Zentralstern von M57

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Hallo zusammen,


Wie hier angekündigt, habe ich auf bessere Beobachtungsbedingungen gewartet und dabei wie mir empfohlen, vor allem auf die Transparenz und das Seeing geachtet.

Nun, was soll ich sagen, ich habe meine besseren Bedingungen in der Nacht vom 15.07.07 auf den 16.07.07 gefunden.

Beobachtungsbedingungen:
Stellare visuelle Grenzgroße: ca. 4,5-4,6 mag (kleiner Bär),
Kann aber auch ein Hauch mehr gewesen sein, da der kleine Bär ja momentan fernab vom Zenit steht.

Transparenz: durchwegs sehr gut
Seeing: sehr gutes Seeing, kein Wind


Da der Zentralstern bei meinen Bedingungen (Lichtverschmutzung)ein äußerst schwieriges Objekt ist, habe ich genügend zeit zum Beobachten eingeplant.
Ich habe mir vorgenommen erst aufzuhören, wenn ich ihn, sei es auch nur für Sekundenbruchteile, erhascht habe.
Im Endeffekt sind dann 1,5 Stunden daraus geworden (von 0:30-2:00 Uhr).
(Selbstverständlich habe ich ein "Beobachtungstuch verwendet und meinen Augen genügend Zeit für die Dunkeladaption eingeräumt)

Equipment:
Teleskop: 14''LX200R
Okulare: 25mm Plössl sowie 15mm Plössl, jeweils mit 2 fach Barlow
Hieraus ergeben sich folgende Vergrößerungen:
25mm Plössl: 284 x
15mm Plössl: 474 x
(Die bestellten Meade UWA sind leider noch nicht eingetroffen)

Doch nun zur Beobachtung:
M57 wurde im 25mm Plössl angefahren und war auf Anhieb beinahe im Zentrum des Gesichtsfeldes (seit meinen ersten Beobachtungen mit diesem Gerät habe ich das Gefühl, dass es immer genauer wird...)
Somit verschaffte ich mir bei 284 x Vergrößerung einen Eindruck zum Einstieg.
Doch nun wurde, dank der Bedingungen, höher vergrößert, auf 474 x.
Obwohl es Plössl Okulare mit kleinem Gesichtsfeld (verglichen mit UWAs) sind, war der Anblick atemberaubend.
Keine Spur von dem im 8''er sichtbaren Rauchring, direkt plastische Strukturen heben sich vom (durch die hohe Vergrößerung) dunklen Himmelsintergrund ab.
Von außen nach innen sind die verschiedenen Schichten mit ihren Grauabstufungen eindeutig zu sehen, das Zentrum erscheint zwar dunkel, ist aber von einem grauen Hauch durchzogen, was für ein Anblick.
Desto mehr Zeit man dem Objekt widmet, desto mehr Details offenbaren sich einem, in ihrer Gesamtheit ist die Fülle an Details überwältigend.
Nach diesen mannigfaltigen Strukturen, habe ich beschlossen mich nun ausschließlich dem Zentralstern zu widmen.
Mit direktem Sehen ist erwartungsgemäß nichts zu erkennen, aber mit indirektem Sehen muss man sich ebenfalls in Geduld üben, in viel Geduld.
Wer der Auffassung ist, es reiche für eine erfolgreiche Sichtung einfach nur kurz am Ringnebel vorbeizusehen, hat sich gehörig getäuscht.
Auch mit intensivem indirektem Sehen und stetigen Erholungspausen für die angestrengten Augen, war erst mal nichts zu sehen.
Doch dann, gegen 1:15 (ich habe auf die Uhr gesehen, weil ich mir den Zeitpunkt meiner ersten Sichtung merken wollte) war es endlich soweit.

Da blitzte etwas im Zentrum auf, es war indirekt zu keinem Zeitpunkt länger als 3-5s zu halten, aber es war eindeutig da.
Von diesem Erlebnis unglaublich motiviert, habe ich meinen vermeintlichen Erfolg kaum fassen können.
Deswegen habe ich die restliche 3/4 Stunde mit erneuten Versuchen verbracht, was soll ich sagen, ich war erfolgreich.
Dass ich den Zentralstern gesehen habe (und es kein durch blanken Willen gebildetes Hirngespinst gewesen ist) konnte ich durch erneute immer nur zeitweise Sichtungen bestätigen.
Da der Anblick stets der Selbe war, bin ich mir sicher ihn erspäht zu haben.

Lange habe ich auf diesen Moment gewartet, oft habe ich daran gedacht, nun ist es mir gelungen.
Das Gefühl des Erfolgs, der Faszination der erfolgreichen Sichtung hat mich motiviert mich, bei meinen Bedingungen (Lichtverschmutzung) auch an weiteren grenzwertigen Objekten zu versuchen, auch wenn 5, 10 oder gar 20 Anläufe für eine erfolgreiche Sichtung notwendig sind.

Schöne Grüße
Daniel Martins
 
Hallo Daniel,

ebenfalls herzlichen Glückwunsch zur Sichtung. Ich war gestern mit meinem 10er ebenfalls "dran", war aber nicht erfolgreich. :Trost: Ich hatte mir aber auch nicht so viel Zeit genommen wie Du, sondern bin noch etwas weiter geschweift. Meine Erwartungen waren auch nicht so hoch gesteckt... :/

Soll nicht John Dobson mal gesagt haben: "I saw four stars in the ring nebula"? Dann gehts jetzt für Dich weiter auf der Suche nach den anderen dreien! :biggrin:

Grüße, Nicolai
 
Hallo Benny, hallo Nicolai,

Vielen Dank für die Glückwünsche.

Meine Vorgangsweise die Lichtverschmutzung durch Öffnung auszugleichen mag zwar nicht jedem sinnvoll erscheinen, aber in diesem Fall hat sie zum Erfolg geführt.

Selbstverständlich bietet ein dunkler Himmel nicht nur einen schöneren Ablick, sondern auch mehr Möglichkeiten, aber wenn das Equipment ca. 100kg wiegt, hat man auf die Fahrerei und den zwingenden Auf sowie Abbau ,vorallem ohne Hilfe, keine Lust.

Deswegen habe ich mich für was größeres (ich weiß, um das selbe Geld hätte man auch einen größeren Dobson bekommen, aber ich mag die hohe Einblickposition bei großen Dobsons nicht (Lowrider sind Aufgrund ihrer Konstruktion keine Alternative für mich)) entschieden und beobachte vorwiegend aus dem Garten.



Wenn ihr in den verlinkten Thread schaut, findet ihr einen Beitrag von Micha alis "Winni" in welchem die Sichtung mit einem 8''er beschrieben wird.
Also, gute Bedingungen und eine gehörige Portion Geduld vorausgesetzt kann man auch mit bis zu 8'' erfolgreich sein.

Schöne Grüße
Daniel Martins



 
Hallo Daniel

Den Zentralstern von M57 muß ich mir demnächst auch mal vornehmen.
Glaube aber nicht das ich erfolg haben werde,denn die bedingungen in Kiel sind nicht gerade gut.
Wird sowieso mal wieder Zeit das ich zum Spechteln komme,das letzte mal ist nämlich schon ne weile her.
Diese Woche muß ich noch Arbeiten,dann habe ich erstmal 3 Wochen Urlaub.

Grüße
Manfred
 
Hallo Manfred,

Viel Erfolg bei deinem Vorhaben, mal abgesehen von den Umgebungsbedingungen, sollte es mit einer scharfen gut justierten RCX-Optik durchaus möglich sein.

Ich habe es übrigens letzte Nacht erneut probiert und es hat funktioniert.
Wenn man schon etwas Praxis hat und weiß auf was man achten muss, wird es erheblich einfacher.

Schöne Grüße
Daniel Martins
 
Jaja, der gute alte M57-Zentralstern... habe da auch ein paar Liedchen davon zu singen ;)

Mit 8" gelang mir bisher noch keine Sichtung, aber mit 12" habe ich ihn nun schon öfters in den letzten paar Nächten der vergangenen Wochen sehen können. Die vis. Grenzgröße scheint übrigens zumindest bei mir nicht das primäre Problem zu sein! Ich habe ihn schon bei etwa fst 5.9mag aus dem heimischen Garten bei mittelmäßiger Transparenz mit dem 12"er gesichtet, während er letztens bei fst 6.5mag mit einer unglaublichen Transparenz (war echt atemberaubend und erzeugte eine Gänsehaut!) nicht zu sehen war!

Gruß und clear skies,
Tobi
 
Hi Tobi,

habe ihn in 12" f5 am 14 auf den 15.7. zum ersten mal visuell gesehen. Manche in den Foren schrieben, es wäre die "Nacht der Nächte" gewesen.
So kann auch ich das bestärigen!

Gruß
Winfried

..Gerchsheim bei Würzburg
 
Moin Daniel!

> findet ihr einen Beitrag von Micha alis "Winni" in welchem die Sichtung mit einem 8''er beschrieben wird.

...8" Schiefspiegler, um genau zu sein. In einer dunklen Augustnacht - jetzt ist es noch viel zu hell dazu.
 
Hallo Micha,

Beim nächsten mal werde ich dich zitieren, dann unterlaufen mir keine Fehler oder Ungenauigkeiten.
Da ich besagten Textausschnitt schon in einem anderen Thread zitiert habe, wollte ich es nicht zweimal tun.

Schöne Grüße
Daniel Martins
 
Moin Daniel!

Ich wollte nur betonen, daß diese Beobachtung nicht mit einem 8"-Wald-und-Wiesen-Dobs o.ä. gemacht wurde. Das Objekt ist schwierig genug und die Bedingungen müssen wirklich haargenau stimmen, um solche grenzwertigen Sichtungen mit so einer Optik dieser Größe zu machen. Bisher ist es mir auch nur einmal gelungen.
Nicht, daß jetzt jeder denkt, mit einem 8"-Skywatcher sieht man da was... :augenrubbel: ;)
 
Hallo Micha,

Dast du natürlich vollkommen Recht, es fällt einem leider manchmal etwas zu einfach falsche Erwartungen zu wecken.
Dass exzellente Bedingungen die Voraussetzung sind halte ich jedoch für selbstverständlich.

Schöne Grüße
Daniel Martins

 
Hallo zusammen

Ich möchte auch noch kurz von einer Sichtung berichten. Das letzte Wochenende war ich am Freitag auf dem Glaubenbergpass (CH/OW/1450m) und am SA in Falera (CH/GR/1300m) mit meinem 12.5" Dobson beobachten. Den Zentralstern in M57 konnte ich in beiden Nächten sehen. In der ersten Nacht zeigte das SQM einen Wert von um die 21.40 im Zenit.

Nebenbei möchte ich noch das von Newtonianer gesagte bestätigen. Zur Sichtung des Zentralsternes von M57 ist nicht unbedingt ein extrem transparenter Himmel nötig. Wichtiger ist hier ein erstklassiges Seeing. Nur wenn der Stern scharf und ohne Luftunruhe stillstehend abgebildet wird, kann er mit kleinen Geräte unterhalb 12" Öffnung gesichtet werden.

Am SA hatte ich überigens noch die Gelegenheit den Ringnebel mit dem neuen 90cm Cassegrain im Nasmythfokus der Sternwarte Falera (www.sternwarte-mirasteilas.ch) zu beobachten. Dabei habe ich erstmals den Zentralstern ohne indirektes Sehen erkennen können. Der Zentralstern sprang sozusagen gleich ins Auge :cool:. Der Ring selber war sehr hell, was unter diesen Bedingen aber auch nicht weiter erstaunt. Hingegen konnte ich neben dem Zentralstern auch mit dem 90er keine weiteren Sterne innerhalb M57 ausmachen (wobei danach auch nicht speziell gesucht wurde). Es wäre aber möglich, dass die Sichtung des noch schwächeren Sternes innerhalb des Ringes mit grösseren Teleskopen eher wieder schwieriger wird, da der Ring selber sehr hell ist und der Kontrast dann zu klein wird.

Gruss
Stefan
 
Hallo Stefan,

Glückwunsch zu deiner Sichtung.
Wow, ein 90cm Teleskop, das muss ja phantastisch gewesen sein, da zerfrisst mich doch glatt der Neid.
Hast du sonst noch andere Objekte mit diesem Giganten beobachtet?

Schöne Grüße
Daniel Martins

 
Hallo Daniel

Ja, mit dem 90er haben wir unter anderem noch folgendes angeschaut: M16 mit den drei "Fingern" (Pillars of creation), NGC 7009 der schon fast wie ein grösserer Uranus mit einem Ring aussah (daher kommt wohl auch die historische Bezeichnung "Planetarischer Nebel") und am Schluss der absolute Hammer mit Omeganebel M17 der durch OIII mit vielen kleinen Fetzen total fleckig daherkam.

Gruss
Stefan
 
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