Zeitgeist

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Hans_Vehrenberg

Aktives Mitglied
... ich lese natürlich immer noch gerne hier mit, um auf dem Laufenden zu sein. Auch habe ich noch immer sehr viel Kontakt zu meinen alten Händlern und gerade diese persönlichen und freundschaftlichen Kontakte vermitteln mir immer wieder einen guten Einblick darin, wie sich das Astrogeschäft in den letzten Jahren entwickelt hat. Hier nun ein Auszug eines Mails, das mich in den letzten Tagen erreichte:

Email gelöscht. Bitte keine Mails ohne dem Einverständnis beider Parteien veröffenltichen. Danke. CS, Michi

Zum Nachdenken und vielleicht Umdenken.

Herzliche Grüße
Hans Vehrenberg
 
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Hallo Herr Vehrenberg,

ja, den Eindruck kann man bekommen. Wie Sie nicht zu Unrecht schreiben - Zeitgeist. Darauf zu hoffen, dass allein durch Einsicht eine Rückbesinnung eintritt, halte ich aber für, vorsichtig formuliert, sehr optimistisch.

Derzeit besteht für die Mehrzahl der benötigten Produkte ein Überangebot, das sich in dem auch in meinen Augen im Hinblick auf eine nachhaltige Wirtschaft alles andere als förderlichen Verdrängungswettbewerb durch Preiskampf äußert.

Wohin das führen wird zeichnet sich ab, es bleiben nur sehr wenige, sehr gut aufgestellte Anbieter übrig, der Markt reduziert die Zahl seiner Anbieter bis ein Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage durch die verbliebenen Lieferanten und Händler in Folge künstlicher Verknappung zwangserzeugt wird.

Das ist zwar sicher keine angenehme Perspektive, aber ich sehe den Weg dorthin deutlich vor mir, da auf anderem Wege die Absicherung einer ausreichenden Ertragssituation, die auch wieder substanzielle Investitionen trägt, kaum eintreten wird.
Was mich dabei ein wenig erschreckt ist, dass diese Situatuation im gesamten Konsumgüterbereich zu erkennen und abzusehen ist, es offenbar aber niemand wahrnimmt oder es letztlich niemanden stört.

Einen schönen Tag wünscht

J. Woker
 
Hallo zusammen,

Derzeit besteht für die Mehrzahl der benötigten Produkte ein Überangebot

und nicht nur das!, wessen Produkt digitalisierbar ist, hat noch mit viel mehr Problemen zu kämpfen...
Software, Bücher, Musik usw. usw. der User kommt mit dem Argument:"DEIN Produkt gehörte schon IMMER der Allgemeinheit"... Getreu Konfuzius´ Spruch:"Der Kopist ehrt den Meister". Dieser Spruch wird vom Clientel "äußerst gern zitiert". Endlose Thematik, die jetzt in der Vorratsdatenspeicherung gipfelt.

Des Deutschen zweiter Vorname lautet:"Nörglerei".
"Das hätte ich noch gerne","kann man das nicht anders machen?","das dauert zu lange" usw. usw.

Witzigerweise verdienen viele nicht mehr mit dem Produkt, sondern mit dem Support "dahinter", wohl wissend daß der User eines Tages reumütig in der Tür erscheint und um Hilfe bittet.
Aber nur, wenn er, im Astrofall, nicht vorher bei A.de "kostenlosen Support" bekommen hat :cool:


Gruß Alex (VSU)
 
Oh je ...

die Kapitulation der Vernunft.

Ich sehe dunklen Zeiten entgegen.

Eine Bankrotterklärung gegenüber den goldenen Zeiten als der Kunde noch mit Ohren angelegt vor den Geräten gestanden hat und überlegte wie viele Jahre er noch sparen muß um sich einen einigermaßen guten 10 cm Refraktor zu kaufen.

Ja den goldenen Gral hält in Zeiten der Globalisierung fast kein Händler mehr in der Hand.

Schmerzhaft lernt die Gesellschaft wie ersetzbar das Individuum und dessen Leistung doch ist.
Zumindest bin ich froh dass die Wirklichkeit nicht nur uns Kunden eingeholt hat.

Bisher hatte ich den Eindruck es handelt sich um die Insel der Glückseligen.

Der ein oder andere Händler hat bereits auf den Markt reagiert und scheint sich gut damit zu arrangieren.
Andere keifen jeden und alles an als gäbe es kein morgen.

Aber, wie das Leben so spielt kommt es erstens anders und zweitens als man denkt.



 
Hi Zusammen,

der Zeitgeist ist wohl, dass niemand dem anderen seinen Arbeitsplatz tragen will, weil das halt ein paar Euro mehr kosten würde.

Andererseits, welcher Händler wäre denn so naiv zu glauben, er könnte heute alles stets zum Listenpreis verkaufen? Das haben doch die heutigen Unternehmen (angefangen bei Großunternehmen, nicht beim Mittelstand) dem Bürger vorgemacht: Kaufe beim billigsten Anbieter, spiele Anbieter gegeneinander aus, profitiere auch von deren Konkurs.

Nun wundern sich also die Händler, dass der Bürger sich das abgeschaut hat! Man fasst es nicht...

Clear Skies
Sven
 
Moin!

> Die Astroszene ist nur noch nervig, ich habe es satt, mich jeden Tag mit den Preiswixern rumzuschlagen.

Derjenige, der das geschrieben hat, sollte sich lieber einen neuen Job suchen und sich vielleicht mal an die Birne fassen, wer ihn eigentlich im Endeffekt bezahlt. Daß es die Kundschaft ist, die das Geld anschleppt, scheint demjenigen nicht klar zu sein.
 
Hallo zusammen,

ich habe dem fast auch nur noch hinzuzufügen, dass dem nichts mehr hinzuzufügen ist.
Ein großer Teil der Händler selbst ist doch schuld an dieser Entwicklung. Ich bin zwar auch erst zwei, drei Jahre dabei, aber am Anfang dieser Zeit war alles noch sehr viel entspannter. Dieses ewige "Händler A schlägt Händler B den Kopf ein", kotzt mich dermaßen an, ich kann es gar nicht ausdrücken. Wo Leben wir eigentlich?
Na klar fange ich an zu nörgeln (bzw. ich frage nach), wenn ich irgendwo einen besseren Preis bekommen kann. Ich muss für mein Geld nämlich auch arbeiten. Das hat auch nichts mit Ausspielen oder "Preiswixen" zu tun, sondern ist einfache Angebotseinholung, ich habe das auch schon vor der unsäglichen "Bestpreisschlacht" getan.
Nur in einer Sache muss ich Herrn Vehrenberg, bzw. seinem Händlerkollegen Recht geben: Es finden sich immer mehr [zensiert]en die wirklich darauf lauern, ob ein Händler einen Fehler macht, und dies mit einer Akribie die unglaublich ist. Sagt mal, habt ihr eigentlich nichts besseres zu tun? Wenn die Art und Weise wie ein Händler sein Geschäft führt euch nicht gefällt, dann kauft da nicht. Es ist ganz einfach!

Schönen Tag,
Christian
 
Hallo zusammen,

muss doch jetzt auch meinen Senf dazugeben.

Sollten die Käufer besser ihre Klappe halten wenn das gekaufte wirkliche Mängel aufzeigt?

Vielleicht sogar solche Mängel wo der Verkäufer schon offensichtlich gesehen hat?

Ich meine nein und wenn der Verkäufer solche Ware rausgibt wäre man *schön blöd* dieses einfach so zu akzeptieren.

Natürlich ist es oft eine Gradwanderung wenn man asiatische Ware verkaufen will, aber dann soll man es nicht als sehr gute Ware bezeichnen bzw. hinterher sagen wenn man sehr gute Qualität will muss man eben mehr bezahlen.

Wenn ich für mein Gehalt keine saubere Arbeit leiste werde ich ruckzuck Konsequenzen zu erwarten haben. Kaufe ich mangelhafte Ware will ich die, wennn man mit leben kann, zumindest reduziert haben. Das hat aber nichts mit pfennigfuchserei zu tun. Letztendlich wird der Händler diesbezüglich eh so kalkulieren das ein sogenannter Rabatt drin ist.

CS
Horst
 
Hi,

ich musste nur kurz nachdenken.

Mit der Astro-Händlerszene habe ich nur wenig Mitleid.

In kaum einem anderen Geschäftszweig wird dem Kunden hemmungslos so ziemlich jedes Qualitätsniveau als "die Topware schlechthin, besser gibt es das nirgends, und zu dem Preis schon gar nicht " verscherbelt.

Bestimmt bin ich nicht der einzige, der erst durch viele Fehlkäufe irgendwann zu seinem endgültigen Teleskop und Zubehör gefunden hat.
Das in der Folge der Kunde nun genauer hinsieht, und nach 14 Tagen den "Apo" zurückschickt, weil schon bei geringer Vergrößerung doch Farbsäume auftauchen, was erwartet man? Ein Glück das der Gesetzgeber diese Möglichkeit geschaffen hat.

Den letzten Rest geben einem ( zumindest mir ) dann die gewaltigen Preisunterschiede von z.B. den USA zu Deutschland. Ich will die Diskussion nicht wieder lostreten. Aber bei allem Aufrechnen von Einfuhrzöllen, Lagerkosten, Personal usw., liebe Leute, in anderen Branchen die Waren aus aller Welt verkaufen gibt es das doch auch!
Aber nirgends sind die Preisunterschiede ( in dem Punkt lasse ich mich gerne eines Besseren belehren ) derart gewaltig wie in der Astroszene .


Grüße
Boris
 
Hallo zusammen,

eine Bemerkung auch von mir zu dem Thema.

alter Spruch: Du bekommst das was du bezahlt hast

Schaut euch mal die Anfragen an die hier oft zu sehen sind- einen APO bitte, möglichst 5", darf aber nicht viel kosten!

Hm, ich hätte auch gern einen Porsche mit Superbreitreifen, voll getuned, darf aber nicht mehr kosten als ein gebrauchter Golf- schön wäre es wenn man das kriegen könnte.

Klar, einige Händler machen genau das was du ansprichst, die verkaufen jedes Trum als Topgerät. Wackelmonti mit möglichst großem Rohr drauf und selbstverständlich für Photos tauglich.

Und was kaufen die Anfänger? Die Anfragen in den Foren zeigen es doch was die haben wollen, eben genau diese billigen Komplettausstattungen die so super beworben werden.

Der Anspruch macht es doch aus- nicht immer "Geiz ist gail", irgendwann sollte jeder gemerkt haben was er dafür bekommt. Der Gewinn war geil- für den Händler, der Service? Reden wir lieber nicht drüber.

Des Deutschen Mentalität scheint das aber zu sein sonst würden solche Ketten nicht überleben können.

Zum Glück gibt es noch wenige Händler die ein bisschen anders denken, besser beraten, das billigst Teil eben nicht rausdrücken, dem Kunden eher davon abraten und ihm etwas besseres dafür anbieten- mit der dazu gehörenden Beratung.

Das hat Herr Vehrenberg doch indirekt damit ausgesagt. Wenn ein Teil einen Mangel hat wird das jeder gute Händler in Ordnung bringen. Hat man bei einem der anderen gekauft muss man sich nicht wundern wenn der das nicht anerkennt oder sich drüber aufregt weil der Kunde reklamiert.

Wie gesagt: Du bekommst das was du bezahlt hast und das schließt den Händler mit ein.

Gruß

Stefan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Tja und da kommen wir zum entscheidenden Punkt.
Um bei der Umschreibung bei Stefan zu bleiben.

Ich hatte schon die Möglichkeit sowohl einen Porsche 911 als auch einen Porsche 944 Turbo zu fahren.
Man möchte nicht meinen wie nahe der Frontmotor getriebene 944 an den 911 heran kommt.
Nur auf der Rennstrecke läßt sich der Vorteil eines 911 Porsche wirklich gewinnbringend herauskitzeln, jedoch nicht vom Laien oder Gelegenheits Rennfahrer.

So sehe ich das auch bei Teleskopen. Wenn ein alter Astrohase es schafft mit einem 5" Vollapo und einer 5000,- € CCD das ganze auf einer 10.000,- € Montierung voll auszunutzen, dann gilt dies mit nichten auch für den Anfänger oder fortgeschrittenen Anfänger.
Und das dem Anfänger dann auffällt das ein 3000 Euro Teleskop eben nicht dreimal so gut ist wie ein 1000 Euro Teleskop, verwundert eben auch niemanden wirklich.
Also was rät man ihm ?
Versuchs erst mit einem relativ günstigen Gerät und kauf dir mit der Zeit besseres Equipment.
Und da Hobbyastronomie nun mal nicht lebenswichtig ist oder etwas das alle Hobbyastronomen täglich machen oder gar machen müßten, ist die Frage nach einem Teleskop mit desto besserer Preis Leistung eine durchaus nachvollziehbare.

Ich kann mir z.B. keinen TMB TEC oder sonstigen >=5" APO leisten. Also griff ich zum 8" Newton.
Und ich bin äußertst zufrieden. Damit sehe ich genau so viel und muß meiner Familie nicht Erklären warum ich mein Geld für Astroequipment ausgebe anstatt für einen Urlaub oder ein besseres Auto.

Zusammenfassend: Der Markt entscheidet.
Das sind die Käufer UND die Verkäufer.
 
Tja, wen wundert's wenn selbst exzessiv hohe Preise kein Garant für hohe Qualität sind. Wenn dann auch noch das Billigzeug ist genau nur das ist, braucht sich niemand zu wundern, daß die Kunden immer unzufrieden sind. Und die sind jetzt auch noch an allem Schuld? Na dann.
 
Hallo,

eine kleine Ergänzung noch. Wie vorher beschrieben, man bekommt was man bezahlt hat.

Beispiel aus meiner Werkzeugausstattung. Hatte vor ca. 20 Jahren eine kleine Oberfräse gekauft (Bosch). Letztes Jahr kaufte ich mir ein Set neue Fräser und stellte fest das die jetzt einen dickeren Schaft haben- passen nicht- Mist.

Aber- Markenhersteller, kurze Suche im Internet und siehe da- es gibt für ein paar Euro eine größere Spannzange. Teil bestellt, ausgetausch und alles klar.

Damit meine ich- will jemand mal ein Loch bohren, tut es auch die billige Noname Maschine aus dem Baumarkt, will er aber öfter und viel mehr Löcher bohren und das auch in ein paar Jahren mit noch guter Qualität, dann eiert die aus dem Baumarkt längst und wenn mal was kaputt geht, war es das- Ersatzteile? Gibst halt nicht, also neu kaufen.

Teleskope und Zubehör- gleiches Spiel. Ab und zu mal gucken- dafür reicht ein einfaches Teil. Will man aber mehr, auch forotgrafieren und dabei noch gute Bilder haben dann wird es das einfache Trum nichtmehr so hergeben. Dann wird gepimpt, erst die Monti, dann der Auszug, der Spiegel, die Okulare...

Ein guter Verkäufer fragt was du mimt dem Teil machen willst und wenn er richtig gut ist rät er dir auch von einem Teil ab, selbst wenn das scheinbar viele andere benutzen. Fast alle die eine EQ6 haben werden behaupten das Ding geht gut- wer macht denn seine eigene Ausrüstung schlecht. Klar, man hat schon was getauscht, erst das Fett, dann die Lager...

Erstaunlich wieviele von den Dingern wieder verkauft werden wenn sie so toll sind.

Gruß

Stefan
 
Hallo,

der Händler müsste eigentlich nur ehrlich seine Ware anpreisen und ein wenig Service in die Qualitätskontrolle stecken; schon wäre der Kunde mit dem zufrieden was einem verkauft wurde.

Wenn ich mir die Versandkosten und die Zeit für Telefonate, Recherchen und Fahrten zusammenrechne, und die Fehlkäufe aus fälschlich erweckten Erwartungen, hätte ich mir meinen 5" ED-APO schon früher geleistet.

Die meisten wären sicher bereit einen angemessenen Preis zu bezahlen wenn man diesbezüglich besser beraten werden würde, und nicht ständig Preiskämpfe öffentlich ausgetragen werden würden, so würde aus preiswixen schnell preiskuscheln ;-)

Wo ist der Service in Taten und nicht in Worten geblieben?!

CS

Charly
 
Hallo zusammen

Ich denke nicht, dass es Eingangs um Ramsch- oder Edelware geht; höchstens indirekt.
Es ist wohl eher das Verhältnis Kunde-Händler, das unpersönlicher bzw. unfreundlicher geworden ist.
Ein wohl doch recht hart umkämpfter Markt tut sein Übriges; statt wohlerzogenem Gefeilsche gibts einen Preiskampf.

Naja, zum allgemeinen (Einkaufs-)Verhalten gäbs noch viel zu schreiben, aber das spar ich mir jetzt.

CS
Jürgen
 
Hallo Stefan,

also was Montierungen angeht, stellt sich doch derweil echt die Frage nach den Alternativen zu den günstigen Teilen. Was es da an Alternativen gibt ist entweder veraltet, oder rar, oder auch schon per "Know-How-Outsourcing" Entwickelt worden...
"Qualitätsmanagement" nennt man das. Das bedeutet, man managed, dass man auf keinen Fall mehr Qualität liefert, als der Kunde auf den ersten Blick sieht, oder während der Garantiezeit braucht. Dazu passt auch der "positive Begriff", eigentlich ein Euphemismus! Qualitätsmanagement drückt auf freundliche Weise aus, dass man die Qualität herabsetzt, denn zuviel Qualität wäre ja unnötig.

Das sind nicht einfach nur die fiesen Kunden, das ist die ganze Berufsgruppe "Handel", die den Kunden da fleißig am Nuckelfläschchen des Konsums halten muss! Das hat richtig System, und so lange die ganze Herde ruhig in ihrer Rolle dahintrabt, sind alle lieb zueinander.
Weil die Welt aber nur oberflächlich schön ist, braucht man Mittel und Wege, negatives Gedankengut zu assimilieren, bevor es sich noch ausbreitet...

Clear Skies
Sven
 
Mir ist völlig unverständlich, wieso ein Vehrenberg hier eine solch einseitige (für meine Begriffe leichtfertige) Meinung abgibt. Mit diesem Namen hatte ich bisher edlere Motive verbunden.

Gruß Rolf
 
Hallo Rolf,

ist ja nicht seine Meinung, sondern die eines Freundes, dessen Mail er hier veröffentlicht hat. Zumindest habe ich das so verstanden.

Grüße
Michael
 
Hallo Sven,

das mit der Monti hatte ich als Beispiel gemeint. Aber es ist schon so wie es auch Charly schreibt, a bisserlm mehr Beratung und Service- dann bezahlt der Kunde vielleicht auch gern etwas mehr und hat dann auch ein gutes Teil.

Er sagt ja auch das die Fehlkäufe alles nur verteuern und ich verstehe Jürgen auch in der Richtung wie ich es meinte.

Das Kunden-Händler Verhältnis ist doch nur deshalb so geworden weil diese "Geiz ist gail" Idee in den Leuten steckt.

Der Markt ist umkämpft, sieht man ja derzeit an den ständigen Schnäppchenangeboten verschiedener Händler- aber mit mehr Beratung und gutem Service verkauft sich auch Ware und wenn die Kunden dann zufriedener sind kommen die auch wieder.

Jeder kennt das Spiel, erst ein Teleskop, dann ein Okular, ein Filter, noch ein Sonnenfilter, ein Leitrohr... wir geben doch ständig Geld aus und die von euch die das nicht mehr tun haben vermutlich schon alles zusammen.

Die Bucht ist voll von billigen Plössl´s und Co.- warum wohl? War eben am Anfang billig, also mit Verlust wieder weg und beim Neukauf- gleich wieder auf den Preis gucken.

Gruß

Stefan
 
Michael,

ja natürlich. Es ist nur übermittelt und selbstverständlich will der Übermittler uns mitteilen, dass er in keinster Weise damit einverstanden ist ...

Gruß Rolf
 
Jubelnd Karussel fahren

Hi Zusammen,

Low Cost und abgespeckte Beratungen sind ein unschlagbarer Preisvorteil, und im Zeitalter anonymer Versandgeschäfte scheint die Kundenbindung nicht mehr die gewohnte Rolle zu spielen. Sobald der Kunde ohnehin das Gefühl hat, dass alle dasselbe verkaufen, oft nichtmal anders verpackt, kommt der Folgekauf allein schon aus Verzweiflung - oder wieder über den Preis.
Sobald das Rad angestoßen ist, dreht es sich unerbittlich, ein paar fliegen ab einer gewissen Drehzahl scheppernd runter und ein paar kriegen beim Bremsen an der Radnabe heiße Backen, aber die Mehrzahl braucht den Kick und fährt jubelnd Karussel!

Clear Skies
Sven
 
Hi allerseits,

da frage ich mich doch, wer gegen wen? ;)


Die Astroszene ist nur noch nervig, ich habe es satt, mich jeden Tag mit den Preiswixern rumzuschlagen.
Da könnte ja wohl auch ein Händler über die "preiswixenden" anderen Händler jammern ... Bestpreis hier und Bestpreis dort ... ohje :Trost:



Es gibt praktisch niemand mehr, der mit irgend etwas zufrieden ist, überall wird rumgenörgelt, rumgestänkert und alles schlecht gemacht.

Das ist mir einfach zu "allgemein" ... und somit auf jede Lebenslage und auf die Situation so vieler anwendbar ... ?)



Gewisse Leute lauern nur darauf, einen in die Pfanne zu hauen usw.

Wer haut denn da wen in die Pfanne? Und warum wohl ... ?)
Aus meinen bisherigen Lebenserfahrungen kann ich sagen:
In die Pfanne gekloppt wird meist jemand, der auch Mist gebaut hat ... :pfeif:



Dann darf man nichts mehr verdienen, .....
Also aus Sicht des durchschnittlichen Kunden, der die durchschnittlichen Existenzängste mit sich rumträgt und das Gefühl hat, dass seine Arbeitskraft entweder ausgebeutet wird bzw. gar entbehrlich ist (Hartz No. 4), ist das nur eine verständliche Reaktion ... es langt ja wohl, wenn einen der Arbeitgeber "ausbeutet", dann muss es ja nicht auch noch der Gemüsehändler sein ... :cool:



vieles wird innerhalb von 14 Tagen zurückgeschickt und man muss sich dann vor seinen Chefs rechtfertigen, wenn der Kunde das Geld wieder haben will

Da kann es sogar 'ne Menge trifftiger Gründe für geben ... wenn man z.B. dem Kunden "Schrott andreht" bekommt man natürlich auch "Schrott" zurück ... vielleicht falsch beraten? ...
Aber wer ist denn nu der "Chef" in diesem Statement? ... Ist dieser Mail-Auszug nicht vom "Händler" himself ?) ... oder doch von 'nem armen, gestressten, lohnabhängigen "Verkäufer", der die glorreichen Zeiten der Kundenorientierung und Mitarbeiterorientierung der Unternehmerschaft nicht mitmachen durfte ... Kundenservice - heute nur noch Kostenfaktor ... keine Investition in die Zukunft (des Arbeitsplatzes, des Unternehmens, der Einkünfte, der Gewinne ....)


Die Globalisierung lässt grüssen ... kauft, wo es billig ist, da wo eure Arbeitsplätze hingewandert sind ... in China, Indien, Taiwan, Polen, Ukraine ... die einzige logische Konsequenz aus dieser angeblich unabwendbaren "Naturgegebenheit" ...

Wenn einer Grund zum Jammern hat, dann sind das entweder Alle - oder Keiner ... :schwitz:


 
Beratung, wenn vorhanden, sollte ehrlich und aufrichtig sein.
Es kommt durchaus vor von einem Händler, das er an den Bedürfnissen und teilweise auch an der Wahrheit vorbei berät - dazu sollte er auch stehen wenn der Kunde merkt, das er nicht das Richtige gekauft oder gar falsch beraten wurde.
Zu diesem Zwecke wurde ja auch das Rückgaberecht von 14 Tagen eingeräumt - abgesehen von Qualitätsmängel die meiner Meinung nach bereits durch die Garantie sehr gut geregelt wird.

Nur mal so ein Detail am Rande:

Ich hatte das Hobby Astronomie mehrere Jahre ausgeübt und 2005 eröffnete ein Händler grad mal um die Ecke einen neuen Laden. Das Interesse war hoch, die Verbesserungsmöglichkeiten ( beobachtete mit einm 76/700 Newton ) auch dementsprechend und so entschloss ich mich in die beratenden Arme dieses Astrohändlers zu geben.
Ob Ihr es mir glaubt oder nicht in den nächsten 1 1/2 Jahren und ca. 10 Teleskope später (die ich alle kaufte!) hatte mir der Kerl jedes mal das Gefühl gegeben das Richte erhalten zu haben - nur das Gefühl konnte ich nicht mehr mit Ihm teilen.

Ich habe ca 12.000 Euronen in diesen Laden gesteckt für Ausrüstung und Zubehör ohne im Nachhinein betrachtet jemals richtig beraten zu werden - nennt mich ruhig naiv aber während dieser Zeit merkte ich nicht dass er mir eigentlich nur die Dinge aufschwatzte die er anderen nicht so leicht verkaufen konnte bzw Ihm schon andere dermaßen auf der Pelle saßen denen er zu Zahlungen verpflichtet war.

Lange Rede kurzer Sinn ich verkaufte den ganzen Krempel mit gewaltigen Verlusten und kaufte mir eine GPD2 und einen gebrauchten FL102 und bin damit seitdem sehr zufrieden.

Beratung ist in der Regel was gutes und unabdingbar, sie kann aber auch Personen wie mich fehlleiten - wenn der Händler merkt der ist begeisterungsfähig, hat Geld und kauft sowieso alles was ich Ihm aufschwatze.


CS Flextor

 
Meines Achtens sollte Beratung vom Verkauf getrennt und eine kostenpflichtige Angelegenheit werden. Kosten sollten immer da berechnet werden, wo sie anfallen. Ihr findet die Astroszene schlimm? Da kann ich nur müde lächeln.

Im Prinzip müsste man mit einem Rechtsanwalt zur Bankberatung, damit die Aussagen gereichtsfest notiert werden. Die Bankangestellten werden vom Management sehr auf Umsatz getrimmt, d.h. der kurzfristige Umsatz wird bevorzugt gegenüber dem langfristigen Ertrag. Abgesehen davon versteht kein Laie, welche Gebühren ihm von seinem Fond , Zertikat wirklich vom Gewinn abgeht. Daher müsste sich von Rechts wegen jedermann einen wirklich unabhängigen Berater leisten. Aber das Geld niemand ausgeben, und so wird dann im Beratungsgespräch die Lebensversicherung mit klaren Bilchen von glücklcihen Menschen und unklaren Nebenkosten oder der Garantiefond "Global Titans 50" auf's Auge gedrückt. Kosten tut es bedeutend mehr!

Warum nicht mal zu Händler A gehen, dem Geld geben und zugeben, dass man bei Händler B bzw Internet kaufen will. Ich bin sicher, dann bekommt man auch eine vernünftige Beratung, egal ob Händler Arzt, Rechtsanwalt etcpp.
Erfordert aber ein Umdenken bei den Kunden.

 
Zitat von Hugo_Holzbein:
Meines Achtens sollte Beratung vom Verkauf getrennt und eine kostenpflichtige Angelegenheit werden. Kosten sollten immer da berechnet werden, wo sie anfallen. Ihr findet die Astroszene schlimm? Da kann ich nur müde lächeln.

Finde ich eine gute Idee! :super: :respekt2:

Viele Läden vor Ort haben das Problem, dass sich der Kunde stundenlang beraten lässt, aber dann, um 30,- € zu sparen, im Internet bestellt.

Wenn man sagen würde eine halbe Stunde (intensive und ehrliche) Beratung kostet 20,- € (zum Beispiel), wüsste der Kunde, dass er auch wirklich eine ordentliche Beratung bekommt und der Händler müsste sich nicht ärgern, wenn der Kunde wo anders kauft.

Aber noch besser: Da der Händler ja jetzt die Beratungszeit nicht mehr auf das Produkt draufkalkulieren müsste, könnte er die Preise senken und ggf. so wieder Boden gegenüber den Internethändlern gutmachen.

Viele Grüße

Carsten
 
psssst. Ihr bring hier Sven und die anderen alten Hasen noch auf die Idee, Geld für die Beratung zu verlangen. Dann gibt es bald neben Einrichtungsberatern, Stylingberater etc auch noch Astroberater ;-)

lG & CS
Thomas
 
Leider wurde mein Beitrag bzw. das veröffentlichte Mail gelöscht, warum auch immer. Ich habe keinen Namen genannt, hatte aber die Erlaubnis, den Text mitzuteilen. Ich finde das ein seltsames Verhalten seitens astronomie.de. Es hat bisher Zu Diesem Thema eine sachliche Diskussion stattgefunden, ohne irgendwelche Angriffe auf Händler oder andere Personen. Ich werde sicherlich dem Moderator den Author nicht nennen,um zu prüfen,ob eine Erlaubnis vorliegt.Wer garantiert hier, dass der Name des Händlers nicht weitergegeben wird und hier irgendwo auftaucht? Auch dieses Vorgehen hier könnte unter dem Motto ,,Zeitgeist`` abgehandelt werden.
Schönes Wochenende
Hans Vehrenberg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Herr Vehrenberg,

erst mal Respekt vor ihrer Lebensleistung, sie haben zum Aufschwung der Amateurszene viel beigetragen. Ich habe auch ihr "Handbuch der Sternbilder" in meiner Bibliothek, und es fristet beileibe kein Regaldasein.

Vielleicht könnte sich Michi ja mal zum Löschen des Emailzitats äusserm, es hat vermutlich präventiv-rechtliche Gründe. Es ist aber auch so klar, was ungefähr die Aussage war.

Der zunehmende existenzielle Druck, den viele in Bevölkerung spüren, macht auch vor Astronomiebegeisterten nicht halt. Und da sind eben viele Mittel recht, günstiger wegzukommen - auch wenn viele der Händler sich buchstäblich Tag & Nacht abrackern. Es ist heute nicht mehr genug, einfach hinter der Theke zu stehen und auf Kundschaft zu warten (ich meine, war auch nie genug, aber heute ufert das aus). All das ist unseliger "Zeitgeist".

mit unzeitgemässen Grüssen

Tommy Nawratil
 
Ich möchte nur präventiv informieren, dass meine o.g. Stellungnahme in keinster Weise eine Kritik an Herrn Vehrenberg darstellt, es ging nur um die einseitige Position der Nachricht.
Ansonsten kann ich nur die ersten Worte von Tommy Nawratil bekräftigen (die anderen übrigens auch).

Gruß rolf
 
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