Will 3 grosse Löcher in den Tubus bohren

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas KarimF
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KarimF

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Hallo

Ich habe in der vorletzten "Sterne und Weltraum" Ausgabe von einer guten Methode gelesen, wie man das Tubusseeing bei Dobson Teleskopen minimieren kann.
Es werden 2 grosse Löcher in den Tubus gebohrt, so das sie genau auf der Höhe des Hauptspiegels sind und sich gegenüber stehen. An diese Oeffnungen werden kleine Ventilatoren befestigt, welche die warme Tubusluft und das Luftpolster auf dem Spiegel absaugen. Es ensteht ein Luftstrom parallel zum Strahlengang und somit sind gute optische Ergebnisse gewährleistet.

Nun will ich gleich 3 Löcher bohren im Abstand von 120 Grad. 3 kleine Pentiumlüfter habe ich mir schon besorgt, nun mein Problem. Mir blutet schon das Herz wenn ich daran denke, dass ich 3 Löcher (je ca. 4-5 cm Durchmesser) in den Tubus bohren soll, wird wohl anderen ähnlich gehen, wenn sie ihr Teleskop mögen.
Die Frage ist : Wie bringe ich die Löcher in den Tubus ohne das Dellen oder andere Beschädigungen enstehen, bzw. wie soll ich vorgehen ? (Bohrer... gibt es fast kaum in dieser Grösse oder Lochfrässe ? )
Soll ich gleich zum Schlosser gehen ?

Gruss KarimF
 
Hi,

Die Frage ist : Wie bringe ich die Löcher in den Tubus ohne das Dellen
oder andere Beschädigungen enstehen, bzw. wie soll ich vorgehen ? (Bohrer... gibt es fast kaum in dieser Grösse oder Lochfrässe ? )

Keine Panik. Kauf dir diese Lochsägen für die Bohrmaschine. Langsame Drehzahl und auf gehts. DIe zentrieren sich selbst. Kein Problem.
 
Hi

Wenn Du nicht zwei linke Hände hast, so ist das Bedienen einer Lochsäge für eine Bohrmaschine ein kleines.
Das einzige wo ich aufpassen würde ist das ausfransen beim durchbohren (Holz Karton). Beste abhilfe wäre zuerst ein Loch bohren als Führung. Danach mit einer Lochsäge langsam ansägen und mit wenig vorschub und Kraft abreiten. Dauert länger ist aber sicher viel schöner.

Viele Grüsse

Thomas Knoblauch

PS: nicht vergessen vorher den Spiegel auszubauen. :-)
 
Re: wieso denn das ?

Moin!

Also wenn Dich das wirklich soviel Ueberwindung kostet in den Tubus Löcher zu schneiden, dann würde ich es auch nicht tun (die bekommt man schlecht zu wenn man sich das mal anders überlegt und die sind nicht gerade wertsteigernd) <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
Es gibt immerhin durchaus andere Methoden (und die dazugehörigen Meinungen) wie man das Tubusseeing verringern kann ohne seitlich Löcher in den Tubus zu schneiden.

Ich bin zwar kein Stömungsexperte, stelle jedoch in Frage dass die beschrieben Vorgehensweise die optimale Methode darstellt, ist letztendlich nur eine Methode (neben diversen anderen) dem Tubusseeing Herr zu werden. Mein Spiegellüfter zum Beispiel sitzt in der Spiegelhalterung meines 8" Newton und bläst den Spiegel von hinten an, die Luft umspült den Spiegel und führt die warme Luft ab. Auch in meinem Teleskop hat sich dadurch das Tubusseeing gegen Null reduziert, auch ohne seitliche Löcher, obwohl der Lüfter bläst und nicht saugt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> .

Letzendlich lässt der Artikel doch immer noch einige Fragen offen.

Erzeugen derartig angeordnete Lüfter wirklich eine laminare (ist das wichtig?) Strömung die die Warmluftschicht in der Spiegelmitte beseitigt? Zumal sich der Lufttransport gegen die aufsteigende Warmluft richtet!

Macht es z.B. einen Unterschied ob die saugenden Lüfter an der Spiegeloberkante oder hinter dem Spiegel ihre Arbeit tun? Ich denke es ist gar nicht trivial die Richtung angesaugten Luft nachzuvollziehen, da diese sicher nicht zielgerichtet ist, vielleicht besorgen saugende Lüfter hinter dem Spiegel den gleichen Effekt.

Also mich überzeugt das noch nicht so sehr, dass ich jetzt seitliche Löcher in den Tubus schneiden würde. Aus eigenen Experimenten weiss ich sicher, dass es wichtig ist die Warmluft überhaupt irgendwie aus dem Tubus abzuführen und gleichzeitig die Luftschicht über der Spiegeloberfläche aufzulösen.

Grüätzis
Karsten
 
Re: wieso denn das ?

vollste zustimmung!

meiner eigenen erfahrung nach und auch nach
allem was ich bis jetzt über belüftung gehört und
gelesen habe, ist es mehr oder weniger egal wie
belüftet wird, sondern nur wichtig DAS überhaupt
belüftet wird.

ob saugen oder blasen (beides bringt wohlgefallen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />) ist
im prinzip egal. wenn das gebläse stark genug ist (mann ist
das ein geiles thema) wird auf beide arten die luft im
tubus effektiv ausgetauscht und gleichzeitig auch die
warmluft ober dem spiegel abgeführt.

zb. mein MN78, tubuslänge 1,60m mit großem lüfter
auf der rückseite. der eine lüfter hinten ist
kräftig genug um schon sofort nach dem einschalten
die schicht über dem spiegel zu entfernen.
das sieht man super am unscharfen sternscheibchen.

ich glaube das auch bei einem offenen newton ein
kräftiger lüfter hinten genügt.

welche lüfter wo angebracht werden ist eher wegen
der vibrationen zu übelegen, als wegen der belüftung
selbst.

in diesem sinne, good äääh no vibrations!

c.s. tom
BINOVIEWER
(Member of Albireo)
 
Ich hab beim Bohren des Lochs für den OAZ in meinem kleinen Newton den Spiegel nicht ausgebaut...und die Lüftungslöcher in den großen Newton hab ich auch ohne Spiegelausbau reinbekommen. Aber pass auf, daß Du nicht dahin bohrst, wo noch der Spiegel ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
Hi Karim

ich spiele mit dem selben Gedanken. mein 25 cm-Cassgrain ist derzeit noch zerlegt und da bietet es sich natürlich an, solche Basteleien gleich zu erledigen.

Es gibt zu dem Thema Tubu-Seeing massenhaft Meinungen und ganz offensichtlich keine Patentlösung. Trotzdem leuchten mir die Lüfter auf Höhe der Spiegeloberfläche und saugen noch am meisten ein. Hier ein paar Gedanken dazu:
1. blasende Lüfter: blasen Schmutz gezielt auf den Spiegel, Filterung ist das mindeste

2. Spiegel hinter der Spiegelzelle müssen ganz offensichtlich deutlich stärker arbeiten, um die ruhende Luftmasse von der Spiegelvorderseite abzusaugen. Das bedeutet mehr Vibrationen und auch mehr Energieverbrauch (kann wichtig sein im Feld)

3. generell ist sicher eine laminare Anströmung der Spiegeloberfläche aanzustreben, alles andere (also eine turbulente Anströmung) mag thermische Turbulenzen redzuieren, ist aber sub-optimal, weil eben mechanische Turbulenzen eingeführt werden.

4. die Lüfter sollten seitlich und leicht oberhab der Spiegelvorderseite angeordnet sein, damit der Luftstrom nicht an der Spiegelkante zu Turbulenzen führt

5. der absaugende Luftstrom muss eine bestimmte Mindestgeschwindigkeit und einen Mindestdurchsatz haben (wohl am einfachsten durch ausprobieren mittels eines regelbaren Lüfters festzustellen) denn beim Schwenken des Teleskopes entstehen ja jedes Mal neue, anders gelagerte Luftströmungen im Tubus. Um wirklich effizient zu sein, sollten diese also wohl klein gegenüber der Absaugung sein.

6. andererseite müssen die Lüfter vibrationsfrei laufen, was durch niedrige Drehzahl und entsprechende Schwingungsdämpfer erzielt werden kann. Das bedeutet aber auch: um den nötigen Durchsatz an Luftmenge bei niedriger Drehzahl zu erzielen, muss der Lüfter eine bestimmte Mindestgröße haben.

7. der Lüfteranbau muss natürlich auch gegen Fremdlichteinfall von Außen abgeschirmt werden (Labyrinth)

Soweit meine Überlegungen. Und jetzt die Diskussion dazu!

Gruß,
René
 
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