Wieder mal Teleskopsuche von einem Anfänger

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Jochen_M

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Hallo zusammen,

auch wenn es die x-te Anfrage ist, hoffe ich, hier noch ein paar "maßgeschneiderte" Tips zum Kauf zu bekommen. Ich hab schon einiges hier gelesen, was mich vor Fehlkäufen bewahrt hat und hab auch schon einigen Händlern (Optikern) widerstanden, weiß aber noch nicht genau, was das Richtige für mich ist.
Also zu den Fakten:
- ich wohne in der Stadt, aber mit Hauptblickrichtung weg vom Zentrum der Lichtverschmutzung; meine Eltern wohnen nen Stück weit außerhalb und ich besuch sie unregelmäßig (-> Transportabilität)
- hab bisher kein Teleskop, aber schon einiges an Bücher und Zeitschriften gelesen und Fernglaserfahrung gesammelt in den letzten Monaten
- interessiere mich hauptsächlich für deepsky
- möchte keine Fotografie machen
- bin von Goto abgekommen
- denk nun an ein Dobson und
- bin bereit bis zu max. 1.000 € zu investieren.

Mein konkretes Problem ist, dass die meisten Kaufemfpehlungen bei ungefähr 300 € aufhören, ich aber bereit bin, mehr auszugeben, wenn sich dadurch die Nachteile der Stadt ausgleichen lassen. Bevor ich mich nun zum Fachhändler aufmache oder Sternfreunde in der Nähe suche (was zeitlich in den nächsten Wochen schwierig für mich ist), dachte ich mal an nen 8 oder 10" Dobson, damit man auch länger was davon hat, und wollte eure Meinung dazu hören. Was würdet ihr da empfehlen? Oder haltet ihr das Ganze für Falsch (lieber mit was Kleinerem anfangen oder es ganz anders angehen)?

Danke im Voraus!

Gruß
Jochen
 
Hallo Jochen_M
Erst mal Willkommen hier bei Astronomie.de.
Da ich mich selbst noch zu den Anfängern zähle, und hier viele Infos bekommen habe, möchte ich mal sagen das es nicht alleine auf das Teleskop ankommt sondern man sollte sich auch gutes Zubehör zulegen z.B. Okulare , Filter usw. die kosten auch noch ne ganze Menge <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Ich denke aber das die Profis da noch was dazu sagen.

Gruß Klaus
 
Hallo!

Ich bin zwar ebenfalls Anfänger, wenn ich 1000€ zur Verfügung hätte würde ich wahrscheinlich auf ein solches Dobson Teleskop mit 8" Öffnung und sehr schönen Extra's setzen:

http://teleskop-service.de/gsseiten/GSVorschau/Dobsons/dobson.htm#CLD8

Und dazu einiges Zubehör wie Justierlaser, Gute Okulare, Filter, Barlow und co. Auf 700-800€ kommt man damit bestimmt, und ein 1000€ Budget heisst ja nicht man muss 1000€ ausgeben! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Hoffentlich können die Profi's hier diese Infos bestätigen.

--Ralf
 
Hallo Jochen,

bin zwar auch noch Anfäger (seit einigen Monaten aber mit Teleskop), habe mir bis zur Kaufentscheidung und auch noch danach ähnliche Gedanken gemacht.
Ein Dobson ist es zwar nicht geworden (sondern FH-Refraktor auf parallaktischer Montierung), habe aber lange mit dem Gedanken gespielt (inzwischen ist auch ein 8"-f5-Newton für Deep-Sky dazugekommen).
Wenn Dich vorwiegend Deep-Sky-Objekte interessieren, und Du wirklich keine fotografischen Ambitionen hegst, dürfte ein Dobson schon der richtige Einstieg sein. Hier gibt es auch im Bereich zwischen 300,-- und 1.000,-- € einige interessante Möglichkeiten:
z.B.:
http://www.teleskop-service.de/gsseiten/GSVorschau/Dobsons/dobson.htm#GS880
 
Hi,

erstmal noch ein paar Fragen:

1. Wo beobachtest du hauptsächlich? (Terrasse, Balkon, Garten, etc. - wegen Platz zum Aufstellen)

2. Musst du zum Beobachten das Teleskop evtl. öfter mal ein paar Stockwerke schleppen?

3. Wieviel Platz ist in deinem Auto?


Generell würde ich zu einem 10" Dobson tendieren, was dir aber nix nützt, wenn du nicht genügend Platz zum schwenken hast.
Auch wirds kritisch, wenn du jedesmal deine komplette Ausrüstung 4 Stockwerke schleppen musst, wenn du mal rausfährst (Rausfahren würde ich übrigens vorziehen, wenn du Deep-Sky beobachten willst)

Das restliche Geld ist ohnehin schneller weg als du vielleicht denkst

- vernünftiges 2"-Oku (notlösung =100,-(TS-WA), gut bis perfekt= bis zu 670,-(Nagler))
- 1,25" Okulare
- Barlow
- diverse Filter
- evtl. anderer Sucher
- Cheshire (zum Justieren)
- Sternkarte (falls noch nicht vorhanden)
- usw.

Aber schreib nochmal, wie es mit o.g. aussieht- sonst verfluchst du mich nachher noch, wenn du deinen 10" Dob aus dem 4.Stock in den Kleinwagen schleppst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gruß
Oli
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
nabend Jochen!

ich kann dir wahrscheinlich kaum tips geben etwas zu kaufen, da ich in deinem finanziellen bereich nicht mal daran denken würde mir etwas zuzulegen, trotzdem eines: wie dunkel ist es bei deinen eltern wirklich?
zwischen scheinbar dunkel und wirklich dunkel gibt es erhebliche unterschiede. wärst du bereit, oder hast du die mittel um dein teleskop, sofern es denn etwas größeres wäre, in ein auto zu packen und noch etwas weiter raus zu fahren? was kannst du mit bloßem auge bei deinen eltern am himmel erkennen?
folgender hintergrund: ich bin absoluter deep sky fan (mehr als 90% der beobachtungszeit) und gerade dabei mir ein 8" zu fertigen. ich wohne auch noch zu hause und habe hier einen sehr guten himmel im vergleich zu vielen anderen. es würde sich aber meiner meinung nach kaum lohnen diesen bei mir im garten aufzustellen weil mir der himmel noch für die objekte meiner begierde zu hell ist. es bleibt mir also für gute beobachtungen nichts anderes übrig als mich für eine halbe stunde ins auto zu setzen und rauszufahren.
naja, lange rede kurzer sinn: dunkler himmel ist durch nichts zu ersetzen!
ansonsten kann ich dir nur empfehlen vorher mal durch einige geräte durchzuschauen, erst dann kann man wirklich schauen was einem gefällt. da gibt es doch bestimmt einige amateurastronomen in deiner gegend, einfach mal fragen.
eine frage noch, die meiner meinung nach hilfreich sein könnte: liegt dir basteln oder soll es von anfang an gut oder sehr gut sein?

cs tobias
 
Hallo Jochen,

zuerst mal Hallole hier ;-). So wie du deine Ambitionen beschreibst scheint ein Dobson wirklich eine gute Lösung für dich zu sein. Die 1000 € sind auch ein Wort. Die müssen zwar nicht ausgegeben werden, unterschätze aber nicht wie schnell die Euronen weglaufen bis mal Dinge wie Telrad, andere Okulare, Lüfter, ggf. besserer Auszug ... mit dabei sind.

Ich möchte dir jetzt keine Empfehlung für 8 oder 10 Zoll geben, die Entscheidung kannst eigentlich nur du treffen da der Größenunterschied der beiden Röhren viel größer ist als das mehr an Öffnung vermuten läßt. Ich bin seinerzeit erschrocken als ich zum ersten Mal einen 10er gesehen habe.

Jetzt aber noch ein ganz konkreter Tipp. Ganz bei Dir in der Nähe gibt es einen Händler der die relevanten Dobsons in der Ausstellung stehen hat (Fernrohrland in Fellbach) - dort kannst du die Teile mal anschauen, an Okularauszüge rumprobieren usw... ich denke mal dann wird vieles klarer. Aktive Beobachter gibts in de Gegend auch zu Hauf. Ich selbst habe leider keinen Dobson sonst hättest du auch bei mir vorbeikommen können.

gruß Aebby
 
Hi Jochen,
einige gute Tips hast Du schon bekommen. Ansehen und auch mal Durchsehen (vor dem Kauf) ist sehr wichtig.
1000 € sind ne Hausnummer, aber soo viel ist das auch nicht.
Bleiben wir mal beim Dobson.
Da hast Du m. E. zwei Möglichkeiten:
1. 10" f 5 oder 8" f 6 aus dem Billigsegment (Skywatcher/GSO/Celestron/ICS) + eine gut
abgestimmte, Ausstattung mit Okularen, Filtern und sonstigem Zubehör für Beobachtungsspass
von Anfang an. Noch keine Vollausstattung, aber hoher Spassfaktor bei annehmbarer bis guter Qualität.
2. 8" f 6 mit möglicherweise besserer Spiegelqualität und mechanischer Verarbeitung + Okulargrundausstattung.
Macht auch schon Spass, aber sehr schnell
stellt sich der Wunsch ein, die Möglichkeiten von 8" Öffnung auch auszureizen.

In jedem Fall gilt, f 6 stellt geringere Anforderungen an die Okulare, man kann also beim Zubehör sparen,
muss dies aber nicht tun, wenn man zukunftsorientiert denkt und nicht alle Nase lang neue, bessere Okulare
kaufen will.

Ich liste Dir mal auf, was MIR Spass macht, nur um einen Anhaltspunkt zu geben:
- 8" f6 Dobson (Skywatcher/Pyrex) mit getunter Rockerbox, Selbstbaulüfter und Verloursauskleidung (350 €)
- 38 mm Okular TS WA, 70° Feld (90 €) > suboptimal
- 30 mm Okular BW 2", 80° Feld (80 €) > fast optimal
- 14 mm Okular Speers Waler, 80° Feld (100 €)> optimal
- 10 mm Okular Speers, 80 ° Feld (100 €) > optimal
- 5-8 mm Speers Zoom, 80 ° Feld (230 €) > optimal/genial
- O III Filter Astronomik 1 1/4 Zoll (99 €) eigentlich Pflicht wäre der Filter in 2" (doppelter Preis) > wichtig
- UHC Filter Astronomik 1 1/4 Zoll (99 €)
- Grau/Polfilter für Lichtdämpfung an Planeten (45 €) > wichtig
- Starpointer ergänzt den 8x50 Sucher prächtig (30 €) > wichtig
- Atlas für Himmelsbeobachter ("Karkoschka") (17 €) > sehr wichtig
Die beiden langbrennweitigen Okulare sind am f 6 schon nicht mehr randscharf, aber gut verwendbar,
für f 5 würde ich sie nicht mehr empfehlen wollen, aber Besseres wird sündhaft teuer.
Der Rest ist auch für f 5 und f 4,5 gut.
Einige Fehlkäufe, die gute Euros gekostet haben, enthält die Liste nicht. so ist da ein Loch in
der Okularauswahl zw. 30 mm und 14 mm, welches noch geschlossen werden muss.
Für den Anfang, gerade aus der Stadt heraus, wären z.B. Okulare anzudenken: ~30 mm, ~30 mm + 2"
Barlow = 15 mm, 5-8 mm Zoom.
Das ist teuer genug, aber schon sehr gut.
Ach ja....noch einen 2" O III Filter, nen Starpointer, den "Karkoschka" und die 1000 € sind verbraten. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />
...aber auch sinnvoll verbraten! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />
So könnte das also aussehen. Ist aber nur als Anregung gedacht, zum <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />.
CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Günther,

das Loch um 20mm wäre mit einem 21mm Hyperion gut gestopft. Besseres ist nicht billiger zu kriegen, und man kann mit dem Okular schon "alt werden", sprich man wird in den nächsten Jahren nicht sofort losrennen, und es durch ein besseres LVW 22 ersetzen wollen.

Deine Zusammenstellung ist schon prima. Natürlich ist die Okularpalette dann auch so ausgelegt, daß man kaum noch etwas zukaufen muß. Die meisten Vorschläge machen wir ja im Board gleich mit dem Hintergedanken, daß in den nächsten zwei bis vier Jahren noch aller möglicher Krempel nachgekauft wird. Das sieht hier nicht so aus. Bei den Alternativen mit mehr Öffnung wäre das aber so, und bei einem Gerät mit 8" f/6 und garantiert besserer Optikqualität (was auch seinen Reiz für Planetenfreunde hat), fliegen wir gleich voll aus dem Budget.

Clear Skies
Sven
 
Hi Sven,
danke für den Okulartip. Ich warte ohnehin ja auf Deinen umfangreichen Test der Stratos und Hyperion,
nun gut Ding will Weile haben! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />
Aber ich wette jetzt schon, dass ich die Anschaffung der Speers Reihe nicht bereuen werde.
Habe Dir in anderer Sache eine PN geschrieben. Schau mal rein bitte! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />
CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

der Test der LVW und Clones (Stratus/Hyperion) schreitet voran. Es war ja auch gutes Wetter dafür. Aber es fehlen noch ein paar Beobachtungen mit SC und f/11-Refraktor, und auch noch ein paar Details bei f/6. Wird aber bald soweit fertig sein.
Die Anschaffung der Speers-Reihe wirst Du nicht bereuen, es kommt halt drauf an, welche Punkte man in den Vordergrund stellt, und um welche Okularbrennweite es geht.

Clear Skies
Sven
 
Hallo nochmals und zunächst mal

vielen Dank für Eure Antworten.

Ich hatte es mir schon ungefähr so vorgestellt, dass da noch ne ganze Menge an Zubehör dazu kommt, deswegen hab ich auch die Obergrenze so ausgerechnet. Jetzt aber zur Sache:

1. ich beobachte von ner Dachterasse, ganz ordentlich groß, nur nach Norden total "verbaut". Platz zum Schwenken gibts also.

2. runter bis zur Straße sinds 6 Stockwerke, davon aber 4 mit Aufzug (so viel zu Thema: "verbaut" ;-) )

3. in mein Auto passen 4 Bier- bzw. Wasserkisten rein, dann gibts aber keine Rückbank mehr.

Die genaue Grenzhelligkeit bei meinen Eltern kann ich grad nicht auswendig angeben, weils in letzter Zeit ziemlich neblig bzw. wolkig war, aber es liegen Welten zwischen dort und hier (leider bin ich aber meistens hier ...).

Basteln liegt mir nicht so ganz gut, es sollte also von Anfang an gut sein bzw. "ausbaufähig" durch weiteres Zubehör, wenn dann wieder paar Euros eintreffen.

Und noch ne Frage:
Um wieviel fliegt man "bei einem Gerät mit 8" f/6 und garantiert besserer Optikqualität (was auch seinen Reiz für Planetenfreunde hat)" - Zitat: Sven - aus dem Budget? Wieviel würde da noch auf einen zukommen an Ausgaben für Zubehör in den nächsten Monaten? (Machts Sinn, auf Weihnachten, Geburtstag, Lohnerhöhung, Hochzeit oder was sonst noch alles Geld in die Kasse spült, zu hoffen?)

Gruß
Jochen
 
Hi Jochen,
bei Deinen Umständen wirst Du mit einem 8 Zöller ausgelastet sei, was die Schlepperei angeht
und Du wirst Schleppen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Auch die anderen Rahmenbedingungen sprechen m.E. für den 8er.
Im Einzelen:
1. Die Dachterasse ist kein optimaler Standort für grosse Öffnungen. Du wirst neben dem normalen "Seeing"
durch Luftströmungen und Temeraturschichtungen der Atmosphäre auch mit "local Seeing" auf der
Terasse durch wärmespeichernde Baustoffe, Wärmeabgabe des Hauses und die Stadtumgebung allgemein
zu tun bekommen.
Kein Grund zur Panik, aber Du wirst häufig nur geringe und mittlere Vergrößerungen anwenden können,
auch wenn immer mal mehr drin ist, z.B. in der zweiten Nachthälfte, wenn solche Einflüsse abklingen.
2. 8" Öffnung sammeln genug Licht, um auch aus der Stadt heraus, bei aufgehelltem Himmel, viele
Objekte sinnvoll beobachten zu können. Ganz langbrennweitige Okulare, die mit dem Teleskop eine
AP (Austrittspupille) von 7 mm ermöglichen, sind nicht sinnvoll, da Dein Auge sich nicht so
weit dunkeladaptiert und der Himmel noch heller wird. Dabei wird der Kontrast von Objekten im hellen
Umfeld so gering, dass Du sie nicht siehst.
Also reichen, ausgehend von 8" f6, Okulare, die 5 mm AP bringen zur Übersicht und für
Großfeldbeobachtungen völlig aus.
3. Aus der Stadt erschließen sich Dir Mond und Planeten mit den in Punkt 1 genannten Einschränkungen und
helle Deepsky Objekte. Dies wären offene und einige Kugelstern-haufen, Doppelsterne (auch farbig), helle
Emissions- und planetarische Nebel, mit einem guten Filter kann man da etwas machen, bei Galaxieen
herrscht i.d.R. Fehlanzeige.
4. Kommst Du aus der Stadt raus, zeigt Dein 8er einen anderen Himmel. Da kommst Du aus dem Staunen
nicht mehr raus, also wirst Du so oft wie möglich Schleppen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
5. Unter aufgehelltem Himmel ist die Objektsuche ein Problem, da selbst ein 8x50 Sucher wenig zeigt.
Ein Telrad oder Riegel-Finder und gute Sternkarten aus dem Net (teils Freeware), sowie der "Karkoschka"
sind da ebenso wichtig, wie möglichst weitwinklige Okulare.
Was Du bei 80° am Gesichtsfeldrand noch findest, <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />bleibt bei 40° auch nach langem "Rühren" oft verschollen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Bleibt die Frage, ob sich höhere Qualität auszahlt. sicher tut sie das. Obwohl ich z.B. mit meinem Skywatcher
sehr zufrieden bin (auch am Planeten), werde ich irgendwann ein hochwertigeres Teleskop besitzen.
Grösser wird´s auch. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/tongue.gif" alt="" />
Nach derzeitigen Marktverhältnissen kämen da Geräte von Goptik, die TS-Newton (mit Spiegelupgrade),
Discovery (die sehr dicken Spiegel werden wohl gerade auf dünnere Scherben umgestellt), ICS und
AOM in Frage. Einiges davon liegt sogar (mit zwei Okularen) noch in Deinem Preisrahmen.
Sehr lohnenswert kann auch der Gebrauchtkauf, Kontaktaufnahme zu einem "Sebstschleifer" oder zu Leuten wie
Mohlitz und Martini sein. Da werden dann Teleskope nach Maß gebaut. So ein Gitterrohrdobson wie ihn z.B.
Martini baut, könnte ohnehin wegen seines geringen Gewichts und des kleinen Packmaßes eine gute
Alternative zur Ware von der "Stange" sein.
Ob die Qualitätssteigerung und/oder die Steigerung der Mobilität den Preis wert ist? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />
Entscheide selbst.
CS
*entfernt*

PS: An allen Dobsons, auch an hochwertigen Teleskopen gibt es teilweise Verbesserungen zu erledigen.
Solche Dinge erfordern aber nur geringes handwerkliches Geschick und es gibt zahlreiche gute Anleitungen
in den Foren. Das sollte Dich nicht abschrecken. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Jochen,
ob der Rahmenbedingungen die Du nennest würde ich zum 8" tendieren und lieber Geld in gute Okulare investieren. Das lohnt langfristig, denn gute Okus bleiben - Teleskope fallen bei einem Großteil von uns irgenwann dem Öffnungsfieber zum Opfer.
Dachterasse, ist schön eine zu haben, aber weniger geeignet für hohe Vergrößerungen oder Öffnungen. Seeing ist das Stichwort.

Mobilität lohnt fast immer. 1 Mag Grenzgröße übers Teleskop zu gewinnen, heißt z.B. von 8 auf 12,5" Öffnung gehen zu müssen. Da ist es oft leichter dies über einen Standortwechsel zu erreichen. Teilweise sogar noch mehr.
Das haben wir gerade gestern wieder festgestellt - bzw. ein neuer Kollege, der uns zum ersten mal begleitet hat. Während er sonst vielleicht bei 4 mag zu Hause eher wenig sieht, machte er gestern im wahrsten Sinn des Wortes große Augen. Und das obwohl wir dank sehr hoher Luftfeuchtigkeit mit nur 5,6 mag die schlechteste bisher ermittelte Grenzgröße an unserem DS-Platz hatten. Er wird wieder mit uns raus fahren und die 35-40 Minuten im Auto mit viel Vorfreude auf sich nehmen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Von daher würde ich Dir auf jeden Fall raten der Mobilität großen Stellenwert beizumessen. Dann kann es vielleicht auch bei den kleineren Größen Sinn Geld in einen Gitterrohrtubus zu investieren, was ich im Normalfall eher erst ab 12" als wichtig erachten würde.

CS
 
Hallo Jochen,

ich kann wirklich nur bestätigen was Antares schreibt..weil ich derjenige bin der die großen Augen machte..es war wirklich eine Offenbarung für einen der bisher nur im Lichtverseuchten Rhein Maingebiet bei einem knappen 4 mag Himmel geguggt hat..Es war eine tolle Erfahrung zumal ich als Anfänger noch 3 erfahrene Deepskyer mit Equipment an meiner Seite hatte..Ich kann nur raten rauszufahren am besten mit Gleichgesinnten,man lernt in jeder Hinsicht dazu.. was nützt es lichverschmutzten Himmel mit größerer Optik auszugleichen,der Eindruck des Sternenhimmels an einem Ort ausserhalb jeder Behausung mit gutem rundum Blick, mit bloßem Auge ,sollte man auch nicht verachten ,zumal man dort besser die ganze Bracht der Gestirne sieht und sich ,falls noch nötig, mit den Sternbildern gut vertraut machen kann .


MfG
Udo
 
Hallo Jochen,

ich hatte an die Option gedacht, einen Leichtbau-Newton zu nehmen. Das sind Geräte von Teleskop-Service, die von Orion UK hergestellt werden. Sie sind interessant, weil sie wesentlich leichter sind, als "normale" Geräte, indem ein dünner Hauptspiegel und ein leichter Alu-Tubus verwendet werden.
Zur Optikqualität muß man einfach sagen, daß der günstige Dobs von GSO durchaus auch mal diese Optikqualität hat, aber wohl eben nicht ständig. Der wiegt auch deutlich mehr. Den Leichtbau kann man sich auch als Dobson herrichten lassen, was nicht sehr viel kostet. Ich würde sagen, Du schaust Dich da mal selber auf der Homepage um. Ob es noch andere Bezugsquellen gibt (Preisvergleich) ist mir unklar, das müsste ich auch Dir überlassen. Klar ist aber, daß der Grundpreis des Tubus alleine nur etwa 100 Euro Deiner Budget-Grenze übrig lässt. Es fehlen dann noch Okulare und die Rockerbox. (Die Rockerbox ist noch das geringste.)
Ich glaube aber auch, daß Du Dich nach einem Leichtbau-Newton sehnen wirst, wenn Du den Dobson mit "Vollgewicht" durch das Treppenhaus ackerst. Wenn Du nach einer langen Nacht müde heimkomsst, und dann auch noch leise die Treppe hoch willst, ist die Sache etwa um Faktor 3 unangenehmer. Der Leichtbau Newton lässt sich da mit einem Handgriff oder Tragegurt bequem mit einer Hand nehmen. Wenn die Angaben stimmen, dann geht es um 5,5kg gegen 9,3kg - das macht einen Unterschied. Eine Rockerbox kommt aber gut auch nochmal auf 10 Kilo, so daß man also vom Aufzug aus sicher 2x gehen wird.

Was Zubehör angeht, da meine ich, daß ein ganz billiger Start irgendwie aus einem Übersichtsokular in 2" um 30-40mm und als Minimal-Lösung einem Seben Zoom 8-24mm bestehen würde. Das müsste so zusammen um die 140-160 Euro ausmachen (je nachdem). Als Übersichtsokular hätte ich da das 30mm BW Ultrawide 80° im Blick.
Während man nun mit dem 30mm Okular recht lange zufrieden sein kann, wird man warscheinlich das Zoom nach und nach durch andere Okulare ablösen (also "Bereichsweise" sozusagen). Eine weitere Anschaffung, die für Deepsky-Freunde sicher kommt, ist ein OIII-Filter.
Mal hier reinschauen: http://www.svenwienstein.de/HTML/stadtastronomie.html
Der wird in der kleinen 1,25" Version auch nochmal 100 Euro verschlingen.

Das heisst beim Startpreis würden wir so mit grob gepeilten 100 bis 150 Euro über dem Budget liegen. Mittelfristig ist mit weiteren 300 Euro zu rechnen, die in Okulare und den Filter gehen. Das kann ja durchaus über 2 Jahre hinweg passieren, wird aber warscheinlich so sein.

Ist jetzt alles wage durchgerechnet, aber wenn es Dich ernsthaft interessiert, solltest Du einfach mal konkrete Angebote einholen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven, hallo Antares,

zuerst mal Danke für eure Antworten. Mir wird zunehmend klar, dass die Bedingungen bei mir auf der Terasse so ziemlich "suboptimal" sind und Mobilität unter den Bedingungen alles zu sein scheint. Ich werd mich also die nächsten Tage mal in Richtung 8" schlau machen bzw. Leichtbau-Newton.

Eine Frage treibt mich aber immer noch bzw. jetzt wieder um:

Wäre es eine sinnvolle Alternative, zunächst mal klassisch mit 114/900 anzufangen, das restliche Geld (die genannten 1000 € müssen ja nicht gleich ganz ausgegeben werden) noch aufzusparen und das es später als Art Reiseteleskop einzusetzen (wenn man sowieso mal Freunde besucht, es einfach mitnehmen, nicht für reine Astro-Reisen)?
Macht so ein klassisches Einsteiger-Gerät mittelfristig auch noch Spaß oder würde ich mich nach ein paar Wochen schon ärgern, dass ich nicht so wie oben geplant eingestiegen bin?
Wie groß sind denn da die Unterschiede am Stadthimmel?

(Sorry wegen der geänderten Richtung der Frage, bin halt Anfänger und weiß nicht genau, in welche Richtung ich einkaufen soll.)

Danke im Voraus und Gruß
Jochen
 
Hi Jochen,
ein 114/900 Newton ist ein schönes Gerät zum Start. Es ist recht universell, wenngleich es am Planeten eher zu Hause ist. DS unter lichtverseuchtem Himmel wird wenig Spaß machen. 114 ist für meine Begriffe der Start in die DS-Beobachtung, es geht auch schon einiges, aber nur unter guten Bedingungen. Hier geht halt noch Geld für die parallaktische Monti drauf. Ne EQ3 die ich empfehlen würde kommt schon neu auf fast 200 Euro. Und in der Addition erscheint mir das auch nicht viel weniger Schlepperei als bei einem Dobson.
Mir wäre es als Pseudo-Reisegerät insges. schon zu unhandlich.
Ist aber sicher Geschmackssache.
Ich denke Du wärst gut beraten, die Dinge mal live anzusehen. Sternfreunde sollten sich in Stuttgart schon finden lassen. Das wird Dich weiter bringen.
CS
 
Hallo Jochen,
Anlässlich einer ähnlichen Fragestellung habe ich einen Test gemacht.
Ich habe meinen 114/500er und meinen 200/1200er bereits in der beginnenden Dämmerung auf meiner
sonnenüberflutete Betonterasse nebeneinander in die Hausecke gestellt und angefangen zu
beobachten. Die untergehende Sonne wurde vom aufsteigenden, fast vollen Mond abgelöst.
Grottenschlechtes "local Seeing" und hohe "Lichtverschmutzung" selbst erzeugt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
Ich wollte es einfach nur wissen.
Fazit: Die größere Öffnung ist auch unter solchen Umständen klar im Vorteil.
Gründe:
1. Höhere Lichtsammelleistung, höhere Grenzgröße, mehr erreichbare Objekte, bessere Auflösung
am Planeten. Im 8Zöller sind (mehr) Monde von Jupiter/Saturn sichtbar, Kugelsternhaufen auflösbar,
Sternhaufen zeigen mehr Sterne, helle Nebel erscheinen umfangreicher und besser strukturiert.
2. Zu Beginn der Beobachtung wirkte sich das Seeing auf die größere Öffnung so aus, dass die erreichbaren
Vergrößerungen nicht über denen des 114ers lagen, dies wurde aber mit fortschreitender Abkühlung der Umgebung besser,
im Verlauf der Nacht konnte mit dem 8er höher vergrößert werden als es der 114er auflösungsmäßig zulässt.
3. mit einem 114/900 lassen sich nicht die großen Gesichtsfelder erreichen, welche ein 8Zöller
mit 2" Auszug und entsprechenden Okularen ermöglicht.

M. E. zeigt ein 114er unter annehmbar dunklem Himmel sehr viel. Unter augehelltem Himmel ist er aber
kaum für Deepsky nutzbar.
Sollte ein 8 Zöller als Leichtbau oder Reisegerät in Reichweite sein, wäre so etwas für mich
unter Deinen Bedingungen erste Wahl. Ich würde mich auch mit meinem schwereren Skywatcher abschleppen.
Als allerletzte Notlösung käme ein kleineres Gerät in Frage.
Ich würde eben doch nicht immer rausfahren (Erfahrungswert) und auch von zu Hause aus etwas sehen wollen.
CS
*entfernt*
 
Herzlichen Dank für Eure Tipps. Ich werd mir beides mal anschauen, aber 114 scheint dann in der Tat nicht das Richtige für mich zu sein, vor allem, wenns dann nicht mal für den Transport so viel besser ist!

Gruß und klare Nächte
Jochen
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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