Wieviele Sterne seht ihr in den Plejaden?

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Thomas_Pfleger

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Hallo zusammen!

Eines der großen Rätsel der Beobachterei ist für mich nach wie vor, warum die Plejaden auch "Siebengestirn" genannt werden. Man liest, dass entweder sechs oder bei dunklerem Himmel neun Sterne zu sehen wären. Angeblich sollen mit Adleraugen begnadete Spechtler aber auch die neun Sterne schon überboten haben.

Ich selbst habe gestern das erste Mal bei den Plejaden mit freiem Auge mal ganz genau hingesehen und ohne Spicken in Karten oder Schummeln mit dem Feldstecher dann tatsächlich neun Sterne erkennen können. Die Grenzgröße lag bei ca. 5,8mag.

Nun würden mich eure Erfahrungen mal interessieren. Soll aber kein Wettbewerb werden - bitte ganz ehrlich sein.

Gruß und clear skies,
Tom
 
Hi Tom,
die Bezeichnung Siebengestirn ist mir auch
ein Rätsel. In aller Regel kann ich nur 6 Sterne
erkennen. Unter gutem Himmel komme ich
gelegentlich bis auf 9, wobei ich nicht genau
weiß wo die äußere Grenze der Plejaden liegt.
Unter bestmöglichen Bedingungen können
geübte Beobachter auch noch mehr erkennen.
Mir sind historische Angaben von bis zu 18 bekannt,
aber sowas ist wohl mit Vorsicht zu genießen.

 
Hallo Tom,

auch ich sehe eigentlich immer nur 6 Sterne, zumindest unter durchschnittlichem Himmel.
Unter besseren Bedingungen (6mag) bin ich dann immer so mit anderen Objekten beschäftigt, dass ich vergesse zu zählen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Aber die Frage taucht immer wieder auf, vor allem, wenn man "Neulingen" die Plejaden zeigt, ich werde also in Zukunft auch mal versuchen bei richtig dunklem Himmel zu zählen!

CS
Mirko
 
Hallo!
Unter deutschem Himmel: Sechs.
Sieben ist halt eine "magische" Zahl.
Da sind die sieben Zwerge, das Buch mit den sieben Siegeln, "...über sieben Brücken musst Du, gähn..." usw.
meint der Berthold vom WIDATO
 
Erst gestern nach habe ich gezählt. Bin auf 9 gekommen.

"Siebengestirn" kommt vielleicht aus der griechischen Mythologie. Atlas zeugte mit Plejone sieben Töchter - die Plejaden. Die Eltern bilden nun zusammen mit ihren Töchtern die sichtbaren 9 Sterne, die wir Plejaden nennen. Zudem ist der Stern Plejone selbst veränderlich, sodass Aufstellungen, "bei wieviel mag sehe ich wieviele Plejaden" an dieser Stelle nicht immer stimmen müssen.
 
Hallo Tom,

vielleicht hat man das ja "ganz wissenschaftlich" gemacht, also 10 Leute gefragt, wieviele Sterne die bei den Plejaden zählen. Dann haben 3 gesagt, sie sehen 9 Sterne, 7 haben nur 6 gezählt und schon kommt man im Mittel auf 7 Sterne... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Und umgekehrt geht's ja auch. Da werden z.B. auf der Nebra-Scheibe 7 Sterne gezählt, und ( -aha!!- ) das sind die Plejaden, kein Zweifel... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Aber die Experten haben garantiert noch nicht die Plejadensterne gezählt.

Peter
 
Lauter Blinde unter unseren Vorfahren?

Hallo zusammen!

Mythologische Hintergründe sind schon plausibel. Aber gerade bei der Deutung der Nebra-Scheibe kommen mir doch auch sehr starke Zweifel: warum sollen unsere scharfsichtigen und aufmerksamen Vorfahren nicht gemerkt haben, dass man in den Plejaden eigentlich nie 7 Sterne sieht? Ist die Zahlenmystik da stärker gewesen als der dokumentarische Sachverstand? Wenn man den Leuten in der Bronzezeit schon ziemlich viel zutraut, warum soll man ihnen dann nicht zutrauen, die Sternenzahl in den Plejaden richtig eingeschätzt zu haben? Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma wäre ja schon fast, nun auf die Veränderlichkeit von Plejadensternen zu spekulieren. Aber zeigen junge Sterne überhaupt Veränderlichkeit?

Gerade eben fällt mir auf, wieviele Fragezeichen ich benutzt habe <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Gruß,
Tom
 
Re: Lauter Blinde unter unseren Vorfahren?

Junge und alte Sterne zeigen die größten
Helligkeitsvariationen. Allerdings, sooo jung
sind die Plejaden auch wieder nicht.
Das Mysterium besteht also weiter...
 
Re: Lauter Blinde unter unseren Vorfahren?

Hallo,

wäre ja auch mal interessant zu wissen, ob für die Bronzezeitler schon die Zahl 7 von (mythischer) Bedeutung war. Die Zahl sieben rührt ja offensichtlich von den sieben bekannten Planeten (Sonne und Mond mit einbezogen). Außerdem ist ja auch noch die Anordnung der "Plejaden" auf der Scheibe zu berücksichtigen. Die widerspricht ja auch der bekannten Konstellation.

Vielleicht ist das ja auch alles unter bronzezeitlicher Freiheit der Kunst zu sehen. Denn authentische Sterngruppierungen, die mit unseren Sternbildern vergleichbar sind, gibt es ja auch nicht auf der Scheibe.

Ich frage mich nur, weshalb bei so viel "Freiheit" dann ganz bestimmte, feine Details herausgepickt und interpretiert werden können. Schon merkwürdig, die ganze Sache...

Peter
 
Hi!

Bei mir sind es 7 bei einem Himmel von ~5mag. Und ich habe mich gefragt warum
man sich drüber wundert keine 7 zu sehen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Grüße

Sabine
 
"Bei mir sind es 7 bei einem Himmel von ~5mag."

na ja, dass Du sieben siehst, liegt ja wohl nur daran, dass Du auch so eine wiedergeborene Magierin bist, die schon im bronzezeitlichen Nebra ihre Hexenkünste mit dem Sternen-Himmel veranstaltet hat ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

mit kollegialen Grüßen
 
Hi!

Also 6 werden gesehen oder 9.
Vielleicht liegt es gar nicht am Himmel sondern an der Dunkeladaption.

Wahrscheinlich hat man die 7 Schwestern und das Siebengestirn vom Lagerfeuer
aus bzw. nicht dunkeladaptiert betrachtet unter einem damals wahrscheinlich
überall dunklem Himmel.
Da würde ich 7 als wahrscheinlich halten.

Grüße

Sabine

HexHex <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Re: Lauter Blinde unter unseren Vorfahren?

Aber gerade bei der Deutung der Nebra-Scheibe kommen mir doch auch sehr starke Zweifel: warum sollen unsere scharfsichtigen und aufmerksamen Vorfahren nicht gemerkt haben, dass man in den Plejaden eigentlich nie 7 Sterne sieht
Guter Einwand! Was Deutungen von historischen Funden angeht, bin ich sowieso immer etwas kritischer. Wenigstens wird bei der Nebra-Scheibe in der Regel zugegeben, dass man VERMUTET. Bei irgendwelchen Knochenfetzen, aus denen man dann einen kompletten Körper "rekonstuiert" ist man da aus meiner Sicht oftmals nicht so ehrlich...
 
Re: Lauter Blinde unter unseren Vorfahren?

Hi zusammen!

Als Prof. Schlosser mal in Bonn über die Nebra-Scheibe sprach, hat er sich ausdrücklich auf nachvollziehbare Befunde beschränkt und wollte sich nicht zur Auslegung irgendeiner Bestimmung oder Bedeutung der Scheibe hinreissen lassen.

Prof. Schlosser hat ein interessantes Computerexperiment durchgeführt: man generiert zufällig eine Verteilung von Sternen und stellt fest, dass dabei sehr oft "Sternbilder" entstehen, wie wir sie heute kennen. Auf der Scheibe von Nebra gibt es ausser der als Plejaden gedeuteten Häufung aber kein einziges erkennbares Sternbild. Schlosser erläuterte, dass dies auf entsprechende Absicht hindeuten würde - um einen "konstellationsfreien" Himmel zu erzeugen, sollte man keine zufällige Verteilung wählen, sondern die Sterne willentlich ohne erkennbare Muster anordnen...

Ich wollte hier keinen Nebra-Thread draus machen und habe mich ganz persönlich damit abgefunden, dass es wahrscheinlich für immer ein Rätsel bleiben wird, was die Hersteller oder Benutzer der Scheibe mit dem Ding wirklich beabsichtigt haben. Wenn es heute schon so schwer ist, die Motivation mancher Menschen nachzuvollziehen, warum soll das dann gelingen, wenn man völlig ohne Zeitzeugen und historische Aufzeichnungen auskommen muss? Es gibt nur den Fund, sein Umfeld und die Materialanalysen - die Hardware sozusagen. Alle Aussagen zur Bestimmung und zum Gebrauch der Scheibe sind m.E. sehr spekulativ und erbitterte Diskussionen darüber sind "mangels Beweisen" absolut müßig.

Gruß,
Tom
 
Hallo Sabine,

unser Märchen "Der Wolf und die sieben Geißlein" wird ja auch auf eine nicht ganz selten stattfindende Mondbedeckung der Plejaden zurückgeführt (habe ich irgendwo mal gelesen). Damit wäre der Bezug zu sieben Sternen bei den Plejaden ja auch noch außerhalb der griechischen Mythologie zu finden.
Der Mond [Wolf] frißt die Geißlein [Plejaden] (alle sieben ??) und zum Schluß gibt er sie wieder frei (oder wie war das noch?).

Ich denke aber mal was die Zahl angeht war wohl das Mythische stärker als die reale Anzahl. Vorausgesetzt, die konnten damals schon bis sieben zählen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/blush.gif" alt="" />

Peter
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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