Zeitberechnung für den Sonnenuntergang

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Huxtebude

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Hallo,
mir ist Folgendes aufgefallen bzw. ich habe über Folgendes nachgedacht:
Schaue ich mir in Cartes du Ciel die Zeit für den Sonnenuntergang an, so stimmt diese nicht überein mit der berechneten Zeit bei Calsky.com oder bei wetter.com (alle jeweils auf Köln eingestellt).
Z.B. wird für heute in CDC 16:50 Uhr angegeben, bei wetter.com 16:45 Uhr und bei Calsky 16:47 Uhr.
Welcher Angabe soll ich trauen? Oder gibt wetter.com etwa die Zeit an, zu der die Sonne den Horizont das erste Mal berührt, CDC gibt die Zeit an, zu der die Sonne komplett verschwunden ist und Calsky den Mittelwert, oder wie?
Wie muss ich diese Werte interpretieren?

Mir ist klar, dass das ganze wohl eher eine theoretische Frage ist, denn die genaue Uhrzeit hängt wohl davon ab, wie der Horizont aussieht, ob man am Meer ist oder im Gebirge dürfte da schon einen gewaltigen Unterschied machen. Wobei die berechneten Werte vermutlich für den "idealen" Horizont sind, also z.B. am Meer.

Viele Grüße,
Florian
 
Hallo Florian,

es gibt jedenfalls eine formale Definition des Sonnenuntergangs (und -aufgangs), die fast ausschließlich benutzt wird: es ist der Zeitpunkt, zu dem die Oberkante der Sonne (unter Berücksichtigung der Refraktion) den mathematischen Horizont überschreitet. Man berechnet dazu den Zeitpunkt, zu dem der Mittelpunkt der Sonne eine Höhe von 50' unter dem Horizont hat. Die Oberkante der Sonne liegt um einen halben Sonnenscheibendurchmesser (also um 16') höher und wird zusätzlich durch die Refraktion um 34' angehoben (pauschaler Wert für typische Refraktion am Horizont), hat also dann gerade die Höhe 0°.

Demnach sollten eigentlich alle Quellen dieselben Zeitpunkte angeben. Es ist allerdings nicht sinnvoll, den Zeitpunkt genauer als etwa eine Minute (oder gar mehrere Minuten) anzugeben, da die tatsächliche Refraktion je nach Zustand der Atmosphäre (Temperatur, Luftdruck, ...) etwas andere Werte annehmen kann, und weil vor allem kaum jemand einen mathematischen Horizont vor sich hat.

Möglicherweise werden die berechneten Werte daher von den einzelnen Quellen mehr oder weniger großzügig gerundet, oder man läßt den Suchalgorithmus, der den Zeitpunkt für die oben genannte Sonnenhöhe sucht, bereits abbrechen, sobald er eine relativ grobe Näherung erreicht hat.

Tschau,
Thomas
 
Hallo Thomas,

danke für deine Erklärung! An die Refraktion hatte ich gar nicht gedacht. Stimmt.
Werde vielleicht demnächst mal versuchen die Zeiten zu vergleichen, was aber vermutlich schwer werden wird, da man ja in den seltensten Fällen (außer man befindet sich am Meer) einen "mathematischen Horizont" zur Verfügung hat.

Grüße,
Florian
 
Ich denk mal da spielt auch noch die Genauigkeit der verwendeten Ortskoordinaten ne Rolle. Je nachdem welche Breite/Länge die einzelnen Quellen verwenden, kann auch noch ne leichte Abweichung zustandekommen, Köln is ja recht groß, da gibts von einem zum anderen Ende vielleicht auch noch 2 Min. Differenz.
Ansonsten vielleicht unt. Rechenverfahren.
Der SU-Punkt ist wie oben schon erklärt die Zeit, wo der obere Sonnenrand verschwindet. Bei guten Horizontverhältnissen stimmen die Zeiten, die richtige Astroprogramme liefern, bei mir auch meist ziemlich genau, mit Abweichungen von 20-60 Sek.
 
Das mit dem Ort hatte ich auch erst gedacht; ich glaube aber nicht, dass die Differenz so groß sein kann.
Ich schätze jetzt mal gaaaanz grob, dass eine Zeitzone im Schnitt vielleicht 1000km breit ist. Das hieße 1000km pro Stunde. Um eine Differenz von 2 Minuten zu erreichen müssten das dann ca. 33km in Ost-West Richtung sein. Auch wenn man davon ausgeht, dass die GPS Daten wirklich sehr ungenau sind, kommt das noch nicht hin. Vielleicht trägt es aber zumindest einen Teil zu der Ungenauigkeit bei.

Grüße,
Florian
 
Die 1000km für die Zeitzone gelten natürlich nur für unsere Breiten, falls ich das richtig verstehe (hab mir das mal gerade durch den Kopf gehen lassen).
 
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