Wiedereinstieg in die Astronomie - Richfield

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Core_Catcher

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Hallo Zusammen,

nach einigen Jahren Abstinenz juckt es mir mehr denn je in den Fingern und ich möchte wieder in das Beobachten und Fotografieren einsteigen.

In der Vergangenheit habe ich an einer Privaten Rolldachhütte eines Bekannten mit einem 14" SC beobachtet, und auch fotografiert. Leider aus einer größeren Stadt heraus, so, dass das Seeing meist nicht zu gut war.
Genutzt habe ich damals immer das vorhandene Material, so dass ich nie in die Situation kam, mich mit der Gerätetechnik so im Detail auseinanderzusetzen, dass es für fundierte Kaufeintscheidungen gereicht hätte. Beobachtungspraxis und Fotopraxis (Hauptsächlich DeepSky) konnte ich aber etwas sammeln, ein blutiger Anfänger bin ich nichtmehr, im großen und ganzen weiß ich worauf ich mich einlasse ;)

Ich dachte mir, ich möchte "nicht zu groß" anfangen, dafür aber lieber von Anfang an ordentliches Gerät kaufen. Deshalb kam mir der gedanke zunächst mit der Richfield Beobachtung und Fotografie zu beginnen.

Meine Anforderungen:
Die Optik soll eine sehr gute Abbildungsqualität haben
Die Montierung soll das Teleskop plus Kamera fotografisch tragen ohne die kleinsten Schwingungsprobleme zu haben (die haben mir früher schon immer in den Wahnsinn getrieben)
Das ganze soll unter Berücksichtigung der o.g. Punkte möglichst maximal transportabel sein, so, dass ich es einfach und schnell mit ins dunkle nehmen kann, zur Not auch mal vorsichtig auf einen Berg tragen.

Budget zum Start wäre ersteinmal 4-5000€ für die komplette Ausrüstung, wobei ich schon vor habe das schrittweise zu kaufen, und nicht auf einmal. (Monti, Optik + 2-3 Okulare reichen für den Anfang, aber in der Planungsphase soll der Rest für das o.g. Budget mit geplant werden, damit alles zusammen passt.

Hierfür habe ich mir folgende Geräte ausgesucht, habe aber keine Ahnung ob die dafür und miteinander gut harmonieren:

Ein TS Triplet APO 90mm Öffnung 600mm Brennweite, der soll nur einen sehr kleinen Farbfehler haben, ist sehr leicht und somit sehr gut transportabel, Brennweite ist denke ich für RF gut geeignet

Eine Vixen GP2 oder GPD2 (was ist genau der Unterschied, weiß jemand wieviel die wiegen, da habe ich nichts verlässliches gefunden?) Montierung, mit Motoren, GoTo und Autoguiding Funktion. (GoTo und Autoguiding könnte später nachgerüstet werden, hab früher alle Objekte von Hand gefunden, und finde das sollte man können, soweit es die Objekte halbwegs zulassen)

Dazu eine Hand voll guter Okulare (weiß, die sind auch nicht günstig, von früher weiß ich noch, dass TeleVue nicht die schlechtesten waren, daher würde ich wahrscheinlich wieder zu denen greifen) Wobei mindestes 1-2 2" Okulare dabei sein sollten.

Und eine auf Astrofotografie umgebaute Canon DSLR.


Die ganze Auswahl der o.g. Komponenten erfolgte aus dem Bauch heraus, und ist nicht stringent technisch begründet.


Anderes Equipment für Planetenbeobachtung oder was langbrennweitiges für kleine Deep-Sky Objekte kommt vielleicht viel später, muss dann jetzt hier nicht mit berücksichtigt werden. Lieber erstmal ein Gerät, das einwas wirklich gut kan, als eine Eierlegende Wollmichsau die nichts so richtig gut kann.

Ich hoffe mit den Geräten hat jemand detailliertere Erfahrung und kann mir einen Rat geben!

Dankeschön schonmal!

Schöne Grüße

Core_Catcher
 
Ach Du meine Güte!

Hallo Core Catcher (magst Du echt so angeredet werden?).

Tja, also ich denke mal, das braucht erstmal ne kalte Dusche. 5000 Euro kann man für die absolut wackelfreie Montierung allein ausgeben und das praktische daran ist: Wenn die schon so teuer ist, ist sie wenigstens so schwer, dass man die nirgends mehr vorsichtig auf einen Berg trägt!

Und - nun willst Du ein vernünftiges Gerät kaufen, das sehr gut abbildet, und damit alles einfacher geht, kommt nur Richfield und... FOTOGRAFIE! Uff...
Also ich nehme an Deepsky-Fotografie und das ist ja nun das schwerste Szenario überhaupt, völlig verrückt das als einfachen Einstieg zu planen, weil das einen Haufen Anforderungen stellt. Überhaupt kauft man eben für Deepsky-Fotografie keine Optik, sondern eine Montierung. Die Optiken kann man dann leicht wechseln und sie sind oftmals auch günstiger als die Montierung. Und sollte wider erwarten Planetenfotografie gemeint sein: Richfield-Teleskop und Planetenfotografie sind für eine Optik diametral verschiedene Anforderungen. Aber die DSLR kann das ja auch nicht richtig, insofern wird's wohl Deepsky sein.

Nach dieser Wäsche mal etwas konstruktive Ansätze. Zunächst mal ist eine GP-DX von Vixen sicher eine klassische Foto-Montierung. Die GP-D2 ist deren Nachfolger. Bei chemischen Aufnahmen war die GP-DX die Montierung der Wahl für bis zu 8" Optiken. Bei den feinen Digitalpixeln heute, bei denen Sterne auch nicht mehr so ausbrennen, ist die GP-DX mit 8" schon recht kritisch. Eine kleinere Optik wäre da ratsam. Man landet dann wohl eher bei den Apos. Sehr gute Abbildungsqualität, Richfield und fotografische Eignung bedeutet meiner Meinung nach, dass nur ein Gerät in Frage kommt, zu dem es einen genau passenden Reducer/Flattener gibt. Reducer deshalb, weil sonst wahrscheinlich kein fotografisch interessantes Öffnungsverhältnis herauskommt. Wenn die Anforderung dazu auf sehr gute Abbildungsqualität lautet, kommen meiner Meinung nach keine günstigen China-EDs mehr in Frage. Denen fehlt der passend gerechnete Reducer - es gibt "nur" den universal-Flattener. Dementsprechend teuer wird das ganze dann auch werden, so dass ich mich frage, wie das zu einer Art "Optik für leichten Anfang" passen soll. Jedenfalls denke ich, dass am Ende sowas wie TMB, Pentax, Takahashi oder Vixen (Japan) auf der Optik stehen wird. (Es gibt noch genügend weitere Marken. TEC, Televue,...) Stets sollte die Frage sein: Genügt die Leistung von Optik und Reducer/Flattener den Ansprüchen, die man mit dem großen Chip der DSLR hat. (Es wird doch hoffentlich keine Vollformat-DSLR sein?)
Alternativ zum Refraktor könnte man noch am fotografisch volloptimierten Newton seine Freude haben. Das hängt dann am Komakorrektor. 6" Öffnung mit der GP-DX oder GP-D2 und dann fotografisch konsequent mindestens f/5. Richfield geht dann, wenn der Foto-Newton auch einen 2" Auszug hat. Mit dem Komakorrektor steht und fällt alles. Die Frage ist, welche Leistung will man. Reicht einem ein MPCC? Muss es ein Paracorr sein? Wie gut wird der von Bresser/Meade angekündigte Korrektor sein? Würde als Spitzenlösung (auch im Preis) ein Korrektor von ASA an so ein Gerät adaptierbar sein?

Und was ist mit Richfield visuell? Mit einer Handvoll Okulare ist es nicht getan und gerade mit "ein bis zwei trallala" Okularen im 2" Steckmaß steht und fällt Widefield. Die Foto-Optik sollte schnell sein, somit fallen die meisten 2" Okulare gleich mal wegen schlechter Randabbildung durch (wozu Widefield wenn unscharf???). Das heißt man landet gleich mal bei Televue Nagler Typ 5 mit vermutlich 31mm und/oder wenn die Optik f/6 hat, dann grübelt man am 41mm Panoptic herum. Mit kürzer werdender Okularbrennweite verlässt man einerseits den Widefield-Bereich, bekommt aber andererseits nach und nach (insbesondere ab ca. 14mm) mehr Okular-Alternativen.

Lange Brennweite für kleine Deepsky-Objekte? Möööp! Falscher Ansatz. Was mit großer Öffnung für kleine Deepsky-Objekte, die Brennweite ist relativ wurscht, kurze Brennweite gleicht man durch ebenso kurze Okularbrennweite aus. Bis zum 2,5mm Nagler Typ 6 kann man gehen. Das reizt für Deepsky auch f/4 ganz gut aus.

Tja, also bleibt mir nur ein einziger wirklich voll konstruktiver Vorschlag: Suche eine Beobachtergruppe, bei der auch fotografiert wird. Stelle Dich den Leuten vor und versuche, mehrere Nächte mit den aktiven Sternfreunden "auf dem Acker" zu verbringen und dadurch mehr Praxiserfahrung mit verschiedenem Equipment und sowohl Fotografie als auch Beobachtung zu gewinnen. Danach kannst Du entscheiden, ob Du Deine Kriterien änderst oder eventuell auch die zur Auswahl stehenden Geräte konkreter einschränken kannst auf bestimmte eigenschaften oder sogar konkrete Produkte.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Core_Catcher,

In den letzten drei Wochen sind hier einige Dinge verkauft worden:

Eine Traum-Montierung Takahashi EM-200 um die 2500EUR, einige wirklich gute APOs, z.T. unter 1000EUR, 1A Okulare von TeleVue für "geringes" Geld, eine 450D, etc. Bei den APOs hatte ich den Eindruck, daß die Wirtschaftskrise die Gebrauchtpreise drückt. Sollte man nutzen.

Alles in allem TOP-Sachen für in Summe unter 5000EUR. Also: es geht, du mußt einfach den Gebrauchtmarkt nutzen.

Schließe mich Sven in einer Sache an: Kaufe eine Teleskop mit passend gerechnetem Reducer / Flattener wenn Du so viel Wert auf Qualität legst. Und kaufe lieber eine Top-Montierung und dafür eine kleinere Optik, als andersherum.

Für die untere Öffnungs-Liga läuft gerade etwas bei Ebay (FS-60CB). Link ist im Biete-Board.

CS
Dirk
 
Hallo,

danke schonmal für die schnellen Antworten einstweilen, Sven und Dirk!

Also, eine Beobachtungsgruppe, in der zT auch fotografiert wird habe ich schon! War auch schon mit draußen und habe mir da verschiedene Geräte angeschaut.
In der Gruppe gibt es vertreter verschiedener "Fraktionen" Einen der mit einem großen Dobson beobachtet, das macht prinzipiell natürlich auch Spass, und hat seinen ganz eigenen Reiz, wäre aber denke ich erstmal nicht so ganz mein Fall.
Zwei beobachten mit 8" SC, wobei einer mit einem Celestron ohne Nachführung beobachtet, der zweite mit einem Meade fotografiert auch (viel Planeten).

Aus den dabei gewonnenen Eindrücken (war bisher erst zweimal dabei) habe ich mir halt so meine eigene Meinung (s.o.) zusammengedichtet. Das ist jetzt noch nichts in Stein gemeißeltes, deshalb frage ich ja auch hier nach ;)

Der erste Eindruck war, das das die 8" Geräte, va. das mit Nachführung halt immer recht aufwändig zu transportieren sind. Das Dobson fand ich trotz seiner Größe aufgrund der fehlenden Montierung recht easy (Weiß gar nciht wie groß das genau ist).

Da mir früher das Fotografieren von Nebeln (Also der Orion war ein häufiges Ziel, Andromeda hatten wir immer nur als äußerst nebligen Fleck drauf, wirklich gut wurden die Bilder nie, aber fasziniert hat es mich) sehr viel Freude gemacht hat, dachte ich mir jetzt eben:
- Nebel fotografieren, mit einem Gerät das halbwegs transportabel ist
- wenn ich eine etwas kleinere Optik nehem, bekomme ich für das selbe Geld im Idealfall eine bessere Qualität des Geräts
- dann brauche ich auch nicht die maximal größte Montierung (wieder transportabler)
- also nehm ich ein "schnelles" Gerät mit kleinerer Brennweite und fotografiere größere Nebelgebiete am Himmel
-> Rich Field

Soweit mein Gedankengang, mit dem ich zu obigem Ergebnis kam ;)
Damit habe ich dann einige Online-Shops durchforstet und kam zu obigen Geräten. (Mit 2-3 Okularen zum Einstieg meinte ich übrigens schon welche, die vll so in der kategorie des tele vue pan optic 41 mm liegen, wovei danvon schon ehr maximal zwei als drei Okulare ;) ).

Wenn ich jetzt mal kurz auf diese Situation reflektiere, was du dazu sagst Sven:
- Die GP-DX oder GP-D2 Montierung ist für das vorhaben zu klein, da immernoch zu schwingungsanfällig (Trotz des geringen Tubusgewichtes von 3,5 kg plus vll gut geschätzt 1kg für den Fotoaparat und allem was dazu gehört? = 4,5kg, trotz Händlerangaben die bis 14 kg bei der GP-D2 ghehen?)
- Das Gerät braucht einen Reducer, der genau für die Optik des Gerätes ausgelegt ist, und keinen Universal-Reducer (das leuchtet mir sehr ein, ich glaube der zum o.g. Gerät angebotene Flattener ist so ein Universalgerät, das du meinst). Ich müsste halt ein anderes Teleskop aussuchen, das die geeigneten Eckdaten an Öffnung Brennweite, Gewicht und optischer Qualität (wie kann ich das beurteilen) hat
- DSL wäre kein Vollformat, sowas wie eine umgebaute EOS 450D oder so, habe mich hier noch nicht im Detail informiert, sondern nur mal in der Budgetrechnung geschätzte 900€ für ein Gerät und den Umbau veranschlagt
- Okulare s.o.
- Das mit dem auf dem Berg tragen vergessen wir mal lieber wieder. Damit schränke ich die Sache nur unnötig sehr ein, war im Nachhinein betrachtet ehr eine Schnapsidee :)


Nur so nebenbei:
Das mit der größeren Brennweite für kleinere Deep-Sky Objekte meinte ich jetzt rein Fotografisch, hier ist ja (außer mit Okularprojektion) nichts mit dem Okular zu holen bezüglich der Größe des Objektes auf der Ablichtung. Das die Optik bei einer größeren Brennweite auch noch ausreichend schnell sein muss, und daher eine große Öffnung braucht weiß ich.


Jetzt stellen sich mir natürlich die Fragen:
- Liege ich mit meiner Vorstellung Rich field fotografie zu betreiben zu können prinzipiell falsch, und das ist überspitzt ausgedrückt ein "prinzipiell unmögliches Unterfangen" (weil gleich so eine heftige Dusche kam)
- Ist es möglich, wenn ich die o.g. Punkte bei der Equipment Wahl berücksichtige - oder ist dann immernoch etwas im argen (zu kleine Öffnung ...)
- Ist die Montierung deren Angaben ja bei weitem nicht ausgereizt sein werden (32% der Händlerangaben des Gewichtes) dafür ungeeignet? Eine andere prinzipiell konstruktiv höherwertige Montierung verwenden? Oder eine Montierung gleicher Qualitätsstufe in größerer Ausführung mit mehr Tragkraft verwenden?
- Oder habe ich etwas übersehen/ nicht bedacht?

Wäre es ein leichteres Unterfangen ein größeres Teleskop auf einer größeren Montierung zu fotografischen Zwecken zu verwenden?

Würde ich mich mit einem kleinen Gerät nach obigen Rahmenbedingungen so arg einschränken, dass vll wirklich nur Richfield Fotografie möglich wäre und ein reines Beobachten am Nachthimmel komplett unter den Tisch fallen würde? (Das war mein erstes Bedenken)

Fragen über Fragen! ;)

Ich bin froh, hier im Forum zumindest theoretisch etwas von den Erfahrungen anderer lernen zu können!

Clear Skies!
Core_Catcher
 
Hallo nochmal,

ich habe gerade die Foto Galerie hier im Forum gefunden. Dabei habe ich festegestellt, dass man mit 500-700mm Brennweite schon viele Nebel formatfüllend drauf bekommt. z.B. den Orion Nebel. Das habe ich total falsch eingeschätzt. Ich dachte ich brauche schon sehr große Brennweiten (2000mm) für den Orion Nebel, und als kleines Deep Sky Objekt hätte ich jetzte den Ringnebel in der Laier bezeichnet. Den haben wir früher nämlich nur als winzigstes Kreischen mal auf einem schlechten Bild drauf gehabt.

Wenn das so stimmt, dann streicht das Rich-Field ;) Dann "nurnoch" Deep Sky ;)
 
Hallo Core_Catcher,

schön, dass Du das ganze weiter konkretisierst.

Also ich denke, Dein Hauptaugenmerk müsste erstmal auf den eigenen Fähigkeiten liegen.
Es ist ein Ding, bei jemanden in der Kuppel oder Rolldachhütte zu stehen, und sich das Gerät einrichten zu lassen. Etwas anderes ist es, ein Gerät mobil (ob im Garten oder richtig weit weg) aufzustellen, es für die Fotografie einzunorden, für Deepsky-Fotos weiter zu scheinern und dann eine Vorstellung von einem Objekt zu haben, das man aufnehmen will, dazu dann alles einzurichten usw. und schließlich eine Aufnahme zu machen und diese durch Nachbearbeitung dann ansehnlich auf den Schirm zu bringen.
Allein die Frage nach der Objektsuche fängt doch schon damit an, dass man ungefähr auch weiß, was zu welcher Jahreszeit geht. Goto ist da keine wirkliche Lösung, man muss im Prinzip schonmal wissen, was zur Beobachtungszeit dann an fotogenen Objekten da ist. Genausowenig würde ein Goto ja die Nachführung abnehmen!
Und so werden die Gewichte denn auch stimmig: Eine ordentliche 100mm ED-Refraktoroptik kann gut 5 Kilo auf die Waage bringen. Dazu ein Kilo Kamera und Adaption. Dann die Nachführfrage - Leitrohr oder Nachführansatz? Geht ein Nachführansatz (Backfokus, Reducer-Position, etc.) oder muss ein Leitrohr her? Leitrohr, Leitrohrschellen, Doppelplattform... Aber natürlich wiegen Nachführansatz und Verlängerungsstücke auch etwas. Also kommt schon ganz gut Gewicht zusammen.
Händlerangaben sind Schall und Rauch. Fotografisch (für Deepsky) sollte man die Zuladung sowieso gegenüber den visuellen Angaben reduzieren. Zu "chemischen Zeiten" wurde für die GP-DX 11 Kilo angegeben. Da kriegte man einen kurzen Newton dann mit einem leichten Leitrohr und der Kamera noch drauf unter.

Richtig ist jedenfalls ein Richfield-Einstieg. Das vereinfacht beim Erlernen der Technik einiges. Das klappt aber trotzdem nicht, wenn man nicht schon Erfahrung hat, sich am Himmel zurecht findet, usw. Das sollte an erster Stelle stehen. Fehlt das, dann ist es besser, sich für 300 Euro einen Dobson anzuschaffen, für 500 Euro Okulare dazu und dann damit erstmal das visuelle erlernen. Hat man das drauf, dann schafft man sich den Foto-Kram an. Das kann ja durchaus ergänzend sein. Man kauft ja fotografisch ohnehin erstmal eine Montierung nebst dem ganzen Nachführzubehör und einer Kamera. Dann packt man eine Optik nach Wunsch und Möglichkeit drauf.
Es ist überhaupt keine schlechte Idee, mit einer kleinen Russentonne (500 f/5,6 oder auch 300 f/4) den fotografischen Anfang zu machen, auch auf einer überdimensionierten Montierung. Eigentlich sollte man ja ohnehin mit einem Tele beginnen. Ein gutes, altes 135mm, welches f/2,8 hat und bei f/4 oder wenigstens f/5,6 schöne Spots macht, kann man bei Ebay schießen. Es muss nur an die Kamera passen oder passend gemacht werden. (Vorsicht vor Bajonett-Adaptern mit Linse drin - das kann Qualität kosten.)

Will man aber unbedingt gleich eine visuell wie fotografisch taugliche Ausrüstung anschaffen und dabei womöglich nichts doppelt haben, also alles in einem Teleskop, fängt man letztendlich an, überall Abstriche zu machen oder auch mit dem Kopf gegen Wände anzurennen.

Fragt sich also: Wo soll's denn dann langgehen?

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

das stimmt schon, nebendran stehen und schauen ist was anderes als komplett "alleine" selbst machen.
Ich war zwar nicht ganz komplett nur daneben gestanden, aber zum Beispiel eingescheinert habe ich noch nie. Auch noch nie ein Teleskop nur grob mit dem Polsucher ausgerichtet.
Dafür Objekte von Hand gesucht, das haben wir (ich auch alleine) früher anfangs immer so gemacht, da hatte mein Bekannter noch kein Goto. Auch habe ich in der Zeit danach, so ca. 3-4 mal im Jahr bei klaren Nächten mit dem Feldstecher unter Zuhilfenahme einer Sternkarte "beobachtet". Das macht übrigens auch sehr sehr viel Spass!
Da werde ich zwar auch üben müssen, ich denke da kann man auch ein Leben lang nicht auslernen, aber ganz unbefleckt bin ich diesbezüglich nicht, würde ich jetzt mal unterstellen ;)
Nachgeführt haben wir Anfangs als mein Bekannter auf chemischen Film fotografiert hat mit einem parallelen Leitrohr und Fadenkreuzokular - das war z.T. ganz schon anstrengend!

So, also, unter Berücsichtigung des weiter oben geschriebenen habe ich mir neue Gedanken gemacht.
Und bin tatsächlich, wie du es schon angedeutet hast auf Vixen gestoßen.
Von Vixen gibt es die Beiden APO's
103/795
115/890
für diese Geräte gibt es die passenden Reducer & Flattener von Vixen, extra für diese Teleskope der eine Brennweitenreduktion auf 533 bzw. 596 mm bringt (f/5,2)

Das ganze entweder auf der GPD2 Montierung oder der EQ6 Montierung. Wobei ich hier aus den zahlreichen foreneinträgen noch nicht so recht schlau geworden bin, welche jetzt wirklich die höhere Tragfähigkeit hat, und welche die bessere mechanische Qualität hat. Welche Montierungen rein von der Präsentation bei Händlern noch in Frage kämen wäre die Celestron CGEM, die Vixen Sphinx oder Sphinx SXD.

Nachführung könnte man hier mit einem Off-Axis Guider realisieren.

Wobei ich mir mittlerweile vorstellen könnte Goto und die Kamera etwas später im Nachhinein anzuschaffen, und das Budget insgesamt eetwas anzuheben ;)

Deinem Vorsschlag einmal nach Newtons zu schauen bin ich auch nachgekommen, bzw. bin da auch noch dabei, aber bisher haben die mich noch nicht so recht überzeugt. Irgendwie wirkt alleine schon die Vorstellung, eine Kamera vorne an der Seite dranhängen zu haben sehr windig. Und vorallem dein Zusatz, dass der Newton optisch voll korrigiert sein sollte, hier bin ich noch nicht so 100%ig schlau draus geworden. Wäre z.B. der Vixen Newton 150 / 750 ein solches Gerät?

Gar nicht so einfach ;)

Clear Skies
Core_Catcher
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi,

schön zu hören, dass Du was Himmelsorientierung angeht sicher klar kommen wirst.

Bei den Montierungen gibt es ziemliche Unterschiede und wichtige Details. Fotografisch nutzen viele die EQ-6, aber da wird dann umgebaut, nachgefeilt, usw. Bei der normalen EQ-6 sind "eiernde" Getriebe drin. Die machen keinen guten Gleichlauf. Viele Sternfreunde haben die Getriebe und ersetzt und notwendigerweise (andere Untersetzung) die Steuerung modifiziert oder auch ersetzt. Weiter wurden oft auch die ganzen Schneckenräder, Schnecken und Motoren getauscht (Escap-Motoren und Schneckenräder von... ja wie hießen die nun? Gierlinger?). Manche haben noch die Lager getauscht. China-Fett raus, alles besser justiert, usw.
Dann gibt es seit einiger Zeit aber die Variante mit Goto oder eben die mit dem Goto-Motoren/Getriebesatz. Während Goto nichts mit fotografischem Nachführen zu tun hat, sind die Getriebe dann aber besser fototauglich. Das zur EQ-6, die leicht richtig teuer werden konnte. Im Allgemeinen sagt man, dass der Vergleich mit der G-11 was Tragkraft angeht wohl doch hinkt. Besser als eine GP-DX müsste sie aber sein.
Die GP-DX ist eben mechanisch sauber konstruiert, nur früher oft mit der spartanischen DD-2-Steuerung verkauft worden. Fotografisch tut sie gute Dienste und sollte für einen 4,5" Apo nebst Fotokram reichen. Jedenfalls haben viele Sternfreunde sowas schon mit der GP-DX gemacht, auch in heutiger Zeit mit den "digitalen Ansprüchen".

Zu den Newtons konkreter: Ich meine man muss einen Newton halt mit einem guten Komakorrektor kombinieren bzw. mit einem der den eigenen Ansprüchen genügt. Nutzt man am 150/750 den MPCC, dann verkleinert man seine Fotos z.B. auf 2 Megapixel und bekommt so hübsch kleine Sterne, geradezu pixelklein. Will man mehr, dann braucht man wohl auch einen besseren Komakorrektor.
Der Newton selber ist halt immer ein Newton. Es gibt da nur Newtons mit guten Spiegeln und Newtons mit schlechtem Spiegel und/oder Newtons mit schlechtem Fangspiegel. Solange wir nicht vom Cat- oder Short-Tube-Newton sprechen.
So ist im Vixen 150/750 genauso ein Parabolspiegel drin, wie im GSO-Fotonewton oder im Celestron-Pendant oder... Spezieller scheint nur der Spiegel des R200SS zu sein, aber da lässt sich Vixen nicht in die Karten gucken und bei heutigen Digitalansprüchen ist der auf einer GP-DX schon etwas knapp. Ist auch schwierig, da dann die Nachführung sauber hinzukriegen, weil man keien Off-Axis-Guider zwischen die Kamera und den mitgelieferten(?) Komakorrektor bekommt.
Die Oberklasse der käuflichen Fotonewtons scheint mir derzeit ASA zu liefern. Die haben da so einige Korrektoren im Angebot und können auch handfeste Angaben zur Leistung liefern - was man nicht von allen Herstellern von Foto-Apos behaupten sollte.

Clear Skies
Sven
 
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