wieso 7x50 und nicht 7x42 ?

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plonsky

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Hallo,

ich frage mich wieso hier im Forum eigentlich nie ein 7x42 Fernglas empfohlen sondern öfters die Rede vom 7x50 ist.
Eine AP von 7mm wird im Normalfall ja sowieso nie erreicht. Zudem ist ein 7x42 deutlich leichter.

Liege ich hier falsch <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />?
 
Hallo,
vielleicht gibt es nicht so viele 7x42? Auch 8x50 wäre ein schönes Glas! Ich finde das auch völlig unverständlich.
Außerdem versteh ich immer gar nicht, weshalb diese typischen Jägergläser 8x56 - 9x63 diese 7er AP haben. Jäger sind doch meistens nicht mehr ganz taufrische Jungs und kommen doch selten auf 7er EP?! Wozu kaufen die so was, wissen die es nicht besser?? Wer weiß was!
Neulich hatte ich ein 7x42 bei ebay am Haken, glücklicherweise in meiner Stadt und so konnte ich 's besichtigen. War ein Minolta - so was furchtbares hatte ich noch nie in der Hand, völlig wackelige Okularbrücke und ein ganz schlimmer Farbfehler.
Aber ich suche weiter.
Grüße
Micha
 
Hallo Micha,
Der erste Grund für eine möglichst grosse AP dürfte für die Jäger darin bestehen, dass man ein solches Glas auch noch beim Gehen/Pirschen verwenden kann, weil nämlich eine grosse AP bei bewegter Hand nicht so leicht "verloren geht".
Der mutmasslich zweite Grund: mit grösserer AP nutzt man einen grösseren Teil der Objektiv-Fläche und kann mit dieser auch um dünnere Äste gleichsam "herumsehen" und somit besser ins Dickicht hineinspähen.
Was mich betrifft, so bin ich mit meinem 7x42 Dialyt voll zufrieden und sehe als Nichtjäger keinen Grund für eine AP von über 6mm. Schon diese werde ich mit meinen 58 Jahren übrigens kaum mehr voll nutzen, vermute ich mal.
Gruss: beat f.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan und Micha,

manche Leute tun so, als wäre eine 7er AP eine Verschwendung. Man kann das so sehen, aber ich halte es für Unsinn, denn erstens ist das Beobachten mit einer "zu großen" AP komfortabler, als wenn sie genau "passen" würde. Zweitens kommt auch ein Großteil der "nicht mehr ganz taufrischen Jungs" noch auf Pupillendurchmesser von >6mm. Drittens, warum sollte man bei einem "Nachtglas" eine Limitierung durch das Fernglas zulassen? Viertens, 7x50iger Gläser haben alle ein relativ kleines Sehfeld von ca. 120-130m (max. 50° scheinbar) und dem entsprechend gibt es viele, zumindest brauchbare, Modelle. Anders bei den 7x42igern, hier erwartet man Felder von mindestens 140-150m (60° scheinbar) - das ist in guter Qualität nicht einfach zu realisieren und entsprechend teuer - und davon gibt es höchstens 4 oder 5 weltweit.

Nebenbei sollte man auch einmal in die Geschichte der Ferngläser zurückblicken. Wenn es nicht auf geringe Abmessungen und/oder geringes Gewicht ankam, dann hat man meist zu 10x80 oder 11x80 Gläsern gegriffen (Jagd-Ansitz, Flak, Kriegsschiffe usw.) - und das mit gutem Grund.

Die heutige Klein-Leicht-Handlich-Immerdabei-Mentalität steht der Forderung nach optischer Qualität konträr entgegen - kleine, leichte und handliche Ferngläser, die auch noch ein großes Sehfeld in optischer Spitzenqualität zeigen, sind nicht zuletzt deshalb extrem teuer.

Gruß
Walter
 
Hallo Walter,

ich meine auch, die wichtigsten Argumente fuer 7mm Austrittspupille haben mit der Bequemlichkeit beim Einblick zu tun. Insbesondere, wenn man schnell bewegte Objekte verfolgen muss (Fliegerabwehr, manchmal wurden bis zu 10mm Austrittspupille verwendet) oder sich selbst bewegt (auf einem rollenden Schiff), dann findet man schneller und sicherer Kontakt mit der Austrittspupille.

Fuer die Daemmerung jedoch bringt es eigentlich nicht mehr viel, wenn man von 7x42 oder 8x50 auf 7x50 wechselt. Jedenfalls nicht viel genug, um die Nachteile auszugleichen: Man braucht groessere Prismen oder verzichtet auf Sehfeld. Meistens hat ein 8x50 dasselbe reale Sehfeld wie das 7x50, und es zeigt daher dasselbe Bild, aber etwas aufgeblasen. Die staerkere Vergroesserung des 8x50 bringt oft mehr Details in der Daemmerung als man schlimmstenfalls (fuer denjenigen, der wirklich noch 7mm Pupillen hat) durch die kleinere Austrittspupille verliert. Ich behaupte daher mal, das 8x50 ist i.a. ein besseres Daemmerungsglas als das 7x50, ausser, wenn es sich bei dem 7x50 um ein Weitwinkel handelt, das die geringere Vergroesserung nutzt und in ein weites reales Sehfeld umsetzt (Beispiel: Miyauchi Binon).

Auch die 6mm Austrittspupille des 7x42 sind in kaum einer Daemmerungssituation ein Handicap gegenueber dem 7x50. Durch die kleineren Objektive verkleinert sich das Strahlenbuendel und man kann dadurch leichter weite Sehfelder realisieren, ohne riesige Prismen zu brauchen. Ein 7x40 Porro mit 60 Grad scheinbarem Sehfeld ist zwar nicht gerade kompakt, aber immer noch deutlich handlicher als ein 7x50 mit schlappen 50 Grad Sehfeld. Diese Groesse war daher im Ostblock als Militaerfernglas weit verbreitet (7x40 DF der NVA, oder das IOR-SA aus Rumaenien). Auch hier wuerde ich behaupten: Lieber ein 7x42 fuer die Nacht als ein 7x50, ausser man kann an Ort und Stelle bleiben (Hochsitz), und dann wuerde ich ohnehin eher 8x50 als 7x50 nehmen.

Insgesamt betrachte ich daher ein 7x50 eher als ein Spezialglas fuer die Seefahrer. 8x50 und 7x42 sind eigentlich nuetzlicher, selbst in der Daemmerung. Leider hat sich das 7x50 gegenueber dem 8x50 auf dem Markt durchgesetzt (Docter hat das 8x50 Nobilem abgesetzt, Zeiss sein 8x50 Porro, beide bauen aber noch das 7x50), vielleicht auch, weil sie schoen billig zu produzieren sind: Bei 50 Grad scheinbarem Sehfeld braucht man keine teuren Weitwinkelokulare. Die 7x42 tauchen eher in der 'birder community' auf und sind daher meist sehr teuere Edel-Dachkanten. Es waere kein Problem, ein ordentliches 7x42 Porro fuer 300-500 Euro zu bauen, aber das macht leider niemand. Am besten ist immer noch das Rumaenische Militaerglas IOR-SA 7x40, aber leider hat es Einzelokulareinstellung und ist natuerlich, als Militaerglas, relativ schwer.

Gruss,
Holger
 
Hallo Holger,

dann wäre das SLC 7x42 von Swarovski doch eine super Sache oder ? Habe neulich eines um 600 € angeboten bekommen (schwarze Ausführung in einem super Zustand aber nicht das SLC neu)

Solll ich Kaufen ???
 
Hallo Stefan,

wenn es Dir gefaellt, gut in der Hand liegt und wenn Du damit einen guten Einblick hast, dann ist das sicher ein Deal! Ich kenn es leider nicht, daher weiss ich nichts ueber dessen optische Leistung, nehme aber an, dass sie, wie bei Swaro zu erwarten, ordentlich sein muss.

Gruss,
Holger
 
Hallo Stefan,

grundsätzlich hat ein 7x42 gegenüber dem 7x50 sicher einige Vorteile in Bezug auf
Grösse, Gewicht und einfacher realisierbarem, grösserem Gesichtsfeld.

Allerdings ist die Verwendung von Austrittspupillen im Bereich 7-8mm ja zu einer Zeit
aufgekommen, als es Vergütungen noch nicht gab. Wenn die Transmission im Bereich
von 55-60% liegt, ist es schon naheliegend, das durch eine Maximierung der
Austrittspupille zumindest teilweise zu kompensieren.
Das 7x50 ist ja die klassische Grösse für Marinegläser und die Leute, die zum Ausguck
eingeteilt werden, sind normalerweise so jung daß sie diese AP auch nutzen können.

Viele Grüsse
Jürgen
 
Tach Astros,

eine mögliche Antwort, warum es diese Gläser mit 7 mm Austrittspupille überhaupt gibt, klingt bei Holger und bei Jürgen an: Es waren ursprünglich Gläser für die Marine. In einem Buch über alte Ferngläser (weiß den Titel leider nicht mehr...) las ich mal, dass diese Entwicklung reiner Zufall war, sonst nix. Wer mal ein 7 x 50 und ein 7 x 42 direkt miteinander vergleichen kann, wird es ja sofort feststellen, dass ein 7 x 50 durchs Mehrgewicht eher Nachteile hat, die durch das minimale Plus an "Mehrlicht" kaum aufgewogen werden.

Und für Astros bringt es ein 7 x 50 (oder ein 10 x 70) nur am tiefdunklen Himmel, den man ja in Mitteleuropa leider fast nirgens mehr hat.

Also: Wohl ein historischer Zufall!

Viele Grüße

Serenitatis
 
Hi Serenitatis,

naja, Zufall würde ich das nicht gerade nennen. Eine siebenfache Vergrösserung ist beim
Einsatz auf einem schwankenden Untersatz sicher eine sinnvolle Lösung und eine AP von
7mm macht unter bestimmten Rahmenbedingungen auch Sinn. Das Ergebnis ist dann eben
das 7x50.
Eine 8 bis 9-fache Vergrösserung macht ebenfalls Sinn, wenn man mit beiden Beinen auf
festem Boden steht und freihändig beobachtet. Bei 7mm AP ergibt das dann ein 8x56 oder
9x63. Und wenn es die Möglichkeit gibt, das Glas irgenwie aufzulegen, kann ein 10x70 bzw.
11x80 genausoviel Sinn machen.
Für den Einsatz in Flugzeugen hat es in den USA ein 6x42 gegeben (SARD Mk. 43) und in
Grossbritannien 5x40 Modelle (Ross Mark 4 und Mark 5). Das sind wiederum 7 bzw. 8mm
Austrittspupille.
Speziell die 7x50 gibt es ja mittlerweile seit über 90 Jahren und sie werden in praktisch
allen Marinen und in der Handelsmarine benutzt. In der Seefahrt ist das sichere Erkennen
von Gefahren geradezu eine Überlebensfrage und die entsprechenden Beschaffungsämter
haben zum Teil umfangreiche Studien zu diesem Thema angefertigt. Wenn es bessere
Alternativen geben würde, hätte die eine oder andere Stelle das sicherlich gemerkt und die
Konsequenzen daraus gezogen.
Als Sterngucker haben wir nun einmal andere Anforderungen und dürfen uns selbst den
Kopf über das beste Fernglas zerbrechen. Dafür müssen wir die Dinger dann leider auch
selbst bezahlen.

Viele Grüsse
Jürgen
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Holger,

in einigen Punkten möchte ich widersprechen:

Es waere kein Problem, ein ordentliches 7x42 Porro fuer 300-500 Euro zu bauen, aber das macht leider niemand

Ich will das Thema wirklich nicht unnötig auswalzen, aber es gibt m. W. kein einziges Beispiel für ein ziviles (und auch zu zivilen Preisen erhältliches) 7x42 Porro/Dachkant mit den entsprechenden Spezifikationen - die militärischen Gläser müssen wir da sicherlich außen vor lassen.



Leider hat sich das 7x50 gegenueber dem 8x50 auf dem Markt durchgesetzt

Ganz und garnicht. Bei den heute etablierten Fernglasherstellern haben sich im oberen Preissegment die 7x50iger überlebt - die 7x42iger und die 8x50iger sind hier vorherrschend (Zeiss, leica, Swarovski).


Die 7x42 tauchen eher in der 'birder community' auf und sind daher meist sehr teuere Edel-Dachkanten

Bei den Birdern trifft man Ferngläser mit 7facher Vergrößerung etwa so häufig an, wie wasserdichte Marinegläser bei Theaterbesuchern. In diesem Nutzerkreis sind 8fach und 10fach Gläser die Regel.

Für die herausragende Stellung der 7x50iger bei den Marinegläsern gibt es sicher auch haptische Gründe. Ich bin sonst kein Freund von Steiner, aber wer schon einmal auf einem Schiff bei Windstärke 8 und -10°C mit Handschuhen deren 7x50iger benutzen mußte, weiß das Glas und dessen Abmessungen zu schätzen, denn etwas anderes könnte man in solchen Situationen garnicht gescheid festhalten, geschweige denn benutzen. Ein Zeiss 7x50 würde man da sicher nur von der Brücke aus einsetzen - nicht nur weil es inzwischen eine gesuchte Rarität ist, sondern weil es "draußen" in kurzer Zeit ruiniert wäre. Das Zeiss 6x42 (Marine-Dialyth) hatte sich, obwohl auch inzwischen eine gesuchte Rarität/Kuriosität, auch nicht durchgesetzt, wohl weil es zu winzig war und weil die 6fache Vergrößerung für Marinezwecke zu gering war.

Klar ist wohl für jeden, dass für Astro andere Prioritäten gelten.

...ausser, wenn es sich bei dem 7x50 um ein Weitwinkel handelt, das die geringere Vergroesserung nutzt und in ein weites reales Sehfeld umsetzt (Beispiel: Miyauchi Binon).

Das Binon entspricht nicht der Qualität, die man bei Astro im großen Sehfeld braucht und, wer wollte mit soetwas (vielleicht noch um den Hals gehängt) herumlaufen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />


Gruß
Walter
 
>>>Das Binon entspricht nicht der Qualität, die man bei Astro im großen Sehfeld braucht und, wer wollte mit soetwas (vielleicht noch um den Hals gehängt) herumlaufen?

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Hallo Walter,

die Qualitaet des Binons findest Du nicht ausreichend? Wegen der schlechten Randschaerfe? Diese ist aber keineswegs schlechter als z.B. beim CZJ 10x50 Dekarem, das hier doch allgemein als gutes Astroglas anerkannt ist. Man muss auch bedenken, dass sich das Binon mit 9.5 Grad Sehfeld herumschlagen muss (Dekarem: 7.4 Grad), und so gesehen ist das schon eine beachtliche Leistung, was es liefert. Klar, mit einem 50mm Porro um den Hals laeuft kaum einer gern herum. Aber Hans Seeger geht immer mit seinem Zeiss 8x60 (2.3 kg, aus dem 2. Weltkrieg) spazieren!

Bei den heute etablierten Fernglasherstellern haben sich im oberen Preissegment die 7x50iger überlebt - die 7x42iger und die 8x50iger sind hier vorherrschend (Zeiss, leica, Swarovski)

Aber Walter! Das sind ja alles Dachkanten - ich habe von richtigen Fernglaesern geredet :-)


Gruss,
Holger
 
Hallo,

also ich kann mich Walters Argumenten nur anschließen. Es ist allerdings keinesfalls nur für Marinezwecke tauglich. Ich habe gerade explizit ein 7x50 Fernglas gesucht - und gefunden. Es ist ein Docter Classic 7x50 Binoctem. Erstens habe ich trotz meines Alters noch eine AP von 7mm. Zweitens konnte ich im direkten Vergleich zu einem GLas mit 5mm AP ein signifikant helleres bild ausmachen. Drittens hat das Glas ein unglaublich bequemes Einblickverhalten und ist sehr ruhig zu halten. Das macht mir sogar ohne Stativ am Sternenhimmel Spaß. Ich nutze es allerdings vor allem bei der Naturbeobachtung und abendlichen Spaziergängen. Kein Glas ist so schnell scharfgestellt und zeigt ein so helles Bild in der späten Dämmerung. Wer mal nachts Rehe vor einem Waldrand beobachten will, wird kaum ein besseres Glas dafür finden. Es macht aber auch am Tage Spaß, man muß nicht lange den richtigen "Knick" suchen, dass 7x50 hält man vor den Kopf und es paßt schon <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> So hat die 7x Vergrößerung natürlich auch bei der Vogelbeobachtung ihr Vorteile, wenn das Bild nur richtig mittenscharf ist - in Sachen Farbreinheit ist es ohnehin kaum zu schlagen. Nur das keiner denkt ich hätte keine anderen Gläser zum Vergleich - ich habe noch ein 10x42 Leica BN, ein 8x30 Nikon EII und ein Fujinon 16x70 - und kaufe mir trotzdem noch ein Docter Classic 7x50 <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Viele Grüße, Jürgen
 
Jepp, von allen meinen CZJ-Gläsern schnappe ich mir am liebsten mein 7x50, um mal eben auf die 'Schnelle' etwas zu beaobachten.

Der Einblickkomfort, bedingt durch die 'übergrosse' AP ist prima, das Bild 'wackelt' nicht ... und man muss wenig fokussieren.

Denke, die 7mm-AP macht Sinn, wenn auch nicht unbedingt für astronomische Zwecke. Am dunklen Himmel gefällt mir mein 10x50 besser, allerdings kommt dann fast immer mein Stativ zum Einsatz.

Grüsse
 
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