Zeiss Okulare am Miyauchi Clone

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Holsteiner

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Hallo Forum,
bevor ich mir das Binoptic gekauft habe, hatte ich u.a. ein Miyauchi 20x100iB, das mir als Schnellspechtelgerät sehr gefallen hatte.
Nun, wie das so ist, das Geld brauchte ich für das Binoptic, also hat mich das Miyauchi verlassen.
Geärgert habe ich mich seitdem einige male über den Verkauf, wenn ich nur mal schnell raus wollte um ein wenig zu genießen, denn dafür war das Miyauchi klasse.
Zu dem Miyauchi hatte ich alle lieferbaren Okulare, also 20-fach, 26-fach und 37-fach.
Davon hatte mir das 26-fach am Besten gefallen, da es das gleiche Gesichtsfeld am Himmel wie das 20-fach hat, also ein größeres scheinbares Gesichtsfeld bietet. Das 37-fach Okular hat sich nicht in meine Gunst einschmeicheln können, da bei der Vergrößerung schon der Farbfehler der f/5 FH-Optic zuschlägt.

Nun ist mir ein 100mm Miyauchi Clone aus chinesischer Produktion über den Weg gelaufen und damit habe ich ein wenig gespielt.

Zunächst mal: Das Gerät sieht dem Miyauchi bis auf den Tragegriff und die Lackierung zum verwechseln ähnlich. Es ist allerdings etwa 25% schwerer.
Dabei waren zwei Okularpaare 20-fach und 40-fach.
Die Schärfe auf der Achse ist bei den Okularen ok, zum Gesichtsfeldrand hin lässt sie aber deutlich nach.
Auch empfinde ich, als Weitwinkelfreund, das Gesichtsfeld als deutlich eingeengt.
Ich erinnerte mich, mal irgendwo gelesen zu haben, dass jemand Zeiss Fernglasokulare am Miyauchi eingesetzt hatte, und da ich noch ein völlig heruntergewohntes Deltrentis mit defektem Gehäuse im Bastelfundus habe, habe ich davon mal die Okulare abgebaut.
Die Drehfokussierer des 100mm Glases haben 29mm Innendurchmesser und siehe da, wenn man die Okularhülsen aus dem Zeissglas vermisst, sie haben ebenfalls 29mm!
Sie passen tatsächlich saugend in die Drehfokussierer des Clonesund kommen prima in den Fokus!
Hurra!
Hier ein Bild der Okulare in den Hülsen, man erkennt noch das Gewinde, mit dem die Hülse in den Korpus des Deltrentis geschraubt war. 29mm hat die Hülse dort, wo bei dem einen Okular der Strich sichtbar ist.

Link zur Grafik: http://www.gerrets.de/bilder/oku.jpg

Die optische Leistung der Okulare ist erstaunlich.
Die Vergrößerung beträgt geschätzte 25-fach, das scheinbare Gesichtsfeld ist deutlich größer als bei den 20-fach China-Okularen, vergleichbar vielleicht mit den 26-fach Miyauchiokularen.
Die Schärfe auf der Achse ist perfekt und bis zum äußersten Rand hin deutlich besser als beim 20-fach. Und das beim größeren SGF!
Der bei den 20-fach Okularen deutliche Farbfehler zum Rand hin ist bei weitem nicht so ausgeprägt (Tagbeobachtung), auf der Achse ich kein Farbfehler wahrnehmbar.
Der Gesichtsfeldrand wird scharf begrenzt duch die objektivseitige Öffnung der Einschraubhülse. Ohne diese Hülse ist das SGF nochmals deutlich größer als mit, ich werde da also mal die Drehmaschine ansetzen. Auch wenn der Gesichtsfeldrand dadurch nicht schärfer wird, wie auch, aber der "Einbickgenuss" durch den Weitwinkeleffekt ist für mich einfach schöner!
 
Nochmal was dazu...
Ich kann die Bastelei ja nicht lassen und habe im Schrank noch ein Revue 7x35 Weitwinkelfernglas gefunden mit kräftigen Muschelsprüngen auf den Prismen.
Dieses Glas hat ein Gesichtsfeld von 175m/1000m und die Okulare machen einen ordentlichen Eindruck.
Also raus damit und die Hülse vermessen: 27mm, also erstmal mit zwei Lagen Postkartenkarton umwickelt und ins Bino implantiert.
Wow! Welch ein Unterschied zu den Zeissokularen und den Originalchinockenlinsen.
Das SGF wird beinahe Naglerlike, die Randschärfe ist besser als bei den Zeissokularen, das Einblickverhalten sehr angenehm.
Ich werde also die Drehmaschine bemühen müssen...
 
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