(Wieder-)Einsteiger sucht Rat

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Markus77

Aktives Mitglied
Hallo zusammen!

Nach etlichen Jahren der Abstinenz (wegen Umzug in die Stadt) möchte ich wieder aktiv in unser Hobby einsteigen. Wochenlang habe ich mich nun wieder mit dem Thema "Welches Teleskop" beschäftigt, und es auf zwei Möglichkeiten reduziert.

Dazu kurz meine Eckdaten / Vorhaben:
- Ich wohne mitten in Hamburg, nix Balkon, ich muss das Gerät also zur Tiefgarage tragen und raus aufs Land fahren.
- Mein Auto hat einen Kofferraum in den zwei Bierkästen passen, und minimal Platz hinter den zwei Sitzen. Ein 10" Dobson fällt also raus.
- Fotografisch möchte ich nix machen.
- Ich möchte Planeten gut erkennen und Galaxien erahnen können (mir reicht es, die Dinger zu finden um mich zu freuen)

Idee Nummer eins:
Ein 80/600 ED (F7.5, Vixen oder Skywatcher) auf einer Vixen Porta II.
Pro: Klein, leicht, nicht okularkritisch
Kontra: Azimutal (nervt die Nachführung bei hohen Vergrößerungen?), nicht ausbaufähig

Idee Nummer zwei:
Ein 6" F5 Newton (Orion UK?) auf einer EQ5.
Pro: Mehr Licht, etwas günstiger als Idee 1, ausbaufähig (Schrittmotoren)
Kontra: Größer & schwerer, okularkritischer

Idee Nummer zweieinhalb:
Ein 6" F8 Newton von Orion UK auf einer EQ5.
Pro: Wie 2, plus nicht okularkritisch
Kontra: Noch größer & schwerer... was spricht noch gegen einen 6" F8?

Oder gibt es noch eine ganz andere Idee? Mein Budget liegt inklusive Zubehör und Okularen bei etwa €2000.

Viele Grüße,
Markus


 
Hallo Markus,

Du schreibst (Wieder-)Einsteiger, d.h. du hast Vorerfahrung, aber kein altes Equipment mehr, korrekt?

Wenn es um rein visuell geht, würde auch ich mittlerweile eindeutig zum Dobson raten. Aber der fällt ja wohl aufgrund deiner eingeschränkten Transportmöglichkeiten aus...
Wobei, wenn du einen 6" Newton reinkriegst, den gibt es auch als Dobson.

Wenn du sicher nicht fotografieren möchtest, dann würde ich zu einer azimutalen Montierung raten. Die ist vom Aufbau und von der Bedienung her einfacher als die typischen GEMs, die du auch für visuelle Beobachtung i.d.R. einigermaßen genau auf den Polarstern ausrichten musst (weil meist nur eine Achse nachgeführt wird).

Denn die fehlende Nachführung kann bei höheren Vergrößerungen schon nerven, gerade bei Planeten. Da reicht schon, eine halbe Minute weg vom Okular zu sein, und das Objekt ist weg. Und wenn man dann in die falsche Richtung dreht ist man wieder am Suchen...
Eine Nachführung wäre da schon eine feine Sache, und in deinem Budget sicher drin.

Schau dir doch mal dieses Komplettpaket an:
http://www.teleskop-express.de/shop...iles-6--Schmidt-Cassegrain-GoTo-Teleskop.html
Hier ist sogar ein LiFePo-Akku eingebaut, der dir die Stromversorgung bei der mobilen Beobachtung übernimmt.
Die 8-Zoll Variante davon läge etwas oberhalb deines Limits.

Aber auch deine Idee mit der Porta II hat was, hier ist der Zeitaufwand zwischen "Ankommen" und "Loslegen" sehr gering.

Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan,

ja, ich habe etwas Erfahrung. Angefangen habe ich vor etwa 10 Jahren mit einem 10" Dobson (Volltubus). Damit konnte man schon einiges sehen, aber das Nachführen hat mich etwas gestört, und die Größe nervte auch. Ausserdem muss das Gerät jetzt in der Wohnung stehen, da der Abstellraum keinen Platz bietet, und so ein Dobson ist m.M.n. ästhetisch nicht besonders ansprechend.

Danach hatte ich einen 6" F6 Newton von Orion UK auf einer GP2. Damit hatte ich recht viel Spaß, allerdings war ich wohl kein Meister / Freund der Justierung, und so ließ ich viel Potential liegen. Deshalb die Idee vom ED auf kleiner Montierung.

Also im Grunde stellen sich jetzt 2 Fragen:
- Wie gravierend ist der Unterschied zwischen einem guten ED 80/600 und einem 6" Newton?
- Falls es der 6" wird, wäre für mich eher F5 oder F8 geeignet? F6 gibt es von Orion UK leider nicht mehr, und ich weiß nicht ob ich einem von TS/GSO trauen möchte...

Viele Grüße aus Hamburg!
Markus
 
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Hallo Markus,

mal wirklich ganz blöd gefragt:
Wenn du schon Erfahrung mit einem 10" Newton und einem 6" Newton hast, und du damals schon mit der Justage auf Kriegsfuß gestanden bist, wie kommst du darauf, dass du damit heute besser zurechtkommen wirst? :gutefrage:

Aus eigener Erfahrung - ich habe wahrscheinlich quasi identische Randbedingungen wie du, wohne in der Stadt, kein Balkon, etc. - ist der Hauptfaktor der Aufwand, den du treiben musst, um beobachten zu können: Sachen zusammensuchen, Runtertragen, Rausfahren, Ausladen, Aufbauen, Justieren, Einnorden, Auskühlen, etc.
Aber das kennst du wahrscheinlich ja noch von früher... :smiley61:

Wenn kein Dobson in Frage kommt spricht das m.E. eindeutig für die Kombi ED80/600 und eine gute azimutale Montierung.
Die optischen Unterschiede zeigt ja sehr schön die Seite, die Peter verlinkt hat.
Und wenn dich die fehlende Nachführung wirklich stört, es gibt wirklich gute azimutale Montierungen mit Nachführung.
Die Sachen verschwinden dann in der Wohnung bequem im Schrank oder unterm Bett, und du bekommst alles in jeden Kofferraum, auch auf Reisen.

Und falls du später dich mal wohnlich verändern solltest, hast du immer noch ein gutes Reiseteleskop.

Es ist zwar echt abgedroschen, aber wahr: "Das beste Teleskop ist das, welches man nutzt..." :super:

CS
Stefan
 
Zitat von Der_Peter:
Hallo Markus, sieh Dir mal die Seiten von binoviewer.at an.
Da kannst Du abschätzen, was Du erwarten kannst:

http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_jupiter.htm

Danke Peter. Allerdings fehlt mir in der Übersicht ein 80/600 ED, die dort gezeigten Bilder sind ja mit dem fiesen Farbfehler eines Standard-Fraunhofers mit anderem Öffnungsverhältnis. Aber abgesehen davon ist der 6" Newton natürlich schon ganz prima... fragt sich nur, wie oft man ein Seeing hat, das dieses Potential nutzt?

CS,
Markus
 
Zitat von vichman:
Hallo Markus,

mal wirklich ganz blöd gefragt:
Wenn du schon Erfahrung mit einem 10" Newton und einem 6" Newton hast, und du damals schon mit der Justage auf Kriegsfuß gestanden bist, wie kommst du darauf, dass du damit heute besser zurechtkommen wirst? :gutefrage:

....

CS
Stefan

Hallo Stefan!

Ja, gute Frage. Vielleicht war damals die Justage auch nicht das Problem sondern eher das Seeing im Garten, aber richtig sicher war ich mir eben nie.

Gibt es außer der Porta II eine gute azimutale Montierung, ggf. mit Nachführung?

Viele Grüße
Markus

 
Hallo Markus,

wie wäre es denn mit einem kleinen 6" Schmidt-Cassegrain f/10? Den würde ich mir einzeln kaufen und z.B. auf eine EQ5, oder Advanced VX mit GoTo montieren. Als Beispiel ein Celestron C6.

6" Newton mit f/8 ist zwar ganz gut, aber die Dinger sind schon recht lang. Der ED für Planeten? Da fehlt die Brennweite.

Mit dem C6 hättest du genügend Brennweite für Planeten und kannst mit einem Reducer auf f/6.3 runter für Deep-Sky. Ein SC ist da sehr vielseitig einsetzbar und Kompakt.

Bei deinem Budget ist dann auch noch was übrig für Zubehör.

Dieter
 
Ach sie an, das von mir vorgeschlagene Instrument gibt's ja schon komplett:

Hier oder hier
 
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Zitat von Dieter2:
Hallo Markus,

wie wäre es denn mit einem kleinen 6" Schmidt-Cassegrain f/10? Den würde ich mir einzeln kaufen und z.B. auf eine EQ5, oder Advanced VX mit GoTo montieren. Als Beispiel ein Celestron C6.

6" Newton mit f/8 ist zwar ganz gut, aber die Dinger sind schon recht lang. Der ED für Planeten? Da fehlt die Brennweite.

Mit dem C6 hättest du genügend Brennweite für Planeten und kannst mit einem Reducer auf f/6.3 runter für Deep-Sky. Ein SC ist da sehr vielseitig einsetzbar und Kompakt.

Bei deinem Budget ist dann auch noch was übrig für Zubehör.

Dieter

Hallo Dieter,

interessante Idee. Was spricht denn gehen einen 6" SC? Wie lange braucht das Ding zum auskühlen?

Edit: Wie wäre dieser hier als Alternative, ein 6" RC mit F9:

http://www.teleskop-express.de/shop...hey-Chretien-RC-Teleskop-mit-Metalltubus.html

Viele Grüße,
Markus
 
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Hallo Markus zum Thema ewige Auskühlzeit eines 6" SCT oder mak melden sich sicher bald Besitzer... ;)

Zum Thema Farbfehler gibt's hier eine interessante Übersicht:

www.teleskop-austria.at/support/testphotos/Refractor_color_test/Vega_testphotos_apochromats.jpg


Sieht so aus, als wäre auch nicht jeder Apo frei davon...

 
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Hallo Markus,

gegen ein SC spricht die nicht ganz so gute Abbildung gegenüber einen 6"-Newton (höhere Obstruktion). Ich denke aber, das kann man vernachlässigen. Dann halt die längere Auskühlung, das Instrument ist ja kleiner und geschlossen - halbe Stunde etwa?

Dieter
 
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Hallo Markus,

ich würde zu dem Zweck und nach dem Thread-Verlauf einen simplen 5" Mak kaufen, üblicherweise den Skywatcher. Das Gerät ist sehr kompakt und man bekommt bezüglich Justage einen guten Werkszustand. Natürlich bekommt man mehr Leistung, wenn man ein SC mit 6" wählt und selbst ein 8" SC passt noch in Budget und Kofferraum, aber da ist Auskühlung tatsächlich ein Thema.
Für eine ideale Abbildungsleistung wäre ein 150/900 Newton schon eine tolle Lösung, aber von der Stange schwierig und mit Deinen geschilderten Erfahrungen eben nicht Dein Traumteleskop.

Von 80mm Öffnung halte ich für den Zweck wenig. Das ist bei den heutigen Möglichkeiten eher Liebhaberei.

Ach so, das sei auch noch angemerkt: Für die Planetenbeobachtung ist Hamburg kein Problem. Die interessanten Planeten sind hell. Einzig die Luftunruhe ist in der Stadt kräftiger und stört somit mehr. Für die Galaxienbeobachtung ist die Fahrt ins Dunkle natürlich angebracht - und von Hamburg aus sind da ein paar nette Flecken erreichbar.
Das sei auch noch angemerkt: Für die Deepsky-Beobachtung sind schwache Vergrößerungern (relativ zur Teleskopöffnung) natürlich auch relevant und die sind mit f/10 oder gar f/15 bei Mak und SC nicht ohne Einschränkungen hinzukriegen. Die Geräte zeigen keinen besonders großen Himmelsausschnitt.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven und Markus,

sorry, aber ein 5" Mak mit f/12,1 wäre mir für Deep-Sky ein zu lichtschwaches Instrument. Ich habe ein 102/1325 mm Maksutov f/12,9 - bei Deep-Sky kommt da bei mir keine Freude auf!

Dieter
 
Hi Markus,
das wird nicht so einfach zu lösen.

Ich habe u.a. einen 80/555 auf Porta II.
Ein schönes Gerät mit scharfer Abbildung auch jenseits der 0,5 AP wenn man will, aber für DS und GX gucken ist das nicht wirklich prall. Seit ich den 130/650 Newton habe benutze ich den Refri nur mal auf Reisen und sonst für Sonne.
Für das geforderte Seherlebnis - NEIN.

6" f/5 auf EQ5 das ist ein universelles Gerät, insbesondere mit 2" OAZ. Bei 2K Budget bleibt genug für ordentliche Okulare. Zeigt noch etwas mehr als mein 130/650 und dürfte bei ordentlichem Spiegel dem obigen EDApo in allem überlegen sein. Würdest Du in der Röhn wohnen mit dunklem Himmel, kannst Du viele GX damit sehen. Im Lichtsumpf von HH ist es wie hier im RheinMainGebiet - neblige Objekte saufen im hellen Hintergrund ab.

Daher sehe ich auch RC/SC etc mit 6" am Planeten gut aber für GX wäre mir das zu wenig.

Die entscheidende Frage ist für mich Deine Justage und Nachführungsbewertung. Es gibt Dobsons die sind suboptimal gebaut und verleiten es. So einer hat mich vor 20 Jahren auch zunächst verschreckt. Heute führe ich meinen 12,5 er bei Bedarf auch mit 638fach händisch nach.
Beleuchte die beiden Themen nochmal bevor Du was kaufst.

Dann stünde mit 2 Kilo Euro ff. Kombo vllt als Alternative:
Reisedobson 8 oder 10" - z.B: Martini oder Sumerian Alkaid
mit f/5
Dazu zunächst die 3 wichtigesten Okulare: 30 oder 24mm ES 82 Grad, etwas um 12-14mm und 8-7mm. Ob das ES, Nagler, Speerswaler ggf auch gebraucht, ist zunächst sekundäres THema.
Es bliebe Geld für Zubehör, vllt ein Nebelfilter schon mal und/oder ggf sogar eine Nachführplatform.

Das würde ich nehmen.
CS
 
Moin Markus!

> Mein Auto hat einen Kofferraum in den zwei Bierkästen passen, und minimal Platz hinter den zwei Sitzen. Ein 10" Dobson fällt also raus.

Hm - ich hab' schon Fotos der Astrokollegen gesehen, die einen 12" GSO-Dobson inkl. Rockerbox in einem Smart untergebracht haben. Die ganze Kunst ist das richtige Packen... ;)
 
Moin zusammen!

>> Edit: Wie wäre dieser hier als Alternative, ein 6" RC mit F9:

> Ich würde sagen eine sehr gute Alternative!

Für den rein visuellen Einsatz? Bei der extremen Obstruktion? Nö. :neinnein:
 
Erstmal herzlichen Dank an alle für das Feedback.

MAKs scheinen durchaus Interessant zu sein, aber die SCs haben nun ebenfalls mein Interesse geweckt. Warum nicht gleich einen 8" F10 von Celestron? Kostet aktuell €1k als Tubus, und sollte mit seinen 5,7 KG doch auf einer EQ5 mit stabilem Stativ noch gut stehen, oder? Außerdem passt der noch in den Kofferraum und dürfte auch bei Galaxien noch was zeigen. Allerdings wird dann das Budget einigermaßen knapp...

CS
Markus



 
Hallo,

wenn er dir nicht zu billig ist täte es vielleicht auch ein Heritage 130p. F5 hin oder her, bei Galaxien dürfte der gegenüber einem 80er ED deutlich vorne liegen. Soll auch recht justierstabil sein.

CU
Klaus
 
Für den rein visuellen Einsatz? Bei der extremen Obstruktion? Nö. neinnein

Ja stimmt, die ist allerdings heftig!

Markus,

ja genau, warum nicht gleich einen 8" SC nehmen, wenn du den Platz im Auto hast. Für mich nach wie vor das ideale Gerät für deine Beobachtungs-Vorlieben. Ein 8" SC ist auch noch sehr gut verträglich für Montierungen der EQ5-Klasse. Ich würde aber unbedingt den f/6.3-Reducer für die Deep-Sky Beobachtung dazu nehmen.

Dieter
 
Hallo Markus,

da dir die Nachführung ja wohl wichtig ist: Hast du dir alternativ zur EQ5 auch mal die azimutalen GoTo-Montierungen von Celestron angeschaut?
Ich meine die NexStar SE bzw. die neuere NexStar Evolution.
Gibt es beide in Kombi mit 6" und 8" SCTs.
Während die Meinungen zur NexStar SE eher geteilt sind was die Stabilität angeht (v.a. in Kombi mit dem 8" SCT) liest man über die Evolution eigentlich nur Gutes.
Insbesondere in den US-Foren wird das NexStar Evolution 8" als ideales "Grab-and-Go"-Teleskop gelobt.

Nur so ne Idee.

Grüße, CS
Stefan
 
Hallo Stefan!

Ja, die Nexstar Evolution ist schon technisch sehr clever... allerdings finde ich das schon fast ein wenig zu viel des Guten. Ich bin Software-Entwickler, und versuche mich in meiner Freizeit von Technik-Overkill fernzuhalten. Und wenn ich mir vorstelle, mein Teleskop via iPhone per Touch zu bedienen, fühlt sich das irgendwie seltsam an. Da fehlt mir irgendwie das Erfolgserlebnis nach dem Suchen. ;)

Puh, wer die Wahl hat, hat die Qual... wirklich keine leichte Entscheidung. 6" Newton, kleiner ED, 8" SC, 8" Mak... pfff, mir raucht der Kopf.

CS
Markus
 
Hallo Markus,

wie wärs denn mit der Überlegung, vor einer "trockenen" Entscheidung vom PC oder Tablet aus mal auf eines der kommenden Teleskoptreffen zu gehen? Da sind alle Bauformen vertreten und Du hast den Eindruck selbst ganz praktisch erlebbar. Auch wie das Leben im Alltag mit dem einen oder anderen Teleskop, Eigenheiten und Vorteile, etc. tatsächlich ist. Nur so ne Idee, denn was für Einstieger ratsam ist, ist vermutlich für Wiedereinsteiger ebenfalls sinnvoll.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Markus,

Du willst maximal 2000 Euro ausgeben, möglichst viele sehen, sowohl DS als auch Mond/Planeten, Nachfpührung und geringes Packmaß ist wichtig, Justiermöglichkeiten sind Dir eher lästig und suspekt, weil Du dann immer mit der Frage selbst verschenkter möglicher, aber nicht abgerufener (Mehr)Leistung konfrontiert bist.

Da kommen eigentlich nur MAK/SC pp oder eben Refraktoren in Frage, denen Justagemöglichkeitk zwar meistens auch mitgegeben sind, aber die sind dem Einsteiger eher wenig offensichtilich und noch einige Faktoren problematischer als die ungünstigsten Lösnungen am Newton , also eher eine Sache für Leute mit Fachwissen und Fachausstattung, wenn den Maßnahmen nachhaltig Erfolg beschieden sein soll.

Entsprechende Vorschläge kamen schon, Unterbau wäre EQ 5 mit oder ohne GoTo, rund 350 Euro oder eben kmapp unter 800 Euro.

Bei den Vorschlägen 80er ED oder 5" MAK hake ich nun mal ein und schlage stattdessen 4" Richfieldlinse und dazu(!) 5" Mak vor.
So eine Kombi kommt noch runde 50 Euro günstiger als ein 80/600er ED solo und hat m.E. massive Vorteile.

Der ED ist nun mal auf dei Eckdaten und vor allen Dingen das Auflösungsvermögen von 80 mm Öffnung beschränkt.
Er kann maximal 4,3° Feld und bei 150fach sind 0,5 mm AP erreicht, ich persönlich bin mit meinen Augen und am besten 80er APO damit allermeistens schon durch, 0,7 mm AP bei 120fach reichen mir.

Die Kombi aus einem 102/600er zu-kurz-Fraunhofer (ja, Jubel, es gibt sie wieder in f/6, dazu später) und z.B., dem überwiegend gelobten und schon vorgeschlagenen 127/15000er Skywatcher MAK kann (im Wechsel) das gleiche Feld, aber der MAK ist farbrein, das Auflösungsvermögen auch durch die größere Öffnung höher und man kann z.B. bei Mond-/Planetenbeobachtung durchaus bis knapp 200fach mit Auflösungsgewinn rechnen, grenzwerige 0,5 mm AP werden bei 250fach erreicht.

Okay, das alles gilt unter der Voraussetzung, dass die Teleskope ordentlich gebaut sind und die versprochene Leistung zeigen und das ab Werk. so wie am Newton vorgesehen kann man hier eben nicht mal eben justieren, aber das ist bei Dir ja auch so gewollt.
Dir muss klar sein, dass diese Kombination im Bestzustand nicht besser ist als ein mittelprächtig justierter 130/650er Newton (z.B. 130/650er PDS) gleicher Qualität oder ein öffnungsgleicher APO, von größerer Öffnung, einem 150er Newton (z.B. 6" f/5 UNC) reden wir erst lieber gar nicht.

Immerhin wird inzwischen von einigen Fernostanbietern wieder ein 102/600er FH angeboten, den würde ich dem 102/500er in jeden Fall vorziehen, denn sein einziger Nachteil sind die 10 cm mehr Länge.
Entweder es ist purer Zufall oder irgendjemand dort hat unglaublicher Weise bemerkt, dass f/5 in dem Fall gar keinen großen nutzbaren Feldvorteil
dafür aber ein wesentlich angespannteres Design mit allen nachteiligen Auswirkungen, wie z.B. auf Produktionsgenauigkeit, den Farbfehler oder auch die Auswahl geeigneter Okulare bringt.

Es muss schon z.B. ein 31er Nagler/30er ES mit rund 32 mm Feldblende sein, welches an f/5 bei ansprechender Abbildung auch am Rand noch einen Feldvorteil (rechnerisch 0,4°) gegenüber einem f/6 gut abbildenden 40 mm Okular mit maximaler Feldblende (Pano/ES 68°pp)rausholt und während die Klasse der "Hausmarkenerfles" an f/5 schon zumindest am Rand gruselt, kann man sie an f/6 immerhin noch gut brauchbar finden.

Gruß
*entfernt*

 
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Hallo Günther!

Danke für deinen langen und informativen Beitrag.

Wer baut denn aktuell F6 Refraktoren? Den konnte ich bisher nicht finden.

Je mehr ich darüber nachdenke, schwenke ich wieder Richtung F6 Newton, wobei ich mich dann wohl mit der Justage mal genauer auseinandersetzen muss. Z.B. könnte ich mir von Wolfi einen 6 Zoll F6 UNC Newton bauen lassen, und dann mit kleinem Fangspiegel. Mit Carbontubus kostet das Teil dann €800 und wiegt nur 4 KG, da bleibt noch genug Geld für eine ordentliche Montierung und 3 gute Okulare... siehe hier:
http://www.teleskop-express.de/shop...0-mm-f-6-Newton-Teleskop-mit-Carbontubus.html

Wie klingt das?

Viele Grüße,
Markus
 
Hallo Markus,

im Biete Board steht zur Zeit ein mögliches Angebot für Dich.
"102mm Triplet ED Apo OTA + EQ5 + Stativ + Zubehör".

Ich nutze selber einen Vixen Sirius FL 102/900 auf einer SP/DX mit Little Foot Steuerung. Leicht zu transportieren, schnell aufgebaut und ausgekühlt. ich bin immer wieder begeistert von der knackscharfen Abbildung an Planeten.

Eingeschränkt ist auch Deep sky unter dunklem Himmel möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Markus
 
Hallo Markus,

so ein 150er UNC Newton ist sicher ein guter Weg, wenn man ihn händeln kann und will (und auch händeln können will).
Damit bringst Du wohl die größtmögliche Öffnung und Auflösung unter jeden ereichbaren Himmel und ja:
Ein 3-Zöller zeigt am stockfinsteren Alpenstandort meistens mehr als ein 6-Zöller am Stadtrand, aber wenn Du es schaffst den 6-Zölkler an den Alpenstandort zu bringen, brauchst Du da den 3-Zöller auch nicht, kannst den 3-Zöller aber in der Stadt erst recht vergessen.

Nimm den Hinweis auf den 4" ED. Wenn das Teil gut ist und bringt, was so ein Dreilinser gut gerechnet, gefertigt und justiert/zentrtiert kann, ist das ein sehr gutes Angebot mit viel Zubehör. Ich selbst kenne genau diesen Typ nicht aus eigener Anschauung, kann und werde also dazu nichts Konkretes sagen.
Mit 4" Öffnung guter Qualität und 700 mm Brennweite kann man grundsätzlich viel machen, viel sehen. Nicht umsonst habe ich mir selbst einen sehr guten 114/660er Parabol-Newton als Ergänzung zu vorhandenen 4" (Richfieldlinse), 6", 12" und 16" Newton-Öffnung zusammengebaut, der zeigt, was mit dieser Öffnung möglich ist.
So gut der 114er ist und so toll die Großen sind, der 6" f/6 ist mein meistgenutztes Teleskop. Es vereint eben genügend Öffnung für Spass in allen Bereichen mit sehr hoher Transportabilität und extrem schneller Einsatzbereitschaft.

Die Hemmschwelle, mal eine halbe Stunde oder Stunde schnell zu nutzen, sei es auf dem Balkon, in der Einfahrt oder schnell mal zwei Kilometer ins Feld gefahren ist beim 6-Zöller genau so groß wie beim 114er und liegt bei mir nahe Null.
Da nehme ich halt meistens die größere Öffnung, es sei denn ich habe extreme Weitfeldobjekte auf dem Programm.
Gehts dann um den 12-Zöller siegt bei kurzen Zeitfenstern immer Bequemlichkeit und Faulheit, also wieder der 6-Zöller.

Das sind MEINE Überlegungen dazu. Ähnlich aber eben nicht gleich sollte das bei Dir aussehen.
Deine Voraussetzungen müssen nicht, könnten aber bei ähnlichen Überlegungen dazu führen, dass schon der 6" f/6 oft genug zu große Hürden vor dem Einsatz aufbaut. Dann ist weniger mehr, weil die Chancen auf häufige Nutzung doch ein wenig steigen könnten!

Ein Wort noch zur Justage: Gestern haben wir mal kurz den 16er Gitterrohrdobs aufgebaut. Alle Bauteile haben ihre feste Position. Wir haben die Justage selbstverständlich überprüft und gelassen wie sie war. So sieht es an meinen Volltuben ständig aus. Die Grundjustage (mit FS und HS)wird eigentlich nur nach Komplettzerlegung oder Unfällen fällig und wenn mal ein Transportstoß am Hauptspiegel rüttelt, ist die HS-Einstellung (bei mir z.B. mittels Concenter) in zwei Minuten durch. Bei extrem guten Bedingungen kann man noch die Kür (Justage am übervergrößerten Stern) machen und gut ist das.

Gruß
*entfernt*

PS: Ach ja, die 4" f/6er gibts z.B. von Meade, Chelestron und Bresser
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke Günther für deine Gedanken :)

Mal eine andere Überlegung. Ich könnte das Budget theoretisch auch auf €4000 erweitern, würde das eine signifikante Steigerung der (visuellen) Leistung bringen? Ich denke da z.B. an einen 5" APO (ca. F7), z.B. diesen hier (vermutlich auf einer HEQ 5 oder AZ-EQ5):
http://www.explorescientific.de/Tel...entific-ED-APO-127mm-f-7-5-FCD-1-CF-v2-0.html

Kann so eine Gerät mit einem guten 8" Newton mithalten? Oder sind die Unterschiede z.B. zu einem 6" Newton so gering, dass man das nur alle paar Jahre mal bei perfektem Seeing wahrnehmen kann?

Viele Grüße,
Markus
 
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