Zeiss Jena Mittelformat Teleobjektiv anpassen

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Subzwerg

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Hallo,

möchte mein selten benutztes Zeiss Jena Mittelformat Teleobjektiv gerne zum beobachten der Sterne anpassen.

Was muß man hier generell beachten.

Vielen Dank im Voraus.

Frank
 
Hallo Frank,

generell mußt Du beachten, daß Dein Adapterstrang kurz genug ist, damit Du mit allen Okularen in den Fokus kommst.

Ohne Zenitspiegel sollte es keine Probleme geben mit handelsüblichen preiswerten Kamera- und Okularadapter in den Fokus zu kommen.

Mit einem 1,25" Zenitspiegel wird es schon schwieriger bzw. teuerer. Einen Objektvumbau für 2" Zenitspiegel würde ich nicht empfehlen.

CS Akio
 
Hallo Frank,

es gibt einen passenden Adapter, um von dem Zeiss (Pentagon?)-Bajonett auf andere Anschlüsse zu kommen.
Mit einem weiteren Adapter (z.B. T2 >< 31.5 (Okular Ø) wäre man dann am Ziel.
Ich würde mir das aber noch einmal überlegen- die Zeiss Jena Mittelformat Teleobjektive sind ganz schöne "Klötze", Du hast also auch ein kleines Problem mit dem Gewicht. Nicht zu vergessen- die Objektive sind für Analog-Kameras mit Rollfilm gerechnet, haben also auch einen größeren Streukreisdurchmesser (zum reinen Beobachten ist das aber irrelevant).

CS *entfernt*
 
Hallo Akio, hallo Bernd,

vielen Dank für Eure schnellen Antworten. Ich müsste also herausfinden, ob Bernds Hinweis für einen Pentacon six Adapter plus weiterem Adapter auf T2 alle Okulare in den Brennpunkt bringt. Habe mich hierzu auf dem astronomie.de eigenen gebraucht Markt umgeschaut. Ich kann keine PM senden obwohl der Anbieter dies ausdrücklich wünscht. Jedes mal erscheint "Private Nachrichten sind deaktiviert." Wo genau kann ich diese aktivieren?

Bernd
Du hast recht, Pentacon six Zeiss Jena Teleobjektive sind schwer. Ohne Stativ geht hier nicht viel. Ich habe noch ein sehr stabiles Gizo, das trägt´s sicher.

Akio
Ein Zenitspiegel wäre ideal. In welchem Bereich liegt hier die Schwierigkeit beim Pentacon six Zeiss Jena Sonnar 2,8/180?


Viele Grüße,

Frank
 
Hallo Frank,

habe mal schnell ein paar Okus ausprobiert. Mit Televue, Meade Serie 5000 und Baader Hyperion gibt es keine Probleme- Zenitspiegel ging nicht (jedenfalls meiner von Baader hatte Probleme).

CS *entfernt*
 
Hallo Bernd,

übrigens, vielen Dank für Deine Hilfe. Woran liegt es beim Zenitspiegel? Welchen Baader Zenit hast Du ausprobiert? Habe gelesen, daß es dort so genannte optische Längen gibt. Hängt es vielleicht daran? Dann müsste ich doch nur die richtige Länge für mein Zeiss ermitteln. Oder?

CS Frank
 
Hallo Frank,

ich hatte das auch mal probiert.
Mit Zenitspiegel kommt man definitiv nicht in den Fokus. Der Backfokus des Objektivs ist einfach zu kurz.
Allenfalls mit aufgeklebtem Zenitprisma, welches den Strahlengang etwas verlängert und eingekürztem Okular.
Eine Barlowlinse entspannt die Situation. Die ist auch förderlich, um das Öffnungsverhältnis für die visuelle Beobachtung etwas zu verbessern.
Das Objektiv mit f/2,8, zudem noch fotografisch gerechnet, ist für visuelle Sternenbeobachtung gänzlich ungeeignet.
Man bekommt kaum punktförmige Sterne, und bunt ist es auch noch.

Als Spektiv bis max. 20-fache Vergrößerung mag es ja gehen. Aber als Teleskop ist es nicht zu empfehlen.
Probiert habe ich das Ganze mit einem Sonnar 2,8/200.

Stecke keine Energie in das Projekt.

Gruß Hans-Jürgen
 
Zitat von Subzwerg:
Hallo *entfernt*,

übrigens, vielen Dank für Deine Hilfe. Woran liegt es beim Zenitspiegel? Welchen Baader Zenit hast Du ausprobiert? Habe gelesen, daß es dort so genannte optische Längen gibt. Hängt es vielleicht daran? Dann müsste ich doch nur die richtige Länge für mein Zeiss ermitteln. Oder?

CS Frank

Hallo Frank,

ich habe einen Baader 2" ClickLock - Zenitspiegel für meinen großen Refraktor, da werden über 100mm zusätzlicher Weg benötigt. Mess doch mal bei einer Pentagon Six das Auflagemaß, dann weist Du, wieviel Backfocus noch übrig bleibt (ca.74mm - OBjektivansatz). Für einen Zenitspiegel ist da wenig Platz.
Aber unmöglich ist es auch nicht- doch wie sagte Lucky Luke schon: Es hat keinen Zweck, auf einen toten Gaul noch einzudreschen :)

CS *entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo in der Runde,

vielen Dank für Eure konstruktiven Beiträge. Auch wenn sich die Argumente immer mehr in Richtung Ausgang verdichten, werde ich immer neugieriger auf´s Ergebnis. Das 180er ist einfach nur da und hat sonst nichts zu tun. Vielleicht wäre es ja gern Mal ein bisschen ein Teleskop. Wie auch immer Hans-Jürgen, welchen Barlow - Faktor sollte man probieren? Wenn es etwas bunt ist, hebt´s vielleicht meine Stimmung im November. Wie kurz darf er den sein der Backfokus? Lassen sich Zenitspiegel Teleskopseitig kürzen?

Howdi Bernd, das Auflagemaß der Pentacon six? Das Auflagemaß (Abstand des Objektivanschlusses von der Bildebene) beträgt 74,10 mm, laut Wiki.

Schönes Wochenende,

Frank
 
Hallo Frank,

du wirst da aber kein Teleskop draus machen, bestenfalls ein einäugiges Fernglas mit maximal 20facher Vergrößerung und kopfstehendem Bild.

Allein für den Betrag, den du für die Okularadaption hinlegen mußt, bekommst du auf dem Gebrauchtmarkt oder mit Glück beim Vierbuchstaben-Versorger ein beidäugiges Fernglas mit aufrecht stehendem Bild und angenehmerer Handhabung.

Das meinte Bernd mit toten Gaul und eindreschen.

Diese Linsen waren seinerzeit verdienstvoll, heute sind sie Sondermüll.

Dem Spieltrieb soll man aber keine Grenzen setzzen.

Berichte mal über den Fortgang.

Grüße

*entfernt*


 
Zitat von *entfernt*:
Diese Linsen waren seinerzeit verdienstvoll, heute sind sie Sondermüll.
Hallo Dietrich,
na, na, an der SLR macht mir das "Altglas" noch heute viel Freude. Für 200mm mit f/2,8 oder 50mm mit f/1,4 muss muss man bei aktuellen Objektiven ziemlich tief in die Tasche greifen.
Im fotografischen Astroeinsatz überzeugte mich das Sonnar 3,5/135.

Gruß Hans-Jürgen
 
Zitat von Subzwerg:
welchen Barlow - Faktor sollte man probieren? Lassen sich Zenitspiegel Teleskopseitig kürzen?
Ich hatte eine 2x Barlow probiert. Das Barlowelement sollte so nah wie möglich an das Objektivende zu bringen sein. So gelingt es, den Fokus etwas nach außen zu bringen. Kürzen kann man den Zenitspiegel kaum. Ich meinte, ein Zenitprisma ohne fernrohrseitige Steckhülse direkt am Objektiv befestigen, um den optischen Weg etwas zu verkürzen. Ein Prisma verlängert den Backfokus etwas, ein Spiegel nicht.
Zitat von Subzwerg:
...das Auflagemaß der Pentacon six? Das Auflagemaß (Abstand des Objektivanschlusses von der Bildebene) beträgt 74,10 mm, laut Wiki.
Das ist, wie mehrfach schon gesagt, nicht viel. Selbst mit einem 1,25" Zenitprisma, direkt ans Ende gehalten, erreiche ich nur im Nahbereich den Fokus.
Man muss also noch das Okular einkürzen.
Ich habe es eben probiert: Prismenkasten ohne Stutzen sowie 20mm Okular (Goldkante) ohne Steckhülse funktioniert. Da hat man sogar noch etwas Luft. (Sonnar 2,8/200 M42)
Also, wirf die Drehmaschine an!

Gruß Hans-Jürgen
 
... hallo bernd,

besonders das "ganz leicht" sollte man wörtlich betrachtet mit humor nehmen... ich habe noch so einen 4/300-trümmer im regal stehen. selbst nägel kann man damit im notfall einschlagen.
aber man sollte eines nicht vergessen, all die genannten linsen sind nur achromate und mögen visuell generell keine hohen vergrösserungen.
erfahrungen mit dem orestegor 4/300mc, dem sonnar 2.8/200mc und dem sonnar 3.5/135mc. wobei letzteres das beste aller meinen alten linsen ist/war - moderates öffnungsverhältnis, geringes gewicht und ausziehbare glb und das bei guter abbildung bis in die ecken bei f/4 und aps-c.
enttäuscht war ich vom "heilig gesprochenem"czj sonnar 2.8/200mc - gerade mit einer astro-mod-dslr ist der chromatische querfehler im roten selbst bei f/5.6 sehr deutlich gewesen... und nicht mal ne stativschelle zu dem monster dazu!


vg ronald
 
Zitat von Ronald_Stenzel:
... hallo *entfernt*,

besonders das "ganz leicht" sollte man wörtlich betrachtet mit humor nehmen...

Hallo Ronald,

ich kenne die von Dir genannten Objektive nicht (M42?).
Das macht auch nichts, hier ging es um "möchte mein selten benutztes Zeiss Jena Mittelformat Teleobjektiv gerne zum beobachten der Sterne anpassen" also um das Beobachten mit dem Mittelformat.

Frank: Vom Auflagemaß 74.1 mußt Du noch den Objektivansatz mit 11.5mm abziehen- dann hast Du nur noch 62,6mm zur Verfügung. Da kannst Du fast nur noch ein Prisma "nackt" aufkleben :)

CS *entfernt*
 
das orestegor 4/300 z.b. ist ein mittelformatobjektiv für die pentacon six, aber per zugehöriger (oft gesuchter) adapterglocke an m42x1 adaptierbar. für dieses hatte ich mir seinerzeit einen m42/okularadapter gebaut. und als ungefähren anhaltspunkt betreffs des gewichtes: mein altes ef300/2.8 wiegt in etwa das gleiche...

vg ronald
 
Hallo Ronald,

ja stimmt, das Orestegor 4/300 hatte ich übersehen. Trotz alledem- für astronomische (visuelle) Anwendungen sind die Objektive eher nicht geeignet und/oder man muß zu viel Zeit für eine Anpassung investieren.

CS *entfernt*
 
Ergebnisbericht


Hallo geschätztes Forum, hallo Bernd,

hat etwas gedauert, doch möchte ich Euch mein Endergebnis nicht vorenthalten. Man kann ein Mittelformat Zeiss Jena Teleobjektiv mit einigen Abstrichen zum Sterne beobachten nutzen.

Zum Umbau:
Einen Adapter bastelte ich mir aus einem vorhanden Zwischenring und einem Stück Kunststoffrohr als Okularauszug.

Bernd: Da kannst Du fast nur noch ein Prisma "nackt" aufkleben :)
Zenitspiegel mit Barlow zu kombinieren war etwas knifflig, da die übliche Steckverbindung einfach nicht in den Fokus zu bringen war. Ohne Zenitspiegel kein Problem, aber die Verlängerung durch das Kunststoffrohr war offensichtlich der Knackpunkt. Diesen zu kürzen, hätte aber den stabilen Sitz im Okularauszug destabilisiert. Ich befestigte die Barlowlinse direkt an die objektivseitige Zenithülse und die Barlowverlängerung kam ans vorgesehene Zenit-okular-ende. Auf diese Art und Weise konnte dann alles in den Fokus gebracht werden. :super:

Was zeigt die Optik:
Zum Beispiel werden die Plejaden nadelfein abgebildet. Jupitermonde sind deutlich zu erkennen. Allerdings muß ich bei hellen Objekten
Hans-Jürgens erwähnten Farbfernseher-effekt :augenrubbel:
bestätigen. Hier bringt abblenden etwas Besserung. Zum Rand hin verlaufen mit der Vergrößerung die Sterne. Habe dann auch Wölbungsbeugungen in der Mitte.

Abgesehen davon leistet die angepasste Optik knackscharfe Bilder ohne Kopfweh.

Vielen Dank für Eure wertvollen Anregungen und konstruktive Kritik.

Viele Grüße,

Frank
 
Nachtrag mit Bild

Sorry,

bei der Durchsicht viel mir auf, dass noch gar kein Bild vom Ergebniszustand eingestellt wurde. :erschreck:

Link zur Grafik: http://up.picr.de/21831691pr.jpg

Schöne Übersichten am umgebauten Sonnar erhalte ich derzeit mit einem 8x21 Fernglasokular. Das kann man mittels Selbstbauhülse tief genug in den OAZ stecken, um in den Focus zu kommen.

Allen nochmal vielen Dank,

CS

Frank
 
Freud läßt grüßen.
Es heißt natürlich, bei der Durchsicht fiel mir auf und nicht viel.

CS

Frank
 
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