Wiedereinsteiger...Teleskop-Frage...

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Peterueps

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Hallo zusammen,

mein Name ist Christian, ca. 48 Jahre alt, wohnhaft im Saarland und ich bin ein Wiedereinsteiger in die Welt der Astronomie.

Wenn ich hier nun zu ausführlich über meine bescheidenen Erfahrungen schreibe, bis ich zum Kern meiner Frage vorstosse, so möchte der geneigte Leser mir dies bitte verzeihen!

Mein erstes Teleskop war ein sehr einfacher azimutal montierter Newton mit einer Öffnung von 78 mm
und einer Brennweite von 700 mm, leider mit sehr bescheidenen Okularen in 25,4 mm (1"),
aber der Mond, als Beobachtungsobjekt und die ersten Planetenbeobachtungen waren möglich und ich wollte mehr.
Justage-Orgien brachten etwas Verbesserung der Abbildungsleistung, aber ich wollte weiterhin mehr!

Mein letzjähriges Weihnachtsgeschenk brachte mir einen Skywatcher Refraktor mit einer Öffnung von 70 mm
und einer Brennweite von 500 mm auf einer inzwischen stark verbesserten und optimierten und nachträglich motorisierten EQ 1 Montierung. Mit diesem Gerät waren weitaus bessere Beobachtungen an Sternen und Planeten möglich.

Der Farbfehler bei Vergrösserungen bis 100-fach ist nicht störend, darüber hinaus wird es aber etwas schlechter.

Aber ich will mehr!

Auf ein Newton-Teleskop, ob mit azimutaler Montiereung oder als Dobson-Konstrukt möchte ich nicht umsteigen,
mir sind die verschiedenen Okular-Positionen/Einblickswinkel nicht so angenehm, und ich möchte eine motorische Nachführung,
um Planeten länger im Fokkus zu haben.

Ein GOTO-Sytem ist eigentlich nicht erwünscht, aber es liefert ja dennoch zeitgleich die automatische Nachführung!

Nun meine Frage an Euch alle:

Ist z.B. ein preislich gleichwertiger ED-Refraktor mit einer maximalen Öffnung von 100 mm und einer Brennweite von etwa 1000 mm, einem Maksutov Teleskop mit 127 mm Öffnung und einer Brennweite von 1500 mm in der Abbildung vergleichbar?
Das Gesichtsfeld ist zweitrangig, Montierungsfragen sind auch erstmal aussen vor, mir geht es um die visuellen Eindrücke.

Und entschuldigt nochmals meine langatmige Schreibweise....

Gruß Chris

 
Hallo Chris,

stop, stop. Noch nichts kaufen.
Wenn du nur Planeten beobachten möchtest, hat eine parallaktische Montierung wegen der nötigen hohen Vergrößerungen Vorteile mit motorischer Nachführung. Mit schwererem Teleskop muß das aber auch genügend stabil sein.
Aber du willst vielleicht mehr, oder?
Zum Beispiel für echten Deepsky benötigst du mehr Öffnung. Parallaktisch wird das dann auch schnell recht teuer, wenn man sich nicht über wackelde Montierungen ärgern möchte.

Ich rate dir das, was man nicht nur hier jedem Einsteiger und vielen Wiedereinsteigern rät: Suche dir erfahrene Spechtler in einer Sternwarte, einer Beobachtungsgruppe oder hier übers Forum und schaue durch möglichst viele Geräte. Auch was dir heute unangenehm oder fremd erscheint wirst du besser kennenlernen. Es wäre doch schade, für viel Geld ungesehen etwas zu kaufen, was dich dann doch wieder enttäuscht.
Jeder hat seine Vorlieben an Geräten aber besonders an Objekten. Auch über letzteres solltest du nachdenken. Für weitere Fragen bist du hier gut aufgehoben.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
 
Hallo zusammen,

@ Tommy:

danke für Deine Aussage! Hier sind doch alle geneigte Leser und Schreiberlinge? :-)

@ Andreas:

wenn es das Wetter zulässt werde ich mich einmal mit anderen Hobbyastronomen in einer privaten Sternwarte treffen! Es ist anscheinend wirklich wichtig, vorher zu prüfen, was einem zusagt!

Gruß Chris
 
Hallo Chris,

ich möchte Dich vor allem davor warnen, einen zu kleinen Schritt zu machen, denn der ist praktisch immer zu teuer.
Es geht Dir offenbar um Planeten- und Mondbeobachtung, also auch hohe Vergrößerung. Der Wunsch nach einem farbreinen Teleskop ist da schon sehr gerechtfertigt und ein ED Refraktor sicher eine nette Sache - aber!
70mm Öffnung sind sicher wenig. 100mm Öffnung sind mehr aber nicht viel mehr und auch generell nicht viel. Ich finde die Planetenbeobachtung ab 150x spannend und allen Beweihräucherungen zum Trotz würde ich einem guten 100mm Refraktor auch nicht mehr als 150x abverlangen, allenfalls an Mond und Saturn würde ich über 180x nachdenken und mich nicht beschweren, wenn der eine oder andere die 200x anpeilt, aber in dem Wissen, dass man bei 150x schon alles sieht - mit normalen Augen.

Was ich also meine ist, dass man schon von der Öffnung her einen größeren Schritt machen sollte als von 70mm auf 100mm. Es sollten schon 150mm Öffnung werden, zur not (weil ein ED dann sehr schwer und teuer wird) könnte man noch über einen 5" ED reden, wenn es denn es irgendwelchen Gründen (meist Grund=Bauch) ein ED sein muss.

Ansonsten würde ich dazu raten, ein parallaktisch montiertes 6" Spiegelteleskop in Erwägung zu ziehen. Optisch ideal wäre ein 150/1200 Newton in guter Qualität und mit einer selbst gebauten Belüftung (weil käufliche Belüftungen für gewöhnlich untauglich konstruiert sind). Alternativ kann wegen des Anspruchs an die Einblickposition eine kompakte Optik wie ein Maksutov Cassegrain oder ein Schmidt Cassegrain interessant sein, diese sind aber thermisch noch schwerer beherrschbar, Lüftungen sind schwierig einzubauen.

Aber auf das azimutal montierte Gerät muss ich dennoch eingehen. Mir scheint diese Einschränkung sehr unsinnig, denn beim parallaktisch montierten Refraktor stellt sich dieselbe Variation des Einblicks ein wie beim parallaktisch montierten Newton. Einzig die Rotation ist beim Refraktor unnötig, weil der Zenitspiegel gedreht wird. Beim azimutalen Newton (Dobson) aber kommt diese Rotation überhaupt nicht vor. Der Einblick liegt sogar bequemer, während beim Refraktor das Stativ oft nicht lang genug sein kann, mit entsprechenden Folgen für die Stabilität.

Leider gibt es ernstzunehmende Bedenken gegen den mechanischen Aufbau der Dobsons mit Goto. Wenn es diese Geräte als Metall-Volltubus gäbe, wären sie die ideale Lösung der hier gestellten Anforderungen - soweit sie nachvollziehbar sind.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Chris,

ich kann mich Sven in Bezug auf die "Schrittweite" nur anschließen.
Nachdem mir mein Vixen FL80 zu klein geworden war, hatte ich mich auch erst für einen Vierzöller interessiert. Aber bei 0,5mm AP ist bei mir definitiv Schluss - das ergibt 160-fach bei 80mm und 200-fach bei 100mm Öffnung. Und das ist beides schon grenzwertig. Da spielt es auch keine Rolle, dass der Vixen ein Vollapo ist.
Ja, 200-fach bei gutem Kontrast sollten es schon bei Jupiter und Co. sein. Das schafft ein 100mm ED wahrscheinlich nicht.

Bei mir fristet auch ein 152/1200 Meade-Dobson ein Schattendasein. Dieser bringt ein besseres Bild des Saturn als der Vixen Apo. Aber leider lässt der sich nicht motorisch nachführen.

Ich habe mich zu einem 150/1800 Intes Maksutov-Cassegrain entschieden. Ein ähnlich großer Refraktor ist mir zu lang und schwer. Auf den Umbau meines Newtons habe ich auf Grund des bequemeren Einblicks beim MC verzichtet.
Sicher braucht ein MC eine längere Auskühlzeit. Aber einmal ausgekühlt ist die Abbildungsleistung bei gutem Seeing bis 250-fach für mich sehr befriedigend.

Gruß
Hans-Jürgen

 
Hallo!

Zum Thema Auskühlen beim Mak: Ich hab zwar nur einen 4"-Mak, aber den stelle ich einfach eine Stunde vor Beobachtung im Köfferchen auf den Balkon (kein Flimmern mehr wenn ich dann mit der Beobachtung beginne). Bei einem größeren Gerät muss es dann wahrscheinlich entsprechend länger sein (hat da jemand Erfahrungswerte?). Wenn man die Beobachtung vorab planen kann, seh ich keinen großen "thermischen Nachteil". Will man dann mal spontan los, ist es natürlich schon problematischer.

Mir ist v.A. ein kompaktes Gerät wichtig gewesen, deshalb die Wahl des Maks. Auch den Einblick finde ich angenehm. Beim Spontanspechteln hab ich anfangs schon ein deutliches Flimmern bemerkt, aber der "Kleine" ist dann doch auch immer schnall auf Temperatur gewesen.

Viele Grüße,
Markus
 
Hallo Peter-Chris,

ich kann mich dem was Sven schrieb nur anschließen.
4" stellen aus meiner Sicht so etwas wie eine Untergrenze
für die Planetenbeobachtung dar, siehe auch was Hans-Jürgen
dazu schrieb. Wenn es nun kein NEwton sein darf, dann solltest du
entweder ein 5" ED Teleskop oder besser ein Cassegrain-Teleskop
bzw eine seiner Abarten in betracht ziehen.

Ich selbst steheden geschlossenen Typen wegen deren Auskühlungsprpblemen
ziemlich skeptisch gegenüber. Einmal an die Umgebungstempeatur angepaßt
sind gute Exemplare aber brauchbar. Elternativ könntest du dir
ofene Cassegrain-Spielarten wie das TAL Klevtsov oder den Mewlon
genannten 180mm Dall-Kirkham-Cassegrain von Takahashi ansehen.

Letzteren konnte ich bei mittlerem Seeing mit einem 140mm TEC Apo
an Saturn vergliechen. Beide zeigten ziemlich genau das selbe,
der Mewlon zeigte aber zeitweise einen schwachen Mond an der Ringkante
den der TEC nicht zeigen konnte. Beachte aber daß der Mewlon
perfekt justiert sein muß! Abseits der Achse zeigt er starke Koma.
Der 180mm Mewlon ist leicht, kompakt und kühlt schnell aus.

Kürzlich habe ich gesehen daß einer im Biete-Board angeboten wurde.

Vor dem Kauf solltest du aber durch verschiedene Teleskop schauen.
Sternwarte, Teleskoptreffen oder Beobachtungsabend nutzen!

CS,Karsten
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für Eure Kommentare und Meinungen. Und entschuldigt, mein langes warten mit dieser Antwort, aber es gibt noch anderes zu tun...:-)

Mit der "Sprungweite" zum nächsten Teleskop habt Ihr eigentlich recht, denn ich kann mir vorstellen, auch mit einer 100-er Öffnung nicht langfristig zufrieden zu sein.

Daher werde ich die 150 - 180 mm Öffnung ins Auge nehmen.

@Sven:

Genau das sind meine Abneigungen gegen die Dobsons, denn eine Nachführung ist mir äußerst wichtig! Nicht wegen Fotografie, sondern um das Beobachtungsobjekt nicht zu schnell wieder zu verlieren. Denn schon meine einfache EQ1 kann bei 125x schon bis zu 25 Minuten nach führen.

@Kerringa(Hans-Jürgen):

Es wird wohl auf ein kompakt bauendes Maksutov-Cassegrain, Klevtsov-Teleskop oder auch ein Schmidt-Cassegrain, hinauslaufen. Denn einen Refraktor mit 150 mm Öffnung ist mir bei f=8 schon zu unhandlich und zu schwer.

@Juristicus(Markus):

Auskühlung wäre kein Problem, denn ich kann das aufgebaute Teleskop aus einem unbeheizten Lager direkt nach draussen stellen, ich muss mich nur Nord- oder Südseite entscheiden!

@Karstern(Karsten):

das wird auch mein nächster Schritt sein, einfach ein paar Teleskope ausprobieren, denn vielleicht könnte ich mich ja doch noch mit einem Newton anfreunden!

@all:

was bitte ist ein " 6" f/9 RC Astrograph - 152mm Öffnung / 1370mm Brennweite"?

Ist das auch visuell brauchbar?

Vielen Dank für Eure Mühe, bis später ....

Gruß Chris
 
hallo Chris,

wenn dein Motto "ich will mehr" ist, ja mach einen grösseren Sprung! Der Newton ist Preis/Leistungsmässig über 150mm nicht mehr zu schlagen. Die kompakten von dir favorisierten Typen haben allesamt eine grosse Abschattung, und verlieren an Kontrastleistung gegenüber gleichgrossen geräten mit kleinerem Fangspiegel. Selber erst mal ausprobieren und durchgucken ist überhaupt der beste Ratschlag.

Ein Astrograph dient zur Fotografie, die RC (Ritchey-Chretièn) haben aber auch eine sehr grosse Abschattung, sodass sie visuell für Hochvergrösserung nicht zu empfehlen sind.

lg tommy
 
Hallo Chris,
bin auch Wieder(Neu)einsteiger im Astrohobby.
Mir war sofort klar, dass ich ein 8" Dobson brauchte.
Beim ersten Besuch beim Händler hat der mir den Kauf erfolgreich ausgeredet. Nach erneutem Nachdenken habe ich mir jetzt ein 8" Schmitt-Cassegrain mit Goto-Montierung zugelegt. Handlich in der Bauweise, bequemer Einblick (Du bist zwar noch ein paar Jahre jünger, aber keiner verdreht sich gern den Hals :)).
Nord- oder Südsaarland?
Gruss
Rainer (Südsaarland)
 
Hallo,
wenn ich Händler wäre, würde ich auch lieber SC auf Goto-Mount verkaufen. Da leuchten die Euro-Zeichen in meinen Augen wesentlich heller.....
Ob damit am Planeten mehr zu erkennen ist, wage ich zu bezweifeln (hatte selber auch schon ein ziemlich gutes 8" SC). Falls dann noch Weitfeldambitionen mit ins Spiel kommen, braucht man definitif was anderes.

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo zusammen,

da aufgrund der aktuellen Wetterlage bei mir, nunmehr Wolkenformationen zu beobachten sind, kann ich auch schreiben....

@Tommy_nawratil(Tommy):

danke für Deine Einschätzung! Wie bereits beschrieben, ich muss einfach einmal mehrere Teleskop-Typen testen können,
bezüglich Abbildungsleistung und Handhabung.

@Rainer55(Rainer):

haha, ich bin im Saarland mitte rechts! Dort, wo noch die Hochofen in der Stadt stehen!
Wie zufrieden bist Du mit Deinem Teleskop?

@Gottfried:

der Preis wäre erstmal zweitrangig, wenn ich etwas erhalte, was meinen Vorstellungen am nächsten kommt.
Tubus ohne Montierung bis ca. 500.- @ wäre so meine Vorstellung.

@all:

ich habe eben einmal meinen kleinen Newton auf die parallaktische Montierung gesetzt, und
mit den verschiedenen Einblickswinkeln am Okularauszug mag ich mich wirklich nicht anfreunden.
Auf der azimutalen Montierung (auch bei einer Rockerbox) ändert sich ja nur die Einblickshöhe.
Wenn es eine gute Nachführung für eine azimutale Montierung oder auch eine Rockerbox geben würde,
wäre auch ein Newton wieder im Rennen.

Aber eher mag ich nunmehr die kompakten Versionen der Spiegelteleskope, mal schauen an welche Teleskope ich mich einmal stellen kann....

Gruß Chris
 
Hallo Chris,
ich habe das Ding seit 8 Wochen und bisher 2 klare Nächte gehabt, allerdings auch lausig kalt. Ohne Goto würde ich vermutlich noch gar nix am Himmel finden. So habe ich schon einen wunderbaren Blick auf den Orionnebel gehabt und auch weitere Objekte entdeckt, die ich aber noch in Ruhe angehen muss. Was die Okularposition angeht und auch mit dem Auf- und Abbauen bin ich bisher sehr zufrieden. Und ich fürchte, über kurz oder lang entsteht der Wunsch nach Fotos. Daher muss die Nachführung unbedingt dabei sein.
Gruß
Rainer
 
Hallo Chris,

vielleicht solltest Du die Investition wirklich noch etwas zurückstellen, erst mal Kontakt zu anderen Sternfreunden suchen (am Besten auf ein Teleskoptreffen, da kannst Du interessante Vergleiche unter identischen Bedingungen anstellen). Möglicherweise fällt es Dir anschliessend leichter, eine Fehlinvestition zu vermeiden. Hatte selbst nach dem damals unvermeidlichen 114/900 Newton ein C8 auf Superpolaris (Vorläufer Vixen GP) mit Zweiachssteuerung, weil ich ja fotographieren wollte. Kaufte mir dann einen OffAxisguider und einen Reducer/Flattner um festzustellen dass die NAchführung mit Fadenkreuzokular und Barlowlinse nicht zu bewerkstelligen war. Weiterhin stellte ich fest, dass die Monti zu klein für mich ist und dass ich visuell am liebsten mit ganz schwacher Vergrößerung und großem Blickfeld beobachte (ausgedehnte Nebel). Die Öffnung aber schon wenigstens 20cm sein sollte....
OK, dann hab ich alles wieder verramscht (mit Verlust), hab ne EQ6 und einen 8" f5 Newton besorgt, festgestellt, dass auch hiermit manuelles Guiding fast nicht möglich ist, meine visuellen Vorlieben aber viel besser gehen. Dass C8 ging bis etwa 1,4° Bildfeld, der 8" Newton mit meinen Okularen bis ca. 2,3°, dazwischen liegen Welten.
Die EQ6 ist mittlerweile 3x umgebaut, jetzt kann sie Autoguiding, was mit einem weiteren 8" f4 Newton zu halbwegs hübschen Bildern führt. Der 8" f5 hat trotzdem seine Berechtigung, macht visuell nämlich mehr Spass (wegen des Komforts kann mann ihn auch in den Rohrschellen drehen, Standard ist Okularauszug gegenüber der Dec-Achse). Noch mehr visuellen Spass macht der 16" f4,5 auf EQ-Plattform (alles selbst gebaut). Die EQ-Plattform musste sein, weil meine Frau sich über das "dobsen" beklagt hat. Nun bleibt jedes Objekt auch bei ca. 400x viele Minuten im Blickfeld, super!
Übrigens baut Skywatcher die Flextube-Dobsens, vielleicht ist das was für Dich, hab aber selbst noch nicht damit beobachtet, da gäbe es zB einen 8" f6 der wahlweise auch nachführt oder sogar goto kann. Wie gesagt, ich kenn die nur vom Prospekt, aber auch so was kann man sicher auf einem Teleskoptreffen sich mal ansehen.

Sternfreundlich,

Gottfried
 
Hallo zusammen,

off topic: ich habe aus Langeweile und wegen dem Schneefall, gerade meinen kleinen Newton zerlegt und den alten Spiegel
(7 Jahre) mal gereinigt: was soll ich sagen, mit flüssigem Backofenreiniger ist er wieder wie neu geworden!

@Rainer55(Rainer):

Das klingt einerseits sehr gut, andererseits hast Du leider erst zwei Nächte beobachten können?
Ich fühle/leide mit Dir! Die Nachführung ist für mich und besonders meine Frau sehr wichtig, denn zwischen:

"Hallo Schatz, komm mal schnell, da ist gerade der Jupiter!" und Ihrem Erscheinen
(und mit dem leidigen Griff zum Okularauszug, damit bloss nix "wackelt"...) vergehen meistens 5 - 10 Minuten,
in dieser Zeit sollte das Objekt immer noch im Sichtfeld sein!
Sonst ist Frust vorprogrammiert: "Da ist ja gar nix...!"

@Gottfried:

vielen Dank für die ausführliche Schilderung Deiner "Teleskop-Laufbahn"! Aber warum mag Deine Frau das "dobsen" nicht?
Wie Du es beschreibst. kann man Wert auf Weitfeld-Beobachtung, Hochvergrösserung oder auch kleine oder große Deep-Sky-Objekte legen!

Wenn dann der Wunsch nach Bildern hinzukommt, ohwei...! Aber auch Du hast Dich in der Öffnung stetig vergrößert!
Das Blickfeld mit 2,3° ist sicherlich atemberaubend!?

Wenn ich da alles so lese lande ich wirklich bald bei einem 10 - 12" Dobson mit Nachführung!

@all:

ein tolles Forum mit vielen lesenswerten threads!

Gruß Chris, der nun sein Newton wieder zusammenschraubt und Schneeflocken je Quadratmeter zählen geht... :-)
 
Hi Chris,

das "dobson" ist was, mit dem man sich beschäftigen muss. Gerade bei hohen Vergrößerungen gehört nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern auch dreidimensionales umsetzen von Abweichungen in Bewegungen dazu (abstrakt). Bedeutet: Objekt läuft nach rechts unten aus dem Feld, deshalb leichtes schubsen nach links unten oder so...
Wenn man sich nicht ständig damit beschäftigt, kann das frustran sein. Manchen gelingt es auf Anhieb, andere mögen es nicht. Dazu kommt noch die Elastizität des Teleskops: etwa ein drittel über die Feldmitte hinaus, dann flext es ideal zurück. Ich find das alles nicht schlimm (unser 16" ist auch kein Lämmerschwanz sondern eher stabil), aber nicht jeder kommt gleich gut zurecht.

Sternfreundlich,

Gottfried
 
Hallo Chris,

sorry, habe Ausrufezeichen Fragezeichen hinter Gesichtsfeld übersehen. Für mich ist ein Gesichtsfeld von zweieinhalb Grad schon atemberaubend (wenn dann noch 200mm Öffnung zur Verfügung stehen). Das bedeutet etwa 5 Vollmonddurchmesser. Für den Anfänger wird es einfacher, das Objekt der Begierde zu finden. Das gilt auch für Goto, habe mal einen Goto-Anfänger ohne Orientierung am Himmel unterstützt, der hätte so gern M57 gesehen, war leider nicht im Aufsuchgesichtsfeld (Meade-Mak 2090, 90mm Öffnung, 1200mm Brennweite, V=37,5x, Gesichtsfeld etwa 1,3°, Positionierung leider unzureichend). Etwas ausserhalb war er dann, Besitzer hat sich gefreut, aber ohne Unterstützung wäre er frustiert nach hause gegangen.
Zum Beobachten ist das grosse Feld aber auch schön, bedeutet, dass etwa das Schwert vom Orion ganz ins Bildfeld passt, der Cirrusnebel besser zu erfassen ist, ebenso der Nordamerikanebel, H und Chi im Perseus noch sehr schön gemeinsam in das Bildfeld passen, die Andromeda Galaxie fast ganz ins Bildfeld passt. Das sind Anblicke, die mich faszinieren und auf die ich ungern verzichten würde. Da ist der 8"f5 auch alternativlos (schlimmes Wort), kompakte Spiegelsysteme haben längere Gesamtbrennweite, bezahlbare Apos haben nicht die Öffnung, Schiefspiegler haben nicht das Feld und Kometensucher taugen nur für schwache Vergrößerungen (meine Frau hat einen 5" f6,5 Refraktor, schön, aber nicht so vielseitig).

Liebe Grüße,

Gottfried
 
Hallo Chris,

Wenn das Geld nicht so die überragend große Rolle spielt würde ich mir die einzelnen Optiken einfach mal anschauen und einfach das kaufen dass deine Anforderungen am besten erfüllt. Der Sprung auf einen 100mm Refraktor wird dich wahrscheinlich nicht dauerhaft befriedigen wie ja schon gesagt wurde, also würde ich an deiner Stelle gleich ein "endgültiges" Instrument kaufen das auch nach zweimal durchschauen noch interessant ist.

Wenn Planetenbeobachtungen im Vordergrund stehen dann würde ich in jedem Fall mehr als 6 Zoll anstreben (besser 8 Zoll) und besonders auf eine gute Nachführbarkeit achten (Mak, Mak-Cass, SC, Klevtsov, Schiefspiegler...). Die Intes Maks wären hierfür beispielsweise ein guter Tipp der ja schon gegeben wurde. Das Gesichtsfeld ist in diesem Fall ja völlig nebensächlich und die hohe Brennweite sehr hilfreich.

Sollten eher Weitfeld und Deepskybeobachtungen dein Fall sein (ausgedehnte nebelartige Objekte) so würde ich dir gleich kompromisslos zu einem richtig großen, zerlegbaren Gitterrohrdobson raten. Die Öffnung einfach so groß wie möglich wählen bzw. so groß wie noch gerade so transportierbar, jedenfalls aber über 8 Zoll. Prinzipiell ist hier Öffnung einfach durch nichts zu ersetzen, vielen reicht hier auch 16 Zoll noch nicht.


 
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