Wieviel hängt von der Durchsicht ab?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

rerajung

Aktives Mitglied
Hallo Sternenfreunde,

ich besitze eine 4" FH-Refraktor f/8 von TS ich habe letztens schon bezüglich Galaxien gepostet. Ich habe seitdem her 2 Nächte hintermir. Galaxien konnte ich keine ersehen. Und auf Jupiter nur mit Goodwill zwei leichte schmirige Streifen. Saturn-Cassini-Teilung konnte ich in einer etwas besseren Nacht erahnen. Wir wohnen in einem Wohngebiet auf einem Berg über dem Rheintal, vom großen Waagen erkenne ich alle Sterne. Die LV ist vielleicht bei 3-4 mag, es war die letzten Tage allerdings bei uns nie wirklich klar sondern im leichten bis mittel starken Dunstwolken bewölkt. Um den Mond konnte man einen richtigen Saum sehen durch die Wolken mit bloßem Auge. Wieviel Schuld hat daran mein Beobachtungsort und die Durchsicht? Bitte um Hilfe. Danke.

Grüße und Durchsicht. René.
 
Hallo René,

wenn du (nur) einen 4m Himmel hast und auch noch Zirren da sind (wie es die letzten Tagen war), so darfst du dich nicht wundern, wenn du keine GX erkennen kannst. Gerade GX benötigen einen klaren Himnmel mit guter Durchsicht. Das Seeing ist weniger wichtig, außer du willst stark vergrößern. Versuche dein Glück mal abseits in einer dunklen Gegend bei guter Durchsicht. (Das erkennt man meisten an einem satten dunkel blauen Himmel am Abend, ohne Zirren und Wolken). Du wirst sehen, die GX springen dir dann ins Okular.

Gruß

Lots
 
Hallo René
Ich denke dass mit der Durchsicht ist bei Planeten nicht ganz so dramatisch, Cassini ist mit meinem 6" f/8 Dobs teils auch durch dünne Wolkenbänder gegangen. Für die dunklen Sachen wie GX ist das aber besonders dann schlecht wenn du in einer nicht so dunklen Gegend bist. Mein Eindruck ist, dass dieser Nebel (um diese Feuchtigkeit mal übertrieben auszudrücken) eben das Störlicht besonders reflektiert, was dann noch mehr Grundhelligkeit ausmacht.
Bei guter Durchsicht ists nur meistens sehr kalt, was dann wieder das Seeing durch von Häusern aufsteigende Wärme verschlechtert. An solchen Tagen versuche ich mich dann eher an den DeepSky-Sachen. Mit den Virgo-GX hab ich bisher aber auch noch keinen rechten Erfolg gehabt, ist eben auch Stadtrand bei mir. Und Galaxien scheinen mir auch irgendwie schwerer auffindbar zu sein als z.B. Nebel mit gleicher Magnitude. Da verteilt sich das Licht wohl auf mehr Fläche.
Letzlich hilft nur weiter rausfahren, wobei das natürlich mehr Spass macht wenns wieder wärmer wird.

Grüße
Ralf
 
Hallo Renè,

Lots hat recht. Ein Himmel mit 3-4 mag. ist wirklich nicht das Gelbe vom Ei. Unter diesen Bedingungen kannst Du Dich eigentlich nur an hellere Objekte heran wagen. Galaxien oder planetarische Nebel werden Dir hier wohl verborgen bleiben.

Jupiter und Saturn müssten jedoch gut zu beobachten sein, vorausgesetzt das Seeing ermöglicht auch höhere Vergrößerungen. Ein 4" Refraktor zeigt normalerweise die Cassini-Teilung von Saturn sowie mehrere Bänder auf Jupiter ohne Probleme.

Wenn ich es richtig interpretiere, hast Du mit dem Refraktor erst 2 Nächte hinter Dir, oder? Wenn dem so ist, verliere nicht den Mut. Suche Dir nach Möglichkeit einen dunklen Ort, abseits des Wohngebietes, und nimm Dir nicht zu viele Objekte für die Nacht vor. Wenn Du Dir ein Objekt ansiehst, nimm Dir Zeit und Du wirst im laufe der Zeit immer mehr Details erkennen. Mach Versuche mit direktem und indirektem Sehen.

Du wirst sehen es klappt.

Gruß
Hubert

http://elsner.g4.gs
 
Hallo Sternenfreunde,

danke für Eure Antworten. Ich werde mich wohl noch etwas gedulden müssen. Und in einer klaren Nacht mal weiter auf den Berg gehen da sind einige Felder. Am liebsten würde ich die Stromversorgung lahm legen. Weiß jemand von Euch, wie das Wetter im April werden soll?

Grüße und Durchsicht. René Jung
 
Hey René,

da es für Amateure keine geeigneten Messgeräte für die Transparenz gibt, sind Aussagen wie leichte Dunstwolken immer etwas schwierig aus der Ferne zu beurteilen. Generell haben die anderen Antwortenden schon die richtigen Antworten gegeben: Galaxien sind meist kleine Prinzesschen, bei der kleinsten Erbse schon zickig werden. Halbmond und jede Art von mit blossem Auge sichtbaren Dunst stören jeder für sich schon deutlich, zusammen sind sie ungeniessbar.

Weiterhin ist der Himmel in der Nähe von Städten eigentlich nie wirklich transparent, weil ständig eine Glocke aus Staub über ihnen schwebt. So ist es aus München heraus selbst mit 10" eher schwierig schwächere Galaxien als Andromeda oder M81 sehen zu können. Stichwort Andromeda: M31 erscheint so gross, dass Du von ihr möglicherweise schon den hellen Kern gesehen hast, aber die Aussenbereiche waren nicht mehr im Gesichtsfeld oder durch hellen Hintergrund überstrahlt. Der Kern allein sieht aber gar nicht aus wie eine Spiral-, sondern eine elliptische Galaxie.

Ich würde Dir empfehlen erstmal leichtere Objekte wie Kugelsternhaufen zu versuchen. Derzeit bieten sich M3, M13, M53 und M5 am späten Abend im Osten an, oder h+chi persei im Norden, oder falls dass auch noch nicht geht, die offenen Sternhaufen M44 und M45 im Südosten, bzw Südwesten. Als Einstiegsgalaxie bieten sich auch M101 und M51 etwas rechts und links der Achse zwischen Mizar und Alkaid an, wenn Du den grossen Wagen gut sehen kannst.

Ach ja: Sehr hilfreicher Trick der Stadtindianer für die Beobachtung in heller Umgebung ist ein dunkeles Tuch über Kopf und Okular, um möglichst jedes Streulicht abzuhalten.

zzzip
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben