Windiger Winterhimmel

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aro

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Teleskope: Celestron Nexstar 127 SLT, Skywatcher Heritage 76/300
Okulare: Skywatcher SP32mm, Scopos 18mm/65°SGF, Skywatcher SP12.5mm
Filter: Seben CLR, TS UHC-L
Literatur/SW: Deep Sky Reiseführer, Kosmos Sternatlas Kompakt, SkyAtlas Companion
Ort: heim. Terrasse (Region D'dorf)
Zeit: 30.01.2013, 1915-2200 MEZ
Wetter: 5°, böiger Wind, einzelne, niedrige Wolken
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Gestern Nachmittag deutete sich auf den Satellitenbildern schon an, dass die Wettervorhersage stimmen könnte und dass es nach dem Durchgang der Kaltfront aufklaren würde. Auf den Bildern konnte man einen fast wolkenlosen Streifen hinter dem Regen herannahen sehen. Das Timing war perfekt, der Himmel klarte nach Sonnenuntergang auf und bis zum Mondaufgang war noch Zeit.
Also den ganzen Kram raus auf die Terrasse und los ging's. Meine Liste der Ziele war in den letzten Schnee-, Regen- und Wolkenwochen beachtlich angewachsen. Mal sehen, was heute zu machen war.

Angefangen habe ich mit R Leporis, Hinds Purpurstern. Der stand südlich, knapp über dem Nachbarhaus. Beim ersten Blick durch das 32er sah er aus, wie ein roter Laserpunkt. Die tiefrote Farbe kam im direkten Vergleich mit den eher weißen Nachbarsternen gut zur Geltung.
Ich bin in der Gegen geblieben und habe mich an IC418, einem kleinen, hellen planetarischen Nebel versucht. Dieser sah im 18er wie ein defokussierter Stern aus. Im 12.5er mit UHC-Filter wurde der neblige Eindruck etwas besser.
Im direkten Vergleich mit NGC2392, dem Eskimonebel fand ich IC418 nicht so spektakulär. Vielleicht auch durch den direkt benachbarten Stern im selben Gesichtsfeld ist NGC2392 schöner.

Weiter mit ein paar Doppelsternen: Beta Mon und Castor. Beide waren ein schöner Anblick im 18er, aber heute wollte ich doch eigentlich Nebel suche. Was ich gefunden habe, war in erster Linie böiger Wind, der am Teleskop rüttelte. Nur in den ruhigen Pausen zwischen den Böen war "geordnetes" Beobachten möglich.

Den Rosettennebel hatte ich bisher noch nicht gesehen, nur den eingebetteten Sternhaufen. Der MAK hat einfach ein zu kleines Gesichtsfeld - so auch heute wieder. In diesem kleinen Ausschnitt kann man den Nebel nicht erkennen, weil der dunklere Himmelshintergrund als Vergleich fehlt.
Aber man könnte ja mal ein Experiment wagen: Warum nicht mal mit dem kleinen Skywatcher Heritage 76/300 probieren. Ich steckte ein 25er mit UHC-Filter ein und stellte die Richtung ein. Sicherheitshalber noch mal die Alt-Az-Werte meiner Selbstbau-Skala mit den Werten der GoTo-Montierung des MAK abgeglichen. Und Bingo: Im Heritage war um eine Sechsergruppe im Sternhaufen ein leichter Nebeldunst zu erkennen: Der Rosettennebel. :)
Den würde ich mir gerne noch mal unter einem dunklen Himmel ansehen - aber zumindest gefunden habe ich ihn heute.
Zum Abschluss noch etwas den Orionnebel und den Doppelsternhaufen (h und chi Per) geniessen und dann abbauen und rein.

Fazit:
Wind ist doof und für das eine oder andere ist auch der Skywatcher MiniDob durchaus eine Bereicherung.


Grüße,

Achim

P.S. Ein paar Objekte habe ich leider nicht gefunden: NGC188, NGC1514 und NGC1360. Vielleicht war hierfür mein Stadthimmel zu hell...

 
Hallo aro,

schöner Bericht, gestner war es bei uns auch einigermaßen, bin aber drinnen geblibene. So gut war es dann doch wieder nicht.

P.S. Ein paar Objekte habe ich leider nicht gefunden: NGC188, NGC1514 und NGC1360. Vielleicht war hierfür mein Stadthimmel zu hell...

Genauso ist es. Für diese Objekte brauchste einen guten Himmel und eine gute Durchsicht (bei N1360).

Gruß
Lothar
 
Hallo Achim,

Ein schöner Beobachtungsbericht. Ich hatte gestern Abend auch zeitweise sehr klaren Himmel. Aber bei acht Windstärken bin ich dann doch lieber drinnen geblieben... ;)

So ein Mak ist eher etwas für kleine Objekte. PNs, Galaxien oder Kugelsternhaufen. Aber die verlangen dunklen Himmel. Das der Rosettennebel mit dem Heritage klappt, wundert mich nicht. Mit meinem 80er und einem guten Lumiconfilter springt er mich auch aus der Vorstadt heraus fast schon an und zeigt erste Ansätze von Struktur.

Viel Spaß noch und such Dir einen dunklen Himmel:
Marcus
 
Hi Aro,

bei Wind geht bei mir nur der bombenfest stehende Riesenfrefraktor auf seinen dicken Stahlbeinen...mit 8 Kg dran....und der kleine 10ner Dobson, mein 16ner Riese schüttelt und rüttelt den Korb, was das Zeugs hält...

was ich beachtlich finde, ist dass du den Rosettennebel dann im kleinen Teleskop sehen konntest...ist also was dran, dass jedes Teleskop seinen eigenen Himmel hat...ich konnte doch den erstmals mit dem 16ner erahnen, davor habe ich mich schier ausgeglotzt nach dem..aber ich brauchte ein O-III Filter...

bei uns stürmt es auch, von minus 16 auf plus 16 ist ein Wahnsinnsgefälle und das braucht heftigen Ausgleich....danach gibts clear skies....aber aber.....

Gruss von Anette
 
Hi,

danke für das Feedback. :)

Bzgl. des Rosettennebels im Heritage 76/300: Zur eigenen Bestätigung meiner Beobachtungen nutze ich Zweifelsfällen öfter den DeepSky Reiseführer. Im konkreten Beispiel entspricht mein Beobachtungseindruck in etwa dem Bild des Rosettennebels mit dem 70mm Refraktor bei 14-facher Vergrößerung. :cool: Aber ich brauchte noch das schwarze Beobachtungs-Tuch, um die schönen Bewegungsmelder-Außenleuchten beim Nachbarn wegzublenden :teufelgrr:

@Anette:
Bgzl. der Weisheit, dass jedes Teleskop seinen eigenen Himmel hat: Ich hab das bisher immer so verstanden, dass kleine Teleskope einfache Objekte zeigen und größere schwierigere. Aber hier was es schlicht das wahre Gesichtsfeld, das den Unterschied gemacht hat.

@Marcus:
Für Galaxien und Kugelsternhaufen gebe ich Dir recht. Aber gerade PNs bieten sich auch unter aufgehelltem Himmel an, weil sie so schön auf die Filter ansprechen.
Der Wind war schon nervig. Die Terrasse ist zwar etwas windgeschützt, aber wenn man anfangen muss, seine Beobachtungsunterlagen mit Steinen zu beschweren, dann ist's echt zu viel. Da hab ich dann auch abgebrochen. Ich kann mir aber vorstellen, dass es bei Dir im Norden noch ungemütlicher war.

Beste Grüße,

Achim
 
Hallo Anette,

Zitat von Anette_Aslan:
was ich beachtlich finde, ist dass du den Rosettennebel dann im kleinen Teleskop sehen konntest...ist also was dran, dass jedes Teleskop seinen eigenen Himmel hat...ich konnte doch den erstmals mit dem 16ner erahnen, davor habe ich mich schier ausgeglotzt nach dem..aber ich brauchte ein O-III Filter...
Mit einem solchen konnte ich das Teil im 80/400er Farbwerfer gut sehen. Nun brauche ich mal eine Nacht, in welcher der 150/750er Newton an diesem Objekt zum Einsatz kommen könnte, aber bisher hat es nicht geklappt (Wetter, Zeit, Mond).

Grüße

fquadrat
 
Hallo Anette

Was meinst du mit 16ner und erahnen vom Rosettennebel - ich hoffe doch nicht 16" Teleskop ?

lg Martin
 
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