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eagle69

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Hallo zusammen!

So richtig gepackt hat es uns eigentlich erst vor 2 monaten, die astronomie nämlich. Als wir ein einfaches fotostativ erworben hatten für das schon etwas betagte (naturbeobachtungs-) spektiv und schon nach 3 langen abenden der suche (als erstes brauchen wir vega. Wo ist nochmal vega?...) den ringnebel M57 endlich gefunden hatten. Ab da wusste ich – damit möchte ich weiter machen, so wie es die zeit erlaubt.
Als einsteigerlektüre wurden deepsky atlas + reiseführer, drehbare sternkarte, fernrohrführerschein und kaufberatung erworben, wobei vor allem letzteres nicht sehr viel gebracht hat. Drum schreibe ich jetzt mal hier rein.
Kurz die eckdaten: wir leben in einer mitteldunklen gegend, sind aber rund 15km von einer großstadt entfernt, die dark sky meter-app zeigt meist so werte um 5.5 an. Als nächstes wäre der erwerb eines „richtigen“ teleskopes geplant, was auf grund der vielfalt und kostenspektrums irgendwo von 100.- bis 100.000.- ziemlich unübersichtlich ist.
Was wir wollen: sehr gut sehen und auf jeden fall auch gut bis sehr gut fotografieren können (galaxien, nebel, deep sky). Mobilität ist kein muss, kann aber auch sein. Goto eher schon. Kürzlich haben wir auch zufällig eine ziemlich stabile stahlsäule am flachdach unseres hauses entdeckt (ehem. Sat anlage), die natürlich auch an die möglichkeit einer fixen sternwarte denken läßt. Von den kosten her würde ich mich da jetzt gar nicht so festlegen wollen. Ich werde mir keinen china-schrott aus dem supermarkt kaufen, möchte aber auch vermeiden, für 2000.- ein einsteigerset zu erwerben und nach einem halben jahr zu merken, dass es unzulänglich ist und ich für das 2 oder 3fache schon etwas wesentlich sinnvolleres angeschafft hätte.
Weiters würde mich interessieren, was wir mit den derzeitig vorhandenen geräten eigentlich anfangen können, vor allem in hinblick fotografie. Bitte gern um diesbezügliche hinweise!
So, nun mal unsere technische ausrüstung bisher:
-das spektiv ist ein swarovski CTS85 http://at.swarovskioptik.com/natur/ctc-cts-eyepiece-c21020301/cts-85-20-60x-p5006089-B1 mit also 20-60x zoom. Die lichtleistung dürfte nicht übel sein (mir fehlen vergleiche), allerdings ist das scharfstellen nur ungenau möglich und der einblick halt gerade von hinten, was bei längeren zenit-beobachtungen schon eher mühsam ist. Es gäbe jedenfalls hierfür auch einen fotoadapter, wobei ich nicht weiß, inwieweit sich sich das rohr überhaupt für astrofotos eignet.
-dazu wie gesagt ein alu-fotostativ, ohne montierung etc.
-ein kleines binokular 7x32 zur übersicht, sehr hilfreich.
-kamera nikon D200 DSLR (könnte evt bald durch die nikon D810A ersetzt werden). Irgendwie wäre mein plan gewesen, mit der nikon durch das teleskop zu fotografieren, bin aber gern für andere vorschläge offen.
-dazu passende objektive: nikkor 12-24 1:4 G ED. Nikkor 80-400 VR 1:4,5-5,6 D ED. Nikkor 18-70 1:3,5-4,5G ED. Micro nikkor 60mm 1:2,8 D. nikkor makro-zoom 70-180mm.
Soweit der status. Läßt sich damit irgendetwas anfangen? Evt auch ohne teleskop, nur auf der montierung? Kann ich zb mit dem 400er tele so etwas ansatzweise ersetzen:
http://www.teleskop-express.de/shop...25mm-Triplet-Vollapo-mit-Bildfeld-Ebnung.html
an sich hätte ich den vixen mal ins auge gefasst, zb mit SXP-montierung. Aber der taugt dann ja wohl nur zum fotografieren oder? Stimmt es dass ich entweder ein teil zum schauen oder eins zum fotomachen kriege, und wenn es beides kann, ist es eh ein fauler kompromiss? Ist es verkehrt, gleich mit einem fototubus zu beginnen oder sollte man zuerst mal das „sehen“ mit einem 20-30cm durchmesser newton erlernen?
Ok, jetzt lass ich aber mal euch zu wort kommen..
Vielen dank schon mal für die infos!
Beste grüße
eagle
 
Hallo eagle (üblicherweise sprechen wir uns hier mit dem Vornamen an, macht das ganze ein wenig familiärer)

Zitat von eagle69:
Stimmt es dass ich entweder ein teil zum schauen oder eins zum fotomachen kriege, und wenn es beides kann, ist es eh ein fauler kompromiss?

Jein, aber es ist extrem sinnvoll, fotografisches Equipment und visuelles Equipment zu trennen!
Was visuell richtig Spass macht, große Öffnung bei mittlerer bis langer Brennweite ist fotografisch schon Extremsport und das was fotografisch Spass macht (ein kleiner farbreiner ED APO) ist aufgrund der kleinen Öffnung nicht unbedingt das, was sich viele bei visueller Beobachtung erhoffen.
Diesbezüglich ist der Deepsky Reiseführer aber ein geniales Hilfsmittel für dich zur Entscheidungsfindung. In diesem Buch findest du eine Menge Zeichnungen die dir die prominentesten Objekte in verschiedenen Teleskopen zeigen. Schau einfach nach und entscheide was deiner Vorstellung nahe kommt!


Zum schnellen visuellen Einstieg würde ich einen 8" Dobson mit 3 ordentlichen Okularen empfehlen, damit ist visuell schon ne Menge möglich, aber fotografisch extrem wenig/nichts!


Zitat von eagle69:
Was wir wollen: sehr gut sehen und auf jeden fall auch gut bis sehr gut fotografieren können (galaxien, nebel, deep sky). (...) Ich werde mir keinen china-schrott aus dem supermarkt kaufen, möchte aber auch vermeiden, für 2000.- ein einsteigerset zu erwerben und nach einem halben jahr zu merken, dass es unzulänglich ist und ich für das 2 oder 3fache schon etwas wesentlich sinnvolleres angeschafft hätte.



Also der Reihe nach, visuell s.o. fotografisch folgt (vermutlich kommt jetzt viel Text...)

Fangen wir an der Basis (der Montierung) an. Wenn du es wirklich ernst meinst mit der Astrofotografie, dann ist die Montierung erst einmal das Teil, wo du am wenigsten sparen solltest.
In den meisten Fällen und solange nur kleine Geräte eingesetzt werden kommt man mit einer HEQ5 bzw. AZ-EQ5GT gut hin. Die Montierungen tragen so in etwa 10kg fotografisch. Die max. Traglast sollte man fotografisch (vor allem nicht am Anfang) nicht unbedingt ausreizen. Da kommt es schnell zu windbedingten Wacklern und anderweitigen Schwingungen im System, die das Fotografieren nicht unbedingt zur Freude machen.
Mit der größeren NEQ6 bzw. AZ-EQ6 und einer fotografischen Tragfähigkeit von gut 15kg bist du eigentlich auf Jahre bedient. Egal ob du mit einem kleinen ED anfängst und mit einem dicken Spiegel weitermachst, die Montierung ist erst einmal stabil genug.
Die Montierungen, die noch mehr tragen (EQ8 mit bis zu 50kg) sind recht teuer, schwer und vor allem sollte man sich da schon ziemlich sicher sein, was man wie und womit fotografieren will.

Nachdem du eine Montierung gekauft hast, kannst du erst mal mit deinen normalen Objektiven anfangen. Montierung aufbauen, einnorden usw. fällt am Anfang schwer, wird aber ganz schnell zur Routine und je genauer du dabei vorgehst, um so länger kannst du belichten, ohne dass die Sterne zu Eiern werden.

Lohnende Ziele wären Milchstraße (WW oder UWW), verschiedene Sternbilder (gr. Wagen, Orion, ...) mit Normalbrennweite und dann die großen, hellen Objekte (Mond, Plejaden, Andromedagalaxie, Orionnebel, ...) mit einem Tele. Damit kannst du auf jeden Fall das genaue Einnorden der Montierung üben und auch die EBV der gesammelten Daten, denn die Astro-EBV ist mit normaler Bildbearbeitung kaum zu vergleichen (Stacken, Flat-, Bias-, DarkAbzug, ...)

An dieser Stelle könnte ich eignetlich schon aufhören zu schreiben, denn damit bist du erst einmal beschäftigt. Gerade jetzt im Herbst/Winter, sind die Nächte zwar lang und hoffentlich klar, aber die Kälte ist ein Leckerli für den inneren Schweinehund!

Aber weiter im Text, mal so als "Vision"...
Nachdem du mit einer Montierung und deiner Kamera die ersten Erfahrungen gesammelt hast, kommt meist auch schnell der Wunsch nach einem richtigen Teleskop zum fotografieren. Ich pers. finde einen 80er ED APO ist da genau richtig, andere empfehlen da eher einen schnellen 6" oder 8" Fotonewton. Das ist ziemlich Geschmackssache und nicht zuletzt entscheiden deine fotografischen Ziele welches Instrument mit welcher Kamera das geeignete Bildfeld bei vernünftiger Auflösung liefert.
Aber wie dem auch sei, mit dem Brennweitensprung auf 500-800mm wird dir schnell klar, dass so lange Belichtungszeiten wie mit dem UWW auf keinen Fall mehr möglich sind und ein Autoguider her muss. Auch da gibt es viele verschiedene Lösungswege...
Aber dazu solltest du erst einemal Erfahrung sammeln und dann noch einmal konkret nachfragen, je nach Gerät gibt es da verschiedene Ansatzmöglichkeiten.

Auf gar keinen Fall darfst du aber vergessen, dass du das alles auch irgendwie mit Strom versorgen musst. Im Garten/auf dem Flachdach nicht unbedingt das größte Problem, auf dem Feld aber schon eine Herausforderung.


Lange Rede kurzer Sinn, aus meiner Sicht gibt es für dich folgende Einsteigsoptionen:
Du kaufst einen 8" Dobson und fängst rein visuell an, lernst die Orientierung am Himmel usw. und steigst dann später fotografisch ein.
Die andere Variante, du kaufst jetzt eine parallaktische Montierung und fängst mit dem Fotografieren an, wie oben schon geschrieben mit deinen Objektiven. Wenn du hier die Priiorität setzt, könntest du auch einen kleinen ED APO dazu kaufen. Visuell beobachten geht damit auch aber s.o.

Kleiner Tip noch. Schau mal bei www.astrobin.com vorbei. Da kannst du gezielt Bilder suchen, vor allem auch nach verwendeten Instrumenten und Kameras, oder schau mal in meiner Astrobin-Galerie vorbei, dort findest du Fotos die ich mit Brennweiten zwischen 85mm und 2.000mm gemacht habe http://www.astrobin.com/users/Sodiac/ .
 
Hallo Markus,
nicht zu vergessen die Stunden die man am PC sitzt und die Fotos bearbeitet, denn kein Bild fällt fertig aus der Kamera.
Gruß Rolf
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi "eagle",

wilkommen im Forum. :huhu:

So richtig gepackt hat es uns eigentlich erst vor 2 monaten, die astronomie nämlich. Als wir ein einfaches fotostativ erworben hatten für das schon etwas betagte (naturbeobachtungs-) spektiv und schon nach 3 langen abenden der suche (als erstes brauchen wir vega. Wo ist nochmal vega?...) den ringnebel M57 endlich gefunden hatten. Ab da wusste ich – damit möchte ich weiter machen, so wie es die zeit erlaubt.

so ähnlich ging es wol vielen von uns. Mir auch. :)

Als einsteigerlektüre wurden deepsky atlas + reiseführer, drehbare sternkarte, fernrohrführerschein und kaufberatung erworben, wobei vor allem letzteres nicht sehr viel gebracht hat.

da fehlt noch ein Planetariumsprogramm für den PC. Mit dem kannst tagsüber/abends nachsehen, was aktuell zu welcher Uhrzeit wo am Himmel steht. Zusammen mit der drehbaren Sternkarte und ner Rotlichttaschenlampe kannst so die Orientierung am Himmel (Sternbilder) besser erlernen. :)

Als nächstes wäre der erwerb eines „richtigen“ teleskopes geplant, was auf grund der vielfalt und kostenspektrums irgendwo von 100.- bis 100.000.- ziemlich unübersichtlich ist.

das ist wirklich schwierig, wenn man noch Neuling ist. Ich finds gut, daß Du vor dem Kauf fragst. :super:

Denn das Zeug, was von den Händlern für den Einstieg angepriesen wird, ist größtenteils "Spielzeug" und taugt nix. :erschreck:

Was wir wollen: sehr gut sehen und auf jeden fall auch gut bis sehr gut fotografieren können (galaxien, nebel, deep sky). Mobilität ist kein muss, kann aber auch sein. Goto eher schon.

Beim Einstieg ins visuelle spechteln sollte die Reise in Richtung eines Spiegelteleskopes gehen. Je nach Geldbeutel ein 6 oder 8" Newtonteleskop. Durch den großen Spiegel wird viel Licht gesammelt und man erkennt auch was im Okular. Denn unser Auge kann keine "Langzeitbelichtung". Nur 1/25 Sekunde...

Da sich die Erde unter dem Sternhimmel dreht, braucht man eine Nachführung. Da gibt es 2 verschiedene Varianten. "Äquatorial" und "parallaktisch".

Äquatorial ist "links/rechts", "rauf/runter" und wird bei einem Newton "Rockerbox" genannt. So eine Rockerbox ist erstmal nicht das, was man sich als Laie unter einer "Teleskopbefestigung" vorstellt. Schlicht eine Kiste, in die das Teleskop reingehängt/reingelegt wird. Ums "Einnorden" muß man sich keine Gedanken machen. Hinstellen, Teleskop rein und gut ist. Aber in der Praxis ist das etwas, das sich sehr gut bewährt hat. Sie ist üblicherweise aus Holz (kann man selber bauen oder fertig kaufen) und koscht im Verhältnis zum Teleskop fast garnix. Da kann man die Knete ins Teleskop und die Okulare stecken. :super:

Parallaktisch ist erstmal deutlich komplizierter im Aufbau, da hat man ein Achsenkreuz, welches man sehr exakt auf den Himmelspol (in der Nähe des Polarsterns) ausrichten (= Einnorden) muß. Und unter dem Achskreuz sitzt noch ein schweres, massives Stativ. Damit man nachführen kann, sind Wellen, Lager, Schnecken und Schneckenräder (und fürs Fotografieren auch gleich noch Motoren mit Getrieben) verbaut. Also viele mechanische Teile. Und diese Teile müssen mit sehr guter Präzision gefertigt sein und zueinander justiert werden. Daher ist diese Art der "Teleskopbefestigung" wesentlich teurer als ne simple Rockerbox. Für die Fotografie aber zwingend notwendig. Auch zwingend notwendig ist ein Steuergerät, das die Motoren so bewegt, daß die Sterne dann im Okular bleiben. Und das einen sogenannten "Autoguideranschluß" (ST-4) hat.

Kürzlich haben wir auch zufällig eine ziemlich stabile stahlsäule am flachdach unseres hauses entdeckt (ehem. Sat anlage), die natürlich auch an die möglichkeit einer fixen sternwarte denken läßt.

Am Flachdach (=also eigentlich an der Hauswand)? Dann nützt die rein garnix. Denn je nach Beobachtungsrichtung muß man ja 360 Grad um die Säule rumlaufen können, um ins Teleskop schauen zu können...

Viele Fotografen raten Anfängern dazu, das Geraffel für Fotografie und Visuell zu trennen. Warum?

Weil ein (großes) Teleskop (z.B. ein 12" Newton in Rockerbox") fotografisch einen Unterbau braucht, der so grob in Richtung 10.000 Euro oder mehr geht und das eigentlich nur in einer Sternwarte fix aufgestellt Sinn macht. Da hängt dann die Kamera dauerhaft dran, auch ein Autoguider und was machst, während die Kamera stundenlang Bilder aufnimmt? Dem Gerödel bei der Arbeit zusehen? Wenns erstmal läuft, wird das schnell langweilig.

Außerdem müßte so ein Teleskop für Fotografie erst umgebaut werden. (größerer Fangspiegel, anderer Okularauszug, Rohrschellen, Prismenschine, ...)

Es kann sein, daß Du fotografisch nach etlichen Jahren mit kleineren Öffnungen/Brennweiten tatsächlich bei so einem Monster ;) landest. Aber für den Anfang ist das definitiv nix. Denn auf Anhieb klappt da erstmal garnix. Dafür benötigt man Erfahrung. Und die holt man sich mit Teleobjektiven und kleineren Refraktoren auf der fettesten parallaktischen Montierung, die man tragen, aufbauen und bezahlen kann.

Das Auge braucht den großen Spiegel, um Licht zu sammeln. Eine Kamera nicht. Die belichtet einfach länger. :)

Und hier sind wir beim Punkt. Der Belichtungszeit. Mit nem Weitwinkelobjektiv auf feststehendem Stativ bleiben die Sterne bei ca. 15 Sekunden noch annähernd punktförmig. Aber wenn Du mal 2 Minuten am Stück belichtest, hast Striche bzw. kurze Kreisbögen.

Auf einer parallaktischen Montierung kannst dagegen 2 Minuten belichten und hast immernoch punktförmige Sterne. Und so langsam schälen sich dann auch erste Nebelfetzen aus dem Dunkel. Belichtest jetzt (autogeguidet) mal 10 oder 20 Minuten, dann wirst erschlagen von der Menge an Sternen, die jetzt sichtbar werden. Und nimmst statt einem Weitwinkel ein Teleobjektiv, dann kannst sowas ablichten. Oder sowas, oder das hier. :D

Alle diese Bilder sind mit einem 300 mm Teleobjektiv direkt auf einer parallaktischen Montierung entstanden. Also nicht durch ein Telekop fotografiert. Allerdings ist meine Kamera umgebaut worden (ein Filter raus aus der Kamera, damit sie das rote Leuchten (in den s/w Bildern weiß) auch richtig "sehen" kann) und die verwendeten Clipfilter gibt es meines Wissens nur für Canon Modelle. Und ich hab dabei Belichtungszeiten für die Einzelbilder bis zu 15 Minuten verwendet. Dann viele Bilder vom Motiv (über mehrere Nächte, pro Farbkanal etwa 10 Stunden), die dann per Software im Rechner übereinander gelegt wurden. Neben der reinen Aufnahmezeit (30 Stunden bei den beiden Einzellinks!) kam da nochmal die selbe Zeit für die Bildbearbeitung zusammen. Damit bei diesen Belichtungszeiten die Sterne rund bleiben, brauchst aber definitiv ne Autoguidingkamera. Die guckt sich bei mir nen Stern im 8x50 Sucher an und sobald der sich auch nur um nen Bruchteil seines Durchmessers vom virtuellen Fadenkreuz wegbewegt, schickt das Autoguidingproggy auf dem Rechner nen Korrekturimpuls über ein Kabel an die Montierungssteuerung...

Weiters würde mich interessieren, was wir mit den derzeitig vorhandenen geräten eigentlich anfangen können, vor allem in hinblick fotografie. Bitte gern um diesbezügliche hinweise!

Kamera mit WW-Objektiv oder Normalobjektiv auf feststehendem Fotostativ:

hübsches Vordergrundmotiv suchen (Baum, Haus, Denkmal, ...) und Kamera im Quehrformat so aufstellen, daß man noch viel Himmel drüber sieht. ISO hochschrauben, auf Unendlich stellen und mit Drahtauslöser mal 1 Stunde "Dauerfeuer" bei 30 Sekunden Belichtungszeit.

Aus diesen Bildern kannst dann

a) einen Zeitrafferfilm machen, wie die Sterne über den Himmel ziehen
b) eine Strichspuraufnahme rechnen

Mit dem 400er Tele geht Sonnenflecken (Baaderfolie vor der Öffnung vom Tele!) oder kompletter Mond sehr gut auf feststehendem Stativ. Und auf ner parallaktischen Montierung siehe meine Bilder weiter oben. :)

Stimmt es dass ich entweder ein teil zum schauen oder eins zum fotomachen kriege, und wenn es beides kann, ist es eh ein fauler kompromiss?

ja, das ist so.

Ist es verkehrt, gleich mit einem fototubus zu beginnen oder sollte man zuerst mal das „sehen“ mit einem 20-30cm durchmesser newton erlernen?

ich würde mit einem rein für visuell konzipierten Newton in Rockerbox anfangen. Und in den nächsten 2-3 Jahren erstmal den Umgang mit dem Teleskop, die Orientierung am Himmel und unser "Fachchinesisch" lernen. Und dann den nächsten Schritt machen in Richtung Fotografie. Und in der Zwischenzeit checken, ob es in Deiner Gegend Fotografen gibt. Falls ja, mal Kontakt zu denen aufnehmen, ob Du ihnen mal über die Schulter gucken kannst, wenn sie Aufnahmen machen. Denn ich denke, Du unterschätzt bei weitem den Aufwand, der hinter einem einzigen guten Foto steckt. ;)


 
Hi Eagle,

was die Vorredner geschrieben haben, und:

- mit einer "Vollformat"-Kamera wie der D810a wird's gleich zu Anfang richtig teuer. Denn für die brauchst Du ein Teleskop mit mindestens einem 2,5 Zoll, besser einem 3 Zoll Okularauszug. Und "kleinere" Gerätschaften wie eine Canon APS-C oder sogar eine (Micro-) Four Thirds Kamera verlängern Dir die Brennweiten, was nicht von Nachteil sein muß. Im Gegenteil: für Planeten nimmt man normalerweise richtig kleine, dafür aber gekühlte CCD-Kameras.

- ich find Deine Überschrift gut. Ich selber habe erstmal günstig angefangen und gerade ein erstes Bild *durch* ein Teleskop gemacht ( siehe http://wolfgang.lonien.de/2015/10/another-full-moon-image/ ). Mond geht immer, auch manuell nachgeführt mit meinem Equipment für ca. 450€ (und die Olympus Kamera macht aus den 750mm des Teleskops KB-äquivalente 1500mm). Aber, wie Deine Überschrift sagt, der Wunsch nach mehr kommt sicher bald. Ich hab eine Sternwarte mit richtig netten Leuten in der Nähe, aber wenn ich allein und mit festem Fotovorsatz gewesen wäre hätte ich die Tips von weiter oben berücksichtigt und wär nicht unter einer HEQ-5 oder EQ-6 Montierung eingestiegen. Soll heißen: ernsthafte Deep Sky Fotografie wird nicht ganz billig.

Gruß und CS,
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,
keine Planetenkamera ist gekühlt,weder die DMK, ALccd5L-IIc oder die Skyris, bei den kurzen AVI`s ist keine Kühlung notwendig.
Gruß
Rolf
 
Oh ups - ich dachte an sowas wie die Atik 4000. Stimmt, die sind dann wieder etwas größer (und deutlich teurer).

LG und CS,
Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,
das sind Kameras für Deepsky Aufnahmen, für Planeten nicht geeignet weil sie keine AVI´s machen.
Gruß Rolf
 
Hi Rolf,

wieder was gelernt - danke!

LG und CS,
Wolfgang
 
Hallo Eagle,

also, ich möchte Dir nach diesen ganzen ernüchternden aber sicherlich auch korrekten Tips mal etwas Mut machen:
Ich habe mit einem 8" Newton auf einer NEQ5 Synscan Goto mit einer nichtmodifizierten Canon EOS angefangen. Das geht visuell und entgegen vieler Meinungen auch fotografisch.
Kannst ja mal ein Blick in meine Astrobin Galerie werfen.

Aber auch dann kommt der Wunsch nach mehr:
- Autoguiding über OAG
- Noch tragfähiger Montierung
- 10" RC

Wie du siehst, es geht was, darum einfach machen.

CS Martin
 
hallo !
vielen dank für die unglaublich umfangreichen und vielfältigen Infos! musste mich da erst mal durcharbeiten..
und erst die Fotos, echt zum niederknien! ich fotografiere seit vielen jahren unterwasser mit der DSLR, "komplexes arbeitsumfeld" ist mir also nicht ganz fremd - wobei 30std Belichtungszeit und ebenso viel zur EBV aber schon der hammer sind.
unterm strich würde ich nun am ehesten dazu tendieren, eine -momentan-etwas überdimensionierte Montierung zu nehmen (etwa im Bereich der vixen SPX oder der SW EQ8pro), dazu einen 8-10" Newton zum schauen und parallel dazu könnte ich mal meine Nikon dran montieren (evt mit autoguider?) und mal sehen, was sie mit den vorhandenen objektiven so rausholt (danke für den tip mit den Brennweiten im deepsky führer), und mich so auch mit der EBV langsam vertraut machen. und wenn das dann passt -und noch mir noch taugt-dann einen ED APO und vielleicht später doch eine grösserformatige ccd-cam...

Rotlicht ist übrigens vorhanden. als planetariumsprogramm verwenden wir starmap2 als app fürs ipad nebst diversen anderen astro-apps wie scope night oder dark sky meter. und die säule am Flachdach, die steht ziemlich mittig, mit genügend platz rund herum, da ginge sich schon einiges aus...
wobei in unseren breiten es wettermässig für Astronomen nicht grad einfach sein dürfte. seit unserem "einstieg" anfang September kann ich mich gerade an 3 abende erinnern, wo "clear sky" war und auch kein Mond störte.

in meiner Verzweiflung habe ich mir jetzt endlich ein gscheites 10x50er Fernglas bestellt, das kann man ja immer brauchen ;-)
besten dank nochmal an alle "mutmacher"! und schönes Wochenende!
eagle
 
Hi

Nur ne kleine Randbemerkung: Versteif dich nicht zu sehr auf die Säule auf dem Dach. Man/ich kann kaum abschätzen, wie tragfähig und vor allem wie schwingungsanfällig die ist.
Also evtl mal einplanen, dass eine Säule in den Garten kommt, vielleicht sogar mit Rolldachhütte oder ähnlichen Schutzbauten zwecks Bequemlichkeit (sozusagen nur noch "Teleskop einschalten" und der Beobachtungsabend kann losgehn).

cs
Jürgen

(oh - und wir sprechen uns hier meist mit Vornamen an)
 
Hi "Adler" (wie heißt Du denn wirklich?),

nach dem zu urteilen was Du so andenkst und schreibst klingt's als wolltest Du in Jens' Richtung:

http://www.spaceimages.de/

Der Gute ist bei den Balkonauten aktiv und zeigt dort sehr interessante und imposante Sachen, außerdem hilft er dort auch Neulingen wie mir, zum Beispiel in

http://www.balkonsternwarten-netzwerk.de/index.php/Thread/6062-Mein-erstes-primärfokales-Mondfoto/

Auf seiner Seite beschreibt er den Weg auch mit seinem Equipment, den er ziemlich schnell und zielstrebig verfolgt.

Vielleicht hilft Dir/Euch das weiter?

LG und CS,
Wolfgang
 
Zitat von wjlonien:
Hi "Adler" (wie heißt Du denn wirklich?),

nach dem zu urteilen was Du so andenkst und schreibst klingt's als wolltest Du in Jens' Richtung:

http://www.spaceimages.de/

Der Gute ist bei den Balkonauten aktiv und zeigt dort sehr interessante und imposante Sachen, außerdem hilft er dort auch Neulingen wie mir, zum Beispiel in

http://www.balkonsternwarten-netzwerk.de/index.php/Thread/6062-Mein-erstes-primärfokales-Mondfoto/

Auf seiner Seite beschreibt er den Weg auch mit seinem Equipment, den er ziemlich schnell und zielstrebig verfolgt.

Vielleicht hilft Dir/Euch das weiter?

LG und CS,
Wolfgang

guten abend!
danke für den link, er beschreibt auf seiner seite echt gut wie sich seine Ausrüstung entwickelt hat und warum.

noch 2 fragen hätt ich...
ist es an sich jedesmal nötig, das Teleskop einzunorden bzw -scheinern, wenn es
a)fix mit der Montierung auf einer fixen säule steht (dh sozusagen im freien bleibt)
b) nur die Montierung auf der säule verbleibt und ich das Teleskop nach der Beobachtung mit rein nehme?

und weiters: gibt's eigentlich irgendetwas, das gegen einen SC spricht (etwa celestron 8" oder 10") zu visuellen zwecken (statt eines Newton meine ich)?

ganz liebe grüße + CS
wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

wenn du dein komplettes Geraffel in z.B. einer Schutzhütte permanent stehen lassen kannst, dann musst du natürlich auch nicht jedes Mal neu einnorden! Wenn du allerdings das Teleskop jedes Mal montierst, demontierst, montierst, ... dann würde ich zumindest die Poljustage jedes Mal prüfen (abhängig von der Montierung, ggf. auch nicht),#

Gegen ein SC sprechen für mich 2 Dinge, zum einen hat es eine sehr große Brennweite, was Beobachtungen bei niedrigen Vergrößerungen quasi ausschließt. Mit einem 40mm Okular bekommst du z.B. die Plejaden nicht ganz ins Feld (gilt auch für M31). Der 2 Nachteil ist die Schmidtplatte, die zum einen gerne zutaut und zum anderen die Zeit, die das Teleskop zum auskühlen braucht verlängert. Das Auskühlen wäre bei einer festen "Hütte" aber kein Thema mehr.

FÜR ein SC sprechen aber auch ein paar Tatsachen. Aufgrund der hohen Brennweite ist es für Mond und Plenten ein tolles Gerät. Als ACF oder EHD hast du sogar ein ebenes Bildfeld, was der Fotografie zuträglich ist und was für dich als Beobachter interessant sein dürfte, ist der Einblick von hinten. Bei einem Newton kann es je nach beobachtetem Objekt sehr unbequem sein durch das Okular zu blicken, oder du musst nach einem Schwenk immer das Teleskop in seinen Schellen drehen. Das brauchst du bei einem SC nicht.
 
hallo markus,

alles klar, danke. du hast recht, ich hab mir die Brennweiten der CS röhren mal auf dem okularrechner angesehen (geniale seite übrigens), da kriegt man tatsächlich nur einen miniausschnitt zusammen, selbst mit den angeboten reducern auf f6,3 o.ä.
werde das ganze noch ein wenig reflektieren. momentan schwanke ich bei der Montierung zwischen
- EQ8 und
- AZ EQ6,
und bei der Optik zwischen
- Vixen Newton R200SS 800mm
- 250/1000 "Der Newton ohne Namen" LACERTA flat
- Celestron 11" f/2,22 RASA Rowe-Ackermann Schmidt-Astrograph 620mm

letzterer ist zwar nicht grade ein schnäppchen, sieht aber von seinen Eigenschaften her hochinteressant aus. ausserdem komme ich bald in ein alter, wo sich andere Männer eine Harley kaufen... und da meine biker-zeit schon seit einigen Jährchen abgeschlossen ist, werde ich eher in diese Richtung investieren. ist auch gesünder und nicht so unfallträchtig :smiley61:

ganz liebe grüße + CS
wolfgang
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Wolfgang

Bei der Obstruktion muss noch der eigene Kopf mit einberechnet werden - man schaut bie diesem Teleskoptyp vorne hinein ;).

cs
Jürgen
 
Hallo Wolfgang,

ich habe mir deine Wunschliste nochmal genauer angesehen...

Du bist zwar irgendwie "angefixt" von der Astronomie und hast deine Sturm-und-Drang-Zeit auf dem Bike erfolgreich hinter dir gelassen, so dass du nun die Kohle, die so mancher Frischfünfziger in einen italienischen Hobel investiert, in dein neues Hobby stecken willst, ABER:

Um beim Mopped-Vergleich zu bleiben, du startest als Fahranfänger auf einer Hayabusa und die Theorieprüfung hast du nur mit Ach und Krach im 2. Anlauf bestanden!

Mit einer Montierung wie der AZ-EQ6 machst du erst mal nichts falsch und mit einer EQ8 erst recht nicht, aber die Frage ist, was ist sinnvoller? Was willst du fotografieren? Welche Kamera wird eingesetzt (SW-CCD, DSLR, ...)? Welches Teleskop wird verwendet?

Ob es jetzt ein 8" Dobson sein muss oder doch was anderes ist eigentlich Nebensache, was wichtig ist, konzentrier dich auf eine Sache! Entweder visuell den Nachthimmel erkunden, oder eben diesen Fotografieren. Wenn du beides gleichzeitg versuchst gehst du eine Menge fauler Kompromisse ein. Was für´s visuelle ein Segen, große Öffnung und ein entspanntes Öffnungsverhältnis, ist für die Fotografie häufig ein Fluch (von gerätespezifischen Eingenheiten ganz abgesehen)!
Wenn du keinen Dobson kaufen willst, ok! Ich hatte auch nie selbst einen und würde mir auch so schnell keinen kaufen (ich habe halt andere Präferenzen), du kannst durchaus auch direkt mit einer EQ-Montierung einsteigen, aber versuch nicht direkt mit einem Teleskop alle Belange zu bedienen, das geht nicht gut!

Schau dich doch mal auf einem Teleskoptreffen / Volkssternwarte / Astrostammtisch / Verein um und mache dir ein Bild von den verschiedenen Geräten! Egal was du jetzt kaufst, die Chance, dass es das falsche Gerät ist, ist riesig!
 
Zitat von Sodiac:
Zitat von Nasus:
Bei der Obstruktion muss noch der eigene Kopf mit einberechnet werden - man schaut bie diesem Teleskoptyp vorne hinein ;).

Ich hätte es treffender nicht formulieren können...

...Sachen gibt's, ein hammer :smiley47: an sich dachte ich es gibt bei dem RASA wohl irgendein umlenkprisma, aber so kommt er mal in die ablage "evt für später interessant". und danke für die Warnung.
@markus: danke dass du dir so viel zeit nimmst meine Überlegungen nachzuvollziehen! also, den Newton hätte ich jetzt mal nur für visuell geplant, möchte mir aber die Möglichkeit offenhalten, fürs erste mit der DSLR mit den kameraobjektiven auch erste Fotos zu machen, möglichst auf der gleichen Montierung, piggyback oder auf einer extra schiene daneben. also eh mal mit der bestehenden Ausrüstung, zum üben. und wenn der erste frust überwunden ist und es weiterhin spass macht, kann ich evt mit einem ED APO weitermachen und hab dann schon eine Montierung, die auch dafür nicht zu klein ist, und die ich dann schon einigermassen beherrsche (hoffe ich zumindest).
dobsons gefallen mir weniger und sind mir zu sperrig, v.a. fällt da ja die Foto Option gänzlich weg.
findest meine 2 Auswahl Newtons auch nicht passend ? und wenn nein, warum? den lacerta gäbs auch mit 200/100 bzw auch noch andere Dimensionen.
die idee mit dem astrotreffen ist sicher ratsam, hätte ich ohnedies geplant.

ganz liebe grüsse + CS
wolfgang
 
Hi Wolfgang

Die beiden Newtons sind sicher nicht schlecht - und man "kann" die auch visuell nutzen. Bei f/4 wird es aber sehr schwierig bzw. teuer, ordentliche Okulare zu finden. Es sind eben auch "Fotomaschinen", wenn auch eher zu 80%, anstatt dem 100% RASA.
Ferner möchtest Du dein System auf eine fixe Säule packen - prinzipiell eine gute und komfortable Idee, wobei ich bei der Dachmontage noch meine Zweifel habe, aber das ist eine andre Baustelle. Jedenfalls ist bei einer Säule die Höhe vorgegeben. Newtons haben untereinander schon andere bequeme Höhen, was den Einblick angeht (Stativ/Säule ist tendenziell eher niegrig, man schaut ja 'oben' rein) bei Apos, SCs, Maks etc. tendnziell höher.
Von der Kombination wäre daher ein kleiner Apo (großes Feld) und ein SC oder Mak (hohe Vergrößerungen) schlauer. Stark vereinfacht ausgedrückt und eben nur in der Theorie. Abgesehen von persönlichen Vorlieben, Beobachtungszielen und Beobachtungsmöglichkeiten gibt es ja noch weitere Faktoren. Und praktisch immer ist das erste Teleskop nie wirklich ideal, da man ohne Erfahrung trotz bester Beratung diese drei Faktoren noch nicht einschätzen kann.
Schon gar nicht, wenn sowohl Beobachtung als auch Fotogefie auf den Agenda stehen.

Was würde ich da machen? Falls ich etwas Wartezeit aushalten kann,ein Teleskopterffen besuchen. Vielleicht sogar mehrfach, da sich Erfahrungen oft erst setzen müssen.
Wenn ich gar keine Gedult hätte, eine kleine ggf. gebrauchte Ausrüstung. Höchstens ein C6, kleiner ED oder lieber noch ein 6"-Newton. Und das im vollen Bewusstsein, dass ich bei Neukauf und Wiederverkauf rund 30% in den Sand setze. Sozusagen als Lehrgeld.

cs
Jürgen
 
Hallo Wolfgang, Jürgen,

ich kann es sehr gut verstehen, dass du dir erst mal alle Optionen offen halten willst. Das liegt in der Natur der Sache, wenn man sich einem neuen Gebiet nähert. Aber wie ich oben schon schrieb, diese Optionsvielfallt hat Nachteile, wie z.B. die Okulare bei schnellen Newtons (siehe Jürgens Antwort).

Jürgens Kombinationsvorschlag SC und ED APO ist für mich nicht nur Theorie, sondern gelebte Praxis, aber auch erst mit der Zeit so entstanden und auch bewusst so gewählt, trotz der spezifischen Nachteile der Teleskope. Genau diese Entscheidung kannst du aber jetzt (nicht falsch verstehen) nicht wirklich treffen, da dir einfach die "Drei Faktoren von Jürgen" (pers. Vorlieben, Ziele und Möglichkeiten) fehlen.

Aus meinen eigenen Erfahrungen heraus (130er Planetennewton, 150er Newton, 8" SC und 80er ED und Montierungen in versch. Gewichtsklassen) würde ich pers. an deiner Stelle zu einem 80er (wegen meiner auch 100er) ED APO greifen. Unabhängig davon wie sich deine Ziele und Vorlieben entwickeln, bekommst du zum einen bei Widerverkauf eines APOs recht gut Geld zurück und zum anderen ist es für mich das flexibelste Teleskop. Aufgrund der morderaten Brennweiten sind die Teile auch (oder besser gerade) für größere Felder geeignet, aber es lassen sich auch ansehnliche Vergrößerungen erreichen und das ohne Farbsäume. Wenn du dennoch mal durch´s Teleskop fotografieren willst, nimmst du einen Flattener/Reducer dazu und kannst loslegen. Darüber hinaus sind die kleinen ED APOs justagestabil, leicht(er) und lassen sich mit einer einfachen Taukappenheizung wunderbar vor Taubeschlag schützen.
Und auch die Wahl der Kamera ist da recht unproblematisch.
NACHTEIL, schwache DSO brauchen Öffnung und lassen sich im kleinen ED nicht so weit vergrößeren oder sind ggf. kaum (also nur durch indirektes Sehen) oder gar nicht zu sehen.

Aber nichts desto trotz solltest du mal "Hand an echte Instrumente legen".
 
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hallo nochmal,

vielen dank für eure Infos. ich habe mir jetzt unter anderem diesen http://forum.astronomie.de/phpapps/.../topics/326697/Offnungsverhaltnis_eines_8_New fred zum Thema öffnungsverhältnis reingezogen, da mir auch gar nicht bewusst war, dass ein unterschied zwischen f/4, f/5 und f/6 eigentlich die grenze zwischen sog "fotonewton" und "visuellem Newton" ausmacht. auch auf hersteller- bzw händlerseiten nenn sich ein f/5 noch fotonewton, ein f/6 schon visueller, zb hier: http://www.teleskop-austria.at/shop/index.php?lng=de&m=1&kod=5&r=4&i=1
demnach würde ich mit einem f/5 (also zb einem 200/1000) im kompromiss-Bereich des gerade noch sinnvollen liegen, mit höherer justage Anfälligkeit und schwierigerer okularwahl, dafür mit etwas grösserem Gesichtsfeld + kürzerem tubus, wenn ich alles richtig verstanden habe. wenn ihr aber meint, dass ein 200/12000er mit f/6 die bessere Wahl wäre, lasse ich mit mir reden ;-)

was den 80er APO betrifft: eigentlich haben wir sowas ja derzeit -das CTS 85 (20-60x zoom) und genau wie du schreibst lassen sich schwache DSO damit manchmal kaum bis gar nicht erkennen (zb M33 ist so ein hartnäckiger fall), drum wollten wir eben mal mehr Öffnung, grösseres Gesichtsfeld etc.

schönen abend und möglicherweise heute sogar klare nacht!
wolfgang

 
Hallo Wolfgang,

das Thema Öffnungsverhältnis und Okularwahl ist leider nur die halbe Miete. Abgesehen von diesen beiden Gesichtspunkten gibt es noch weitere, die einen Fotonewton von einem visuell ausegelegten Newton unterscheiden. Einer davon ist der Fangspiegel. Bei fotografischer Nutzung ist der Fangspiegel größer, um ein entsprechend großen Sensor möglichst vignettierungsfrei ausleuchten zu können. Die damit einhergehende größere Obstruktion ist dabei (fotografisch) eher zu vernachlässigen, während sich diese visuell durchaus bemerkbar macht (flauer Kontrast).
Der 2. Punkt ist die Lage der Fokalebene, konkret wie weit diese außerhalb des Tubus liegt. Bei einem fotografisch ausgelegten Newton muss diese Ebene recht weit außerhalb liegen, damit ggf. Filterrad und bauartbedingte Abstände vom Kamerasensor zum OAZ eingehalten werden können. Wenn diese Ebene aber weit außerhalb liegt, musst du einen recht langen Weg zum Okular überbrücken, was bei schweren Okularen auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei ist...

Wo du gerade bei M33 bist iVm. dem CTS 85, mit einem 8" Newton wirst du KEIN größeres Gesichtsfeld bekommen! Selbst mit einem 40mm Okular an einem f/5-Newton hast du noch 25x Vergrößerung. Du bekommst also "nur" mehr Licht auf die Netzhaut.
 
hallo!
kurzes update: habe inzwischen einen APM 107/700 APO bestellt, nebst div Zubehör. kommt mit etwas glück noch vor den Feiertagen. werde schon mal die schiunterwäsche bereitmachen :-)

clear skies
wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

die Unterwäsche kannst du im Schrank lassen, denn neues Equipment bedeutet auch erst mal 4 Wochen bedeckter Nachthimmel :smiley60:
 
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