Zehn Minuten Mond

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ThN

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Hallo!

Der Hochnebel lichtete sich bei uns erst so gegen halb Drei am Nachmittag, ein feuchter diesiger Abend kündigte sich an. Das brachte mich auf die Idee den jungen Mond zu beobachten. 3,7 Tage alt wurde er. Gegen 18 Uhr 30 konnte ich die schmale Sichel recht niedrig im Südwesten mit dem Fernglas ausmachen. Ich stellte schon mal mein Fernrohr auf, aber der Himmel war noch zu hell. Dann gab's erstmal das Abendessen. Um 19:15 war es dann schon angenehm dunkel, aber die Mondsichel war jetzt schon goldgelb und stand nur noch vielleicht eine Handbreit (?) über dem Wäldchen auf der anderen Talseite des Wiesenbaches.

Jetzt musste es schnell gehen! Bei 63x fuhr ich den Terminator ab. Zunächst fiel mir ein interessanter Schlüsselloch-förmiger Krater am Rande eines Mares auf. Weiter den Terminator entlang dann ein tiefer Taleinschnitt, ein "Krater im Krater" von dem eine hohe, vom Licht beschienene Mauer oder Wand oder Wall auszugehen schien. Schräg oberhalb dann noch ein Doppelkrater.

Leider war nicht mehr Zeit übrig. Ich konnte diese Beschreibungen mal gerade auf meinen Voice-Recorder aufsprechen. Dann war Schluss. Im Virtual Moon Atlas konnte ich anschließend folgendes herausfinden:

Das Schlüsselloch ist der Krater Gutenberg.
Der tiefe Taleinschnitt das Valle Rheita (klar, das hatte ich schon mal beobachtet).
Der Dopplekrater waren die Krater Watt und Steinheil.
Nur bei dem Krater im Krater und der "Mauer" bin ich mir leider nicht sicher. Es muss der Krater-Komplex Fabricius / Janssen gewesen sein. Aber so richtig passt meine Beschreibung nicht zu der Abbildung im Moonatlas und auch nicht zum Rückl-Atlas.

Vllt. hat ja jemand die Gelegenheit beim Schopf gepackt und den Mond fotografiert - würde zu gerne wissen, was das war was ich gesehen hatte und ob ich mich vllt. im Eifer des Gefechts versehen hatte.

Fazit: Auch wenn's nur 10 Minuten Mond waren, hat sich's gelohnt. Zumal der Himmel so diesig und feucht wurde, dass er sich fürs Sternegucken nicht lohnt.

Thomas
 
< Nur bei dem Krater im Krater und der "Mauer"
< bin ich mir leider nicht sicher.

Hier die Auflösung:

Der Krater im Krater war Fabricius. Fabricius und Janssen sahen zusammen wie ein großer Krater aus, ein Kraterkomplex, und die "Mauer" war der Kraterwall von Janssen.

Unter anderen Lichtbedingungen wirkt das alles sicherlich ganz anders. Das ist das Spannende bei der Mondbeobachtung.

Thomas
 
Hallo,
heute waren's auch nur 10 Minuten. Klarer blauer Himmel, kalt und windig. Um 16:45 Uhr sah ich die schmale, 2,1 Tage alte Mondsichel. Aber noch zu hell - die Sonne war gerade vor 4 Minuten untergegangen. Um 17 Uhr konnte man den Mond dann gut freiäugig sehen. Enorm, wie gross die Sichel wirkt! Im Fernrohr war der Kontrast aber noch zu schwach. Das verbesserte sich aber sehr schnell. Um 17Uhr10 war der Kontrast ausreichend, der Mond aber nur noch 7° über dem Horizont und das Bild waberte nach Herzenslust! Mehr als 130x Vergrößerung ging kaum - es war auch so knapp überm Horizont nur wenig Licht vorhanden. Zu sehen waren von unten nach oben:

Langrenus: Das Kraterinnere noch dunkel. Darüber der ziemlich deformierte Vendelinus. Dann mit etwas Abstand Petavius mit einem sehr groß wirkenden "Knopf" im Inneren, das 30km lange Zentralmassiv. Weiter oberhalb (d.h. weiter südlich) dann noch ein großer, dunkler Krater: Furnerius.

Schließlich, weit im Süden wo die Sichel ganz schmal war, nahm ein großer Krater fast die ganze Breite ein. Dabei muss es sich entweder um Pontecoulant oder, wahrscheinlicher, um Helmholtz gehandelt haben.

Leider war die Zeit auch schon rum: Der Mond verschwand hinter Palmen, ähem, Tannen. Weiter östlich strahlte Venus, die im Okular (130x) wie ein heller Halbmond wirkte.

Thomas



 
Hi Thomas, wusstest du, dass manche Jagd auf noch ganz jung Mondsicheln machen? Dem Neulicht so knapp nach Neumond wie nur möglich....Rekord war wohl 14 Stunden nach Neumond, aber das Teleskop war schon mit Goto positioniert...ein Grenzfall. Das ist auch ne spannende Sache.

Gruss von Anette
 
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