Wo kann man sich ein CNC Teil fertigen lassen ?

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Thomas_John

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Hallo zusammen,

ich brauche eine Adapterplatte, die in etwa so aussieht wie unten auf der Skizze. Der Außendurchmesser ist ca. 15 cm und es soll drei Bohrungen außen geben (ohne Gewinde) und in der Mitte ein Fotogewinde 1/4". Traglast ca. max. 5-6 kg. Hinterher kann man ein kleines Teleskop mit Gabelmontierung an den drei äußeren Punkten an diesem Ring befestigen und das ganze dann auf einem soliden Fotostativ zwecks parralaktischer Montierung.

Skizze (nicht 100% genau, erstmal nur Prinzip):

Link zur Grafik: http://ikonengold.de/diverses/fotobasis.gif

1. Aus welchem Metall sollte man so etwas fertigen (lassen)? Alu ist vermutlich für das Gewinde in der Mitte zu weich, oder?

2. Wie dick sollte ich das Material einplanen? Ich hätte jetzt mal so an ca. 7 mm gedacht, weil das in etwa die Höhe der Fotostativ-Schrauben bei den Schnellwechselplatten von Manfrotto ist - würde das hinkommen?

3. Wo kann ich so etwas fertigen lassen? Ich habe keine eigene CNC Maschine und kenne auch niemanden im Bekannten- oder Kollegenkreis wo ich damit hingehen könnte. Alle Tips helfen weiter!

Viele Grüße
Thomas
 
Hallo Felix (und alle anderen),

habe bei Steffen (greatstar) angefragt. Das Produzieren wäre kein Problem.

Nun habe ich mir nochmal Gedanken gemacht, wie das Teil wirklich aussehen sollte. Aufgabenstellung ist, ein Celestron C90 mit Gabelmontierung auf ein Fotostativ setzen.

Es gibt im Prinzip zwei mögliche Varianten, eine einfache und eine mit zusätzlichem Okularhalter.

Link zur Grafik: http://ikonengold.de/diverses/C90-Basis-fur-Fotostativ.gif

Die längliche Aussparung ergibt sich aus dem Anschluß für den RA-Motor, die drei kleinen Bohrungen außen im 120 Grad Abstand sind von der Basis der Gabelmontierung vorgegeben und das in der Mitte soll der Fotostativanschluß werden (vorgesehen ist hauptsächlich ein Manfrotto Stativkopf mit sechseckiger Adapterplatte). Durchmesser der gesamten Platte 16,4 cm. In der Mitte ist viel Fläche ohne Aussparungen, weil dadrunter die Adapterplatte vom Stativkopf sitzt.

Wenn man schonmal dabei ist, gibt es natürlich auch eine "de luxe" Version, mit Okularhalterung integriert. Die Platte ist jetzt 17 x 22,7 cm und die leicht aufgehellte Fläche gibt die eigentliche Teleskop-Grundfläche vor.

Link zur Grafik: http://ikonengold.de/diverses/C90-Basis-fur-Fotostativ-mit-Okularhalter.gif

Ein paar generelle Fragen gibt es natürlich auch:

1. Meint Ihr wirklich, daß die kleine Fotostativschraube das alles hält? Ich hab da irgendwie ja noch kein Vertrauen zu. Auch wenn ich weiß daß man sehr schwere Teleobjektive mit diesen 1/4" Schrauben befestigt und es wohl nur sehr selten ausgerissene Gewinde gibt.... hmm. (Der Stativkopf ist auf 12 kg zugelassen, an dem soll es ansonsten also nicht scheitern)

2. Ich hab ein bißchen herumgerechnet, wie schwer die Platte wohl werden würde. Mir wär natürlich je leichter, desto lieber. Ich kann aber nicht abschätzen, wie dick das Ding wirklich werden soll damit die Stabilität paßt. Eigentlich ist die Belastung ja sooo wahnsinnig auch nicht, da es an drei Punkten fest mit dem Teleskop verschraubt wird, welches eine sehr solide Basis mit großer Auflagefläche bietet. Reichen 8 mm aus für die Dicke von dem ganzen Dingen? Beim Meade ETX 90 ist eine Basis mit Fotostativanschluß beispielsweise schon eingebaut. Sie besteht im Prinzip aus einer dünnen, und an drei kleinen Punkten aufliegenden Stahlplatte, die vielleicht 2 mm dick ist oder so....

3. Jetzt stellt sich ganz grundsätzlich natürlich schon die Frage, ob Alu da das richtige Material für ist? Oder sollte ich das Dingen vielleicht (ohne die ganzen "Gewichtsbohrungen") stattdessen eher aus irgendeinem Holz herstellen? Nur wie löse ich dann das Problem mit dem Fotostativgewinde?

4. um Verschleiß am Fotogewinde vorzubeugen, hatte ich mir auch schon überlegt, ein 3/8 Zoll Gewinde reinmachen zu lassen und dann eine Reduzierung auf 1/4 Zoll permanent reinzuschrauben. Falls dann bei viel Benutzung das 1/4 Zoll doch mal kaputt ist kann man die Reduzierung tauschen. Oder sollte man das seinlassen, weil das insgesamt einen schlechten Einfluß auf die Stabilität "von's Janze" hat?

CS,
Thomas
 
Hi Thomas

So wie es ausschaut, möchtest Du deinen Stativkopf als Polhöhenwiege verwenden.
Ich hätte da große Bedenken wegen der Stabilität: Das 1/4" Schräubchen wird vielleicht nicht gleich abscheren, aber es könnte leicht vorkommen, dass sich deine Gabel verdreht, wenn sie nur an einem Punkt befestigt wird.

Alternativen:
1. An deinenm Adapter eine Schnellwechselplatte mit mehreren Schrauben sichern

2. Eine Polhöhenwiege bauen (evtl. mit einem mittigen 3/8" Gewinde, falls die doch mal auf ein Fotostativ soll.)

CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

Auf die Idee mit der fest zu sichernden Schnellwechselplatte finde ich gar nicht schlecht !! Da bin ich noch nicht drauf gekommen ....

.... die Gabel wird sich sicher nicht verdrehen, denn die Gabelmontierung wird ja mit drei (!) langen Schrauben durch die drei äußeren kleinen Bohrungen befestigt.

d.h. ob man nun eine Polhöhenwiege oder irgendwas anderes nimmt, spielt für die Teleskopgabel obendrauf doch gar keine Rolle, da die Befestigung ja immer dieselbe ist (eben diese 3 Schrauben).

Bezüglich des kleinen Fotogewindes bin ich mir aber auch noch unsicher. Fakt ist natürlich, daß beim Meade ETX90 die "originale" parallaktische Befestigung genau so vorgesehen ist (also über ein einziges 1/4" Fotogewinde. (siehe Foto) Vom Stativ und Stativkopf her ist das stabil genug, der Kopf ist für terrestrische Fotografie bis 12 kg zugelassen angeblich... das reicht für so ein kleines Teleskop ja jedenfalls aus.

Link zur Grafik: http://ikonengold.de/diverses/ETX90-auf-Fotostativ.jpg

(Die o.g. Adapterplatte soll jetzt dieselbe Befestigung für ein C90 ermöglichen.)

Dann würde sich ja, wenn ich die Schnellwechselplatte eh mit mehreren Schrauben und dann nur "einmalig" befestige, aber als Alternative wirklich anbieten, das Teil aus Holz zu fertigen, oder? Es wäre dann vor allem etwas leichter? Oder würdet Ihr davon abraten? (falls ja, warum?) Preis jetzt mal außen vorgelassen, da ich das Teil auch wirklich "schön" haben möchte und keine entsprechende Standbohrer usw. besitze, würde ich es wohl auch in Holz auswärtig fertigen lassen.....

Thomas
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Thomas

Das mit dem "Gabel verdrehen" war ein Missverständnis: Ich meinte damit, dass sich die Gabel/Montierung um die 1/4" Fotoschraube drehen wird.
Aber scheinbar funktionierts beim ETX ja trotzdem.

Normales Holz würde ich nicht nehmen, aber Multiplex mit der schon erwähnten Schnellwechselplatte wäre sicher sehr günstig, leicht und trotzdem Stabil.
Dafür wär als Werkzeug auch eine Stichsäge und ein Akkuschrauber ausreichend. Das Material (bis auf die Schnellwechselplatte und Muttern) gibts in den meisten Baumärkten für unter 1€ in der Restekiste.

Als Edelvariante wäre auch denkbar, alles aus Alu fertigen zu lassen, inkl. Schnellwechselplatte.

CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

jetzt versteh ich. Genau die Sorge (daß ich das ganze Teil um die Fotostativschraube verdreht) habe ich auch.

Die Schnellwechselplatten gibt es als fertiges Bauteil von Manfrotto. (z.B. hier: Manfrotto 030-38) das ist sogar eine 3/8" Variante und wie ich gerade entdecke, hat die ja noch zusätzliche Bohrungen. Da müßte ich dann doch einfach in meiner Adapterplatte nur diese zusätzlichen Bohrungen vorsehen und das Ding dann mit 2-3 Schrauben verschrauben und das ganze Verdrehproblem und meine Gewindesorgen haben sich in Luft aufgelöst.

Auf diese Idee war ich bisher noch nicht gekommen *an-die-Stirn-titsch* .....

Mit Stichsäge und Akkuschrauber wird es natürlich nicht so schön aussehen, wie ich es eigentlich gern hätte. Die Aluvariante würde wohl um die 70 Euro liegen, was natürlich auch wieder nicht ganz billig ist. Ein bißchen reizt mich halt dabei, auch mal etwas als CNC umsetzen zu lassen, da ich für später sicher noch andere Projekte im Kopf habe....

Thomas
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die Antworten. Ich hab mir das Teil nun bei Great Star (Steffen) bestellt und es ist mittlerweile auch angekommen. 8 mm Aluminium nach meiner Zeichnung gefräst und schwarz eloxiert. Ich bin ganz begeistert - vielen Dank für die tolle Arbeit an Steffen ! - und hätte jetzt Lust noch 100 weitere Teile zu konstruieren (allerdings könnt ich mir das dann wohl nicht mehr leisten, die alle fertigen zu lassen *g*).

So sieht es jetzt jedenfalls aus:

Link zur Grafik: http://kosmoljot.de/files/c90astro/KJ4C7859.jpg
Mit der Manfrotto Stativplatte direkt eingeschraubt (eine zentrale Schraube + 3 kleine Madenschrauben die mehr zum Fixieren gegen Verdrehen dienen)

Link zur Grafik: http://kosmoljot.de/files/c90astro/KJ4C7865.jpg
Schon auf dem Stativkopf montiert

Link zur Grafik: http://kosmoljot.de/files/c90astro/KJ4C7867u68.jpg
Mit C90 obendrauf

Link zur Grafik: http://kosmoljot.de/files/c90astro/KJ4C7869.jpg
Sieht gefährlich "schief" aus - versehentlich hatte ich allerdings 40 statt 50 Grad Deklination eingestellt! Bei korrekter Einstellung auf 50 Grad steht das Teleskop schon weniger schief. So oder so stecken Stativ und Stativkopf das ganze Gewicht aber eh gut genug weg für meine Begriffe. Der Kopf ist robust genug und die Stativbeine gehen nach unten hin weit genug auseinander, daß die ganze Sache nicht zu "kippelig" wird.

Link zur Grafik: http://kosmoljot.de/files/c90astro/KJ4C7874.jpg
Schönheitsfehler: Die Okulare kippeln etwas in der Okularhalterung. Ich hatte nicht daran gedacht, daß die Okulare ja tlw. Sicherungsnuten in der Steckhülse haben und dann ist natürlich doch einiges Spiel gegeben. Vielleicht fällt mir da noch eine einfache Lösung ein. (ganz dünne Filzauflage einkleben oder sowas?) Ansich sind sie ja stabil genug. In die kleinen Löcher zwischen den Okularlöchern kann man beim Beobachten prima noch nen Kugelschreiber oder ähnliches einstecken.

Link zur Grafik: http://kosmoljot.de/files/c90astro/KJ4C7871.jpg
Befestigung der Montierung mit 2 dicken Schrauben. Eigentlich würden 3 Schrauben gehen, aber der Stativkopf ist so sperrig daß die 3. Schraube nicht mehr eingesetzt werden kann. Allerdings bei dem Gewindedurchmesser tun es auch locker 2 Schrauben. Durch das Langloch was man auf dem Bild so gerade unterhalb der Schraube erahnen kann, paßt genau das originale Stromkabel für den Nachführmotor (Synchronmotor).

Alles in allem bin ich ganz begeistert. Ist zwar viel Aufwand für ein kleines C90, aber erstens hab ich jetzt auch mal erste Erfahrungen mit dem Konstruieren von CNC Teilen gesammelt und zweitens finde ich es halt praktisch, das Gerät direkt vom Fotostativ zu betreiben anstatt ein sperriges eigenes Astrostativ dafür mitschleppen zu müssen.

Wie das so ist hat es bisher natürlich mit dem First Light noch nicht geklappt, aber das ganze ist auf jeden Fall eher stabiler als wenn man ein Meade 90 ETX auf so einem Stativ montiert meiner Meinung nach. Mehr als ca. 80-100x Vergrößerung werde ich mit dem Gerät eh nicht einsetzen. Von daher bin ich wie gesagt auch zufrieden!

Viele Grüße
Thomas
 
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