Wiedereinstieg - älteres Teleskop fit machen?

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beedaddy

Hallo zusammen,

nach vermutlich > 10 Jahren habe ich nun endlich mein altes Spiegelteleskop Bresser "Galaxia" 114/900 (Art.Nr. 45-46500) wieder hervorgekramt und aufgebaut. Nach zwei Umzügen sind leider die Anleitung sowie die 2x Barlow Linse verschütt gegangen. (Immerhin: Die Anleitung wurde mir mittlerweile vom Hersteller freundlicher Weise zugemailt.)

Nun möchte ich also wieder in das Hobby einsteigen (ich war damals nie wirklich "drin"). Hauptsächlich möchte ich Mond und Planeten beobachten. Etwas Deep Sky wäre natürlich schön aber ich denke da ist die Ausrüstung zu schwach. Astrofotografie möchte ich nicht machen.

Ich frage mich nun ob die vorhandene Ausrüstung dafür einigermaßen taugt (das Teleskop wurde wenig benutzt aber halt auch nie gepflegt) bzw. ob es Sinn macht, diese hier und da etwas aufzurüsten.

Zunächst würde ich mir wohl die Barlow-Linse nachkaufen (ca. 45 EUR).
Dann weiß ich nicht so recht was ich von den Okularen (25mm und 8mm, gehörten zum Lieferumfang dazu) halten soll. Sollte ich hier noch etwas investieren und "aktuelle" 60° Plössl-Objektive kaufen? Wenn ja, welche Brennweiten wären sinnvoll?

Zusammengefasst würde ich also gerne mit überschaubarem finanziellen Aufwand das Teleskop für die Planetenbeobachtung brauchbar machen wollen. Vielleicht habt ihr mir die ein oder andere Anmerkung dazu, ob das soweit sinnvoll ist oder ob ich da besser nichts mehr reinstecken und mich besser nach etwas neuem umschauen sollte.

Vielen Dank!
Martin
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Martin,

schau zuerst mal, ob nach den Umzügen die Optik noch ok ist. Das geht am besten per Sterntest an Polaris: http://fg-kometen.vdsastro.de/piu/a/sTest.pdf

Wenn da alles passt, ists gut, wenn nicht können wir uns zusammen auf Fehlersuche begeben und Justage, sowie ggf. Reinigungstipps geben.

Was die Okulare angeht:
Zur Übersicht würde ich mir ein 32mm Superplössel anschaffen. Mit etwa 4mm Austrittspupille geht damit durchaus auch Deepsky. Bei der restlichen Abstimmung käme es mir darauf an, was deine anderen Okulare so taugen und was Du ausgeben magst - grundsätzlich lässt sich schonmal sagen, dass weniger als 6mm Brennweite nicht sehr sinnvoll wäre.

cs
Jürgen
 
Vielen Dank, Jürgen. Bei nächster Gelegenheit werde ich die Optik überprüfen und mich dann nochmal melden.

Ich vermute dass die Okulare nicht so viel taugen. Sie wirken, rein haptisch, schon sehr billig. Mehr als 50 EUR pro Okular möchte ich eigentlich nicht ausgeben. Ob man dafür etwas brauchbares bekommt (evtl. die Super Plössls von TS?)? Falls eine Grundausstattung von 6, 9, 15 und 32mm sinnvoll ist, würde sich das ja auch schon läppern...
Da würde ich mich über Vorschläge freuen, da fehlt mir noch der Überblick über die Unzahl an Herstellern/Bauarten.

Viele Grüße
Martin
 
Hallo Martin,

wenn das Teleskop nie gepflegt wurde, dann wurde es auch nicht kaputtgeputzt. Beim Umzug kann allenfalls die Justage verschoben worden sein - also nachjustieren, wenn möglich mit anderen Sternfreunden in Reichweite.

Okulare und Geld ausgeben: Das Gerät hat also schon 31,8mm Einsteckdurchmesser. Wenn Du nun gebrauchte Okulare kaufst, kannst Du die erstens praktisch verlustfrei weitergeben (aber kaufe dann keine kaputtgeputzten Okus), und zwar nur dann, wenn sie vielleicht nicht an einem neuen Teleskop auch ihren Dienst tun. Es ist jedenfalls richtig, dass diese Geräte vielfach mit eher minderwertigen Okularen ausgerüstet wurden, teils gleich mit Plastiklinsen. http://www.svenwienstein.de/HTML/einsteigerteleskope-_spielzeug_oder_instrument_.html
Falls das so ist, wird man um einen Satz aus Standard Plössl Okularen ("Taiwan Plössl") oder entsprechendes nicht herum kommen, um zu entdecken, welches Potenzial so ein 114er hat. Deine Palette 6,9,15 umd 32mm ist da eine ganz gute Ausstattung und das sind eben auch solche Plössls, wie ich sie meine. Die gibt es unter vielen Labels.
So sehen die aus, allerdings sollten die Linsen schon seit etlichen Jahren nur noch grün schimmern, denn das blau ist die inzwischen veraltete MgF2-Vergütung: http://gd4.alicdn.com/imgextra/i4/12306855/TB2Pd99lVXXXXXnXpXXXXXXXXXX_!!12306855.jpg
Für die blau vergüteten Exemplare zahlt man also ggf. weniger. Die Okulare sind ganz solide - aber im Prinzip auch üblicherweise das Minimum, was man so zukauft.

Aber es gibt auch noch genügend Möglichkeiten, das Gerät ansonsten "schräg" einzustellen. Daher ist es gut, wenn Du Dir vor Ort Hilfe suchst, um das Gerät einmal sauber durchtrimmen zu lassen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Martin,

so ein alter 114/900er kann durchaus für einen ordentlichen Wiedereinstig gut sein.
Die Teile sind sicher nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit und oft auch mechanisch ein wenig labil, aber gut justiert und mit leichten Okularen (der OAZ ist meist aus Plastik und wenig tragfähig) hat mir mein 114/900er (als einsteiger lange sehr viel Spass gemacht.

Wenn Deine Reaktivierungstests positiv verlaufen können nicht nur Plössls, auch (gerade im mittleren Brennweitenbereich) solche Okulare Spass machen:
http://www.bresser.de/Astronomie/EXPLORE-SCIENTIFIC-70-Okular-20mm-1-25-mP.html
Diese Serie gibts in 20/15/10 mm (das 20er ist gerade mal runtergesetzt und daher preislich wirklich okay) und auch der Gebrauchtmarkt gibt ab und zu was her.

Man kann (muss nicht!) so ein Teleskop auch als "Lernobjekt" ansehen. Was man alles tun kann, was dabei rauskommen kann, steht in diesem Thread:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...66/Wie_gut_sollte_man_Jupiter_mit#Post1148966

Gruß
*entfernt*
 
Hi Martin,

Lass dich von den "Defekten" nicht beirren. Ich bin mit einem Meade Explorer 395 wieder eingestiegen, dessen Montierung arg mitgenommen ist. Das Gegengewicht für die Austarierung war irgendwann mal aufgrund unsachgemäßer Behandlung (nicht von mir) beim Räumen komplett mit Fassung abgebrochen.
Beim Sucher fehlte das Fadenkreuzokular.

Das Gegengewicht hab ich jetzt improvisiert mit einem zugesägten Ast der in das Loch wo mal die Fassung für die Stange drauf war perfekt reinpasst, und den ich beim Beobachten und Lagern mit meinem 20x60 Fernglas beschwere. Damit gewinn ich zwar keinen Schönheitspreis aber die Nachführung läuft damit butterweich.
Den Sucher hab ich mit einem Billigsucher von Seben ersetzt, der seinen Zweck erfüllt.

Solang die Optik nicht irreparabel beschädigt ist, kriegt man sowas immer wieder zum Laufen.

Deine Okulare sind ok, die Idee mit er Barlowlinse find ich gut. So in etwa bin ich auch bestückt und komm damit aus.

Gruß,
Peter
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Erst mal vielen Dank für eure Kommentare. Erste Blicke zum Mond Anfang des Monats lassen mich mal vermuten, dass die Optik ok ist (oder zumindest nicht total im Eimer ist).

Genaueres, insbesondere den erwähnten Sterntest an Polaris, konnte ich dank verlässlicher Wolkendecke seither noch nicht durchführen. Ein Blick in das PDF zeigt mir aber, dass der Test eh nicht ganz trivial ist. Vielleicht sollte ich auch erst einmal Kontakt zu lokalen Hobbyastronomen suchen, um hier ggf. Hilfe zu erhalten. Hat vielleicht jemand einen Tipp, wohin ich mich da wenden könnte? Ich wohne im Ermstal (PLZ 725xx). Volkssternwarte Reutlingen und/oder AVN Nürtingen wären wohl die nächsten Möglichkeiten, wenn ich das richtig sehe? Vielleicht kommt ja jemand aus der Gegend und hat einen Tipp...

Sofern soweit alles i.O. ist würde ich mir gerne in einem ersten Schritt ein paar Okulare anschaffen. Ich denke mittlerweile (nach einigem an Recherche) an die "Goldkanten" in 6, 9 und 15mm und evtl. ein Super Plössl 32mm für den Überblick. Diese könnte ich sicherlich auch später weiterverwenden. Ich könnte mir vorstellen dass in einem zweiten Schritt eine vernünftige Montierung und langfristig ein besseres Teleskop zur Debatte stünde - das ist aber noch Zukunftsmusik. :)
 
Hallo fquadrat,

hast Du ein Bild und würdest Du es zur Verfügung stellen? Allerdings... was auf dem Bild ist, entstammt trotzdem diesem Bereich... Die Zahl 3 ändert da wenig.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

ein Bild habe ich nicht (wühle mal bei einschlägigen Astrohändlern, die Astro3/Lidl/Cosmostar/Megastar/usw. findet sich als EQ3-1 bei Einsteigerteleskopen, EQ1 und EQ2 bei den parallaktischen Montierungen), aber das Aussehen ist eindeutig:

Erstens ist das Deklinationsachsgehäuse der EQ1 sehr kurz und wirkt fast wie abgeschnitten, zweitens wurden die EQ1/2 AFAIK nie mit Prismenklemme verkauft, drittens haben EQ1 und EQ2 die Verbindung zum Polhöheneinstellung am unteren Ende des Rektaszensionsachsgehäuses, welches viertens unten keinen auch noch so kurzen "Zapfen" aufweist, fünftens ist bei denen der Rektaszensionsteilkreis konisch und sechstens haben sie einen Tangentialspindelantrieb für die Deklinationsachse.

Letzteres ist auch das deutlichste Unterscheidungsmerkmal.

Die Astro3 (usw.) gibt es allerdings auch in mehreren Varianten. Bei einigen zeigt die Welle des Deklinationsantriebs nach oben, bei anderen nach unten, meine alte von 2003 hat eine inverse Anordnung, wodurch die Welle immer Richtung eines Teleskopendes zeigt - durch die (inzwischen oft eingesparte) Prismenklemme sogar frei festlegbar. Dafür hat meine Montierung keine Azimutklemmung, weil das Gewinde falsch hergestellt wurde. Das habe ich mal mit viel Aufwand geändert.

Die bei Dir abgebildete Montierung hat noch den alten Abschluss des Deklinationsgehäuses in der Gegengewichtsseite, der sieht inzwischen anders aus.

Es gibt auch Exemplare mit einer hochstehenden Mutter in der Prismenklemme.

Mein Exemplar sieht dem auf Deiner Site abgebildeten sehr ähnlich und trägt einen 114/900 recht ordentlich. Die Deepsky-Brothers stufen die Montierung ebenfalls stabiler als eine EQ2:

http://www.deepsky-brothers.de/SinnvKombiTEL_Monti.htm

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat,

naja... ich werde keine EQ-1 kaufen, nur um ein Bild davon zu machen. Vom Händler werde ich auch nicht einfach eins verwenden, also mal schauen, wann ich im Dunkeln etwas wackeln seh, dann mache ich auf Verdacht ein Foto und gucke, ob es eine EQ-1 war...

Clear Skies
Sven
 
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