WIE sieht man WAS??

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vivendi

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Hallo zusammen. Durch den Beitrag von "Mainzelmännchen" im Forum "Teleskop-Optik" stellt sich mir plötzlich eine Frage: Wie sieht jemand mit gesunden Augen z.B. die Planeten? Die Frage ist nicht eindeutig zu formulieren und wahrscheinlich noch schlechter zu beantworten. Ich habe einen 6" Newton, 150/750. Wenn ich auf Jupiter gehen, sehe ich ihn in der Größe einer Erbse oder einer Linse (Wie beschreibt man die Größe im Okular??) Seht Ihr es ähnlich? Ich habe hier in den Foren gelesen, das man das Sehen auch erlernen muß und das man seine Erwartungen nicht zu hoch schrauben soll. Stellt sich mir trotzdem die Frage, ob ich vielleicht mit meinen geschädigten Augen nicht "richtig" beobachten kann. Vielleicht kann mir jemand von Euch meine wirre Frage beantworten?
 
Hi,
Das was jetzt kommt ist nur meine persönliche Meinung.
Lass Dich bitte nicht durch die Beiträge hier verrückt machen. Sondern geniesse den Blick durch dein Teleskop. Das Sehen hängt von so vielen Faktoren ab das wenn Du alles richtig machen willst, schnell die Lust verlierst.
Als Hilfestellung vielleicht soviel, versuche die Objekte zu zeichnen, damit kannst Du Beobachtungserfahrung sammeln und Du lernst dabei aufmerksamer hinzusehen. Ich selber wende das Zeichnen recht häufig an. Hier bei Astronomie de. gibt es auch eine Anleitung die dir da weiterhilft.
Für die Ermittlung der Grösse der einzelnen Objekte, musst du wissen wie groß das Bild ist welches dein Okular an deinem Teleskop erzeugt. Bei mir standen die Werte in der Anleitung. Dann musst du schätzen wie oft das Objekt in den Durchmesser passen würde. Dafür gibt es auch Formeln, vielleicht schreibt die hier ja mal einer auf?
Viel Spass beim Beobachten
wünscht
Udo S
 
Hi Udo, ich glaube, Du hast recht. Man läßt sich, vor allen Dingen als Anfänger, leicht verrückt machen. Danke! Hallo Thomas, hab mich durch Deine homepage "gefressen". Damit sind eigentlich alle meine ?? beantwortet. Mein Teleskop ist recht gut, meine kaputten Augen lassen trotzdem ein vernünftiges Bild zu (nur die Farben erkenne ich nicht) und ich bin wieder rundum zufrieden. Nochmals Dank Euch beiden! Einen klaren Himmel wünscht Euch (und sich) Ernst.
 
Hallo,


Änderung: Habe grade eben erst den Mainzelmännchen Thread gefunden :-) Deshalb ändere ich mal fleissig:

Ich habe auch mal einen Farbenschwachen/-blinden Freund Jupiter von der Terrasse angucken lassen, der sieht aber die Wolkenbänder deutlich.

Einzig und allein eine geschädigte Netzhaut, die nicht mehr die volle Auflösung bringt wäre doch hinderlich, oder?
Also ist bei Dir die Schärfe der entscheidende Aspekt.
Aber die scheinst Du ja noch zu haben.

Farbe kann man frei nach dem Spruch "Nachts sind alle Katzen grau" erst mit einer gewissen Öffnung sehen. Also ich jedenfalls habe auch Jupiter mit 116x und 70mm Öffnung und auch an anderen Teleskopen wie dem "fast-zehn-zoll" nicht als wirklich farbig empfunden.

Den einzigen farbigen (Doppel-)Stern, den ich bis heute gesehen habe war natürlich der gute orange-blaue Albireo.
Und natürlich Sternfarben allgemein.
Aber Nebel und Planeten waren bei mir auch grau und/oder klein. Wenn Du eine Erbse siehst, ist die ja schon gross! Also, wenn ich mir eine Erbse mal nah anschaue, erkenne ich jedenfalls verdammt viele Details darauf...genauso ists im Okular.

Mal ein kleiner Bericht zu Jupiter:
Ich beobachte immer zuerst mit 20mm PL Oku für 25€. Darin ist Jupp etwas doppelt so gross wie ein Stecknadelkopf. Also so ungefähr 3-4mm Durchmesser.
Habe aber schon damit den Schattenwurf eine Mondes auf der Oberfläche ausmachen können (ohne es vorher zu wissen!)

Danach habe ich versucht, den Mondschatten mit einem sauteuren LV 5 näher zu sehen.
Problem dabei war, dass jetzt das Bild mehr waberte und durch die grössere Flächenhelligkeit jetzt der Mondschatten total überstrahlt wurde. Da sah ich ihn nur noch, weil ich jetzt WUSSTE dass er da war.

Mein Fazit daraus: Entweder ist das Billig-Oku viel zu gut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> oder es macht manchmal keinen Sinn einfach auf maximale Vergrösserung zu gehen und dann mehr zu erwarten.

Also bei Deiner Augenempfindlichkeit vielleicht mal etwas dunkler oder kleiner beobachten.

Und sowieso: Hauptsache es macht Spass!

so long.
Mit optisch-medizinischen Interesse
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Vivendi
Ich beobachte auch im Moment Jupiter. 4,5"er, 91omm Brennweite. Einfaches Plössl 8mm Brennweite (Vergr.= 113-fach). Von der Größe her ist Jupi vergleichbar mit einer großén Erbse aus 50 cm Entfernung. Die beiden größten Wolkenbänder waren klar zu erkennen.Vielleicht hilft ein Farbfilter weiter?? Wechsel mal ins Okulare/Filter-Forum!!
Heppi
 
Moin vivendi,

die Art und Weise wie man etwas sieht ist in etwa wie bei Radio Eriwan: kommt drauf an. Insbesondere natürlich auf die Augen, aber auch auf das Teleskop, das Seeing usw.
Ich selbst bin kurzsichtig mit Astigmatismus - aufgrund des letzteren beobachte ich nur mit Brille, ohne gibt's z.B. bei Sternen nur Spikes (die nicht von der Fangspiegelhalterung stammen...).
Farbwahrnehmung ist meist auch nicht gegeben, im Normalfall reicht die "Farbinformation" für die relative Kürze der Belichtung der Rezeptoren nicht aus, einzelne Sterne mit intensiver Farbe wie z.B. Albireo oder Erakis (Granatstern) mal ausgenommen.
Planeten erscheinen - insbesondere in kleineren bis mittleren Optiken bei mittelprächtigen Seeing im wesentlichen grau. Die Streifenstrukturen auf Jupiter lassen sich zwar gut wahrnehmen, sind aber nicht mit den überall verbreiteten Farbaufnahmen zu vergleichen. Lediglich im 10"-Newton mit 2000mm Brennweite und recht gutem Seeing konnte ich bislang Ansätze von Farben auf Jupiter erkennen - allerdings recht blass.
Auch die Nebel - vornehmlich M42, der immer so herrlich rot auf Fotografien erscheint - bleiben grau. Erst mit langer Belichtung sind Farbwahrnehmungen möglich, und das machen unsere Augen einfach nicht (oder gibt's da schon einen Steve-Chambers-Ansatz?!? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )
Die Größe eines Objektes kann man nur schwer angeben - am einfachsten geht dies noch in Relation zum Okulargesichtsfeld. Planeten erscheinen eigentlich immer recht "klein" (wirklich hohe Vergrößerung scheitert meist am Seeing) - aber unser Auge schafft es auch auf kleinen Objekten Details wahrzunehmen. Wie immer: wenn die Luftunruhe mitmacht. Schärfe an Planeten hinzubekommen ist manchmal recht fummelig zu fokussieren, Sterne "verzeihen" da etwas mehr Unschärfe, Details auf Jupiter sollten allerdings ansatzweise zunächst grob erkennbar sein (klappt auch im Tchibo-Newton...), nähere Details erkennt das Auge meist erst nach einer gewissen Eingewöhnung, man muß also erst einige Zeit das Objekt beobachten. Dann erwischt man auch die Momente besten Seeings <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Ich hoffe, das obige hilft dir irgendwie...und geht nicht zuweit am Thema vorbei.
 
Vielen Dank Euch allen. Ihr habt mir meine -eigentlich wichtigste- Frage rundherum und zu meiner größten Beruhigung beantwortet. Danke auch Dir, Michael, warst am Thema natürlich nicht vorbei. Ich weiß jetzt, dass meine Beobachtungen am Rohr ungefähr dem entsprechen, was andere am gleichen Instrument auch sehen würden. Kann es kaum erwarten, wieder loszuspechteln. Wenn nur das Wetter endlich mitspielen würde. Herzliche Grüße aus Dorsten, Ernst.
 
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