Wiedereinstieg mit Meade DS 2070AT

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AndreasH_91

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Hallo liebe Astronomie.de Community!

Mein Name ist Andreas und ich bin 24 Jahre alt. Ich begeistere mich nun seit längerer Zeit für die Astronomie. Vor 10 oder 11 Jahren habe ich mir dann mein erstes Teleskop gekauft, ein Meade DS 2070AT (70/700). Nachdem ich eine Zeit lang damit den Himmel erkundet habe, bin ich relativ schnell an die Grenzen des Teleskops gestoßen und habe dann dadurch auch die Lust an der praktischen Astronomie verloren. Im vergangen Sommer habe ich das Teleskop aber wieder einmal ausgegraben und seitdem hat mich Fieber wieder voll und ganz gepackt ;)

Ich weiß, dass das Teleskop nicht gerade das Gelbe vom Ei ist, da ich jedoch (noch) Student bin, halten sich meine finanziellen Möglichkeiten in Grenzen. Deshalb ist meine erste Frage, ob irgendjemand mit diesem Teleskop (oder mit einem ähnlichen) Erfahrungen hat und Empfehlungen bezüglich Okulare und anderem Zubehör geben kann? Ich habe nur das Zubehör, das mit dem Teleskop mitgeliefert wurde (Meade MA9mm und MA25mm Okulare, eine 2x Barlow) und noch ein Omegon UWA 15mm Okular, welches ich mir vor kurzem zugelegt habe. Mein Ziel wäre es, das best Mögliche aus dem Teleskop herauszubekommen, um (zumindest halbwegs :) ) vernünftig Mond, Planeten und hellere Messier Objekte zu beobachten.

Nebenbei spare ich auf ein besseres Teleskop. Ich denke, dass ich im Laufe des nächsten Jahres so zwischen 600-700 Euro für ein neues Teleskop auf die Seite bringen kann. Ich nehme mal an, dass in dieser Preisklasse ein Dobson das beste wäre? Gibt es da Spezielle, die ihr empfehlen würdet?

Danke schon mal :)
LG
Andreas
 
Hallo Andreas,

willkommen zurück im schönsten Hobby der Welt!

Dein 70/700er ist leistungsfähiger, als du denkst. Ich habe es selbst gemerkt: Erst gute Okulare bringen die volle Leistung eines Teleskops ins Auge. Ich halte den Ansatz, hier zuerst auszubauen, daher für sehr sinnvoll.

Für den Schwerpunkt Mond/Planeten geht meine Empfehlung ganz klar in Richtung Baader Ortho-Okulare. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie liefern mit meinem 70/900er am Mond und Planeten ein wie ausgestanztes Bild. Im Sommer war die Cassini-Teilung bei gutem Seeing noch erkennbar.

Für helle Nebel und Galaxien würde ich ein langbrennweitiges Okular der Gold- oder Blaukanten-Serie empfehlen (Brennweite 20-25mm). Sie bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zu den Brennweiten:

Für Planeten empfehle ich Orthos mit 9mm (77,8-fach) und 7mm (100-fach). Für Planeten ist das immer noch sehr wenig, aber Vergrößerungen um den 1,5-fachen Objektivdurchmesser gelten für Planeten als ideal. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ggf. dann noch ein Okular der 5mm-Klasse, um beim Mond die maximal sinnvolle Vergrößerung bei guten Seeing nutzen zu können. Du wirst es nicht bereuen. ;-)

Du schreibst leider nichts zur vorhandenen Montierung. Welche nutzt du für den 70er?

Als Nachfolgeteleskop ist der Dobson wohl die geeignetste Lösung im Mittelpreis-Segment. Er bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sehe ihn dir aber nach Möglichkeit vorher selbst in einem Laden oder bei anderen Sternfreunden an: In Natura ist er größer und schwerer, als er auf Fotos erscheint. Gerade, wenn man "kleine" Teleskope gewohnt ist.

Ich würde dir sowiso empfehlen, dich vor dem Kauf eines größeren Teleskops einer Volkssternwarte oder einem Verein anzuschließen und dir verschiedene Teleskope anzusehen.

VG Christian
 
Hallo Andreas,

als Ergänzung zu den Okularen für Deep Sky-Objekte:

Die maximale Bildhelligkeit (= größte Austrittspupille) und größten Gesichtsfelder erreichst du bei einem 1 1/4-Zoll-Okularauszug mit einem 32mm-Okular. Ein sehr gutes Preis-Leistunge-Verhältnis bieten hier Plössl-Okulare.

VG Christian
 
Hallo Christian,

danke für die vielen Tipps, diese Okulare werde ich mir mal ansehen :)

Zu der Montierung:
Es ist eine azimutale Montierung mit GoTo Steuerung von Meade (Autostar). Ist meiner Meinung nach leider etwas wackelig, beim Fokusieren zittert das Bild immer.

Was mir bei bisherigen Beobachtungen aufgefallen ist, ist, dass ich beim Verwenden meines 9mm Okulars das Bild fast nicht scharf bekomme, da ich den Okularauszug nicht fein einstellen kann. Sprich beim Fokusieren spring ich vom unscharfen Bild, über das scharfe wieder zum unscharfen. Kann ich da ein Schmiermittel verwenden, dass das glatter läuft? Wenn ja, muss das ein spezielles sein?

LG
Andreas
 
Hallo Andreas,

mit Schmiermitteln kenne ich mich leider gar nicht aus, hier würde ich im Unterforum "Selbstbau, Reparatur" fragen. Deine Schilderung kling, als ob der Okularauszug zu schwergängig ist. An der Unterseite auf Höhe der Fokussierrädchen ist ein Plättchen mit kleinen Schrauben, meist vier an der Zahl. Mit diesen lässt sich die Gängigkeit des OAZ einstellen. Löse sie geringfügig und gucke, ob es dann besser geht.

VG Christian
 
Moin Andreas!

> Kann ich da ein Schmiermittel verwenden, dass das glatter läuft? Wenn ja, muss das ein spezielles sein?

Nimm einfach Vaseline. Altes Fett solltest du vorher mit einem Lappen und Waschbenzin entfernen. Am besten den Auszug komplett zerlegen und reinigen, alles andere ist nur halber Kram.

Ich bin auch Fan der 70er Optiken: zur Zeit habe ich einen 70/900 (Bresser-) und 70/500er (Skywatcher-) Refraktor im Bestand. Neben vernünftigen Okularen sollte man immer auch an einen wertigen Zenitspiegel denken, das wird meistens vergessen. Die brauchbaren neuen (99%ige Reflexion) kosten allerdings an die 90 EUR. Dafür ist man aber das Problem los, daß die mitgelieferten Billigspiegel z.T. in alle möglichen Winkel ablenken, nur nicht exakt um 90°. :augenrubbel: Sowas kann man mit einem Justierlaser überprüfen, so man denn einen hat. Zum einen checkt man die Verkippung des Auszugs zur opt. Achse, zum anderen die Ablenkung eines Zenitspiegels. Der Laserpunkt muß dazu in die Objektivmitte zeigen.
 
Hallo nochmal,

ich gehöre auch zu den 70mm-Anhängern, speziell in meinem Fall des 70/900er: Es kühlt sehr schnell aus und zeigt bereits sehr viel bei Mond und Planeten. Ideal für kurzfristige Beobachtungssessions.

Während ich bei der Fotografie an die Grenze meiner körperlichen Belastbarkeit gehe, habe ich es bei rein visueller Mond- und Planetenbeobachtung, meinem Schwerpunkt in der Amateurastronomie, gern leicht und bequem. Da ist der 70/900er auf EQ-2 genau richtig. Mit etwas Übung kann man Die Optik auf der EQ-2 noch gut fokussieren.

Ich kann daher nur raten, den 70er auch nach Anschaffung des Dobsons nicht einzumotten, sondern betriebsbereit zu lassen.

VG Christian
 
Hi Zusammen,

ich schätze durchaus auch kleine Optiken, warne aber davor, das Herzblut für so eine Optik vor eine wirkliche Verbesserung zu stellen. Ich denke, die Perspektive ist einfach eine andere, im Besitz guter Okulare und einer Reihe von leistungsfähigen Optiken zu sein, und dann diese Einsteigeroptiken aus vielleicht sehr sentimentalen Gründen wieder zu entdecken.
Ich möchte an dieser Stelle mal sehr unromantisch sein und festhalten, dass man damit eigentlich niemanden hinter dem Ofen vorholt, der nach einigen Nächten meint, diesem Instrument entwachsen zu sein. Dem fehlt einfach der verklärt-sentimentale Blick auf so ein Gerät.
Natürlich wird es immer ein noch besseres Teleskop und noch ein machbares Detail mehr geben. Aber es gibt auch gute Gründe, diese Klasse von Spielzeug-Teleskopen hinter sich zu lassen. Sie sind es heute nunmal: Spielzeuge. Da gibt es wenig Vergleichspotenzial mit einem 60mm Telementor, schon von der ganzen Auslegung der Mechanik und Bedienung her. Es mag sehr altbacken klingen, wenn ich hier das Wort Instrument dem Spielzeug entgegen stelle, aber es dürfte in etwa klar machen, worauf ich anspiele.

Ich kann mich noch recht gut entsinnen, als ich endlich mal ein 50° Okular in meinen 3" Newton (76/750) einsteckte. Das war ja geradezu umwerfend, was dieses 20mm Kellner im 24,5mm Einsteckformat aus dem Gerät herausholte. Das galt aber eben nur für den Vergleich mit den bisherigen Huygens-Okularen. Damals kannte man die Stufen Huygens-Plastiklinser, Huygens-Glaslinser, und noch die Kategorie "unerreichbar". Aus der war dieses Kellner aus dem Hause Vixen irgendwie heruntergepurzelt. Die MA-Okulare zum DS2070AT sind da schon deutlich besser.

Nichtsdestotrotz brachte es dem Gerät nur eine Art wohlwollende Erkenntnis, dass es im Rahmen seiner Öffnung auch nett und nicht nur anstrengend sein konnte. Es ist nie eine Offenbarung gewesen. Die kam und kommt für mich erst mit anders ausgelegten Optiken.
Konkret zum vorhandenen 70/700 ist ja das Problem, dass da ein Autostar herumbaumelt und Goto macht, wo man eigentlich jeden Euro in die Optik hätte stecken und von Hand suchen sollen. Ob man nun die sinnvoll beobachtbaren Planeten als zumeist hellstes Gestirn ihrer Himmelsregion selbst erkennt, oder sie sich vom Computer zeigen lässt, ist eigentlich aber weiter Nebensache.
Ich finde da diese beiden Links immer wieder erhellend:
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_jupiter.htm
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_saturn.htm

Das soll nun nicht heißen, dass man nicht mit dem 70/700 beobachten sollte. Zumal es vorhanden ist. Aber ich wäre stets vorsichtig, in solche Geräte Geld zu pumpen, wenn Sparpläne für ein leistungsfähigeres Instrument (da ist wieder der Begriff) im Gespräch oder gar bereits konkret sind. Wie gesagt ist es etwas anderes, sich von einer Anschaffung mehr Leistung zu erhoffen, als sich in Kenntnis vorhandener Geräte und deren Leistung daran zu erfreuen, wie eine vorhandene Klein-Optik im Rahmen ihrer Möglichkeiten abbildet.

Clear Skies
Sven
 
Moin Sven!

Jedem seine Meinung, aber...

> Es mag sehr altbacken klingen, wenn ich hier das Wort Instrument dem Spielzeug entgegen stelle.

Sorry, aber ich halte deine Einteilung für zu einseitig: auf der einen Seite die Zeiss-Optiken, auf der anderen das "Spielzeug". Sorry nochmal, aber nicht jeder, der sich ein bezahlbares (!) Kleinteleskop "hält", macht mit "Spielzeug" rum, wie du es so abwertend klassifizierst. Vielleicht ist es ja gerade der Reiz des Unvollkommenen, der Freude beim Beobachten macht?! Manchen geht das Verständnis dafür ab, gerade den Technikfreaks und Puristen, die bei jedem Tubuszittern oder Bildfehler Schnappatmung und Augenkrebs bekommen.

Ich kauf mir doch keinen 63-mm-Telementor für 1000 EUR (wenn du da mal mit auskommst bei den Mondpreisen) oder einen 400 EUR teuren ED-70 - bin ich denn bescheuert? Mein Bresser Sirius hat komplett 35 EUR in der Bucht gekostet, und das Bild ist astrein. Den 70er Skywatcher gab's nach Verkauf der für mich nutzlosen Zubehörteile sogar ganz umsonst - ein sehr handlicher Richfielder. Da war dann eben nochmal Geld über, um für beide je einen schönen Zenitspiegel zu kaufen. (Die bekommt man mit Glück auch neuwertig gebraucht.)

Tja, da fragt man sich doch: wo fängt "Instrument" an und hört "Spielzeug" auf? Ein Hobby (= Liebhaberei) kann man so oder so sehen. Dieses Abqualifizieren von oben herab mag ich nicht.

Hier wurde nach Zubehörvorschlägen gefragt. Ein "Schmeiß das Ding lieber weg, das lohnt nicht!" ist dabei kontraproduktiv.
 
Hallo zusammen,

ich denke, man sollte sich jetzt nicht gegenseitig in Ecken stellen wollen, denn es ist schon deutlich, dass VIELES, nein ALLES was man heutzutage NEU in dieser Klasse für kleines Geld bekommt, tatsächlich Spielzeug ist.

Ob das nun an einem Spielzeug-GoTo (welches bei einem solchen Kleinteleskop mehr Geld "frisst" als die Optik) liegt oder ob selbst eingefleischte "Lidl"-Fans so langsam konstatieren, dass die Qualität und Auslegung des 70 mm Röhrchens und/oder seines Zubehörs jedes Jahr schlechter wird.

Wie ist das mit den Okularen, wie mit dem Zenitspiegel, wie mit der Justierbarkeit, mit der Qualität der Auszüge?
Wie war das noch mit dem neuen SW-Virtuoso Konzept (Newtons ohne Justagemöglichkeit)?

Hier ist ein "Altgerät" vorhanden und das hat schon einmal zum "Hinschmeißen" geführt. Dem mag man ein Plössl oder ein Ortho gönnen, das wars aber auch.
Ich war mal Besitzer eines solchen "Spielzeug-GoTo" mit stattlichen 4,5 Zoll Öffnung. Echt irre, wie viele der Objekte die es anfährt man da nicht sieht.

Schön ist es allerdings, in Kenntnis und im Besitz von Teleskopen mit bis zu 16" Öffnung eine kleine, sehr gute Optik (in meinem Fall wieder 4,5") zu haben und auch freudvoll und häufig zu nutzen. Wenn man weiß und sieht, was zu erwarten ist, staunt man immer wieder über die Leistung (die man vorher eher nicht sah).
In sofern unterstütze ich die bereits geäußerte Meinung, dass ein solches kleines Fenrrohr, sofern es sich als gut erweist, nicht unbedingt der Anschaffung eines größeren Teleskops weichen sollte.
Wer beim Hobby bleibt, wird das irgendwann bereuen bzw sich wieder etwas in der Öffnungsklasse (seines Einstiegs) zulegen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

die Frage ob Spielzeug oder nicht, hängt neben der grundsätzlichen Einstellung zum Preiswert-Segment auch vom Verwendungszweck ab. Ich nehme meinen 70/900er auf EQ-2 als Beispiel:

Das schwächste Glied der Kette ist der Kunststoff-Okulasrauszug. Er hat zwar ein T2-Gewinde, dies ist jedoch nur eine Alibi-Fotofunktion: Schließt man eine DSLR an, muss man den OAZ, um in den Fokus zu kommen, so weit herausschieben, dass sich das Spiel des Billigteils zu stark bemerkbar macht. Zum Fotografieren mit DSLR muss ich daher ganz klar sagen: Spielzeug, unbrauchbar!

Ich nutze es jedoch zum Schnellspechteln bei Mond und Planeten. Mit Orthos wird der OAZ nur ein kurzes Stück heraus geschoben, das Spiel macht sich hier nicht bemerkbar. Die Schärfe und Auflösung ist so hoch, dass sie bei durchschnittlichem Seeing etwa das Gleiche an Monddetails zeigt wie der klassische, große "Rükl". Bei sehr gutem Seeing sehe ich sogar noch mehr Details.

Wie oben bereits beschrieben, ist die Stabilität der EQ-2 so, dass man mit Fingerspitzengefühl, etwas Übung und gut ausbalanciertem Tubus (!) V = 2D noch scharf stellen kann. Das Einstellen von Objekten ist problemlos, und die Nachführung mit biegsamen Wellen ist bei guter Ausbalancierung gleichmäßig weich.

Für visuelle Mond- und Planetenbeobachtung (dafür ist das optische Design ja ausgelegt) würde ich daher bei einer stabilen Montierung sagen: KEIN Spielzeug, sondern ein für meine Ansprüche an ein solches Kleingerät sehr gut brauchbares Teleskop. Es gehört zu den von mir am häufigsten genutzten Teleskopen.

VG Christian
 
Hallo Christian,

das Problem ist, dass wir bei diesen Teleskopen mit Erfahrung, dem richtigen Umgang (auch bezüglich Unterbau und weiterem Zubehör, welches wir meistes im Fundus haben) als versierte Beobachter zu sehr beachtlichen Ergebnissen kommen. Einem Einsteiger gelingt das mit dem was IST-Zustand und Beipack ist niemals und zu den durch Werbeversprechen suggerierten Beobachtungen kommt er schon gar nicht.

Gruß
*entfernt*
 
Hallo Andreas,

mit sehr geringen Kosten ließe sich völlig neues Beobachtungsgebiet eröffnen.
Ein Objektivsonnenfilter, aus Baader Filterfolie mag zwar am Refraktor nicht so gut sein wie ein vielfach teurerer Herschelkeil, es geht aber doch schon sehr viel im Rahmen der Öffnung.
http://www.baader-planetarium.de/sektion/s46/s46.htm#folie
Für Sonne, auch für Mond passen die angesprochenen Orthos sehr gut zum vorhandenen kleinen Refraktor und auch an später angedachten größeren, besseren Optiken sind sie sehr gut einsetzbar.

Sonnenbeobachtung NIEMALS OHNE GEEIGNETE Schutzfilter, Erblindungsgefahr!

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Micha,

nun habe ich ja nicht geschrieben, dass das Gerät zu entsorgen wäre. Ich habe es auch nicht gemeint und das mit meinen früheren Geräten auch nicht getan. Aber lass uns mal über Dein rhetorisches Mittel der Hyperbel hinweg ganz nüchtern und sachlich die Situation betrachten.
Ich habe hier den Zeiss Telementor deshalb als Beispiel gewählt, weil es ein bekanntes Beispiel für ein Teleskop ist, das als Instrument ausgelegt wurde. Das bedeutet zum ersten eine gewisse Haltbarkeit, also keinen Plastikauszug, weiter bedeutet es eine definierte und nicht eine dem Zufall überlassene Optikqualität. es bedeutet auch, dass das praxisgerecht ausgelegt ist, das Schwachstellen bei der Bedienung nach Möglichkeit vermieden wurden. Es ist dabei gar nicht so wichtig, dass es nun ein Telementor ist, ein Unitron oder Lichtenknecker.
Ich stelle mir vielmehr die Frage, ob ich Lust hätte, mit einem solchen Gesamtpaket (wie es nunmal vorhanden ist) zu beobachten. Und dabei stelle ich fest, dass ich die Romantik "meines alten Fernrohrs" denn doch lieber auf einer stabilen Montierung mit sinnvoller Feineinstellung genieße und dass ich mich noch genauso über den völlig unzureichenden Plastik-Okularauszug ärgere, wie früher. Was bei meinem Tchibo-Torpedo Glückssache war: Bei meinem Gerät hat die Plastik-Taukappe nicht bei Kälte die Linsen in der Plastik-Fassung astigmatisch gequetscht. Beim Zubehör schreibst Du ja selbst, dass dies für Dich nutzlos war. Auch Du hast also da nachlegen müssen.

Das ist aber nicht die Situation, die sich hier darstellt. Du sprichst von Liebhaberei uns meinst, es wäre alles ohnehin nur ein Spiel. Ja, es ist ein Spiel, und ich möchte, dass es Spaß macht. Es hat aber nichts mit Technikverliebtheit zu tun, wenn man vor Zittern der Montierung das Bild nicht scharfgestellt bekommt oder wegen Spiel der Feineinstellungen oder Klemmungen ein Objekt immer 3x einstellen muss, ehe man das richtige Maß des in Höhe Absackens der Montierung getroffen hat, sodass hernach das Objekt noch im Bild ist. (Das mag die vorhandene Motorisierung beim Konkreten Gerät hier angenehmerweise wohl ersparen.)

Aber wie ich schon in meinem vorigen Beitrag eingangs bemerkte, möchte ich nur davor warnen, zuviel Geld in so ein Gerät zu stecken. Ein 70/700 bräuchte okularseitig wohl eine Minimalausstattung, die ich in einem gebrauchten Seben Zoom 8-24mm und einem 32mm Plössl sehe. Je nach Qualität des vorhandenen, kann oder muss man sich über einen 1,25" Zenitspiegel Gedanken machen. Der darf schonmal nicht das teuerste Modell sein, denn um Gewicht zu sparen ist wohl ein Modell mit Dünnblech-Gehäuse vorzuziehen und der Geräteklasse entsprechend. Rechne ich mal in Gebrauchtpreisen, komme ich da ganz grob und ohne Versand schwer auf 80 Euro zu, mit Versand womöglich 90 bis 100 Euro. Wie steht das aber mit dem 70/700 in Relation? Dadurch, dass es ein teures Paket mit Motorisierung ist, mag es relativ zum Verkaufspreis OK sein. Aber falls doch am Ende ein größeres Gerät ansteht, zum Beispiel ein 150/1200 Dobson, dann wird mindestens der Zenitspiegel nicht mehr benötigt und je nachdem kann auch das Zoom nicht mehr voll überzeugen. Immerhin kann man beim Gebrauchtkauf beides quasi zum Einstandspreis wieder verkaufen und zahlt nur den Versand, was den Erfahrungsgewinn allemal wert ist. Wenn man diese Dinge aber neu anschafft, dann wird die Sache ein spürbarer Verlust. Und meine Erfahrung ist nunmal, dass viele Sternfreunde in dieser Phase der Entwicklung lieber neue Produkte kaufen, aus Angst, etwaige Mängel an Gebrauchtware zu übersehen. (Diese Angst ist nicht unbegründet, die Vorteile des Gebrauchtkaufs überwiegen aber bei weitem.)

Micha, nochmal im speziellen: Wo das nun von oben herab sein soll, ist mir nun schleierhaft. Dass ich beim Geld anderer Leute keine Romantik empfinde, ist Dir ja sicher bekannt. Deshalb finde ich, dass meine Bedenken ganz gut in den Thread passen und bei einer Entscheidung für weiteres Zubehör zum vorhandenen Gerät einfach in die Checkliste gehören.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Christian,

speziell zum Plastikauszug: Diese Auszüge sind ja durchaus so vorzufinden, dass sie mit leichtem Equipment tun, was sie sollen. Und schweres Equipment braucht man nicht unbedingt. Man findet aber doch zahlreiche Versager unter diesen Plastikauszügen. Das sind solche, die aufgrund irgendwelcher Toleranzen einfach zu schwergängig sind, so dass bald der Zahntrieb ausleiert, sogar einzelne Zähne ausbrechen. In der Kälte zäh werdendes Fett bringt diese Probleme dann auch bei solchen Auszügen ein, die bei Zimmertemperatur sauber laufen. Man findet Exemplare mit unglaublichem Shifting, so dass es mit 30° Okularen bei 120x wirklich schwer wird, das gewünschte Objekt im Bild zu behalten. Das ganze Feld ist ja bei 700mm Brennweite nur 3mm groß, so dass ein seitlicher Versatz von 1,5mm das Objekt aus der Bildmitte auf den Rand schiebt. Etwas mehr und es ist aus dem Bild, mindestens aber ist es in einem Teil des Bildes, bei dem übliche Beilege-Okulare nicht mehr gut abbilden - es wird also wieder zur Feineinstellung der Montierung gegriffen. Und von der hängt es eben ab, ob ich das Spielchen mitmache oder eben feststelle, das Beobachtungsabende kürzer ausfallen, als sie es müssten. Übrigens, beim Thema Fett sei noch angemerkt, dass mein 60/800 wohl bei einer Sonnenbeobachtung mit Baader Filterfolie einen recht kapitalen Schaden erlitt, weil irgendeine Substanz im Teleskop als Niederschlag innen auf der Linse zu finden war. Ich nehme an, dass es sich um etwas aus dem Fettgemisch handelt, dass dann an jenem Sommertag verdunstete. Ich war gezwungen, die Optik zu reinigen, und habe dann in Zeiten vor dem allwissenden Internet gleich die Erfahrung gemacht, wie man das nicht tun sollte. Zumindest habe ich trotz sorgfältigem Vorgehens das Gerät nicht mehr zur gewohnten Sternabbildung bringen können. Es erhielt dann irgendwann vom Grabbeltisch einen 60/420 Achromaten aus Zeiss-Ausschussware, der sich darin nett machte, bis er Fungus ansetzte.
Aktuell verwende ich daher für derartige Beobachtungen einen Vixen 80L und einen 90er Mak. Sie kommen auf Vixen GP oder Gm-8 zum Einsatz. Eine Rockerbox Micro, wie auf dem folgenden Bild, ist für diesen Zweck gerade im Bau; bekommt bald Ebony und Teflonpads.
Link zur Grafik: http://www.svenwienstein.de/Pics/Virtuoso1.jpg

Clear Skies
Sven
 
Hey zusammen,

danke erstmal für die vielen Tipps und Anregungen! Ich habe nicht vor, all zu viel Geld in die Aufrüstung meines jetzigen Teleskops zu stecken, zumal ich schon Geld für ein neues spare. Mein Gedanke war der, dass vielleicht jemand das ein oder andere Okular empfehlen kann, das es sich beim Einsatz an diesem Teleskop zu kaufen lohnt, da es ja doch noch eine Weile dauert, bis ich mir ein neues Teleskop anschaffen kann. Und in der Zwischenzeit möchte ich natürlich mit dem Beobachten nicht warten ;) Empfehlungen habe ich nun genug, danke :) Jetzt schau ich mir mal an, was für mich da in Frage kommt ;)

In diesem Sinne allen einen guten Rutsch und lg
Andreas
 
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