Wieder mal ein Neueinsteiger

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FrankyW

Neues Mitglied
Hallo,

mein Name ist Frank, 50 Jahre alt, und möchte mich mit Astronomie befassen. Nach wochenlanger Recherche über Teleskope, habe ich mir überlegt, bis ich weis ob mir das neue Hobby überhaupt gefällt und was für ein Teleskop es werden soll, den oft genannten Rat ins Auge zu Fassen, mit einem Feldstecher erste Erfahrungen zu Sammeln. Leider ist das Thema "Ferngläser" ebenfalls recht komplex :Trost: Ich lebe am Stadtrand einer mittelgroßen Stadt (Karlsruhe) mit Garten und Balkon. Die Beobachtungsbedingungen dürften also eher mäßig sein. Durch das Fotografieren habe ich zumindest ein leichtes Stativ (Manfrotto 714er) und ein Einbeinstativ. D.h. nicht all zu schwere Ferngläser kann ich fixieren. Das Budget sollte (da nur als Einstieg / Zwischenlösung bzw. spätere Ergänzung gedacht) die 100€ nicht sehr übersteigen. In dieser Preislage tummeln sich zig hunderte Ferngläser im astronomisch relevanten Ausstattungssegment. Vom 30€ Bresser 10x50 über Nikone, Celestron 15x70 bis zum Bresser 20x80. Dazwischen natürlich Orion, Omegon etc. mit Öffnungsverhältnissen 10/12/15 mal 50/60/70 und 80.

Eine unübersichtliche Flut, natürlich alle (lt.Händler) Multivergütet, BAK4 etc.
Und natürlich kann mir auch niemand eine Entscheidung abnehmen, aber was ist bei den angegebenen Bedingungen und Restriktionen für mich die optimale Lösung um möglichst schöne "Sternfahrten" zu Unternehmen (gegen einen fein gezeichneten, nicht matschig überstrahlten Orion, schöne Sternhaufen etc. als Sightseeing Ziele habe ich auch nichts einzuwenden). In den Foren und Seiten im Netz gibt es viele (Beratungs.-) Strategien: gar kein Fernglas, 10x50 - am besten aber ein [zensiert] teures, so viel wie möglich Vergrößerung, das max. was man zum Preis bekommen kann, so viel Öffnung wie möglich oder auch egal hauptsache AP=5 :krank: etc. 10 Experten 12 Meinungen :D

Was meint Ihr? Welche Größe sollte das Astro-Fernglas haben? Lieber ein Markengerät ala Nikon mit weniger Vergrößerung und Öffnung oder lieber ein billig Teil wie das Bresser 20x80 oder was dazwischen?

Ich hoffe es kann mir jemand Licht ins Dunkel bringen und die Fäden entwirren.

Viele Grüsse
Frank
 
Hallo Frank,

mit einem Fernglas würde ich die Astronomie nicht beginnen. Die begeisterten Berichte über das, was man mit dem Fernglas erspäht hat, kommen von Sternfreunden
mit Himmelskenntnis. Also Leute, die diverse Objekte in Teleskopen gesehen haben und dann im Fernglas das Gesehene zurückrufen, wenn sie winzig kleine Objekte
im Fernglas ausmachen können.
Ich würde mir einen kleinen Newton oder auch Refraktor kaufen und dann mitttels Sternkarte den Himmel ein wenig erkunden. Dazu kannst du parallel mit dem Fernglas
die gefundenen Objekte im Himmelsfeld aufsuchen. Das Fernglas kann dann auch im €100-Rahmen bleiben – der Appetit kommt beim Essen!
 
Hallo Frank,

na, da sind wir ja Nachbarn. Fernglas in der Stadt kannst Du vergessen. Unter dunklem Himmel ein Wahnsinn, aber nicht in der Stadt. Ich bin 51 und wenn Du willst kannst Du bei mir vorbeischauen. Ich habe 2 Ferngläser und 3 Teleskope.
Ich fahr eigentlich zum beobachten in den nahen Schwarzwald.

Falls Du Interesse hast schick mir eine PN und wir können mal einen Termin ausmachen.

Viele Grüße

Matthias
 
Hallo Dietmar, hallo Matthias,

erst einmal vielen Dank für Eure Einschätzung. @Matthias , auf Dein Angebot werde ich (bei Gelegenheit) gerne zurück kommen - wohnst Du in Karlsruhe?

Leider drehe ich mich gerade wieder im Kreis. Von der Überlegung "Teleskop" kam ich ja hier her zu den Ferngläsern. Nun, dann drehe ich mich mal :-) wieder in die Gegenrichtung.

Da ich noch keine Ahnung habe, wo der Weg hin geht, waren die ersten Empfehlungen in Facebook, für den "leichten" Einstieg, mir für´s erste zu groß, unhandlich und teuer. Die Empfehlung war, wie fast überall zu Lesen, die 8" Dobson Größenordnung. Mit Sicherheit, wenn man weis, das man sich auch länger mit Astronomie beschäftigen möchte und eine wage Vorstellung hat was man will, die "Preiswerteste" und universellste Lösung.

Aber als Einsteiger um in das Thema sich in Ruhe, auf dem Balkon oder im Garten (oder unter den Arm geklemmt bzw in einer Reisetasche) den Himmel kennen zu Lernen?

Gebraucht kaufen, auch eine regelmäßige Empfehlung, ist für einen Anfänger auch so eine Sache. In die Spiegelnachjustierung eines Newton sich einzufuchsen müsste gerade noch so gehen, bei einem Gebrauchtgerät aber echte Mängel zu Erkennen - ich weis nicht so Recht.

Eine Händlerempfehlung war das Skywatcher 90/900 auf der EQ2 Montierung. Mechanisch von der Montierung mit Sicherheit nicht ideal, aber lt. Händler, bei dem geringen Tubusgewicht, noch OK. Wobei ich immer wieder überlegt habe, ob für meinen Zweck (so zu sagen das unbeschwerte Schnellspechteln) nicht eine stabile azimutale Montierung geeigneter wäre.

Ich habe mir dann noch auf den Händlerseiten diverse Geräte angeschaut (kleine Refraktoren, MAKs, Tischdobson etc) , in Amazon und Blogs und hier in den Foren Berichte gelesen und bin keinen Strich weiter gekommen.

Es deprimiert wirklich, wenn man die Beiträge durchforstet und immer das Gefühl vermittelt bekommt: unter 21kg und 375 € ist alles Schrott, Spielzeug und man sollte besser den Versuch aufgeben.

Gibt es überhaupt kleine, leichte, preiswerte Lösungen für den Einstieg. Ich kann eigentlich nicht glauben, dass die meisten Hobbyastronomen ihren Anfang mit 8" Dobson gemacht haben.

Vielleicht habt Ihr eine Idee mit mehr Sicht als ein Fernglas und gut zum Einsteigen geeignet.

Viele Grüsse
Frank
 
Hallo Frank,

Zitat von FrankyW:
Es deprimiert wirklich, wenn man die Beiträge durchforstet und immer das Gefühl vermittelt bekommt: unter 21kg und 375 € ist alles Schrott, Spielzeug und man sollte besser den Versuch aufgeben.

Gibt es überhaupt kleine, leichte, preiswerte Lösungen für den Einstieg. Ich kann eigentlich nicht glauben, dass die meisten Hobbyastronomen ihren Anfang mit 8" Dobson gemacht haben.

Lass Dich nicht deprimieren!

Mein Einstiegsteleskop war ein 60/700 Refraktor von Quelle ... und mit diesem "Schrott ???" hab ich damals viel und gerne beobachtet!

Hier im Forum wurde vor kurzem der Skywatcher Heritage 130 Dobson empfohlen. Das wäre eine kleine, leichte, preiswerte Lösungen für den Einstieg. Vielleicht kann Dir einer der Besitzer mehr zu diesem Gerät sagen, ich kenne das Ding selbst nicht.
Habe aber selbst einen 130er Newton; bin damit seit über 25 Jahren sehr zufrieden ... obwohl der weniger als 21Kg wiegt ;)

Gruß
Tilo
 
Hallo Frank,

ja, ich wohne in Grünwinkel. Kannst mir eine email schreiben an feldstecher2015 ät t-online.de. Mit Blättern von online Prospekten kommst Du auf keinen grünen Zweig. Ich kann Dich auch gern mal mit raus nehmen, damit Du siehst was die verschiedene Teleskope zeigen, dann kannst Du Dir selbst ein Bild davon machen, was das für Dich geeignetste ist.

Also habe keine Hemmungen. In Natura anschauen und durchschauen ist am sinnvollsten bevor Du Geld versenkst.

Viele Grüße
Matthias

 
Hallo,

@Matthias: hab Dir ne Mail geschrieben :-)

@Tilo: ja das 130er Heritage habe ich auch schon gesehen, soll aber recht heftige Serienstreuungen haben.

Wie sind den Refraktoren wie das 80/900er Celestron oder das 90/900er Skywatcher zu Beurteilen. Die Teile sind justagefrei, noch gut transportabel und leicht (im Bezug auf die Montage). Wäre damit, mit einer azimutalen Montierung - kein Ausrichten, schnell aufbaubar, leicht - eine gute Schnellspechtellösung für mich verfügbar? Immer unter der Prämisse, kennenlernen des Himmels, schnelle Verfügbarkeit, hohe Transportabilität und geringes Packmaß.
 
Hallo Frank,

mit einem 80/900 oder 90/900 kannst du schon eine Menge sehen und der Farbfehler hält sich bei diesen Öffnungsverhältnissen im Rahmen. Allerdings würde ich immer eine äquatoriale Montierung (z.B. die EQ-3 für die genannten Teleskope) vorziehen. Die einfachere Nachführung bedeutet mehr Beobachtungskomfort. Und für das visuelle Beobachten genügt eine Einnordung "Pi mal Daumen", die nach kurzer Übung in 2-3 Minuten erledigt ist.

Ein geringes Packmaß hast du allerdings weder bei einer azimutalen noch bei einer äquatorialen Montierung - alleine schon wegen das Stativs.

Solltest du letztendlich doch beim Fernglas landen, solltest du zumindest 100-150 € als Preis dafür einplanen. In diesem Fall fahre doch mal nach Fellbach zu Fernrohrland. Das ist ja nicht so sonderlich weit von Karlsruhe. Da kannst du verschiedene Ferngläser direkt vergleichen. Gerade bei Ferngläsern ist der individuelle Eindruck bezüglich Einblickverhalten, Handlichkeit usw. wichtig. (Bin übrigens kein Mitarbeiter von Fernrohrland ;-))

CS
Michael
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Frank

ich sehe das ähnlich wie Dietmar. Ferngläser sind toll und machen Spaß - sogar die preiswerten - aber zum Start in die Astronomie? Da bin ich zwiegespalten, tendiere aber zum Teleskop.

Das tolle am Fernglas ist, dass Du große Gesichtsfelder hast, viel mehr Sterne siehst als freiäugig und der Mond mit ganz wenig Vergrößerung schon viel plastischer wird. Um genussvoll umher zu wandern ist das super.

Aber, das ist nur ein Aspekt wie man Astronomie machen kann.
Wenn Du wirklich Objekte sehen willst, Kraterberge auf dem Mond, Struktur auf Jupiter, Saturn richtig mit Ring, Galaxien oder aufgelöste Kugelsternhaufen, dann ist ein Teleskop das Instrument das mehr Seherlebnis/ - gewinn bringt.

Wie Dietmar sagt, Ferngläser werden dann eher eine Ergänzung sein.

Insofern, hast Du 2 Optionen inzwischen die Du beide wahrnehmen kannst - Mit Matthias gucken und ggf auch Fernrohrland in Suttgart besuchen.

Das ganze birgt nur eine Gefahr - fast immer muss das Budget aufgestockt werden nach solchen Aktionen ;)
CS
 
Tag Frank,
dann werde ich Dich mal etwas motivieren!

Vorweg, ein gutes Fernglas wird ein jeder der dieses Hobby hat sein eigen nennen, da es immer wieder zum Einsatz kommt.
Zum Aufsuchen einer Konstellation oder wenn man mal schnell etwas am Nachthimmel anschauen möchte. Auch zum Kennenlernen der Sternbilder oder zum Spechteln... etc.
Es ist meiner Meinung nicht verkehrt, ein gutes Fernglas zu besitzen und deswegen auch keine Geldverschwendung!
Der "Nachteil" vom Fernglas ist wohl das ruhighalten beim Beobachten, das kann je nach Dauer schon etwas in Arme und Nacken gehen....

Selber habe ich die ersten Schritte auch mit einem nicht so guten Fernglas gemacht,
bin dann aber nach einiger Zeit auf einen kleinen Orion StarBlast 4,5 - Astro Dobson - Öffnung 114mm / Brennweite 450mm umgestiegen, weil ich MEHR sehen wollte.
Habe diesen Schritt nie bereut und besitze den StarBlast immer noch, aber etwas modernisiert ;). Für mich persönlich eine gute Optik zu einem fairen Preis!
Wegen der Justage mach Dir nicht zu viel Kopf, das hat man mit etwas Übung und ein klein wenig Geduld schnell raus, alles keine Hexerei.

Was mich zu den kleinen Dobson getrieben hat, war das ich kein Stativ und Montierung brauchte.
Einfach den Dobson raus auf dem Balkon auf einen Tisch gestellt und etwas gewartet wegen dem Auskühlen.
Zwischenzeitlich ein Bierchen oder `nen Kaffee eingeworfen, mich auf einen Stuhl bequem eingenistet und ich konnte loslegen.

Soweit meine Meinung zu einem Dobson als Einstieg.
Lass Dich nicht verwirren wegen den vielen verschiedenen Meinungen,
es gibt halt eine riesen Auswahl an Teleskopen und fast jeder ist der Meinung, das er den optimalen Einstiegs-Tipp hat; mich inbegriffen!
Hast ja schon Angebote bekommen mal bei einem Astrokollegen durch ein Rohr zu schauen, also fahr hin und staune.

Des weiteren wünsche ich Dir noch viel Spaß und wollen mal schauen was es am Ende bei Dir sein wird.

P.s. : Hier noch der link zum Dobson den ich meine...


 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

@Antares: :-) ja, es steht zu Befürchten, dass mit einer Praxissession bei Matthias oder einem Besuch im Fernrohrland tatsächlich Begehrlichkeiten geweckt werden. Aber mein Verstand sagt - lieber klein anfangen und später aufrüsten. Ob das ganze eine spinnige Idee von mir und damit eine Eintagsfliege oder ein Dauerbrenner wird, kann ich im Moment gar nicht beurteilen.

@Michael: .....ein Bruder im Geiste.... so stell ich mir das auch vor. Kleines Teleskop (ggf. ein Tischdobson), Bierchen und gemütlich Sterne gucken auf dem Balkon :-D
Zusätzlich habe ich noch einen einigermaßen großen Garten, umringt mit weiteren Gärten und kleinen 1-2 Familien Häusern - keine direkten Straßenlaternen....
Das Orion Dobson habe ich auch schon gesehen. Scheint rund herum ein feines, kleines, unkompliziertes Teil zu sein. Was ist den Sichttechnisch mit dem Teil möglich? Wenn man zB ein Planeten Plössel (4mm) mit 2fach Barlow einsetzt? Ist das noch sinnvoll? Was hast Du an dem Teil modifiziert?

 
Hallo Frank,

mit einem "Anfänger"-Newton kaufst du dir quasi einen Fiat 500 (Montierung, OAZ und das drumherum) mit 200 PS Motor (die Optik).
Natürlich könnte man mit einem Fiat 500 auf der Autobahn auch mal 200 km/h fahren, aber dann muss ALLES stimmen, Wind und Wetter, etc.

Als Beginner kennst du am Himmel nur Autobahn (Mond, Planeten) – helle Objekte, bei denen man hoch vergrößern kann.
Aber entweder wackelt alles fürchterlich (Montierung) oder die Okulare geben es nicht her.

ZB. so ein Astro Dobson - Öffnung 114mm / Brennweite 450mm - hat seine größte Stärke im großen Bildfeld (25mm Okular 50° ergibt V=18x Bildfeld beinahe 3°).
Das Richtige, um am Himmel zu surfen und Lust auf mehr zu bekommen.
Sprich: langsam auf dem Feldweg dahinzuckeln und die schöne Landschaft genießen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Na, da hat doch einer Blut geleckt ;) !!!

Alsooo...
gekauft habe ich den Kleinen 2007 bei TS für 198€ ohne Märchensteuer, dazu kam dann ein Okularkoffer für 150€, darin enthalten war eine 2x Barlow.
Beim Newton selber waren noch Okulare von Orion dabei, von denen ich immer noch das 17mm Explorer II verwende.
Am Saturn konnte ich damit die Cassini-Teilung gut erkennen, auch Jupiter war dadurch ein schönes Objekt.
Des weiteren Planetarische Nebel, M57 in der Leier, als auch meine Favoriten, Kugelsternhaufen, z.B. M13 im Herkules.
Was Dietmar schon ansprach ist halt das große Gesichtsfeld welches der 114/450 Newton hat.
Allzu große Detaillierte Auflösung der Objekte darfst Du natürlich nicht erwarten, das gibt es nur mit den großen Teleskopen.
Und was auch stimmt, ist, das der Himmel nicht zu sehr durch Streulicht (Stichwort Straßenlaternen) aufgehellt werden sollte, was ja bei Dir nicht der Fall ist!?!
Was sehr erfreulich an der Dobson Montierung ist/war, die Standfestigkeit!!! Da war nichts mit Wackeln oder schaukeln, Vibrationen usw. alles sehr robust und steif, da gab es nicht zu meckern!

Nun... was ist aus dem guten Teil geworden???
Schau mal hier , den habe ich etwas "Modernisiert". Bin sehr zufrieden damit!!!
Versuche mich mittlerweile in der Astrofotografie,.... da brauchst du viel-viel-viiieeel Geduld!!! Aber, macht auch echt Spaß; mir jedenfalls!!!

So, ich hoffe, ich hab Dir jetzt dem Mund schön wässrig gemacht und Du hast jetzt Lust auf mehr!

Bevor ich es vergesse, einen kleinen Dämpfer :confused::
Ich kann Dir natürlich nicht versprechen, das der jetzige Newton bei TS eine noch genauso gute Optik hat, als vor ca. acht Jahren.
Frag mal beim Wolfi nach, was die so sagen. Die helfen einem eigentlich immer gut weiter, kann ich aus eigener Erfahrung sagen.

Dann noch viel Vergnügen beim Überlegen, ob es oder ob es nicht dieser Dobson sein soll.



 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Frank,

Doppeläugiges beobachten macht mehr Spass und man ermüdet viel weniger, vor allem bei längeren Beobachtungssitzungen. Deshalb beobachte ich an meinem 150mm APO Refraktor praktisch ausschliesslich durch einen Binoansatz. Und als leichtes mobiles Zweitgerät benutze ich ein 82mm Grossfernglas.

Aufgrund meiner bisherigen praktischen Erfahrungen empfehle ich Dir als Einsteigergerät das APM 100mm 90° ED-Apo Grossfernglas (mit 1,25" Okularaufnahme), Produktbeschrieb: http://www.apm-telescopes.de/de/fer...m-90-ed-apo-fernglas-1-25-okularaufnahme.html

Dieses Grossfernglas hebt sich von anderen Modellen darin ab, dass es eine weitgehend freie 1 1/4" Okularwahl zulässt und somit auch mit höheren Vergrösserungen, nach Nutzerberichten bis über 150x, verwendet werden kann. Die qualitativ guten ED-Objektive sind kollimierbar ausgeführt, weshalb solche Vergrösserungen in diesem Gerät in der Praxis überhaupt zu nutzen sind. Das APM 100mm Grossfernglas ersetzt also bis zu einem gewissen Grad auch einen ähnlich grossen Refraktor mit Binoansatz. Gegenüber dem schnellen (f/5.5) APM 100mm Grossfernglas spielt der Refraktor die optischen Vorteile der längeren Brennweite erst bei höheren Vergrösserungen deutlich über 100x aus.

Das Preis/Leistungsverhältnis des APM 100mm ist jedenfalls sehr gut. Die Frage ist, ob Du das ursprüngliche Budget entsprechend aufstocken kannst und willst.

Falls Du mehr zum APM 100mm Grossfernglas wissen möchtest: Das Modell ist auch hier in diesem Fernglasforum bereits ausgiebig diskutiert worden. Und mit etwas googeln wirst Du im Internet jede Menge weitere Erfahrungsberichte zum APM 100mm finden (z.B. auf CloudyNights).

Mit dem Teil kannst Du als Einsteigergerät garantiert nichts falsch machen und hast von Anfang an den Vorteil des entspannten beidäugigen Sehens bei satten 100mm Öffnung. Und wenn sich danach Lust auf (noch) mehr einstellt, kannst Du immer noch upgraden, ohne dass deshalb das APM 100mm überflüssig wird.

Gruss,
Stephan
 
Es ist schon faszinierend, wie sich die Dinge hier entwickeln:

Da sucht jemand (Frank) Tipps für ein Fernglas zum Einstieg in die Astro-Beobachtung und gibt einen Preisrahmen von rund 100 € +x vor. Und jetzt sind wir bei einer ED-Apo-Bino-Empfehlung für 3000 € (zzgl. Okulare) ... :mauer:

Leute, bleibt auf dem Teppich! Wer einen preiswerten Kleinwagen sucht, dem hilft eine Porsche-Turbo-Empfehlung garantiert nicht weiter. Aber leider passiert so etwas in diesen Foren immer wieder!

Ich käme mir an Franks Stelle eher vera.... vor!

CS
Michael
 
Nö, niemand muss sich "vera...." vorkommen.

Manchmal lohnt es sich, eine anfängliche (Preis-) Vorgabe nochmals zu überdenken. Weil man, auch ohne gleich ein Vermögen zu investieren, relativ rasch in eine Geräteklasse kommt, in welcher der Blick zum Himmel eine völlig andere Erfahrung ist, als mit einem ~100EUR Fernglas. Sozusagen ein Quantensprung. Mit "Porsche-Turbo-Empfehlung" hat das definitiv nichts zu tun.

Und dazu passt die Signatur in Michael's Post ja ganz gut:
"Die großen Dinge in der Welt passierten, weil jemand mehr getan hat als er musste ..."

Richtig!

Gruss,
Stephan
 
Ich bin geneigt Staphan Recht zu geben, das 100er APO APM ist meiner Meinung nach wirklich ein hervorragendes Einsteigerglas, das für Viele sicherlich auch das Glas bis in alle Ewigkeiten sein kann.

Ich hatte wirklich viele Ferngläser und auch wenn nie welche aus dem Billigsegment dabei waren haben mich die Meisten ziemlich frustriert.
Klar kann man die mit relativ kleinem Verlust wieder verkaufen, das ist nicht das Problem.
Das eigentliche Problem ist, dass man irgend wann den Glauben verliert und denkt, die taugen alle nix, ich erwarte zu viel oder das ist vielleicht doch nicht mein Hobby.

Deshalb lieber gleich was gescheites und Spass haben, das spart auf lange Sicht Geld und Frust.

Ich war nach dem Besitz und Test vieler Gläser auch kurz davor den Traum vom zweiäugigen Beobachten frustriert aufzugeben, dann gab es aber zum Glück doch noch das AHA-Erlebnis, das alles änderte ;-)

Grüsse Jochen
 
Nein, als ich die beiden Borg zusammengebastelt habe :-)
Das war eine dermassen andere Welt zu dem was ich kannte (auch Grossferngläser bis 100mm, allerdings nicht DAS APM) dass ich den ganzen Abend mit offenem Mund beobachtet habe und es wirklich kaum fassen konnte.
Seit dem bin ich angekommen ;-)

Grüsse Jochen
 
Zitat von Stellarfire:
... eine anfängliche (Preis-) Vorgabe nochmals zu überdenken. Weil man, auch ohne gleich ein Vermögen zu investieren ...

Schon mal darüber nachgedacht, dass nicht jeder mehrere Tausend Euro für sein Hobby ausgeben kann (oder will) und vielleicht auch nicht Jahre lang sparen will, um dann endlich mit so einem "Einsteigergerät" :D anfangen zu können?

Aber wahrscheinlich sind solche armseligen Kreaturen, deren Instrumente im 3-stelligen Bereich kosten, gar nicht würdig, den Nachthimmel zu betrachten!? Auto fahren kann man ja auch nur mit Fahrzeugen ab 50.000 €, oder?

Michael

P.S. @Stephan: Meine Signatur bezieht sich sicherlich nicht auf materielle Dinge ... aber das versteht eben nicht jeder.
 
Das APM ist seinem Wesen nach ein Spezialgerät, das zwischen ca. 30x und 100x Vergrößerung ca. 2° maximales unvignettiertes Feld frei von falschen Austrittspupillen erlaubt. Damit ist es weder ein echtes "Rich-Field"-Gerät noch ein wirklicher Doppelrefraktor. Ich habe die Blenden auffräsen und die Objektive kollimieren lassen, was mich bereits ein Mehrfaches des vom Threadersteller vorgesehenen Anfangs-Budgets gekostet hat. Nun habe ich vielleicht 2,5° unvignettiertes und 2,8° maximales Feld mit falschen APs, sowie ein bis 220x recht scharfes Bild. Zu den Anschaffungskosten von z.Z. ca. €2 500 (Aussteller, ebay) kommt dann die praktisch alternativlose Binoptikgabel für ca. €700,- und mindestens 2 Okularpaare aus mindestens dem mittleren Segment für insgesamt ca. €500,-. Das Stativ macht dann die €4 000,- mit Sicherheit voll. Meine Okularempfehlung (u.a. 12,5 Docter oder 13 Ethos) würde weit über €2 000,- kosten, mein tatsächlicher Okularkoffer hat noch weit mehr gekostet. Ob das eine Anfängerausrüstung ist?
 
Als ich vor vielen Jahren ins Hobby eingestiegen bin habe ich auch viel gelesen, mich beraten lassen und in den Foren gepostet.
Gekauft habe ich dann das 12,5" Portaball, was sicherlich auch kein typisches Einsteigergerät ist ;-)

Im Gegenteil, damals gab es die grossen Eimer noch nicht, 12,5" waren so ziemlich das Ende der Fahnenstange und das Portaball nicht wirklich die günstigste Option...

Bereut habe ich diese Entscheidung nie, denn bis mir dann auch das zweite Auge geöffnet wurde war ich damit extrem zufrieden und habe nie den Bedarf nach einem anderen Instrument gesehen.

Dieses Vorgehen kann unterm Strich deutlich günstiger sein als sich alle Jahr das nächste Instrument zu kaufen, vor allem hat man vom ersten Moment an schon das maximale Beobachtungsvergnügen.

Grüsse Jochen
 
Wenn man sich sicher ist, dass man dabei bleibt...
 
Zitat von sternchengucker:
Aber wahrscheinlich sind solche armseligen Kreaturen, deren Instrumente im 3-stelligen Bereich kosten, gar nicht würdig, den Nachthimmel zu betrachten!? Auto fahren kann man ja auch nur mit Fahrzeugen ab 50.000 €, oder?

Ein deplatzierter Vergleich. Diese lehrerhafte "Porsche-Turbo"-Rhetorik führt nicht weiter.

Bei der Auswahl der Ausrüstung gilt auch für Einsteiger: "Jedem Tierchen sein Pläsierchen".
Der Threadstarter Frank (FrankyW) wünscht unsere Meinungen zu hören, um sich ein eigenes Bild machen zu können. Dazu gehört auch, dass wir ihm, basierend auf unseren persönlichen Erfahrungen, die Grenzen einer von Anfang an zu klein gewählten Einsteigerausrüstung aufzeigen.

Am besten Frank sich selbst eine Meinung bilden lassen.

Gruss,
Stephan
 
Ich bin zwei Jahre älter als der Threadstarter Frank (FrankyW). Meine ersten Erfahrungen sammelte ich in den späten 1970er Jahren mit einem Tasco 9TE-5 60/700mm Kaufhausrefraktor. Dann kam eine jahrzehntelange teleskoplose Durststrecke. Die einzigen Himmelsbeobachtungen in jener Zeit erfolgten mit einem Zeiss Jena 10x40mm Notarem Fernglas. Dieses gute Fernglas hat mir unzählige schöne Beobachtungsstunden beschert. Doch 10x40 hat mich auf Dauer definitiv nicht befriedigt, zwangsläufig nicht befriedigen können. Der Durst auf mehr blieb und begleitete mich die ganzen Jahre.

Dann gab ich dem Verlangen nach. Ende 2010 erfolgte der Wiedereinstieg. Basierend auf den bisherigen Erfahrungen wurde ganz bewusst keine Minimallösung angestrebt. Habe es ähnlich angehen lassen wie Jochen (portaball). Damit nicht nach kurzer Zeit schon wieder Upgradebedarf besteht.
Beim APO Refraktor als Hauptgerät wurde deshalb nichts kleineres als 150mm Öffnung in Betracht gezogen und dann auch so angeschafft.
Das zusätzlich angeschaffte 82mm Grossfernglas mit Fluoritobjektiv ergänzt den Refraktor in idealer Weise. Würde ich nicht bereits das 82mm Grossfernglas besitzen, so fiele die Wahl ohne langes Überlegen auf das zuvor mal erwähnte APM 100mm 90° ED APO Grossfernglas.

Mit diesem Vorgehen habe ich im Rückblick nichts falsch gemacht. Würde es wieder so oder ähnlich machen. Denn die halbherzigen und vermeintlichen "Sparlösungen" erweisen sich allzu oft als Frustfallen. Wo man nachträglich realisiert, dass man doch nicht zufrieden ist. Und - unter sinnlosem Zeit- und Geldverlust – dann erst nachträglich zu seiner persönlichen Wohlfühllösung kommt.
Basierend auf diese persönliche Erfahrung und dem Bewusstsein, dass persönliche Lebenszeit ein nicht wiederkehrendes Gut ist, empfehle ich daher, bei der Auswahl der Ausrüstung nicht von Anfang an zu kleine Brötchen zu backen.

Gruss,
Stephan
 
Jedenfalls steht außer Frage, dass man mit dem APM 100 ED Apo phantastische Beobachtungen machen kann, und dass dieses Gerät auch nach Jahren dem erfahrenen Beobachter Freude machen wird. Allein der binokulare Anblick des gesamten, gestochen scharfen Mondes mit all seinen Farbnuancen bei 80x brennt sich ins Gedächtnis ein, ebenso wie derjenige von h&chi bei 23x... Wirklich falsch macht man mit der Investition nur dann etwas, wenn man nach kurzer Zeit merkt: "das Beobachten ist doch nichts für mich", und den Kram dann zum halben Preis wieder verkauft.
 
Zitat von janapier:
... ebenso wie derjenige von h&chi bei 23x...

h&chi rechtfertigen für mich alleine den Kauf eines Doppelteleskopes.
Mit den 85° 32mm Kasai im 125mm Doppelborg habe ich 25 fache Vergrösserung bei 5mm AP und 3,4° am Himmel
Der Anblick von h&chi damit ist einfach umwerfend, ich kann das stundenlang geniessen und förmlich eintauchen - der absolute Wahnsinn!

Kürzlich hatte ich das APM 20x70 zum Test hier auch auch damit war h&chi ganz nett, allerdings Welten vom Borg entfernt.
Die zusätzliche Öffnung gibt viel mehr Tiefe, feinste Sterne, die man bei 70mm noch nicht einmal erahnen kann werden sichtbar und der Haufen wird fast dreidimensional.
Das ist nicht in Worte zu fassen, man muss es gesehen haben.

Ich kann mich nicht mehr konkret an den Anblick in einem 100er Glas erinnern, aber wenn es auch nur annähernd so wie im Borg gewesen wäre, wüsste ich das mit Sicherheit noch...

Grüsse Jochen
 
Scheinbar ist die Transmission im APM 100 ED Apo besser als in den "normalen" China-"Halb-Apos". Mr. Bill hat auf cloudynights mal den direkten Vergleich gepostet. In Meck-Pom habe ich immer (auch nach 1 Flasche Wein) den 13.04 m-Stern bei M57 gesehen. Der Doppelborg wird dann halt bis 13,7 o.ä gehen.
 
Hallo zusammen,

ich melde mich auch mal wieder zu Wort :-)
Erst einmal vielen Dank für die vielen nützlichen Kommentare. Der Verlauf ist dann aber für meine Bedürfnisse schon in eine nicht finanzierbare Richtung abgeglitten. Es ist ja nicht zu 100% auszuschließen, dass ich irgendwann mal eine nette Summe Gewinne, Erbe oder per Kredit aufbringe um mir den bis dahin eventuell entstanden Traum mit einem echt tollen Teleskop/Großfernglas zu Erfüllen. Bis dahin muss ich aber kleinere Brötchen backen - schade.

Noch mals zu meinen Grundanforderungen:
Ich mag etwas zum schnellen Spechteln...
das leicht und schnell aufbaubar ist....
um den Himmel kennen zu lernen....
das mir einen günstigen Einstieg bietet....
der mir für einen begrenzten Zeitraum entweder "Lust auf Mehr" bereitet, oder ich die Erkenntnis gewinne, das mir das Ganze doch keinen rechten Spaß macht. Wenn die Astronomie sich für mich vom ersten Interesse zu einem Hobby entwickelt, werde ich nicht umhin kommen, meine Ausstattung nach oben anzupassen. Aber auch dann gilt "... nicht jeder der Briefmarken sammelt, hat eine British Guiana one Cent"

Eventuell noch einmal zu Geräten, die wie Dietmar ausgedrückt hat, zum gemütlichen Surfen am Sternhimmel einladen und Lust auf mehr bringen (ohne Frust zu Verbreiten).

Das von Michael empfohlene Orion 114/450 scheint wirklich gut für meine Zwecke zu sein. Liegt aber preislich, eigentlich schon über meinem Einstiegsbudget. Das kleinere 100/400er hat auch zumeist keine schlechten Kritiken, hat aber einen nicht justierbaren Hauptspiegel - ist es dennoch tauglich? Ebenfalls ins Auge gestochen ist mir das sehr kleine und leichte Skywatcher 80/400 Refraktor-Teleskop. Das gibt es zum Teil schon ab 150€ inkl. AZ3 Montierung und Stativ (oder als EQ1 für 198€). Klar, Planeten kann ich hiermit erst einmal vergessen aber sonst? Thema Fernglas: das 25x70 Celestron - kann man auch unterm (Groß)Stadthimmel vergessen? Das Teil bekommt man für 75€ - einfaches Fotostativ hätte ich ja. Dann gibt es noch die kleinen Maksutov als entweder Spektiv-Version mit Zoom-Okkular (das man wahrscheinlich eher vergessen kann) 70/750 (134€) oder als Teleskop Version 80/900 (vorausgesetzt das macht auf einem Fotostativ überhaupt noch Sinn?)

So, jetzt habe ich mal den Erwartungshorizont und das Preisgefüge etwas eingeschränkt und abgesteckt. Vielleicht gibt es noch Empfehlungen die in den Einstiegsrahmen passen.

Vielen Dank noch mals an alle
Euer
Frank

 
Hallo Frank,

mit dem 80/400-Refraktor musst du Planeten keineswegs vergessen. Mit einem 5mm-Okular liegst du bei 80-facher Vergrößerung und das reicht bei Jupiter und Saturn schon für erste Details. Andererseits hast du mit f/5 trotz nur 80mm Objektivdurchmesser genügend Öffnung um auch hellere Deep-Sky-Objekte zu sehen. Und falls du später doch auf ein größeres Teleskop umsteigen möchtest, hast du immer noch ein nettes Reiseteleskop.
Natürlich hast du bei einem Achromaten bei höheren Vergrößerungen einen Farbfehler (blauer Saum an hellen Objekten), aber den kann man mit einem Filter zumindest verringern.
Wahrscheinlich kommen jetzt wieder zahllose Posts, dass nur ein Voll-Apo für mehrere Tausend Euro Sinn macht, aber glaube mir, auch mit dem 80/400 kann man Spaß am Spechteln haben.

Von dem Celestron 25x70 würde ich abraten. Über die Abbildungsqualität kann ich nichts sagen, aber freihändig ist es kaum verwendbar und auf einem Stativ wird die Beobachtung in Zenitnähe zur Qual. Für mich machen Ferngläser auf einem Stativ nur Sinn, wenn sie einen Schrägeinblick haben.

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen!?

CS
Michael
 
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