Wieder Probleme mit DEC-Antrieb am LX200 Classic

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ManniSausL

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Mist,

der DEC-Antrieb meiner LX200-Gabel macht wieder Probleme ( siehe auch http://forum.astronomie.de/phpapps/...109/LX200_classic_Backlash_verring#Post945109 )

Es "fühlt" sich so an, als würde der Motor "stottern" bzw. "ruckeln" - hauptsächlich bei Bewegung in südliche Richtung.
Ich hab' die Motor/Getriebe-Einheit mal ausgebaut und ohne Last den Motor drehen lassen und es fühlt sich so an, als würde der Motor eine Art "Unwucht" haben. Bei Drehung am DEC-Knopf merkt man aber nichts. Kein ruckeln, keine "Blockade", läuft leicht mit dem üblichen Getriebespiel. Hat jemand 'ne Idee?

@ "Altmeister der LX200-Mechanik" Markus_Emmerich: hast Du sowas schon mal erlebt?

VG u. CS

Manni
 
Tja,

Ich habe das Getrieb (mal wieder) geöffnet ... und es sind keine Auffälligketen oder Beschädigungen sichtbar.

Bei ausgebauter Welle (mit Zahnrad) des DEC-Knopfs:
- Zahnrad (welches auf der Schnecke sitzt) läuft sauber
- dreht man am der Encoder-Scheibe (welche direkt auf der Motorwelle sitzt) spürt man etwas, was dieses pulsierende ruckeln verurschen könnte ... aber könnte auch "normaler magnetischer Widerstand" der Motor-Anker im Magnetfeld sein.

Ich hab keine Ahnung, was hier los sein könnte :help:

CS
Manni
 
So...

hab jetzt das ganze "Gerödel" wieder im ausgebauten Zustand an der Gabel angeschlossen und getestet:

Geschwindigkeit CNTR:
Richtung S : alles läuft (mit deutlich hörbaren pulsierenden Geräuschen und fühlbaren pulsierenden Vibrationen)
Richtung N : alles läuft (mit kaum hörbaren Geräuschen und fühlbaren pulsierenden Vibrationen)


Geschwindigkeit GUIDE:
Richtung S :alles läuft, ABER... der Motor macht an einer bestimmeten Stelle einen kleinen "Sprung" :o
Richtung N : Motor läuft, UND... bleibt an einer bestimmten Stelle stehen und "zittert" nur noch :krank: -> wechsle ich auf Geschwindigkeit CNTR und drücke wieder N, dreht der Motor weiter :gutefrage:

weder Motorschaden noch Getriebeschaden scheint hier logisch zu sein, aber... der Tag, an dem ich mir 'ne neue Monti kaufen muß, rückt wohl immer näher.

jaja, nix as Tegenstöten... wie wir Ostfriesen sagen

Falls noch jemand einen DEC-Antrieb rumliegen hat und loswerden will, darf sich gerne bei mir melden.

CS
Manni
 
Hallo Manni,habe deine Berichte hier interessiert verfolgt.
Ich habe keine Ahnung von der LX200,aber kontrolliere doch mal genauestens die Getriebe Kunststoffzahnräder,vielleicht hat eines ein Riss zur Achsenmitte -das ist auf den ersten Blick nicht erkennbar,führt aber bei Belastung dazu,das sich das Zahnrad auseinanderdehnt und zu Blockaden führt.
Vielleicht hast du Glück und das Problem lässt sich lösen.

Gruss Horst.....schöne Feiertage!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Manni, kiek mol of er speeling in zit, die mot er sein. anners loept dien motor niet rond. Ist schliesslich nicht in einer kugellagerung. Meade hat doch frueher schon mal bei dem Problem angegeben, den Achsendurchbruch zu vergroessern ( 1999 denke ich....)

Versuch mal ob da nicht zu wenig Spiel bei der Lagerwelle ist.

Viel Spass,

groet, Conny
 
Soo...

nach Wochen/Monaten der Fehlersuche kanne ich jetzt melden:

"ich habe fertig"

"kurzer" Bericht:

wg. der anhaltenden Schlechtwetter-Periode, hatte ich mich im Dezember entschieden, das Teleskop zur "Wartung" in Warme zu holen, um dort ausgiebig zu recherchieren, testen, suchen und basteln.

Aufgrund meiner Hilferufe gingen viele Tipps und möglich Fehlerquellen bei mir ein, die ich der Reihe nach "abarbeiten" wollte:

1. Mechanik:
defekter Motor/Getriebe - hmmm... Antrieb ausgebaut, Getriebe "frei" gelegt und 1,2 bzw. 2,4 Gleichspannung direkt an den Motor angelegt -> Nein, da läuft alles sauber - bei Betrieb über die LX200-Steuerung ist das "ruckeln" und "zitter" wieder da ... also die Elektronik?

2. Elektronik:
a) defekter IC Typ L2724 auf der Hauptplatine (ist für die Ansteuerung der Motoren verantwortlich) -> klang plausibel, also nach Bezugsquellen googlen und bestellen (wird eh dauern, bis die aus dem "allerfernsten Osten" bei dem britischen Online-Shop littlediode(dot)com eintrifft und die die ICs dann weiter zu mir senden (ich hatte zur Sicherheit gleich zwei bestellt; einen für jeweils RA bzw. DEC-Antrieb).

b) "verstellte" Potis der Motorsteuerung (zwei Stück, sitzen auf der kleinen Platine an der Motor-Getriebe-Einheit) -> Messung mit Digi-Multimeter war nicht präzise genug. Also bei ELV einen USB-Oszilloskop-Bausatz und Tastkopf bestellt und zusammengelötet (funktioniert sogar :biggrin: ) -> dann dürfen die ICs jetzt auch so langsam "eintrudeln"

...weiter die Mechanik betrachtet - wenn die Hauptplatine schon raus muss, kann der RA-Antrieb auch gleich "gewartet" werden -> ausgebaut, begutachtet (hier waren einige Metallspäne im Fett -> Schnecke und Schneckenrad "geputzt" und neu gefettet.
Außerdem im "Getriebekasten" das Zahnrad der Schneckenwelle befestigt - die Bohrung (mit der das Zahnrad eigentlich förmschlüssig auf der Welle sitzt) war ebenfalls, wie schon beim DEC-Antrieb, "ausgenudelt".
Beim Vergleichen des funktionierenden RA-Getriebe mit dem "zickigen" DEC-Antrieb fiel mir auf, dass die Encoder-Scheibe des DEC-Antriebs auf der Unterseite, durch Reste einer Klebefolie, "verunreinigt" war -> also "SCHWESTER, PINZETTE!" und wegoperiert

wieder alles zusammengebaut - angeschlossen - Testlauf - und... :schwitz: :augenrubbel: ?) :o WEG... nee, kann nicht...DOCH... das Ruckeln und Zittern war weg :mauer:

Tja, ich wusste nicht ob ich kotzen oder mich freuen sollte... so eine "Lapalie" :gutefrage: OK, weiter getestet und gewartet (Ausbau und Reinigung der Schmittplatte, Hauptspiegel-Führung "klüberpastiert" .... ich wollte aber auch fertig werden, PANSTARRS war schließlich im "Anflug".

Teleskop wieder in die kalte Hütte "gewuchtet" und getestet noch immer OK :super:

Nächster Tag "FIRSTLIGHT" ... mit geruckel und gezitter... :krank: ich werd' bekloppt :krank:
Wieder DEC-Antrieb ausgebaut und unter wärmeren Bedingungen begutachtet, aber wie schon zuvor: nichts auffälliges.
Also doch der IC? DEC-Antrieb wieder in die Kälte und eingebaut -> war wieder OK :gutefrage: also das "roch" jetzt nach "kalter" Lötstelle... aber wo?
Test: bei laufenden Antrieb "überall" 'n bischen "rumgedrückt" ... und siehe da, je nach "Druck" an den Kabeln der IR-Dioden (der Encoder-Lichtschranke) war das Zittern vorhanden bzw. weg.
Also, wieder ausgebaut Lötkolben angeheizt, und die Lötstelle, wo die beiden IR-Dioden miteinander verlötet sind, erneuert.
Wieder eingebaut, getestet... und seitdem kein Ruckeln oder Zittern mehr erlebt.

Tja, ich hoffe :pfeif: , dass ich nun ertmal (bis auf weiteres) Ruhe vor Problemen mit der "runderneuerten" Montierung habe.

Vielen Dank an Alle, die mich unterstützt haben (insbesondere Markus und Klaus-Peter) ... auch im Namen meiner Eltern :totlach2:

bis dahin CS
Manni

PS: ich habe jetzt sogar in RA deutlich weniger "Backlash" als in DEC , und die PE-Kurve sieht auch viel besser aus als vorher.... muß ich aber noch genauer analysieren
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin,

nach fast einem Jahr "Ruhe", hat's den Antrieb wieder "erwischt".

Nach langer wetterbedingter Wartezeit wollte ich den klaren Himmel nutzen, schalte die Steuerung ein, bemerke gleich ein seltsames Geräusch und kurzes "zucken" des Dec-Motors. Denke mir aber nichts und mache weiter in gewohnter Routine. Will aus der "Park-Position" Aldebaran als Alignment-Star per Goto anfahren, ... und das Drama nimmt seinen Lauf -> in Dec "schießt" das Teleskop über sein "Ziel" hinaus ... und fährt Richtung Zenit -> schnell POWER OFF :schwitz:
Neuer Versuch: POWER ON -> "wildes Zucken" des Dec-Motors und "wirre Reaktionen" auf N oder S Tasteneingabe.

Dann werde ich die nächsten Wochen (?) wohl wieder mit Fehlersuchen und -behebungsversuchen beschäftigt sein :mauer:

Frage an die LX200 classic Experten: könnte das ein Encoder-Problem sein ("IR-LED-Lichtschranke", Potis, ...)?

CS
Manni
 
Hallo Manni,

das könnte durchaus ein Problem mit dem Encoder sein. Offensichtlich erkennt die Steuerung weder die Richtung noch die Anzahl der Ticks. Du kannst ja mal damit anfangen, die IR-LEDs bzw. die Fotozellen mit einem Multimeter zu testen.

Es könnte aber auch gut sein, dass das berüchtigten Metallplättchen, das im Bereich der Lichtschranke mit dem Getriebedeckel gehalten wird, verrutscht ist. Dann funktioniert der Encoder auch nicht mehr richtig. Sollte das der Fall sein, Muss Du den Deckel öffnen, Das Plättchen VORSICHTIG entfernen und ein Fähnchen aus dünnem Klebeband anbringen. Dabei achten, das die Schlitze nicht verdeckt werden. Dann den Getriebedeckel wieder leicht festschrauben, das man das Plättchen mit dem Fähnchen von außen bewegen kann. Wenn die Steuerung eingeschaltet ist, bewegst Du dieses nun vorsichtig vor der Lichtschranke hin und her. Wenn die Ausrichtung stimmt, Bleibt de DE-Motor stehen und "knurrt" Dich auch nicht mehr an.

Die Prozedur ist etwas filigran, hat bei mir aber schon mehrfach zum Erfolg geführt.

CS
Markus
 
Moin Markus,

schön, dass Du dich meldest.

Merkwürdig ist nur, dass das "Fehlverhalten" nicht "gleichmäßig" ist - mal "nur" wirre und zuckende Bewegungen bei N bzw. S , und mal sofortiges u. dauerhaftes "weglaufen" des Motors - In der Yahoo Group wird das ja oft als "Runaway" beschrieben und es heißt: "it's always the pots!"

Naja, ich habe den DEC-Antrieb erstmal ausgebaut und ins warme geholt.

LEDs bzw, Fotozellen mit Multimeter testen? Wie meinst Du das?

Gruß u. CS
Manni

 
Hallo Manni,

die zwei IR-LEDs sind an GND verbunden. Die zwei Anoden sind an der Platine angeschlossen. Jedes Multimeter hat eine LED-Prüffunktion um die Polung zu testen. Wenn Du das machst,also mit den Messfühlern jeweils an die Anode und die Kathode einer LED prüfst, sollte ein Widerstand auf dem Display vom Multimeter erscheinen (Polung beachten). Erscheint kein Wert, ist die LED defekt. Das kannst Du testen ohne das die Steuerung eingeschaltet ist.
Von den Fotozellen kannst du den Widerstand messen. Einmal mit ausgeschaltetem, einmal mit eingeschaltetem Encoder. Verändern sich hier der Wert nicht, ist die Fotozelle defekt.

Sollte an der Hardware alles stimmen, könnte sich der Poti oder eben das Metallplätchen verstellt haben. Zu den Potis kann ich Dich nur auf die Anleitungen im Netz verweisen, da ich diese Einstellung bisher noch nicht verändern musste. Markiere oder messe auf jeden Fall vorher die jetzige Potieinstellung.

CS
Markus
 
Jo, verstehe

es gab mal im Netz eine geniale deutschsprachige "Anleitung" zu den Potis unter http://www.amication.de/Bernhards_Comet_Project/LX200_Fehler.htm ; leider ist der link "tot" und ich Dussel habe mir nur den Link aber nicht die Bilder + Infos gesichert :mauer: ...mal schaun, ob ich mit meinem "UraltBilligMultimeter" klar komme.

Vielen Dank
Manni

 
Hi Markus,

Zitat von Markus_Emmerich:
Es könnte aber auch gut sein, dass das berüchtigten Metallplättchen, das im Bereich der Lichtschranke mit dem Getriebedeckel gehalten wird, verrutscht ist.

hmmm... so'n bischen "geknurrt" hat der eigentlich immer bzw. bei kurzen Richtungswechsel war dann oft "Ruhe". Hast Du das denn schon "erlebt", dass sich das Plättchen "verselbstständigt" hat?

Gruß
Manni
 
Hallo Manni,

es kann schon mal sein, das der Encoder zwischen zwei Indexpunkten auf der Encoderscheib hin und her oszilliert. Dann "Knurrt" der Motor. Völlig normal. Nur wenn der Motor von alleine losrennt oder unkontrollierte Bewegungen macht, dann stimmt etwas mit dem Encoder nicht. Di Steuerung erkennt einfach die Position der Motorwelle nicht.

Bei meinem Gerät hat sich das Plättchen einmal verschoben. Das Gerät stand permanent in der Sternwarte. Irgendwann, vermutlich Durch die starken Temperaturunterschiede im Sommer, hatte ich ein DE-Achse Runaway. Offensichtlich hatten sich die Schrauben am Getriebedeckel mit der Zeit gelöst. Bei mir war das Metallplätchen vom Werk aus nicht mit Klebstoff gesichert. Es reicht schon eine minimale Verschiebung um den Encoder zu verwirren.
Ich konnte das Problem wie oben beschrieben aber selber beheben. Seitdem hatte ich keinen "Irren Ivan" mehr.

CS
Markus
 
Hallo Markus,

ich habe das Plättchen mal gecheckt -> das war da, wo es hingehört und bewegt sich kein bischen ->ist wohl vom Werk aus fixiert.

Dann bin ich nach der Anleitung von Bruce Johnston vorgegangen (siehe https://groups.yahoo.com/neo/groups/LX200-Classic/info unter Files).

- DEC-Antrieb in kleinen Schraubstock eingespannt

- alle relevanten Kabel auf Durchgang geprüft ->OK

- 3V direkt an den Motor angelegt -> dreht "sauber"

- bei drehendem Motor 9V an die kleine Platine angelegt und Spannung von "Comparator" #1 und #2 gemessen und verglichen -> aha, da passt doch was nicht: #1 1,22V #2 ca. 450 mV ; vorgegeben sind 1,21V

Ich habe jetzt so genau wie möglich die 1,21V über die beiden Potis eingestellt.

Hoffentlich war's das jetzt. Mal seh'n, ob der DEC-Antrieb noch immer den "Irren Ivan" macht ;)

CS
Manni
 
...geht doch!

Kurzer Test -> DEC-Antrieb "schnurrt" wieder wie ein "Kätzchen" :biggrin:

CS
Manni
 
Hi Markus,

naja "endgültig" :gutefrage: , das erwarte ich nicht. Das Teleskop (und somit auch die Elektronik) ist 20 Jahre alt und natürlich auch erheblichen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt. Daher befürchte ich, dass verschiedene Probleme jetzt eher auftreten werden. Ist halt so, wenn man einen "Oldtimer" fährt. Ich möchte aber den Zeitpunkt des elektronischen oder mechanischen "Totalschaden" so lange wie möglich hinauszögern.

Umso besser wenn man sich selbst helfen kann und es Menschen gibt, die ihre Erfahrungen und ihr Wissen teilen -> DANKE MARKUS :hochachtung:

Viele Grüße und CS

Manni
 
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