deaktiviert_11169
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
Wie hier angekündigt, habe ich auf bessere Beobachtungsbedingungen gewartet und dabei wie mir empfohlen, vor allem auf die Transparenz und das Seeing geachtet.
Nun, was soll ich sagen, ich habe meine besseren Bedingungen in der Nacht vom 15.07.07 auf den 16.07.07 gefunden.
Beobachtungsbedingungen:
Stellare visuelle Grenzgroße: ca. 4,5-4,6 mag (kleiner Bär),
Kann aber auch ein Hauch mehr gewesen sein, da der kleine Bär ja momentan fernab vom Zenit steht.
Transparenz: durchwegs sehr gut
Seeing: sehr gutes Seeing, kein Wind
Da der Zentralstern bei meinen Bedingungen (Lichtverschmutzung)ein äußerst schwieriges Objekt ist, habe ich genügend zeit zum Beobachten eingeplant.
Ich habe mir vorgenommen erst aufzuhören, wenn ich ihn, sei es auch nur für Sekundenbruchteile, erhascht habe.
Im Endeffekt sind dann 1,5 Stunden daraus geworden (von 0:30-2:00 Uhr).
(Selbstverständlich habe ich ein "Beobachtungstuch verwendet und meinen Augen genügend Zeit für die Dunkeladaption eingeräumt)
Equipment:
Teleskop: 14''LX200R
Okulare: 25mm Plössl sowie 15mm Plössl, jeweils mit 2 fach Barlow
Hieraus ergeben sich folgende Vergrößerungen:
25mm Plössl: 284 x
15mm Plössl: 474 x
(Die bestellten Meade UWA sind leider noch nicht eingetroffen)
Doch nun zur Beobachtung:
M57 wurde im 25mm Plössl angefahren und war auf Anhieb beinahe im Zentrum des Gesichtsfeldes (seit meinen ersten Beobachtungen mit diesem Gerät habe ich das Gefühl, dass es immer genauer wird...)
Somit verschaffte ich mir bei 284 x Vergrößerung einen Eindruck zum Einstieg.
Doch nun wurde, dank der Bedingungen, höher vergrößert, auf 474 x.
Obwohl es Plössl Okulare mit kleinem Gesichtsfeld (verglichen mit UWAs) sind, war der Anblick atemberaubend.
Keine Spur von dem im 8''er sichtbaren Rauchring, direkt plastische Strukturen heben sich vom (durch die hohe Vergrößerung) dunklen Himmelsintergrund ab.
Von außen nach innen sind die verschiedenen Schichten mit ihren Grauabstufungen eindeutig zu sehen, das Zentrum erscheint zwar dunkel, ist aber von einem grauen Hauch durchzogen, was für ein Anblick.
Desto mehr Zeit man dem Objekt widmet, desto mehr Details offenbaren sich einem, in ihrer Gesamtheit ist die Fülle an Details überwältigend.
Nach diesen mannigfaltigen Strukturen, habe ich beschlossen mich nun ausschließlich dem Zentralstern zu widmen.
Mit direktem Sehen ist erwartungsgemäß nichts zu erkennen, aber mit indirektem Sehen muss man sich ebenfalls in Geduld üben, in viel Geduld.
Wer der Auffassung ist, es reiche für eine erfolgreiche Sichtung einfach nur kurz am Ringnebel vorbeizusehen, hat sich gehörig getäuscht.
Auch mit intensivem indirektem Sehen und stetigen Erholungspausen für die angestrengten Augen, war erst mal nichts zu sehen.
Doch dann, gegen 1:15 (ich habe auf die Uhr gesehen, weil ich mir den Zeitpunkt meiner ersten Sichtung merken wollte) war es endlich soweit.
Da blitzte etwas im Zentrum auf, es war indirekt zu keinem Zeitpunkt länger als 3-5s zu halten, aber es war eindeutig da.
Von diesem Erlebnis unglaublich motiviert, habe ich meinen vermeintlichen Erfolg kaum fassen können.
Deswegen habe ich die restliche 3/4 Stunde mit erneuten Versuchen verbracht, was soll ich sagen, ich war erfolgreich.
Dass ich den Zentralstern gesehen habe (und es kein durch blanken Willen gebildetes Hirngespinst gewesen ist) konnte ich durch erneute immer nur zeitweise Sichtungen bestätigen.
Da der Anblick stets der Selbe war, bin ich mir sicher ihn erspäht zu haben.
Lange habe ich auf diesen Moment gewartet, oft habe ich daran gedacht, nun ist es mir gelungen.
Das Gefühl des Erfolgs, der Faszination der erfolgreichen Sichtung hat mich motiviert mich, bei meinen Bedingungen (Lichtverschmutzung) auch an weiteren grenzwertigen Objekten zu versuchen, auch wenn 5, 10 oder gar 20 Anläufe für eine erfolgreiche Sichtung notwendig sind.
Schöne Grüße
Daniel Martins
Wie hier angekündigt, habe ich auf bessere Beobachtungsbedingungen gewartet und dabei wie mir empfohlen, vor allem auf die Transparenz und das Seeing geachtet.
Nun, was soll ich sagen, ich habe meine besseren Bedingungen in der Nacht vom 15.07.07 auf den 16.07.07 gefunden.
Beobachtungsbedingungen:
Stellare visuelle Grenzgroße: ca. 4,5-4,6 mag (kleiner Bär),
Kann aber auch ein Hauch mehr gewesen sein, da der kleine Bär ja momentan fernab vom Zenit steht.
Transparenz: durchwegs sehr gut
Seeing: sehr gutes Seeing, kein Wind
Da der Zentralstern bei meinen Bedingungen (Lichtverschmutzung)ein äußerst schwieriges Objekt ist, habe ich genügend zeit zum Beobachten eingeplant.
Ich habe mir vorgenommen erst aufzuhören, wenn ich ihn, sei es auch nur für Sekundenbruchteile, erhascht habe.
Im Endeffekt sind dann 1,5 Stunden daraus geworden (von 0:30-2:00 Uhr).
(Selbstverständlich habe ich ein "Beobachtungstuch verwendet und meinen Augen genügend Zeit für die Dunkeladaption eingeräumt)
Equipment:
Teleskop: 14''LX200R
Okulare: 25mm Plössl sowie 15mm Plössl, jeweils mit 2 fach Barlow
Hieraus ergeben sich folgende Vergrößerungen:
25mm Plössl: 284 x
15mm Plössl: 474 x
(Die bestellten Meade UWA sind leider noch nicht eingetroffen)
Doch nun zur Beobachtung:
M57 wurde im 25mm Plössl angefahren und war auf Anhieb beinahe im Zentrum des Gesichtsfeldes (seit meinen ersten Beobachtungen mit diesem Gerät habe ich das Gefühl, dass es immer genauer wird...)
Somit verschaffte ich mir bei 284 x Vergrößerung einen Eindruck zum Einstieg.
Doch nun wurde, dank der Bedingungen, höher vergrößert, auf 474 x.
Obwohl es Plössl Okulare mit kleinem Gesichtsfeld (verglichen mit UWAs) sind, war der Anblick atemberaubend.
Keine Spur von dem im 8''er sichtbaren Rauchring, direkt plastische Strukturen heben sich vom (durch die hohe Vergrößerung) dunklen Himmelsintergrund ab.
Von außen nach innen sind die verschiedenen Schichten mit ihren Grauabstufungen eindeutig zu sehen, das Zentrum erscheint zwar dunkel, ist aber von einem grauen Hauch durchzogen, was für ein Anblick.
Desto mehr Zeit man dem Objekt widmet, desto mehr Details offenbaren sich einem, in ihrer Gesamtheit ist die Fülle an Details überwältigend.
Nach diesen mannigfaltigen Strukturen, habe ich beschlossen mich nun ausschließlich dem Zentralstern zu widmen.
Mit direktem Sehen ist erwartungsgemäß nichts zu erkennen, aber mit indirektem Sehen muss man sich ebenfalls in Geduld üben, in viel Geduld.
Wer der Auffassung ist, es reiche für eine erfolgreiche Sichtung einfach nur kurz am Ringnebel vorbeizusehen, hat sich gehörig getäuscht.
Auch mit intensivem indirektem Sehen und stetigen Erholungspausen für die angestrengten Augen, war erst mal nichts zu sehen.
Doch dann, gegen 1:15 (ich habe auf die Uhr gesehen, weil ich mir den Zeitpunkt meiner ersten Sichtung merken wollte) war es endlich soweit.
Da blitzte etwas im Zentrum auf, es war indirekt zu keinem Zeitpunkt länger als 3-5s zu halten, aber es war eindeutig da.
Von diesem Erlebnis unglaublich motiviert, habe ich meinen vermeintlichen Erfolg kaum fassen können.
Deswegen habe ich die restliche 3/4 Stunde mit erneuten Versuchen verbracht, was soll ich sagen, ich war erfolgreich.
Dass ich den Zentralstern gesehen habe (und es kein durch blanken Willen gebildetes Hirngespinst gewesen ist) konnte ich durch erneute immer nur zeitweise Sichtungen bestätigen.
Da der Anblick stets der Selbe war, bin ich mir sicher ihn erspäht zu haben.
Lange habe ich auf diesen Moment gewartet, oft habe ich daran gedacht, nun ist es mir gelungen.
Das Gefühl des Erfolgs, der Faszination der erfolgreichen Sichtung hat mich motiviert mich, bei meinen Bedingungen (Lichtverschmutzung) auch an weiteren grenzwertigen Objekten zu versuchen, auch wenn 5, 10 oder gar 20 Anläufe für eine erfolgreiche Sichtung notwendig sind.
Schöne Grüße
Daniel Martins