Zeiss oder Bresser - Welcher Preis ist angemessen?

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Hallo zusammen,

nachdem ich mir vor gut einem Jahr ein neues Teleskop geleistet habe, will ich mir nun für großflächige Beobachtungen zusätzlich ein gutes Fernglas zulegen. Wie ich bereits aus unzähligen Forum-Berichten erfahren habe liegen die Preise so zwischen 100 und 1500 Euro.

Tja eigentlich wollte ich nicht mehr als 200 Euro ausgeben aber gute Optik hat nunmal ihren Preis - nun ich könnte mir auch ein Zeiss Victory leisten, bin aber nicht sicher ob ich damit viel glücklicher werden würde als mit einem Bresser Montana (hab ich heute probegeschaut und war als Brillenträger wirklich angetan - volles Sichtfeld und auch in den Randbereichen relativ scharf). Das Zeiss kenne ich übrigens nur aus den Forum-Berichten.

Der Verkäufer hatte aber auch ein Glas von Leica (ähnlich Trinovid) da, das ich probiert habe - war ca. 750 Euro teurer und nen großen Unterschied hab ich bzgl. Schärfe am Sichtfeldrand und Reflexionen beim Vorbeischauen an hellen Lichtquellen nicht gesehen...gut der Nachtvergleich fehlt natürlich.

Ich schaue nicht regelmäßig aber ab und zu packt mich dann doch mal wieder die Sternen-Gucker-Sucht und ich gehe raus... ist nur die Frage ob es für mich so sinnvoll wäre ein Glas der 1000 Euro Kategorie zu kaufen?

Wenn ich mir allerdings eins kaufe will ich das wenn möglich auch "ein Leben lang nutzen" und nicht nach zwei Jahren feststellen, dass ich doch mal besser ein besseres gekauft hätte.

Also wie gesagt in Frage kämen:

Bresser Montana 8x42 (sehr guter persönlicher Eindruck im Geschäft)
Zeiss Victory 8x40 oder 8x56 (nur Erfahrungsberichte aber klasse Design und horror Preis ;-)))

Oder hat jemand eine bessere Idee???

Vielen Dank für eure Tips im Voraus (bin nach 5 Stunden Forum etwas verwirrt was meine Auswahl betrifft...)

Gruß
Christoph
 
Re: Zeiss oder Bresser - Welcher Preis ist angemes

Tach Christoph...

es gibt auch noch die schönen DDR Zeiss Jenoptem7x50 und Dekarem 10x50. Max 200 Euro bei Ebay.
sind tolle Gläser. Da müssen sich weitaus teurere aber ganz schön anstrengen....

 
Re: Zeiss oder Bresser - Welcher Preis ist angemes

Hallo Arno,

yupp ich weiß...habe aber bei diesen "älteren" Modellen Befürchtungen wg. meiner Brille...(evtl. nur begrenztes Sichtfeld?) kannst du mir diesbezüglich grünes Licht geben?

Gruß
Christoph
 
Hallo Christoph,
ich bin auch Brillenträger und will ein 8x42 anschaffen.
Bei mir wird es vermutl. ein Minolta Classic Sport. Das Teil kenne ich zwar nicht, aber ich war von allen Minoltabinos, die ich bisher ausprobiert habe, angetan: scharfes, kontrastreiches Bild mit angenehmen Einblick.
Das Classic Sport soll wasserdicht sein, 17 mm Augenabstand haben und Fotokoch bietet es für 89 Euronen an. Da tut ein Fehlkauf nicht ganz so weh. Ausserdem hat Minolta noch die teurere Activa-Reihe mit asphärischen Linsen.

Gruss Heinz
 
Re: Zeiss oder Bresser - Welcher Preis ist angemes

Hallo Christoph,

bin zwar nicht der Arno, aber ich habe ein 10x50 Jenoptem.
Mit den Originalokularen ist es nicht brillenträgertauglich.
Die oberen Augenmuscheln können aber abgeschraubt werden und
mit brillenträgertauglichen Gummimuscheln ausgetauscht werden.
Bezogen können diese von Doctor. Selbst habe ich es nicht aus-
probiert, da ich ohne Brille beobachte.
Mit meinen -5,75 Dioptrin komme ich aber bei dem Glas locker
in den Fokus (mit den meißten Gläsern geht es nicht).
Zum Glas selbst:
Die Randschärfe ist zwar nicht so der Hit (bis ca. 60%
scharf), aber das stört mich nicht. Sonst: Traumhaft!

Auch sonst lohnt sich ein Blick auf die "alten" Zeissgläser.
Ich hatte jetzt einige in der Hand und bin regelrecht begeistert.
Auch verglichen mit den Chinagläsern, welche m.E. überbewertet sind
(obwohl relativ billig).

Viele Grüsse
Thomas
 
Re: Zeiss oder Bresser - Welcher Preis ist angemes

Hallo zusammen,
Ich habe genau diese Version des Dekarem 10x50 mit Brillenträgerokularen; Die Augenmuscheln sind aus Gummi und nicht aus Metall und können umgeklappt werden. Wie Thomas bereits sagte kann man die Original-Augenmuscheln aus Metall abschrauben und bei Docter Optics in Eisfeld gibt es die Ersatzaugenmuscheln. Ich benutze das Glas sowohl mit als auch ohne Brille; mit Brille habe ich (wegen meines Astigmatismus) ein schärferes Bild, ohne Brille dafür ein größeres Gesichtsfeld. Mit Brille kann ich nicht mehr das ganze Gesichtsfeld überblicken, nur so ca. 70%. Ohne Brille ist die Beobachtung angenehmer, da man keine Luft zwischen Augen und Fernglas hat und das seitliche Licht besser abgeschirmt ist, ich kann auch sehr gut scharfstellen. Im direkten Vergleich mit/ohne Brille aber habe ich gesehen, dass ich mit Brille ein schärferes Bild bekomme.
Ich konnte keinen nennenswerten Schärfeabfall am Bildrand feststellen, wie oft berichtet wird (hängt vielleicht mit meinen Augen zusammen), das ganze Bild ist sehr schön gestochen scharf. Alles in Allem bin ich mit dem Glas sehr zufrieden und ich glaube nicht, dass ich irgendwann es durch ein neues Zeiss, Leica oder Swarovski ersetzen möchte. Das Glas ist für die Ewigkeit gebaut und wirklich eine dicke Empfehlung wert, und mit etwas Glück bekommt man in ebay auch ein gutes Exemplar unter 100 Euro.
Aber: lieber ein Paar Euro mehr bezahlen und ein Glas in einwandfreiem Zustand nehmen, möglichst mit Rückgabegarantie bei grober Fehlbeschreibung (z. B. innen verschmutzt oder beschlagen, Doppelbilder)

Schönen Gruß,
Gabriel
 
Re: Zeiss oder Bresser - Welcher Preis ist angemes

Hallo Gabriel,

wegen dem Schärfeabfall:
Er ist nicht schlimm, macht es doch Freude mit diesem großen Gesichtsfeld im
Himmel umherzuwandern.
Interessant Deine Beobachtung, dann hängt es irgendwie an Deiner Brille/Augen.
Wieviel vom Gesichtsfeld würdest Du als scharf bezeichnen?

Wegen 100 Euro ebay:
Hmmm, da muß man aber verdammt viel Glück haben, 150 bis 220 Euro ist eher
die Regel (je nach Zustand). 250-260 beim Händler-

Viele klare Grüsse
Thomas
 
Re: Brillenträgerokulare

> Ich habe genau diese Version des Dekarem 10x50 mit Brillenträgerokularen

Hi Gabriel,

nicht daß diese Formulierung am Ende mißverstanden wird <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Eine Gummiaugenmuschel macht aus einem nicht für Brillenträger geeigneten Okular kein Brillenträgerokular. Der AP-Abstand bleibt mit ca. 10 oder 11mm zu knapp, um einem Brillenträger einen komfortablen Einblick zu ermöglichen. Wer ohne Brille beobachten kann, ist mit einem 10x50 Dekarem sehr gut bedient. Wer auf seine Brille angewiesen ist, sollte sich eine bessere Alternative suchen. Ansonsten ist es schade um die tollen Weitwinkelokulare beim CZJ Glas, die ich mit Brille nicht ausnutzen kann.

Frank.
 
Oder Aufstecklinsen?

Hallo Frank,

also rätst Du von diesen Okularaufsätzen ab?
Um die ganze Sache noch aufzubohren.
In der Gebrauchsanleitung zu meinem Jenoptem steht noch etwas:
"Es sind auch Aufstecklinsen für den Feldstecher erhältlich, die den
Sehfehler des Brillenträgers ohne Brille ausgleichen. Diese "Korrektionsgläser"
werden auf die Okularmuscheln der Okulare gesteckt und der Feldstecher ist damit
von einem Brillenträger ohne Brille wie von einem Normalsichtigen zu handhaben"

Weißt Du dazu näheres?

Viele Grüsse
Thomas
 
Hallo Christoph,....

Habe als Brillenträger selbst auch ein Carl Zeiss Dekarem 10 x 50 ohne Brillenträgerokulare für Natur- und astronomische Beobachtung; es ist ein großartiges Fernglas, ein Spaziergang in der Milchstraße ist unbeschreiblich.

Hier in dem Forum schrieb mal jemand: nachdem er das Dekarem gekauft hatte, hatte alles Suchen und alle Zweifel an anderen Gläsern ein Ende gefunden; ich hatte auch verschiedene Gläser gekauft und kann diese Äußerung nur bestätigen.

In der Regel benutze ich es ohne Brille, für kurzes Suchen und Anschauen in der Naturbeobachtung verwende ich es auch mal mit Brille, um dann weiter ohne Brille zu schauen;

Es lohnt sich, dieses Fernglas auszuprobieren; Du kannst es jederzeit, wenn Du Dich wirklich einmal davon trennen solltest, wieder bei Ebay ohne oder mit mehr oder weniger Verlust verkaufen.

Gruß Rolf
 
Re: Brillenträgerokulare

Hallo Frank,
Da hast Du natürlich recht. Der AP-Abstand wird durch die neuen Augenmuscheln keineswegs verändert.
Ich habe auch bereits bemerkt, dass ich mit Brille nicht das ganze Gesichtsfeld überblicken kann. Carl Zeiss Jena beschreibt aber diese Augenmuscheln im Originalprospekt als Brillenträger-Augenmuscheln, die besonders flach gebaut sind, damit man mit der Brille näher an das Fernglas herankommen kann. Trotzdem kommt man naturgemäß wegen der Brille nicht so nah an die Okulare dran, wie ohne Brille.

Die Gummiaugenmuscheln finde ich aber generell - also auch ohne Brille - viel angenehmer und ich wundere mich eigentlich, warum CZJ diese nicht als Standard und nur als Sonderzubehör im Sortiment hatte.

Was ich trotzdem sagen will, dass man auch mit Brille sehr gut und mit viel Genuss beobachten kann, also es treten keine Blackouts oder Kidney Beaning auf oder wie diese Effekte alle heißen. Nur eben mit dem kleineren Gesichtsfeld.
Da gibt es andere moderne Ferngläser wie z. B. das Vixen Foresta, die als Brillenträgertauglich mit drehbaren Augenmuscheln verkauft werden, mit denen ich aber bei weitem nicht das ganze Gesichtsfeld überblicken konnte.

CS,
Gabriel
 
Re: Brillenträgerokulare

Hallo Gabriel,

ich habe Dir ja auch nicht widersprochen, ich wollte es nur nochmal auf den Punkt bringen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />.

> Carl Zeiss Jena beschreibt aber diese Augenmuscheln im Originalprospekt als Brillenträger-Augenmuscheln, die besonders flach gebaut sind, damit man mit der Brille näher an das Fernglas herankommen kann.

Carl Zeiss Jena hat auch das W auf die 7x50 Jenoptem's gestempelt, obwohl die von Weitwinkelokularen genauso weit entfernt sind wie die Okulare des Dekarem von echten Brillenträgerokularen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Du hast natürlich recht, man kommt mit den Gummimuscheln näher ans Okular. Persönlich finde ich das nicht so komfortabel wie den Einblick ohne Brille und daher gucke ich trotz Nasenfahrrad lieber ohne.

Frank.
 
Re: Brillenträgerokulare

Hallo Frank,

Carl Zeiss Jena hat auch das W auf die 7x50 Jenoptem's gestempelt, obwohl die von Weitwinkelokularen genauso weit entfernt sind ...


Heißt das
A) die Dekarems weiwinkligere Okulare als die Jenoptems haben?
oder
B) es sich Deine aussage wirklich nur auf die 7x50 Jenoptems bezieht?

Im Prinzip sind doch die 10x50 Jenoptems identisch mit den Dekarems.
Ein neueres Jenoptem hat evtl. sogar die bessere Vergütung.
Oder sehe ich das falsch?

Viele Grüsse
Thomas
 
Re: Oder Aufstecklinsen?

> also rätst Du von diesen Okularaufsätzen ab?

Hallo Thomas,

keinesfalls, obwohl ich bei meinem 10x50 inzwischen wieder zur Plastikversion der Augenmuscheln zurückgekehrt bin. Die Gummiaugenmuscheln sind bei Nutzung ohne Brille im Kontakt mit den Augen angenehmer, dafür muß ich mir diese förmlich auf die Augen drücken, um das volle Sehfeld vignettierungsfrei zu übersehen. Zumindest geht mir das so. Mit den originalen Plastikaugenmuscheln kann ich den Sehfeldrand voll erfassen, mit den Gummiaugenmuscheln klappt das nur, wenn ich mit Druck den Vollkontakt zw. Auge und Gummi herstelle <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Für meine Begriffe sind die einfach ein kleines Stück zu lang geraten. Bei den Gummiaugenmuscheln fürs 7x50 gibt es keine Probleme, die funktionieren prima.

Die Aufstecklinsen zur Korrektur der Fehlsichtigkeit gab es schon vor 1945. Das sind einfache Korrekturlinsen mit verschiedenen Dioptriewerten. Diese Korrekturlinsen konnte man genauso auf die Okulare stecken wie beispielsweise die Umbralfilter (Gelb-grün Filter). Damit kannst Du aber keinen Astigmatismus korrigieren. Zudem funktionieren sie nur bei den Plastikaugenmuscheln und ob man heute noch welche bei Docter-Optik bekommt, weiß ich auch nicht. Der Vorteil wäre halt der, daß man die Brille nicht aufsetzen muß. Ob das am Ende noch komfortabel ist, müßte man probieren. Mit aufgesteckten Korrekturlinsen könnte es leicht passieren, daß man diese mit den Augenwimpern verschmiert. So großzügig ist der Abstand Auge-Plastikaugenmuschel ja auch nicht, um da noch was zwischen zu packen. Es gab wohl auch extra dünne Plastikaugenmuscheln für die Nutzung der Korrekturlinsen. Zumindest beim 8x30 ist mir das in Erinnerung.

Für mein verflossenes Notarem 10x40 hatte ich mir mal beim Optiker Korrekturlinsen anfertigen lassen. Der hat einfach passende Brillengläser auf den Innendurchmesser der Gummiaugenmuscheln abgeschliffen, diese vergütet und ich habe sie mit etwas Druck in die Augenmuscheln integriert. Beim Notarem ging das ganz gut, da die Augenmuscheln innen eine Vertiefung (eine Art Rille) hatten, so daß das Korrekturglas einigermaßen fest saß. Ob man sich so eine Lösung fürs Dekarem basteln kann, müßte man mal probieren.

Frank.

 
Re: Brillenträgerokulare

Hallo Thomas,

nochmal in aller Kürze:

1. Jenoptem 10x50 und Dekarem 10x50 haben dasselbe reale Sehfeld von 128m/1000m.

2. Jenoptem 7x50 und Binoctem 7x50 haben dasselbe reale Sehfeld von 128m/1000m.

3. Aus 1. und 2. folgt: alle vier haben dasselbe reale Sehfeld <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ... und natürlich unterschiedliche scheinbare Sehfelder bei den Okularen. Das 10x50 hat mit ca. 72 Grad das "W" verdient, das 7x50 mit ca. 51 Grad eher nicht. Mir ist nicht bekannt, ob sich die Okularkonstruktion zwischen Jenoptem 7x50 bzw. 10x50 auf der einen und Binoctem bzw. Dekarem auf der anderen Seite irgendwie unterscheidet. Soweit ich das einschätzen kann, gibt es bei den scheinbaren Sehfeldern nur die Unterschiede bezüglich der zwei Vergrößerungen, nicht aber bezüglich der Namensgebung. D.h. beim 7x50 Jenoptem ist das "W" genauso unpassend wie beim Binoctem. Man müßte wirklich mal bei Docter-Optik nachfragen, ob sich die Jenoptem's in irgendeiner Eigenschaft vom Deltrintem/Binoctem/Dekarem unterschieden oder nicht. Mir ist bis jetzt nichts bekannt.

4. Bei der Vergütung ist es immer gut, nach einer möglichst hohen Seriennummer zu suchen. Jenoptem und Dekarem/Binoctem Ferngläser aus der gleichen Zeit unterscheiden sich bei der Vergütung nach meinem Kenntnisstand nicht. Es kann sein, daß ein sehr junges Dekarem besser vergütet ist wie ein älteres Jenoptem und umgekehrt.

Frank.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo zusammen,

erst mal vielen Dank für die vielen Tips!

Wie es scheint, müssen die alten Zeiss ja der Hammer sein - so begeistert wie hier alle davon sind... hab auch gestern schon zwei bei ebay gesehen (so um die 200,- €). Aber... ich werde mir wohl trotzdem keines dieser Gläser kaufen - wg. Brille - ohne schauen kann ich vergessen da + 6 dpt. und verdrehter Augen ;-) bei mir wirken sich schon zehn Grad sehr stark aus. Und auf Kompromisse möchte ich mich definitiv nicht einlassen (beschränktes Sehfeld, etc.).

Tja - hatte gehofft der ein oder andere hat schon mal das Montana ausprobiert und kann seine Erfahrungen mitteilen - steht hier im Forum leider relativ wenig drüber drin - hat bei mir aber bisher den besten Eindruck hinterlasssen (probiert hab ich wie gesagt, das Leica, das Montana, einige Eschenbach Optiken, ein Nikon Glas bei Saturn - war auch nicht schlecht aber für 379,- Euro sowie einige Revue Gläser im Quelle Shop)

Denke ich werde mir das Bresser mal leisten - oder gibts für knapp 300 Mücken auch ein zeissähnliches Vollbrillenträgersuperguckglas wie das Dekarem etc.?

Gruß
Christoph

 
> oder gibts für knapp 300 Mücken auch ein zeissähnliches Vollbrillenträgersuperguckglas wie das Dekarem etc.?

Hallo Christoph,

nein, das gibt es nicht. Zumindest ist mir noch keins über den Weg gelaufen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />. Kurz zum Montana. Wenn Du vom 8x42 Porro redest, so hat das ein eher moderates Sehfeld und keine Weitwinkelokulare. So muß es auch nicht verwundern, daß es mit 114m/1000m eine recht gute Figur bei der Randschärfe macht. Bei einem Victory von Zeiss oder einem Leica hast Du ein deutlich größeres Sehfeld, der Einblick ist ebenfalls für Brillenträger geeignet und das Bild ist mit Sicherheit brillanter. Wenn Du zwischen Bresser und Leica keinen weltbewegenden Unterschied gesehen hast, dann solltest Du den Vergleich mal bei kritischen Verhältnissen wiederholen. Damit meine ich Beobachtungen in der Dämmerung, bei Dunst, im Gegenlicht u.s.w. Am Tag bei Sonnenschein, wo alles schön bunt ist oder im Fotoladen bei ausreichender Beleuchtung mag das Bresser nicht schlechter aussehen, im realen Leben sieht es meist anders aus.

Ob Dir ein Fernglas den Preis von 200, 300 oder 1300 Euro wert ist, das wird Dir hier im Forum keiner beantworten können. Das liegt ganz allein bei Dir und den Ansprüchen, die Du ans künftige Fernglas stellst. Genügt Dir die optische Leistung des Bresser Montana, dann kauf es und aus meiner Sicht machst Du keinen Fehler. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Optik ist gut, nur das Sehfeld ist begrenzt. Für Astro aber auch für Tagbeobachtungen würde ich was weitwinkliges vorziehen, auch wenn die Randunschärfe zunimmt. Alternativen wurden hier schon genannt, Minolta Classic Sport und Minolta Activa gehören dazu. Die Optik vom Minolta Activa ist mit dem Bresser in etwa vergleichbar, nur daß man beim Bresser Montana das Sehfeld soweit reduziert hat, daß die Randunschärfe nicht mehr so stark auffällt.

Sind die 300 Euro Deine Schmerzgrenze, dann fährst Du mit dem Montana oder dem Minolta Activa bei 8x sehr gut. Suchst Du ein Fernglas, das Dir auf lange Sicht Freude bereitet, dann würde ich nochmal einen kritischen, vergleichenden Blick ins Hochpreissegment riskieren. Bei Zeiss und Leica zahlst Du nicht nur für eine exzellente Optik, Du bekommst auch eine robuste Mechanik und Du zahlst (neben dem Namen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />) natürlich auch für einen Service, den Du bei typischer Chinaoptik nicht unbedingt hast. Klar sind die Edelgläser teuer, sie sind aber auch verdammt gut.

Und nicht zu vergessen, neben der Schnäppchensuche auf ebay kann man sich auch im preislichen Mittelfeld umsehen. Neben Firmen wie Minolta, Nikon oder Pentax mit einigen sehr guten Ferngläsern unter 1000 Euro gibt es noch Docter-Optik mit einem 8x42 und einem 10x42 Dachkantmodell, welche eine sehr gute optische Leistung bieten. Zum 10x42 kannst Du einen Bericht bei Holger Merlitz (allerdings in englisch) nachlesen. Das 10x42 ist etwas kritisch für Brillenträger, das 8x42 sollte besser funktionieren. Hier würde ich mir auf jeden Fall einen Händler suchen, wo ein Umtausch bei evtl. auftretenden Problemen unkritisch ist.

Frank.
 
Hallo Frank,

war gerade mal wieder in der Stadt unterwegs und habe ein Zeiss Victory FL (8x42), Zeiss Victory (8x56) und ein Swarovsky (8x56) getestet - danach dann gleich wieder rüber zum Händler mit dem Montana und mmmmmhhh - da hatte ich irgendwie nen besserern Eindruck beim ersten Durchschauen. Glaub jetzt wo ich durch das Zeiss geschaut hab bin ich versaut ;-))).

Im Einzelnen:

Zu erst das Swarovsky 8x56 - hat mir sehr gut gefallen aber nicht so doll fand ich, dass wenn ich mit der Brille ein kleines Stück verrutscht bin, gleich ein schwarzer Rand ins Bild kam - musste daher immer aufpassen, dass ich "mittig" bleibe.

Zeiss 8x56 - ähnlich wie das Swarovsky - hat mir persönlich aber irgendwie besser gefallen...

Das Zeiss 8x42 - tja das würde es wohl sein - wenn da nicht der Preis wäre. Perfektes Einblickverhalten trotz Brille, viel leichter und kompakter als die 10x56 Gläser - die Unschärfe zum Rand hin ist nur minimal und Reflexe an einer Neonlampe konnte ich eigentlich gar nicht feststellen.

Wie gesagt bin dann gleich wieder zum anderen Händler und habe nochmals durch die Eschenbach (AS-Trophy) und Bresser Optiken (Montana 8x42) geschaut. Nun da war ich dann etwas enttäuscht - die Sichtfeldbeschränkun im Trophy ist gegenüber dem Victory enorm und der wohl gravierendste Unterschied.

Tja könnte mir das Victory jetzt holen - aber meine Feundin wird mich dann wohl umbringen oder zumindest für verrückt erklären ;-)))

Vorher will ich aber auf jeden Fall auch mal das Minolta Activa testen - hat glaub ich 136m Sichtfeld - dass wäre auf jeden Fall besser als das Montana. Hab nur noch keinen Händler gefunden der es im Angebot hat - mal schauen...

Werde mich mitteilen, wenn ich mir ein Glas zugelegt habe...nochmals vielen Dank für die Tips!

Gruß
Christoph


 
Wenn Zeiss, dann ist auch Leica nicht zu vernachlässigen. Das 8x42 hat immerhin auch 130m auf 1000m Sehfeld. Wäre interessant zu erfahren, wie das Einblickverhalten mit Brille im Vergleich zum Leica abschneidet.
 
Nabend zusammen,

so - die Versuchung war zu groß...bevor ich mir noch nen Wolf suche und am Ende gar kein Glas kaufe - hab ich mich für das Minolta Activa WP FP für 149,- + Porto entschieden. Hab zwar noch nicht durchgeschaut - aber zur Not kann ich es ja immer noch zurückschicken.

Denke für mein nur periodisches Interesse ist kein 1000,- Glas notwendig - auch wenn´s super ist. Evtl. krieg ich ja so eins mal als Schnäppchen - denke das Minolta werde ich bei ebay dann auch wieder ganz gut los - ist ja hier im Forum eigentlich durchgängig gut bewertet worden.

So jetzt werd ich erst mal schauen was ich mit dem neuen Glas aufs Korn nehmen werde...

Grüße
Christoph
 
Hallo Christoph,

unter diesen Randbedingungen:

> Tja könnte mir das Victory jetzt holen - aber meine Feundin wird mich dann wohl umbringen oder zumindest für verrückt erklären ;-)))

sicher eine gute Wahl! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Aber auch ansonsten ein gutes Glas. Das Activa hat in dieser Preisklasse den Vorteil einer ordentlichen Vergütung und des großen Sehfelds. Mit etwas mehr Randunschärfe mußt Du leben, was bei dem Preis wohl zu verschmerzen ist. Schau Dir das Glas genau an und prüfe, ob die Justierung ok ist. In der Vergangenheit hatte ich in dem Punkt ein paar Probleme mit dem Vorgängermodell.

Na dann viel Spaß!

Frank.
 
Hallo Frank und alle anderen,

so - mein Minolta ist heute angekommen und ich bin positiv überascht.

Die Verarbeitung ist äußerst robust und macht einen sehr guten Eindruck. Mindestens so gut wie die des Bresser...
Alle Glasflächen sind absolut kratzfrei.

Mein erstes Seeing: Perfekt - selbst mit Brille kann ich das gesamte Sichtfeld überblicken (146m/1000m) - das Bild ist gestochen scharf (wesentlich besser als die Tchibo Gurke die ich mir letztens gekauft habe!) und lässt sich leicht scharfstellen.

Der Schärfeabfall zum Rand hin lässt sich verschmerzen und ist geringer wie ich angenommen hatte. Ca. 3/4 des Sicht-Durchmessers sind scharf - dann wirds allerdings wässrig... Ist aber kein Problem, da man sich ja sowieso auf die Mitte konzentriert. Auf jeden Fall ist das große Sichtfeld beeindruckend - nur leider ist hier heute Abend eine dichte Wolkendecke und ich kann das Glas nicht an den Sternen testen.

Einen negativen Punkt will ich aber auch nicht verschweigen - die Reflexneigung bei hellen Lichtquellen ist relativ stark. Man muss das Glas schon so ca. 20 bis 30 Grad von einer Straßenlampe wegbewegen, um keine Reflexe mehr im Tubus zu erkennen. Denke aber für den Preis angemessen.

Von wegen Justierung - also wenn ich ein bestimmtes Objekt beobachte - krieg ich das Glas so eingestellt, dass es in beiden Läufen fast mittig ist - kann das nicht so genau beurteilen, da ich leider nicht stereo sehen kann. Beim hin und her zwinkern sind aber beide Bilder etwa dekungsgleich.

So bin mal gespannt auf den Sterntest und wie sich das Glas so am Tag einsetzen lässt - werde weiter berichten.

Hat jemand noch ein paar Tips - welche Tests ich unbedingt machen sollte bevor ich das Glas behalte (außer den o.g. natürlich ;-)).

Clear skies wünscht euch - Christoph
 
BEIDE Preise sind angemessen.

Das Glas ist halbvoll oder halbleer, oder?
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Klarinetto
 
Hallo Christoph,

zwei Dinge würde ich mir genau ansehen: die Justierung und die Sternabbildung.

Pack das Fernglas auf ein Stativ oder eine feste Unterlage und richte es mittig auf einen sehr weit entfernten, markanten Gegenstand. Dann hälst Du einen Pappdeckel vor ein Objektiv und schaust entspannt durch das andere Rohr. Wenn Du jetzt den Pappdeckel wegziehst, dann sollten beide Teilbilder problemlos verschmelzen, ohne markante Sprünge zu veranstalten. Wenn das klappt, sollte die Justierung keine größeren Macken haben.

Such Dir nachts einen hellen Stern und betrachte das Bild des Sterns etwas genauer. Im Fokus sollte der Stern ein sehr kleiner, runder Klecks oder beinahe ein Punkt sein. Wenn Du das Glas defokussierst, solltest Du beidseitig vom Fokus einen schön symmetrischen, runden Kreis sehen (natürlich in Bildmitte). Nun fährst Du den Stern allmählich zum Sehfeldrand, einmal nach oben und einmal nach unten. Die Abnahme der Schärfe zum Rand sollte einigermaßen radialsymmetrisch erfolgen. Gehen auch diese Tests positiv aus, dann ist die Optik soweit ok, wie man das ohne weitere Hilfsmittel beurteilen kann.

Letztendlich würde ich mir die Mechanik genauer ansehen. Läuft alles ohne Spiel, klappert und wackelt nichts, sitzen die Okulare auf der Okularbrücke parallel zur optischen Achse, dann sehe ich keinen Grund, das Glas zu reklamieren.

Frank.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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