Wiedereinsteiger braucht Euren Rat!

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FranzHauswirth

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Hallo miteinand,

nach langen Jahren der Abstinenz möchte ich mich nun wieder der Astronomie widmen. In meiner Jugend (schon mehr als 20 Jahre her) hatte ich mit einem 4 Zoll Kaufhaus-Reflektor visuell beobachtet. Am Sternenhimmel kenn ich mich also einigermaßen aus.

Nachdem nun nichts mehr von dieser Ausrüstung vorhanden ist möchte ich mich nun von Grund auf neu instrumentieren (Teleskop, Montierung, Okulare). Ich lese hier schon einige Zeit mit, wobei mir die Entscheidungsfindung aber immer schwerer fällt. Vielleicht könnt Ihr ja mir mit einigem Rat zur Seite stehen. Habe zwar gewisse Vorstellungen aber Beratungsresistent bin ich nicht.

Zu den Anforderungen und Rahmenbedingungen:

Mein Hauptaugenmerk liegt auf der visuellen Deep Sky Beobachtung. Planeten ja, wenn sie mal dastehen, soll aber nicht mein Fokus sein. Auf längere Sicht möchte ich mal in die Astrophotographie (digital) hineinschnuppern.

Ich wohne zwar in einem kleineren Ort, der Garten ist aber gut durch Straßenleuchten beschienen. D.h. Mobilität ist angesagt. Ich denke mit ein paar Kilometern Autofahrt finde ich ein gutes dunkles Beobachtungsplätzchen. Zum Transport ist ein mittelgroßer Kombi vorhanden. Der Schwächste bin ich nicht, ein bischen Schleppen wäre schon möglich.

Der preisliche Rahmen den ich mir gesteckt habe liegt bei 1500 - 1800€ mit Teleskop, Montierung, Okulare. Sonstiger Kleinkram wie Karten, etc. geht extra.

Das händische Nachführen hat mich damals schon bei meinem kleinen Newton genervt. Zusammen mit der Absicht auf Astrophotographie fällt also mal ein Dobson weg. Da technikverliebt und von der Computerfarm kommend wäre eine parallaktische Montierung mit Goto ganz nett für mich, ist aber nicht oberste Prio. Meine Mindestanforderung wäre aber zumindest eine motorische Nachführung und Motore in den zwei Achsen und später ausbaufähig auf Goto und Notebook-Schnittstelle.

Als Teleskop denke ich so in die 8 - 10 Zoll Newtonklasse f/5, f/6.

Als Diskussionsgrundlage habe ich mir mal Teleskope und Montierungen ausgeguckt (noch nicht gekauft) von der Firma TS (liegen halt bei mir in der Nähe). Würde mich interessieren, was Ihr davon haltet!?

- GSO Newton 200 / 1000mm oder eventuell TS Newton 200 / 1200. Der TS Newton wäre wesentlich leichter, hat aber einen längeren Hebel.

- Montierung HEQ5 mit SkyScan Goto. Oft auch vorgeschlagen sind Celestron ADM oder CAM, oder ganz andere. Zumindest von der Belastbarkeit 12 - 13 kg müßte die HEQ5 passen, wenn auch oft zu ADM oder CAM geraten wird, warum auch immer.

Taugen die genannten Teleskope für meinen Zweck? Oder Alternativen, oder bekomme ich für das Geld vielleicht schon 250mm Durchmesser?

Ganz unsicher bin ich mir bei der Frage der Montierung. Ist die obengenannte HEQ5 mit SkyScan in Zusammenhang mit den genannten Teleskopen für meine Zwecke brauchbar? Wenn ich auf Goto verzichte, bekomme ich dann bessere Alternativen, die ich später zu Goto ausbauen könnte?

Noch keinen Peil habe ich bei der Frage nach den Okkularen. Welche Brennweiten, Typen, 2 Zoll oder 1 1/4 Zoll würdet Ihr mir empfehlen, damit ich eine passable Grundausstattung im oben genannten Preisrahmen habe.

Uff, viele Fragen! Vielen Dank schon mal für Euren hoffentlich zahlreichen Rat!

Lieben Gruß,
Franz
 
Hi Franz,
klingt für mich auch in Richtung parallaktisch montierter 8".
Visuell würde ich f/6, fotografisch f/4 nehmen. Bleibt als KOmpromiß mit Fotooption der f/5, also 200/1000.
Ob die HEQ mit dem Rohr fotografisch hinkommt, ist m.E. auch ne Frage des Leitrohrs, das hinzu käme. Vor dem Hintergrund würde ich gleich auf EQ6 gehen.
Visuell sehr stabil, ausbaufähig und Tragkraftreserve . Dafür auf Goto verzichten. Brauchts weder visuell noch fotografisch.
Das gesparte Geld in Okus investieren, als da wären:
TSWA32, LVW 22, darunter Speerswaler WA oder Hyperion.
Dazu ein Mond- und ein UHC oder OIII Nebelfilter.
Je nachdem was Du nimmst, geht sich im Budget aus.
CS
 
Hallo Franz,

ich sehe da wegen der Foto-Option eher als Minimallösung eine EQ-6, entweder Skyscan oder aufrüstbar mit MCU-Update (langsames Goto) für die Computer-Verliebtheit. Das wäre eine gute Basis, um einen größeren Newton zu montieren. Das kann ein Dobson 200/1200 sein, den man mit Rohrschellen ausstattet. Der 10" Dobson stellt für diese Methode die Obergrenze dar, ist fotografisch meiner Meinung nach schon zuviel.
Für 10" oder 12" müssten leichter gebaute Newton-Tuben her (mit ihren Problemen). Der Gedanke an ein größeres SC entfällt meiner Meinung nach aus Preisgründen. Der 12" Newton ist auch schon zu teuer, soll nur mal so die Maximaloption für eine EQ-6 aufzeigen.

Da der Rest der Ausrüstung eben auch fehlt, muß man schon bei angestrebten 10" sehr aufpassen.
Eine Möglichkeit tut sich in diesem Gerät auf: http://www.teleskop-service.de/Astro/Reflektor/reflektor.htm#NT250
Hinweis: Das ist nur ein Beispiel dafür, daß ein solcher Preis nach Liste möglich ist. Es gibt viele andere Händler und auch andere Marken.
Hier blieben 200-500 Euro übrig, um entweder über Goto (teures Spielzeug) oder vielmehr um über eine schöne Okularausstattung zu reden. Für das Skyscan-Nachrüstset reicht es nach Listenpreis nicht, aber vielleicht beruhigt es Dich, daß es dieses Nachrüstset gibt. So würde ich das Geld bei diesem Vorschlag in einer guten Okularausstattung sehen.
Die Okulare möchte ich zu diesem Zeitpunkt der Diskussion noch nicht zu weit diskutieren, nur soviel: Ein 2" Übersichtsokular bei 30mm, dann in 1,25" Okulare mit ca. 20mm, 13mm und als einzige "feste Größe" das Speers-Waler Zoom 5-8mm. (Die Okus müssen nicht alle ins Budget rein, sind nur so Wunschgrößen.)

8" Öffnung erlaubt die Erfüllung des teuren Goto-Wunsched, da ginge ein 200/1200 Dobson auf EQ-6 Skyscan haarscharf ins Budget, die Okularausstattung müsste dann auf kleiner Flamme geröstet werden (oder der Händler beim erwirken eines Rabattes). Da kommt dann eher eine Okular-Minimalausstattung bei raus. Dabei ist es relativ egal, ob nun der leichtere 200/1000 Newton oder gar eine 200/800 Fotomaschine gewählt wird. Die Montierung macht den Löwenanteil und schnellere Newtons ziehen dann bei der Okularanschaffung einiges an "Folgekosten" nach sich, weil Okulare für schnelle Optiken teuer sind.

Goto ist ein sehr teurer Spaß bei Geräten dieser Größenordnung, vor allem wenn man der Montierung später noch Deepsky-Fotografie abverlangen will und daher entsprechende Tragkraftreserven braucht.

Vielleicht ist ein Ansatz der Kauf einer gebrauchten EQ-6 und deren Nachrüstung mit Skyscan-Goto. Das könnte die nötigen Finanzreserven schaffen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Antares,

dann schon mal schönen Dank. Die EQ6 hatte ich am Anfang auch schon mal in der engeren Wahl. Die EQ6 vis wäre für den visuellen Einsatz wohl sehr geeignet und zusammen mit dem GSO 200/1000 und den vorgeschlagenen Okularen so in dem preislichen Rahmen. In diesem Rahmen ist eine bessere Montierung wohl auch nicht drin.

Die sehr kontroversen Diskussionen hier über die photographische Eignung der EQ6 (Qualität, Serienstreuung, chaotischer PE, usw.) verunsichern mich etwas. Desweiteren find ich den Aufrüstungssatz auf EQ6 Photo (Motore und Steuerung) mit fast dem EG6 vis Preis ganz schön happig und wenn ich's richtig verstanden hab sind dann mögliche Probleme mit der Gebauigkeit der Schnecke noch gar nicht behoben!?

Der SkyScan Nachrüstsatz scheint etwas günstiger zu sein (inkl. Goto) als die Nachrüstung auf EQ6 photo. Was ist dabei der Haken?

Franz
 
HI Franz,
die EQ6 hat ne große Serienstreuung. Das ist der Haken.
Da sie in Ihrem Preisegment aber klarer Tragkraftchampion ist, haben viele findige Leute sich mit EQ6 Tuning beschäftigt und auch viel umgesetzt.
Im Rahmen der Montierungsplanung ist es vllt. daher nicht verkehrt Du informierst Dich gezielt nochmal über EQ6 Tuning im Bezug auf Fotografie.
Da ich nicht fotografiere und auch keine EQ habe, bleibt mir an der Stelle nur der Verweis aufs Forum oder Google. Es findet sich sicher reichlich Lesestoff.

Montimäßig käme sonst nur die GPDX in Frage, die komplett aber das Budget sprengt. Ebenson die Losmandy-Montierungen.

Denke bei all Deinen Überlegungen auch daran, das Du ein Leitrohr brauchst, das auch was kostet. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
CS
 
Danke Antares und Sven,

im Augenblick bin ich dazu geneigt mal einen Gang runterzuschalten und mal Erfahrungen nur mit visuell zu sammeln. Ohne diese Erfahrung scheint mir eine Einordnung der ganzen Infos die man hier findet etwas schwierig zu sein. Die EQ6 vis scheint ein passabler Ausgangspunkt für visuell zu sein mit Entwicklungsmöglichkeit für größere Rohre und eventuell etwas schwieriger und aufwendiger Richtung Photographie. Das mit der Goto-Nachrüstung werde ich wohl auf etwas später verschieben oder bleiben lassen und das Geld in passable Okulare stecken. Beim Telekop bleib ich wahrscheinlich vorerst mal in der 8 Zoll Klasse, also wahrscheinlich der 200/1000 GSO Newton. Ich hoffe, der ist soweit brauchbar.

Franz
 
Hallo Franz,

wenn Du visuell beobachten willst, scheint mir ein 200/1200 der beste Allrounder zu sein. f/5 fängt schon an, mit Okularen problematisch zu werden. Aber das ist natürlich alles Deine Entscheidung, und es ist ja auch ein Problem, daß ein günstiger 200/1200 ein sehr schwer gebauter Dobson ist, während ein eher leichter 8" f/6 dann wieder teuerer ist (wobei man über "besser" grübeln kann).

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sve,

was heisst 'faängt an mit Okularen problematisch zu werden'?

Kannst du die Aussage bitte weiter präzisieren, damit ich weis worauf ich beim Okularkeuf für meinen f5 zu achten habe?

Grüße
Holger
 
Ich finde der 'Far Out'-Artikel sagt alles: Erinnerunsgfotos gelingen schon irgendwie, wenn man mit den guten Aufnahmen in den Zeitschriften mithalten will, wird es eine Materialschlacht. Mit entspanntem Beobachten hat das dann nichts mehr zu tun, allerdings sind die Ergebnisse oft sehr beeindruckend.
 
Hallo Holger,

ja, so wird das nicht funktionieren. Es geht um zwei Dinge: Schnelle Optiken brauchen kurze Okularbrennweiten für hohe Vergrößerungen. Bei kurzen Okularbrennweiten wird der Augenabstand sehr eng und je nach Erfahrung oder "Leidensfähigkeit" störend. Das Auge tränt, die Konzentration leidet.
Außerdem schaffen viele Okulare es bei schnellen Optiken nicht mehr, ein scharfes Bild zu liefern. Das wird zuerst am Bildrand bemerkbar (und lässt sich bei Tagbeobachtung kaum ausprobieren). Je nach Okulartyp gibt es dann auch in der Bildmitte Schwierigkeiten, so daß dort die Sterne nicht ganz so scharfe Pünktchen werden, wie es sein sollte.

Dementsprechend kann man je nach Teleskop und eigenen Ansprüchen eine Menge Geld in Okularen versenken. Besser präzisiert ist das bei den vielen Erfahrungsberichten über Okulare, die Du auf meiner Homepage findest.

Clear Skies
Sven
 
Also wenn ich das richtig verstehe, ist dann das Problem weniger ein Übersichtsokular mit 30mm sondern ich muss bei den kurzen Okus sorgfältig auswählen?

grüße
Holger
 
Zum Thema Okulare: Bei den längerbrennweitigen kommt es ein bißchen auf die persönlichen Vorlieben und die Adaptionsfähigkeit der eigenen Augen an. Ich benutze am f/4.5 Newton Plössls und ein Erfle und bin zufrieden. Freilich sind die nicht scharf bis zum Rand, und es gibt auch Okulare mit größerem Gesichtsfeld.

Ganz gruselig sind aber die kurzbrennweitigen, einfachen Okulare, z.B. Plössls unter 10mm. Schon ins 10er muß man mit dem AUge fast reinkriechen, ein 4er ist nahezu unbenutzbar. Ich braucht jeder - unabhängig von den persönlichen Vorlieben - einen besseren Augenabstand. Und am Dobson ein großes Feld, da man ja per Hand hinterherschubsen muß. Da sollte das Objekt nicht schon nach 5 Sekunden rausgelaufen sein, sondern besser erst nach 10.

Für ein Okular, was dazu taugt, legt man schon mal soviel hin, wie ein Einsteiger für die komplette Ausrüstung.
 
Hallo miteinand,

hole diesen Thread nochmals hervor, da sich meine Anforderungen etwas geändert haben und ganz untypisch für mich, ich mir für die Entscheidung etwas Zeit lasse.

Ich habe meine irrationale Abneigung gegen Dobsons nochmals überdacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass für Deep Sky Objekte eine größere Öffnung doch ganz praktisch wäre und im gegebenen finanziellen Rahmen (1500 - 1800€) ein Dobson ganz gut passen würde. Es läuft meiner Meinung nach auf einen 10 Zoll Dobson raus, den ich dann in einer späteren Phase auf eine passende bezahlbare parallaktische Montierung stellen würde. Letztendlich möchte ich dann irgendwann mal nach den ersten visuellen Erfahrungen in die Astrophotographie reinschnuppern. Ausgeguckt habe ich mir als Diskussionsgrundlage vorerst mal folgende Dobsons von TS:

1. GSO GSD 250/1250 BCR für 600€

2. TS DA 250 S (250/1200) von Orion auf der Alu Rockerbox für 1200€

Folgende Fragen stellen sich mir:

1. Würden diese Dobs + Leitrohr + sonstiger Krempel für die Photographie dann später noch auf eine EQ6 passen, oder wäre die EQ6 dann schon wieder unterdimensioniert?

2. Der Orion Dobson ist doppelt so teuer wie der GSO. Rechtfertigt sich dieser Preisunterschied oder würde der günstigere GSO für meine Zwecke ausreichen? Klar entscheiden muss ich selber, aber liefert mir bitte doch mal ein paar Argumente.

3. Taugen die entsprechenden Rockerboxen (GSO Holz oder TS Alu) wirklich was. oder ist viel Bastelbedarf angesagt?

4. Welche Okulare sollte ich in der Grundausstattung nehmen? Da sich das Gerät geändert hat, werden wohl die Vorschläge von Antares weiter oben nicht mehr passen!?

Vielen Dank für Eure Mühe,
Franz
 
Hi Franz,
zu den Fragen:
- Ich meine der Orion ist den Mehrpreis nicht wert. Basteln wirst Du sowieso müssen.
- Die EQ6 sollte noch reichen für einen 10" fotografisch.
- Die Okulare können bleiben, weil es eben auch ein f/5 Newton ist. Okus die für 8"f/5 taugen, taugen auch für 10" f/5. Das ist ja die Sache mit den Okus. Einmal gescheite, für schnelle Geräte taugliche Okus gekauft, kannst Du sie über Jahrzehnte verwenden. Etwas frei formuliert könnte man sagen:
Das Teleskop geht, die Okus bleiben!
CS
 
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