Zeiss Binoctum 40er Jahre zerlegen

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Cris

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ja,
das wollte ich, da sich in diesem alten liebhaberteil die pechabdichtung gelöst hat, und dringend alle optischen flächen zu reinigen sind.
ich bin auch ziemlich weit vorgedrungen, nur an die prismen komm ich nicht ran.
Grund: die "Kegelstümpfe" die die Objektivlinsen vorne tragen lassen sich nicht abschrauben. Objektive hab ich zwar rausgekriegt, aber das wars auch schon.
Mache ich was falsch? Die "Stümpfe" lassen sich keinen mm Bewegen/drehen, Caramba hilft auch nix. Bevor ich gewalttätig werde frag ich lieber hier mal nach. Vielleicht ist am Ende das Gewinde anders rum oder so, oder man muss die Lederverkleidung schlachten, oder...
Gruss, Cris
 
Hallo Cris,

> Mache ich was falsch?

Eigentlich nicht. Wenn es so ein altes Glas mit der schwarzen Dichtmasse ist, dann bist Du auf dem richtigen Weg. Als erstes muß man die Objektive inklusive ihrer Fassung herausschrauben, dann kann man (normalerweise) die "Stümpfe" abschrauben.

> Vielleicht ist am Ende das Gewinde anders rum oder so, oder man muss die Lederverkleidung schlachten, oder...

Das Gewinde ist ein "normales" und die Lederverkleidung solltest Du drauf lassen. Das Problem wird wohl im Gewinde selbst liegen. Ich habe auch ein über 40 Jahre altes 15x50 Pentekarem, da bewegt sich absolut nichts mehr (außer dem Mitteltrieb und der Dioptrienkorrektur <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />). Vielleicht solltest Du die Objektive wieder einschrauben und versuchen, Objektivfassung und die "Stümpfe" gleichzeitig (!) ein Stück weit herauszudrehen. Dazu muß man meist sehr fest zupacken. Wenn die Objektivfassungen schon draussen sind, könnte es sein, daß sich das Gewinde der "Stümpfe" bei zu starkem Druck auf dieselben verkantet und dann geht gar nix mehr.

Mein 15x50 habe ich bis heute nicht aufbekommen und so lasse ich es auch dabei. Zuviel Gewalt ist bestimmt nicht gut ...

Frank.
 
Ergänzung

> Objektive hab ich zwar rausgekriegt

Hallo Cris,

da muß ich vorsichtshalber nochmal nachhaken. Ich hoffe mal, Du meinst die Objektive in (!) ihrer Fassung. Ich habe Dir mal ein Bild geschossen (nicht gerade schön, sollte aber ausreichen). Am Prismengehäuse findet man ein Außen- (AG) und ein Innengewinde (IG). Die links unten zu sehende Hülse wird auf das Außengewinde aufgeschraubt. In die Hülse steckt man die komplette Objektivfassung (Bild unten mitte) und schraubt sie in das Innengewinde am Prismengehäuse. Umgekehrt kann man beim Abschrauben theoretisch die Objetivfassung allein herausschrauben und die Hülse mit der Belederung bleibt dabei am Prismengehäuse. Wenn's nicht geht, sollte man versuchen, beide Teile gleichzeitig zu lockern und dann einzeln herauszuschrauben. Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich ...

Frank.

Link zur Grafik: http://212.80.228.216/sites/f.schaefer/0zeissfgl.jpg
 
Re: Ergänzung

Hallo Frank,
Vielen Dank für Deine Antwort. Ja, genau diese Objektivfassung meine ich. Un sie bewegt sich keinen mm.
Dem Vorschlag die Objektive reinzuschrauben um der Verkantung vorzubeugen werde ich glaube ich nicht folgen, weil ich etwas Angst um die Linsen habe; trotz Fassung.
Ich Glaube ich werde eine Hartholzscheibe in die Fassung stecken, und dann mit einem kräftigen Schlüssel nachhelfen.
Das Glas auf dem Foto scheint übrigens ziemlich genau dasselbe zu sein wie meins, nur sieht Deines noch viel besser aus. Schon erstaunlich, was damals für ein Aufwand getrieben wurde. Andererseits sehe ich so viel vom Prismengehäuse, dass ich glaube dass es keine Justierschrauben für die Prismen gibt. Naja, mal sehen.
Gruss, und nochmal Danke, Cris
 
Re: Ergänzung

> Dem Vorschlag die Objektive reinzuschrauben um der Verkantung vorzubeugen werde ich glaube ich nicht folgen

Hallo Chris,

ich meinte damit auch die Objetivfassung - also den konischen Tubus, wo die Objektive samt Exzenterfassung drin sitzen. Der ist sehr solide und solange man mit gewöhnlicher Muskelkraft arbeitet, dürfte der Optik eigentlich nichts passieren. An der Außenseite der Objektivfassung finden sich bei meinem Exemplar zwei kleine Löcher - etwa da, wo die oberste blaue Linie hinzeigt und das zweite um 180 Grad versetzt. Hier kann man einen Spezialschlüssel ansetzen und damit die Fassung lockern. Die Löcher müßte man schon sehen, wenn man den schmalen Ring abschraubt, der im Bild unten rechts liegt. Kann aber sein, daß die Löcher durch die Dichtmasse verkleistert sind. Mußt halt mal suchen ...

Würde mich brennend interessieren, ob Du eine schonende Lösung gefunden hast. Dann könnte ich meinem 15x50 auch nochmal auf den Pelz rücken.

Ach ja, Justierschrauben für die Prismen gibt es keine. Die Prismen sitzen mehr oder weniger passgenau in ihrem Prismenstuhl und die Optik justiert man mit hilfe der exzentrisch gelagerten Objektivfassungen.

Frank.
 
Re: Ergänzung

Hallo Frank,

Nett unsere kleine Diskussion... Also weiter:

> solange man mit gewöhnlicher Muskelkraft arbeitet...
Ich dachte eher an eine Geburtszange :-))
Im Ernst, normale Muskelkraft wird wohl nicht reichen.

> Objektivfassung...zwei kleine Löcher
Ich hab definitiv nur jeweils eins pro Fassung

> Würde mich brennend interessieren, ob Du eine schonende Lösung gefunden hast.
Ich werde mich melden.

> die Optik justiert man mit hilfe der exzentrisch gelagerten Objektivfassungen.
Erkläre mir, Graf Orindur, diesen Zweispalt der Natur...

Gruss, Cris
 
Re: Ergänzung

> Objektivfassung...zwei kleine Löcher
Ich hab definitiv nur jeweils eins pro Fassung
Stimmt, ist bei meinem auch so. Da habe ich mich wohl um 100% verschätzt, verguckt oder was auch immer <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" />. Damit könnte ich doch glatt unter die Optiktester gehen und Strehlwerte vermessen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ...

Bin immer noch gespannt, ob Du Dein Glas geöffnet bekommst.

Frank.
 
Re: Ergänzung

Hallo Frank,

Es ist vollbracht! Ich habe eine Hartholzscheibe "geschnitzt" und die in die Fassung reingesetzt. Dann konnte ich die Fassung prima in den Schraubstock klemmen ohne die Fassung zu verbiegen, und ein bisschen fester anziehen, als sonst. Es knirschte nicht mal (wohl wg. literweise Caramba) und draussen waren die Dinger.
Wenn sie sich im Schraubstock gedrillt hätten, dann hätte ich dem wohl durch Arretierung mit einem Nägelchen durch besagte Löchlein ein Ende bereitet.
Nach Verbrauch von 4 Päckchen Tempo und 10 (immer noch) schwarzen Fingernägeln war das Glas in- und auswendig gereinigt, und sieht jetzt (aber nur wenn man DURCHschaut) aus wie neu.
Grüsse, Chris
 
Re: Ergänzung

Hallo Chris,

> Dann konnte ich die Fassung prima in den Schraubstock klemmen ohne die Fassung zu verbiegen

Aua! Vor solchen Aktionen graut mir ein wenig, aber manchmal geht's wohl nicht anders. Die Idee mit der Holzscheibe scheint ja zu funktionieren. Vielleicht wage ich mich mit der Methode doch nochmal an mein 15x50. So dringend ist es zwar nicht, aber in einem Objektivtubus habe ich auch ein Stück Dichtmasse herumfliegen, welches sich beim Beobachten hoch stehender Objekte immer hartnäckig aufs Prisma gelegt hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/mad.gif" alt="" />. Durch geduldiges, sanftes Schütteln des Fernglases <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> habe ich es zwar überreden können, sich in einer Nische hinter dem Prisma zu verstecken, aber wer weiß, wann es wieder vorgekrochen kommt? Irgendwann muß ich also doch mal mit weniger sanften Methoden dem Glas zuleibe rücken.

> und sieht jetzt (aber nur wenn man DURCHschaut) aus wie neu

Hört sich doch gut an! Zum Durchgucken ist es ja auch gedacht. Das Binoctem auf meinem Foto ist wohl nicht ganz so alt wie Deins, aber auch da hatte das äußere gelitten. Ich habe dem Glas einfach eine neue "Lackierung" spendiert. Wenn man es einmal zerlegt hat, kann man auch das Prismengehäuse mit mattschwarzer Farbe aufpolieren. Jetzt sieht's fast wie neu aus.

Na dann viel Spaß mit dem Fernglas. Beste Grüße, Frank.
 
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