die Sonne z.B. mit dem PST fast allen sonstigen genannten Hinderungsründe. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />

Ein weiteres schönes Beispiel dafür, dass das Wetter an meiner Misere nicht Schuld hat, war der Rekordsommer 2003. Da habe ich zwei Monate Praktikum gemacht und bin dieser Zeit kein einziges Mal heimgekommen (400 km einfache Strecke nur zum Spechteln war mir dann doch zu weit <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />). So habe ich diesen Wahnsinnssommer auch nicht nutzen können, obwohl es da ca. 2 Monate am Stück und ohne Unterbrechung klar war. Wahrscheinlich war ich der einzige Amateurastronom überhaupt, der den Mars während seiner Rekordopposition kein einziges mal beobachtet hat. Just als ich Anfang Oktober wieder heim kam, wurde dann das Wetter schlecht, war ja logisch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" />.

Inzwischen habe ich schon fast aufgegeben und akzeptiert, dass man einfach nur selten zum Beobachten kommt. Ein wetterunabhängiges, billiges Zweithobby ist für uns Amateurastronomen offensichtlich unabdingbar <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Viele Grüße aus Rgb.
Christian
 
Hallo leute, hallo Ursa,
das Thema Kinder und Amateurastronomie kenne ich auch sehr gut... Da nützen evtl. kurze, aber intensive Beobachtungsausflüge, wo ein Siebenjähriger auch mal an den Dobson kann, oder die Frage, was der Nebelfleck da oben nun ist (z.B. Andromedanebel oder Krippe). Aber deine Kinder, Ursa, sind damit ja wohl schon nicht mehr zu ködern.

Ich bin jahrelang mit diversen Rockbands rumgetourt, da konnte ich mein Hobby vollends vergessen: keine Zeit, Abende im Proberaum bzw. auf der Bühne, Dauermüdigkeit, Alkohol, Streulicht vor den Konzerthallen... Soviel zum Thema wetterunabhängiges Zweithobby.

Was die ursprüngliche Frage angeht, beobachte ich auch so durchschnittlich 1-2 mal im Monat, mehr ist aus den verschiedensten Gründen nicht drin. Doch eine Grenzgröße von "nur" 5,5mag war noch nie ein Hinderungsgrund.
 
Hi coltrane!

Dein posting könnte von mir sein.Sieht echt übel aus in letzter Zeit.Besonders frustig für mich als Einsteiger ist, dass ich viele tolle Neuanschaffungen ( 8" Dobson und diverse Okulare) noch nicht einweihen konnt und das seit vielen Monden. Zum Thema Zweithobby möchte ich hier mal Werbung für die Mikroskopie machen ( ist eigentlich mein Ersthobby).Ist einfach mal das beobachten in die entgegengesetzte Dimension.Ich halt es jetzt immer so: abends schlechtes Wetter= tümpeln (Teichwasserproben untersuchen)- abends gutes Wetter= raus zum spechteln
So gibts immer was zu gucken.
Und trotz allem wünsche ich ein fröhliches
clear skies an alle

bernsky
 
Hallo Bernsky!

Das mit dem alternativen Ausflug in den Mikrokosmos ist eine sehr gute Idee! Hat viel Ähnlichkeit mit Himmelsbeobachtungen, nicht nur von der Technik hier.

Neulich haben wir beim Astro-Stammtisch auch - mangels Wolkenlücken - mal Mineralien und Sande unter einem Stereo-Mikroskop angeschaut, das war wie ein Spaziergang in eine fremde Welt. Und das Seeing war perfekt ;-)!

Trotz alledem:
Sternenklare Nächte!!
Gruß - Ursa



 
Hallo,

Das kommt mir doch alles irgendwie bekannt vor... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Auch mein Fernrohr steht zu Hause (nur ein kleiner 60mm Refraktor, aber bisher ist es noch nicht langweilig- ab und an auch am 40cm Reflektor der nächsten Sternwarte); da wird während der Vorlesungszeit nicht viel (schon allgemein wegen Zeitmangel).
Dafür nutze ich es in den Ferien schamlos aus, daß ich ausschlafen kann!

Aber das Fernglas habe ich immer dabei- damit konnte man Ende des letzten/Anfang diesen Jahres Machholz sehr schön verfolgen. Besonders an Wochenenden: da ist das Wohnheim fast leer und somit das Streulicht sehr vermindert...

Wann ich genau das letzte Mal den nächtlichen Himmel durchs Fernrohr angeguckt habe, weiß ich nicht mehr.
Schön ist es dann noch, die Sonnenflecken zu verfolgen: das geht tagsüber und ist nicht ganz so sehr auf perfekten Himmel angewiesen... Ansonsten schaue ich mir eben zum Trost die schönen Bilder hier im Forum an.
Vielleicht wird es ja nächstes Wochenende schön, wenn ich mal wieder nach 'Randpolen' fahre...

Viele Grüße aus Jena,
Claudia
 
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