Wo sind die 114er-Seiten hin?

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Bronks

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Hi!

Noch vor 5 Jahren war der N114/900 ein allgemein beliebtes und weitverbreitetes Teleskop. Nachdem 2002 das Wettrüsten mit den billigen Riesendobs und der EQ-6 losging ist der 114/900er als solides Teleskop fast vollständig verschwunden, da in dieser Größe momentan überwiegend nur Pfusch verkauft wird. Seit 2 Jahren ist der Minirefraktorwahn mit dem 80er ED losgegangen und befindet sich momentan wahrscheinlich in seiner absoluten Blühtezeit. Für > € 1000 bekommt man jetzt einen Wunderstumpen, an dem meistens alles Optisch und Mechanisch gut funktioniert. Wo sind die qualitativ guten kleinen Newton geblieben?

Ich habe in meinen Bookmarks herumgewühlt und habe versucht ein paar alte Links zu Seiten aufzurufen, die den 114er behandelt haben. Alle Links waren tot ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Könnt Ihr mir bitte ein paar Links zu Seiten von fingefleischten 114/900er-Fans posten.

Danke!

Bronks
 
Hi folks!

Da kann ich dir beipflichten. Wenn ich noch in den älteren Astrobüchern blättere und da die Tips für Einsteiger lese, dann kommen mir angesichts der zahlreichen Threads dazu in den Astroforen die Tränen.

Qualität hat nunmal ihren Preis, das gilt auch für kleine Teleskope. Ich denke gerade bei Anfängern, die sich dann auch noch bei dem Angebot dem "Öffnungs-" und "Ausstattungswahn" hingeben, fehlt dieses Bewusstsein. Vixen bietet ja noch einen sehr guten 114/900 mm Newton auf GP-E an, doch kostet das gute Stück auch fast 600,- €!

http://www.vixen-europe.com/htm/teleskope/reflektoren/gp_e_r114m.htm

Was bekommt man dafür schon bei den billigen Anbietern? Ein 200/1000 mm Netwon auf einem GP-Clone z.B.! Und das sogar noch etwas günstiger:

http://www.teleskop-service.de/CTeleskope/CTeleskopeNewton.htm#SKN200

Welches Teleskop sich besser verkauft, dürfte wohl klar sein, oder? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Gleiches gilt m.E. auch für die kleineren, guten Fraunhofer-Refraktoren. Geräte in der 3 bis 4 Zoll Klasse, wie sie z.B. als 4 Zoll f/10 (Zeiss Typ E) von Jenoptik, usw. angeboten werden gibt es mittlerweile ebensowenig. Die letzten FHs, von Vixen z.B., lohnen preislich nicht mal gegenüber den gleichgroßen "Billig-EDs" aus gleichem Hause.

Apo, große Newton, beugungsbegrenzt, Dobson, Professional, GoTo, ED, billig, Top Angebot - all das sind Schlagworte, mit denen man heute in fast marktschreierischer Weise optisch-mechanische Präzisionsinstrumente an den Mann bringen kann. Der Begriff der "Qualität" als fassbare Größe wird dabei nur noch von den wenigsten erkannt und berücksichtigt. Und sogar die selbsternannten Verfechter der Qualität empfehlen nicht selten gerade die billigen China-Geräte den fragenden Einsteigern.

cu ...
Luzy
 
Hi Luzy,

genau den Vixen habe ich seit einigen Tagen auf meiner Super Polaris drauf, wie ich schon vor ein paar Monaten im SmallTalkBoard angedroht habe, nachdem die Montierung niemand zum angebotenen Preis haben wollte.

Der Newton ist genauso toll, wie die SP. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Ich weiß noch, daß ein Astrokollege aus dem BayrischenWald eine Tolle Seite zum 114er mit einigen mitreissenden Berichten im Internet hatte. Leider kann ich nichts mehr davon finden.

ld

Bronks
 
Und sogar die selbsternannten Verfechter der Qualität empfehlen nicht selten gerade die billigen China-Geräte den fragenden Einsteigern.

Hallo,

ich selbst vertrete auch in gewissem Rahmen die Empfehlung zur Qualität. Mein Newton kommt auch nicht aus China.

Wenn jedoch ein Einsteiger fraget was er sich holen soll, soll ich ihm dann ein Vixen 150/750mm Spiegelteleskop auf GP empfehlen? Die Gründe warum nein:

1. Bestimmt steht nur zwei Antworten weiter unten der Link zum 250/1250mm GSO Dobson zu einem Viertel des Preises. Wird meine Empfehlung dann überhaupt noch ernst genommen?

2. Ein Preis von weit über 1000,- € schreckt einen Einsteiger womöglich wieder ganz ab.

3. Wenn er sich ein günstiges Chinateleskop holt und merkt, dass das Hobby nicht zu ihm passt, hat er nicht zuviel Geld in den Sand gesetzt.

Ich denke, viele Sternenfreunde, die längere Beobachtungserfahrung haben werden wohl mit größerer Wahrscheinlichkeit bei einem Neukauf auf Qualität achten als ein Einsteiger. Die Tatsache, dass man heute schon für günstiges Geld ein recht vernünftiges Einsteigerteleskop bekommt, ist auch für die Anfänger von Vorteil.

Das der 200/1200mm Dobson oder ein 150/750mm Newton auf einer Sky View den 114/900mm Newtons den Rang abgelaufen haben ist nun mal so. Ändern werden wir das wohl nicht mehr können. Ob die heute für Einsteiger Angebotenen Telekope allerdings mehr oder weniger zeigen oder welche Leistung welches Teleskop für den jeweiligen Preis bietet / früher geboten hat, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Gruß

Carsten
 
Hi folks!

@Astro172
Sicher kann man das nachvollziehen. Doch betrachtet man insbesondere die Empfehlungen der alten Hasen, dann haben diese m.E. nach auch heute noch ihre Gültigkeit.

Wenn jedoch ein Einsteiger fraget was er sich holen soll, soll ich ihm dann ein Vixen 150/750mm Spiegelteleskop auf GP empfehlen?
Zunächst einmal: muß es für einen Einsteiger ein 6 Zoll f/5 Newton sein? Sicherlich doch wohl nicht, oder? Warum reicht denn ein 114 mm Newton oder ein 2,5 bis 3 Zoll Refraktor nicht mehr aus? Wie gesagt: ein hochwertiger 114/900 mm auf GP-E ist für maximal 600 EUR zu haben. Mit Langzeitgarantie an Spaß und Qualität.
Abgesehen davon: ein 6 Zoll f/5 Newton ist so universell nun mal auch nicht. Ein 114/900 mm Newton ist nicht nur genügsamer bei den Okularen, sondern auch einfacher zu justieren bzw. nicht so justieranfällig. Aber sind nur einige der zahlreichen Gründe.

1. Bestimmt steht nur zwei Antworten weiter unten der Link zum 250/1250mm GSO Dobson zu einem Viertel des Preises. Wird meine Empfehlung dann überhaupt noch ernst genommen?
Das ist eben der Punkt: die Qualität wird ja eben nicht wirklich erfasst! Dennoch: man sollte gerade hier konsequent sein und das Argument der Qualität auch in seinen Aussagen deutlich machen. Wenn ich selbst den Standpunkt vertrete und insgeheim auch anderen empfehlen würde, ist es dann gerechtfertig ob seines "Ansehens" im Forum dann doch die billigen Huber zu empfehlen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

2. Ein Preis von weit über 1000,- € schreckt einen Einsteiger womöglich wieder ganz ab.
Wie ich oben schon fragte: reicht ein 114/900 mm Newton nicht mehr aus? Sind 500 bis 600 EUR viel für ein Teleskop - ein optisch-mechanisches Präzisionsinstrument? Vergleiche mal, was viele bereit sind z.B. trotz mangelnder Erfahrung und fehlendem Wissen für unsinnig überkonfigurierte Computer, Hardwarekomponenten, Handys, Flachbild-TVs, etc. auszugeben. Ich denke, gerade bei der Astronomie sollte man sich schon bewusst sein, ob man soviel Enthusiasmus aufbringt, in kalten Nächten Zeit zum Beobachten zu opfern. Ein "Wochenend"- oder "Mode"-Hobby ist Astronomie nun mal nicht und soll sie auch nicht sein!
Und wer bescheiden mit einem Fernglas z.B. anfängt, wie viele ältere Sternfreunde, wird sich schnell bewusst machen können, ob ein Teleskop für ihn was ist oder nicht.

3. Wenn er sich ein günstiges Chinateleskop holt und merkt, dass das Hobby nicht zu ihm passt, hat er nicht zuviel Geld in den Sand gesetzt.
Zum einen verweise ich dazu auf meine obige Aussage zu 2. und zum anderen wird er bei einem guten, etwas teureren teleskop eine höhere Chance auf einen guten Wiederverkaufswert haben. Was ist denn so ein China-Eimer bei den stetig sinkenden Preisen und ohne Prüfprotokoll nach gut einem Jahr wert? Und was wäre ein gutes Markenteleskop wert?

Ich denke, sich ein teleskop zu kaufen, um zu schauen, ob "das was für einen ist", ist genau der falsche Weg. Vielmehr sollte man sich vorher durchaus bewusst sein, was man möchte und was man bereit ist darin zu investieren.

Es passt aber ganz gut in den Zeitgeist, erstmal alles und möglichst billig haben zu wollen. Schade, daß genau das auch unser Hobby erreicht hat.

cu ...
Luzy
 
Als relativer Neuling kann ich fachlich nicht sonderlich viel zu den verschiedenen Optiken sagen, wenngleich ich mir hier im Forum schon einiges an Fachwissen darüber angeeignet habe.
Was ich aber weiß, ist daß ich mich vor ca. anderhalb Jahren bewußt für ein kleines Einstiegsteleskop entschieden habe einen 70/900 Refraktor, ein 114er Newton wäre bei entsprechendem Angebot ebenso in Frage gekommen.

Warum? Zum einen wegen meiner beschränkten Finanzen und zum Anderen weil ich der Meinung bin am besten lernt man von unten nach oben, klar wenn ich das Geld damals gehabt hätte wäre ich vieleicht auch der Versuchung erlegen mir gleich einen großen Dobson zuzulegen aber ich bin ich habe selbst den kleinen nicht ganz 3-Zöller noch lange nicht ausgereizt und so bleibt mir immer wieder die Vorfreude nach dem ich immer firmer in der praktischen Beobachtung werde irgendwann die nächste Größenklasse zu nehmen.

Meiner subjektiven Meinung nach kann ich so eine größere Öffnung viel eher geniessen, als wenn ich direkt mit einem 12" Teleskop durch den Himmel schwenke ohne mich dort zurechtzufinden und vieleicht gar nicht zu wissen was das Gerät leistet weil ich keinen Vergleich nach unten habe.
Solange Geld eine nicht völlig untergeordnete Rolle spielt ist dieses Herangehen an das Hobby gar nicht mal so schlecht.

Zum Schluß noch ein blöder, auf beiden Beinen hinkender Vergleich, normalerweise steigt man als völlig unerfahrener Fahranfänger ja auch nicht gleich in einen Porsche (oder einen hochgezüchteten Opel Corsa um qualitativ bei den Chinaoptiken zu bleiben ;-)

CS und Gruß Benny
 
Hallo Leute,

ich denke, das Problem ist einfach die Montierung.
Es ist einem Beginner schwer zu vermitteln, dass er für einen 114er und die entsprechend
stabile Montierung mehr Geld lassen muss als für einen 10" Dobson.
Bedient er/sie sich billiger und fällt auf ein Komplettangebot rein, geht das
Gejammer über der Billigwackelmonti los.

Ich bin derzeit dabei, einem 114/900er eine Rockerbox zu verpassen, da das Teil auf der mitgelieferten
Monti wirklich keinen Spass macht und seine Klasse gar nicht zeigen kann. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />
Die Box wird etwas höher, als sie für den Tubus sein müsste und dann kommt halt eines Schublade für
Okulare, Sonnenfilter und Zubehör drunter.
So lässt sich bequem sitzend beobachten, trotzdem kann man das Teleskop komplett mit einer
Hand tragen und auch so in einen Autokofferraum oder auf eine Rücksitzbank legen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Nun stellt Euch vor, ein Hersteller, Vixen z.B., kommt auf diese Idee und bietet seine 114er und 130er
Qualitätsnewtons auf solch einer Box günstig an, alternativ oder nachrüstbar die Monti.
Könnte klappen oder....? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Ich persönlich bin ja der Meinung, dass das Konzept 114/900 etwas überholt ist und 130/800 oder
150/900, also grob F/6 Öffnungsverhältnises, die bessere Variante für den Einstieg ohne Festlegung
(visuell/Foto/Planetan/DS) sind. Solche Newtons gibt es aber nicht und schon gar nicht als Dobson
mit Ausbauoption. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smirk.gif" alt="" />

Daher landen viele Leute beim 8" Billigdobson und fahren oft nicht schlecht dabei. Auf was zu achten ist,
wird doch meist besprochen.

CS
*entfernt*
 
Hallo Luzy!

Zunächst einmal: muß es für einen Einsteiger ein 6 Zoll f/5 Newton sein? Sicherlich doch wohl nicht, oder?
Die Frage sollte vielleicht lauten: "Wieso denn nicht?". Teleskope werden nunmal billiger, ein Einsteiger braucht keine 0,99 Strehl um sich an das Hobby heranzutasten und herauszufinden, ob es überhaupt etwas für ihn ist. Und die China-Eimer werden ja auch gerne schlechter geredet als sie eigentlich sind. Abgesehen natürlich vom mechanischen - was aber meiner Meinung nach auch nicht so schlimm ist. Ich habe persönlich einen wesentlich besseren "Zugang" zum Teleskop erhalten, weil ich ein (Nicht-China-Gerät) entsprechend "optimiert" habe.

Warum reicht denn ein 114 mm Newton oder ein 2,5 bis 3 Zoll Refraktor nicht mehr aus? Wie gesagt: ein hochwertiger 114/900 mm auf GP-E ist für maximal 600 EUR zu haben. Mit Langzeitgarantie an Spaß und Qualität.
Das mag für einige Leute zutreffen, für mich z.B. aber nicht. Das erste Teleskop, durch das ich richtig durchgeblickt habe war so ein 2,5" Farbwerfer und hätte ich nicht vom Fernglas her gewusst, daß da mehr am Himmel ist, hätte ich wohl nicht durch ein zweites Teleskop - ein 6"f/8 - geschaut (es hat mich nicht umgerissen, weil ich in meiner Kindheit durch meine Praktika mit 500er Tele mehr gesehen habe als in dem 2,5"er <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />). Beim 114er Vixen kann ichs auch nicht verstehen, durch den habe ich dann mit ein wenig mehr Erfahrung auf einem Teleskoptreffen geguggt und das hat mich wirklich nicht begeistert - natürlich hier keine Garantie einer guten Justage.

Nochmal: "Warum nicht"? Ein China-Eimer ist mechanisch halt nicht so toll, aber er wird ja eh meist als Dobson gekauft. Ein Einsteiger will nunmal nicht sein ganzes Geld in eine vernünftige Montierung oder einen mechanisch perfekten Kleinrefraktor stecken. Er will was sehen, und das ,denke ich, ist verständlich.

Nichtsdestotrotz: wer als Einsteiger kein Dobs möchte, ist auch heute noch mit einem 114/900 sehr gut bedient. Ob es gleich einer der teuren sein muß, das entscheidet das Budget.

Viele Grüße,
Michael
 
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