Zeiss Dekarem 10x50 evtl. Neuverkittung?

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Flor

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Hallo Zusammen

Bei einem Zeiss 10x50 Dekarem sind in einem Objektiv 3x ca.1mm (von vorne Betrachtet) große unförmige Punkte erkennbar, die wohl darauf zu schließen sind, das bei dem Ölverkitteten Objektiv der Ölfilm abgerissen ist und dadurch diese unförmigen Lufteinschlüsse entstanden sind. Weiß jemand zum einen, ob durch die Einwirkung von Wärme die Lufteinschlüsse zu beseitigen sind und sich vielleicht der jetzige Zustand verschlechtern kann, oder kommt da nur eine evtl. Neuverkittung in Frage.Visuell macht sich die ganze Sache in keinster Weise bemerkbar.

Grüße
Rolf
 
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Hallo Rolf,

die Objektive der Zeiss-Gläser sind offensichtlich nicht mit Öl gefügt, sondern mit einem festen Werkstoff, denn ich habe einige ungefasste Objektive, deren beiden Teile fest zusammen gefügt sind. Eines davon hat auch zwei Verkittungsfehler, wie von Dir beschrieben. Das ist wahrscheinlich ein statischer Zustand, der sich nicht mehr verändert. Ich denke, da brauchst Du Dir keine Sorgen machen, zumal das, wie Du sagst, visuell nicht wahrnehmbar ist.
Eine Neuverkittung wird für einen Laien kaum möglich sein. Die exzenterförmige Fassung ist offensichtlich nicht zu öffnen. Das Objektiv ist eingesetzt und der hintere Rand der Fassung wurde wahrscheinlich über eine Fase des Objektivs gepresst. Das kann man nicht auseinander schrauben. (Ich habe mir gerade ein gefasstes Objektiv intensiv mit einer Lupe betrachtet.)

Gruß Hans-Jürgen
 
Hallo Hans-Jürgen,

vielen Dank für Deine sehr informative Rückmeldung. Wenn sich ja bei dem Objektiv dann nichts mehr ändern sollte, kann ich es ja dann getrost so belassen.

Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,

die beiden Objektive vom CZJ Dekarem bestehen aus je einem zweilinsigen Achromat und sind nicht ölgefügt, sondern mit einem transparenten Kitt verbunden (miteinander verklebt). Möglicherweise ähnlich wie bei verkitteten Okularlinsen (Linsengruppen), bei denen oft Kanadabalsam, ein Baumharz der kanadischen Balsamtanne, verwendet wird.
Wenn Du es genau wissen willst, rufe doch mal bei der Fa. Harald Ros in Eisfeld an. Herr Ros repariert die alten Gläser von CZJ und sollte sich damit bestens auskennen.

Viele Grüße!
Bocian
 
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Hallo Rolf,

ein typischer Kittfehler. Ist bei den Jenaer Gläsern öfter mal zu finden und kommt auch in den ebenfalls gekitteten Okularlinsen vor.

Ich vermute wenn du es großen Temperaturschwankungen aussetzt z.B. mehrere Stunden bei Minusgraden den Sternenhimmel inspizieren und dann rein ins warme Wohnzimmer, könnten diese noch weiter aufgehen.

Ist es ein MC vergütetes Glas?

Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan und Bocian

Auch Euch vielen Dank für Eure wertvollen Infos. An Stefan noch, es besitzt eine Bernsteinfarbene Mehrfachvergütung.

Schöne Grüße
Rolf
 
Hallo Rolf,
kürzlich habe ich mir ein 7x50 Binoctem von Zeiss bei ebay gekauft. Der ganz Rand des einen Objektives war übersät von 1 mm - 2,5 mm silbrig glänzenden runden Gebilden. Ich war entsetzt, mußte aber auch feststellen, dass diese visuell - also beim Beobachten, weder bei Tag, noch bei Nacht irgendwie gestört haben. Ich habe mich dann schlau gemacht und erfahren, dass es sich um sogenante Kittbrüche handelt, die zwar nicht schön aussehen, aber die optische Leistung des Fernglases überhaupt nicht beeinträchtigen. Ein Tipp: Manchmal werden Ferngläser gleichen Typs als defekt "Optikschrott" angeboten. Wenn man Glück hat, ist vielleicht ein Objektiv noch heil. Das kann man dann mit dem fehlerhaften austauschen.
Mit Sternfreundegruß
orionastronomie
 
Hallo Stefan,

die Okularlinsen beim Dekarem sind definitiv nicht verkittet, falls Du diese gemeint hast.

CS!
Bocian
 
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Zitat von Bocian:
Hallo Stefan,

die Okularlinsen beim Dekarem sind definitiv nicht verkittet, falls Du diese gemeint hast.

CS!
Bocian

Das sind Erfle-Okulare. Entweder 2 Kittgruppen und eine Einzellinse oder drei Kittgruppen.

An nicht-verkittete Okularen wird heute nur noch Huygens hergestellt. Damit erreicht man die großen Bildfelder nicht und an f/3,5 sind sie ohnehin unbrauchbar.
 
Hallo Uwe,

wenn Du das so genau weißt, war mein Beitrag wohl falsch.
Zur Zeit des Venusdurchganges 2004 hatte man mir das Dekarem zur Projektion des Sonnenabbildes auf ein Blatt Papier empfohlen, da das Dekarem keine verkitteten Okularlinsen hätte und so auch kein Schaden entsteht, wenn man die Beobachtungsdauer nicht überteibt. Zu Sonnenprojektion am Teleskop sollen nur unverkittete Okulare verwendet werden (Huygens), da der Kitt sonst schmelzen bzw. verbrennen kann.
Ich habe mit dem Dekarem den Durchgang ohne Schäden beobachtet. Vielleicht wird die Okulargruppe auch nicht so warm, wie man allgemein vermutet.

Grüße!
Bocian
 
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