Zeiss - Der große E-Objektive Irrtum?

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hasebergen

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Moin allerseits.

Ich bin ja neulich an diesen 50/540er Selbstbaurefraktor aus DDR-Zeiten gekommen, den ich dann mal ein wenig "upgegradet" habe. Natürlich interressierte dabei zentral das Objektiv selbst. Es ist nicht das gekittete C-Objektiv, sondern die als "E-Objektiv" bekannte Ausgabe mit den drei "Aluspacern" und hat die Seriennummer 27743.

Ich hab da mal nachrecherchiert ...scheinbar hat sich in der Gemeinde hier ein langer Fehler in der Bezeichnung eingeschlichen und etabliert: denn soweit meine Recherechen gekommen sind, gab es in dieser Ausführung 50/540 NIE E-Objektive. Diese Bauweise wurde bei größeren Durchmessern angewendet, nicht aber bei 50mm. Hier handelt es sich um AS-Objektive, wie auch der Ausschnitt aus den Seriennummer der Zeiss-Jena-Produktion belegen. Meines datiert so ungefähr auf Ende 1966.

Sollte jemand von Euch da anderweitige Informationen haben, freue (sicher nicht nur) ich mit, die hier lesen zu können ...

Greetzles Hannes
 

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Hallo Hannes,


"E" und "AS" sind einfach auseinander zu halten auch wenn nix drauf steht: das "E" Objektiv hat eine bikonvexe vordere und eine konkav-konvexe hintere Linse, beim AS ist es genau anders herum und die Wölbung zwischen den Linsen ist deutlich stärker als beim normalen Achromaten.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Hannes,
in der Druckschrift Astro 30 von Zeiss werden auf Seite 106 E-Objektive als "Zweiteilige Fernrohrobjektive aus gewöhnlichen Silikatgläsern " bezeichnet. Aufgeführt sind dort Objektive von 60mm bis 500mm Öffnung. Es ist demnach eine Bauartbezeichnung, die auch für Objektive mit kleinen Durchmessern verwendet wurde. Weiter steht dort: "Die chromatischen Abweichungen stimmen mit den Abweichungen der von Fraunhofer gefertigten Objektive überein". Interessant ist, dass die Objektive nicht als Fraunhoferobjektive bezeichnet wurden. Im "ABC Der Optik", Seite 286 steht, ein E-Objektiv "ist ein zweiteiliger Achromat nach Fraunhofer aus normalem Kron- und Flintglas". Laux bezeichnet in seinem Buch diese Objektive als "Fraunhoferachromat E-Typ". Laux war Mitarbeiter im Rechenbüro von Zeiss-Jena. Die Bezeichnung "Objektive nach Fraunhofer" für Objektive aus gewöhnlichen Gläsern, Frontlinse aus Kron, mit kleinem Luftabstand, unterschiedlichen inneren Radien und Zinnplättchen als Abstandshalter war damals bei Zeiss üblich. Ein älterer Mitarbeiter hat mir erzählt, dass diese Bezeichnung nach dem zweiten Weltkrieg üblich wurde. Wer Urheber dieser Bezeichnung war, konnten mir die Optikrechner bei den Astros auch nicht erklären. Eigentlich ist diese Bezeichnung nicht ganz korrekt. Bei den originalen Objektiven von Fraunhofer haben sich die inneren Radien berührt. Fraunhofer hat die dabei entstehenden Newtonringe benutzt, um seine Objektive zu justieren.
Das Bastelobjektiv 50/540 wurde ursprünglich nach dieser Bauart hergestellt. Später wurde es aus Rationalisierungsgründen verkittet. Obwohl Zeiss selbst das Objektiv immer als Bastelobjektiv bezeichnet hat, würde also für das Objektiv mit Luftabstand die Bezeichnung E-Objektiv passen. Die Bezeichnung C-Objektiv wurde für das verkittete Telementorobjektiv eingeführt. Von der Bauart würde die Bezeichnung für das verkittete 50/540 passen. Es soll wohl auch 50/540-er Objektive mit der Gravur C 50/540 geben, ich habe aber noch kein solches Objektiv gesehen, mir konnte auch bisher kein Beleg dafür gezeigt werden.
C.S. Frank
 
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