Zerlegbarer Refraktor

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Hallo ATMler,

ich habe ein 150/3000-Refraktorobjektiv erworben und möchte daraus demnächst ein komplettes Teleskop bauen. Da ein ~3m langer Tubus vor allem beim Transport schwer zu handeln ist, plane ich den Tubus für den Transport teilbar zu machen (2x ~1,5m). Hat jemand bereits damit Erfahrungen gemacht, und wie schaut es mit der Justage und der Stabilität dann aus?

Vielen Dank für Eure Antworten,
Stefan
 
Hallo,
Natürlich kann man den Tubus teilen. Man muß dafür sorgen, daß man die beiden Teile justierstabil zusammenfügen kann. Was hältst du denn von einem Schärrefraktor, du könntest so den Tubus gleich in etwa halb so groß bauen. Nachteil: Man braucht einen guten Planspiegel um den Strahlengang zu falten. So ein System wurde vor einiger Zeit schon mal diskutiert, ich weiss nur nicht mehr in welchem Board. (Ich glaube es war das Stichwort "Refraktordobson" oder ähnlich.)
Grüße Martin
 
Hi,
Kommt drauf ,welches Tubusmaterial du verwenden willst
Alu od. HP ?
Würde zwei Alu-Flansche konstruieren-die miteinander durch 4(90°) angefaste Paßstifte (fest in einem der Flansche)zusammengesteckt werden-dann mit 10-12 Gewindeschrauben (M8-M10)Flansche verbinden
Flansche D 250 mm x15 mm -im Tubus ~ 50 mm tief(bei HP 70 mm)-Wandung 15-20 mm
Flansche selbstverständlich mit je halben Tubus(4mm Wandung Alu od.HP 6 mm )fest verbinden
was haste denn für ne Säule(im unteren Teil richtig beschweren-mind.100 kg und Montierung angedacht ?
Säulenhöhe mind. 2,0 m--D 200-250 mm
Paßstifte sollten max.0,04 mm genauigkeit haben
Gestreckte Ausführung verlangt max.Stabilität an Säule und Monti!!!!! als mobile Ausführung erst recht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" />
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Stefan,
ich höre auch das Wort "Transport" in Deiner Anfrage.
Bei 3m Brennweite und Wunsch nach Portabilität bleibt eigentlich nur die Schärbauweise übrig.
Such mal unter Schär-Refraktor in diesem Forum.
Denkbar ist auch die Fagott-Bauweise und den Tubus mit einer Dobsonmontierung versehen.
Ein 3m langer Tubus , auch wenn er für den Transport teilbar ist, stellt sehr hohe Ansprüche an die Montierung.
Nicht nur Gewicht, auch Hebelarme wacklizieren so manche Montierung aus.
Meine Vixen Saturnmontierung ist mit einem AS130/1950mm Refraktor mit 11 Kg Tubusgewicht
und einer Tubuslänge von 1,70m am Ende der Auslastung angelangt.
Zudem zwingt ein 3m langer Tubus eine hohe Säule /Stativ auf.
Dies wird dann mit 2m Höhe immer noch ein Luma-Leiter Teleskop sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> .

Für die Justage empfiehlt sich eine geteilte und zueinander justierbare Adaptierung von Tubus und Objektivfassung zu fertigen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> .
Vorlage siehe bei einem Teleskophändler an TMB APO und auch an Skywatcherrefraktoren neueren Datums zu betrachten.



Mit freundlichem Gruß, Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo zusammen,

vielen Dank für die zahlreichen Anregungen. Martys Idee mit dem Schär-Refraktor ist nicht schlecht, nur wie sieht es da mit der Justage aus? Das stelle ich mir nämlich als recht justageempfindliches System vor (was ich bereits von meinem 110/2720-Kutter her leider schon kenne...). Zwei Planspiegel müßte ich auch noch irgendwo zu Hause rumfliegen haben ;-) Hat denn jemand praktische Erfahrungen mit einem Schärrefraktor sammeln können?

Meine erste Idee war es, das Objektiv in einer rechteckigen und 3m langen Holzkiste einzubauen, die dann in der Mitte durchgesägt wird. An einer Seite kommen zwei Scharniere dran, und dann noch zwei oder vier Schraubverbindungen, wenn das Gerät zur Beobachtung ausgeklappt wird.

@ Clark: Über das Tubusmaterial habe ich mir noch keine rechten Gedanken gemacht, ist aber auch stark abhängig von der Bauform. Bei der Klappversion dachte ich an eine Alu-Rahmenkonstruktion, die durch Blenden und Holzverkleidung weiter ausgesteift wird. Arbeite halt gerne mit Holz...

@ Gerd: Die Fagott-Bauweise wollte ich nur ungern anwenden, da ich dann bei meiner Montierung wieder auf eine Leiter klettern müßte. Mit dem Klettern habe ich eigentlich kein Problem (6+/7-), nur die zusätzliche Leiter nervt mich etwas. Als Sitzgelegenheit ist eine Trittleiter ganz praktisch, nur bei der Beobachtung bin ich wenig davon begeistert. Da der Refraktor nur für Planeten & Co. gedacht ist, möchte ich auch nicht auf meine Montierung mit Nachführung verzichten wollen.

@ Jan: Klasse Bauweise! Das geht bei der visuellen Beobachtung auch in Richtung Fagott. Lichtenknecker ist der Hersteller von meinem FH-Objektiv. Daher habe ich auch an die Planetenbeobachtung recht hohe Erwartungen... Hast Du normanlerweise das Fernrohr noch in einem Tubus verpackt, oder beobachtest Du auch so?

Schöne Grüße,
Stefan
 
Hallo Stefan,

ich beobachte nur so, d.h. ohne zusätzlichen Tubus. Streulicht stört nicht, wenn es nicht gezielt auf die Spiegelfassung fällt. Bei visuellem Gebrauch wird ein schwenkbarer 2" Zenitspiegel benutzt für bequemen Einblick.

Lichtenknecker ist natürlich Klasse Qualität. Habe einen FH110/2200 noch von ihm persönlich, auch in offener Faltrefraktorbauweise mit Brett und Schiene. Die 150-er Optik (s. Foto) ist von D&G Optical.

Gruß, Jan
 
Hi,Stefan
habe mich kundig gemacht-du bist ein ausgewiesener ATMler <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> und hast ein Garten?!warum soll es dann transportabel sein??
ein Refraktorliebhaber der klassischen Art ist auch immer ein Ästhet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> -also ein bischen mehr Hingabe bei der konstruktion <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
rechteckiger Holzkasten mit Klappscharnieren ..brrrr.(so stabil du es auch bauen magst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> )
wie wärs mit 8eck Holztubus(hab ich mal für FH 190/2600 gebaut <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/shocked.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />-aus Platzmangel habs fallenlassen müssen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> ,danach der Versuch eines Schaerrefraktors ala Baader <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> )) a la Herschel halbiert mit Schwalbenschwanzkonstruktion(Astro-Beck)-Holzstativ u. Monti ala Dorpater Refraktor
 
Hallo Clark,

ich und ATM??? Da wissen Sie mehr als ich... ;-) Na gut, ein bißchen ATM schon...

Die Bedingungen aus dem Garten heraus sind alles andere als ideal. Ringsherum ist Bebauung, und die Straßen/Plätze sind mit wärmespeichernden Pflastersteinen gebaut. Dadurch habe ich hier ziemliche Seeingprobleme. Das merke ich bereits an den Nachführwerten der ST4 an der Russentonne. In der wilden Botanik läuft die Sache deutlich besser. Daher ist der Garten zum spontanen Spechteln so einigermaßen geeignet, bei höheren Ansprüchen muß ich dann woanders hin.

Daß so ein Refraktor, vor allem bei der Länge, auch ästhetisch einiges her macht, ist mir klar, aber wie gesagt, die Sache muß auch transportabel sein. Zu Hause habe ich auch noch das grüne Buch aus der Stauss-Serie. Ich meine, da wären auch Kunstruktionspläne von einem Schärrefraktor drin. Also im Moment freunde ich mich immer mehr mit dieser Version an. Wenn alles in einem Tubus ist, müßte die Sache wesentlich justagekonstanter sein, als eine Klappversion. Nur die Justage an sich (Objektiv und zwei Planspiegel) stelle ich mir nicht sehr einfach vor. Aber auch ein Schärrefraktor müßte sich "ästetisch schön" bauen lassen.

Was meinst Du mit Schärrefraktor ala Baader? Gab es da mal Konstruktionsunterlagen?

Schöne Grüße,
Stefan
 
Hallo Stefan

Also ein Refraktor mit 6 Zoll f 20 würde ich nicht teilbar machen, baue lieber eine leichte und steife Röhre mit abnehmbarer Taukappe und abschraubbarem Auszug, ein solche Röhre ist justierstabil und wenn richtig gemacht steif und leicht. Das Hauptrohr ist so ca 250 cm lang und läßt sich in den meisten PKW's unterbringen, sonst auf dem Dachgepäckträger oder in einer Box auf dem Dach. Mein 6 Zoll f 15 wiegt komplett 7 kg und ist sehr gut zu transportieren und der Umgang mit speziellen Materialien, in meinem Fall CFK, ist auch nicht nur was für Experten.

Gruß Werner
 
Hallo Stefan,
wenn Du doch auf einen langen Tubus bestehst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> ,
folgender Vorschlag:

Hartpapiertubus von der Fa. Krüger+Sohn ( in Landshut)verwenden, gibts in allen D und Wandungen, auf Wunsch auch innen schwarz,
wobei die Innenschwärzung noch reflektiert, d.h. muss noch nachgearbeitet werden.
Alternativ gibts solche Tuben bei Gerd Neumann.

Sonst wie der Werner beschreibt :
Objektiv und Auszug zum Transport demontieren und in eine Kiste verstauen,
die Röhre 2,50-2,70 Länge je nach gewünschtem Backfokus
mit Deckeln verschliessen und auf einem Dachträger transportieren.

Ein teilbarer Tubus ist denkbar, aber eine Ausführung mit Flanschverbindungen macht den Tubus unnötig schwer,
das ganze Gerät ist eh schon ein ordentlicher Apparat.
Mit einem 1 teiligen Hartpapiertubus ( 3mm Wandung) müsste alles komplett mit Optik und Auszug unter 15 Kg Gewicht erreichbar sein.
(-Die Kohlefaserexperten werden über ein solches Gewicht schmunzeln- <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> aber halt jeder so wie er kann.)

Wichtig bei Planetenbeobachtung,-und dies vermisse ich bei der offenen Bauweise eines Schaers-ist eine gute Blendung im Tubus,
mindestens 3 Blenden sind bei einem Tubusinnnendurchmesser von 180mm angebracht.
Zudem unterstützen eingeklebte Blenden die Tubussteifigkeit.
Ohne Blenden und guter Innenschwärzung im Tubus wird bei visueller Beobachtung keine gute Kontrastleistung erzielt,
und dies ist bei einem solchen Objektiv schade.

Berichte bitte auch mal über deinen Bau, es interessiert mich sehr ,wie Du nun vorgehen wirst.

Mit freundlichem Gruß,
Gerd
www.bksterngucker.de
 
Hallo Gerd,

ich denke mal, daß ich sehr in Richtung Schär-Refraktor tendiere, weil ich dafür die Optik komplett habe. Jetzt suche ich am Wochenende die Baupläne raus, vielleicht finde ich im Netz noch weitere Informationen.
Was mich vom Schär immer mehr begeistert, ist die kompakte Bauform (kürzere Hebelarme), was ich mir vermutlich über eine größere Justageanfälligkeit erkaufen muß.
Auf jeden Fall werde ich vom Fortschritt der Arbeiten berichten, wobei ich zuerst intensiv mit der Planung anfange. Denn eine gute Planung zahlt sich meist während der Fertigung positiv aus. Als nicht sauer sein, wenn die Sache noch etwas dauert ;-)

Schöne Grüße,
Stefan
 
Hi,
Na.immerhin haste 2 Dobson s und ne montierung gebaut -Richtig?!
ala Baader-(bischen übertrieben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> )-gemeint ist ein runder Tubus -wo neben Objektiv der zweite planspiegel reinpaßt(nebeneinander)-Planspiegel auf ~7° schräggefrästen metallplatten -die durch stellschrauben minimal verstellt werden können-das blendensystem ist das heikelste <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Lichtenknecker ist ähnlich -nur halt ein ovales Rohr(sieht m.E. besser aus <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )
du willst also ein Alurahmen konstruieren-mit Holz umkleidet
und mittels metallscharnier und verschluss(beide dürfen absolut kein Spiel aufweisen!)verbinden-zumindest justiergefährdet(ebenfalls die Alurahmenkonstruktion-Querverstrebung richtig positioniert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> )
meine Idee mit den Flanschen(zusätzliches Gewicht ~4-6 kg) ist dagegen justierunempfindlich, jederzeit wiederholgenau montierbar
"grüne Buch aus der Stauss-Reihe"??Inhalt?(anton stauss schätze ich sehr <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> "Fernrohre und ihre Schutzbauten" <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />
wenn mein Tubus fertig ist (wirklich perfect)-dann wird er an die 25 kg wiegen(das ist noch harmlos <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> )
 
Hallo Clark,

im wesentlichen habe ich bisher eine Montierung gebaut (Dauerbaustelle wie der Kölner Dom - da gibt es immer etwas dran zu verbessern), einen fotografischen 6"-Newton, einen 4,5"-Kutter und als größtes Projekt bisher einen 12,5"-Dobson. Also von daher traue ich mir dann doch etwas zu ;-)

Zu der eigentlichen Konstruktion von einem Schärrefraktor (siehe mein letztes Posting) suche ich noch ein paar nette Anregungen. Der Vorteil von einer Alu/Holz-Konstruktion ist vor allem die leichte Verarbeitbarkeit der Materialien.

Das Stauss-Buch (Montierungen&Schutzbauten) ist damals in einer 3er-Serie erschienen. Ein weiteres Buch beschäftigt sich mit dem Fernrohrbau, unter anderem ein Schärrefraktor, und das dritte Buch geht auf Zusatzgeräte ein (zum Beispiel beleuchtetes Fadenkreuzokular, Selbstbauastrokamera (ähnlich einer KB-Sucherkamera)). Vor allem das letzte Buch ist von der Technik hoffnungslos überrollt worden, daher kannst Du fast nur noch aus den beiden ersten Büchern Anregungen sammeln. Die einzelnen Themen kann ich bei Interesse am Wochenende gerne raussuchen.

Schöne Grüße,
Stefan

 
Hi Stefan.

Hey, was die Justieranfälligkeit von solchen Systemen angeht -
schau'Dir mal das an:


Link zur Grafik: http://zellix.bei.t-online.de/vds/ex14.jpg
(Bild von "Nirosta" 's HP, mit folgendem Untertitel: "Fagott-Refraktor auf einer Dobsonmontierung - Erbauer: Mathias Wirth")

Ich kenne leider weder den Erbauer noch sein Gerät persönlich, aber das schaut doch ziemlich justierstabil und transportabel aus, oder? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Wenn Du über eine Montierung verfügst, der Du ein 150/3000 Rohr zumuten könntest, dann wird diese Monti mit SO einem Teil ein leichtes Spiel haben. Den Spiegel könntest Du in einer handelsüblichen, justierbaren Spiegelzelle a-là Newton unterbringen, und Du hättest kein Luma/Leiter-Scope mehr..

btw. warum nicht gleich Coudé? Ich konnte mal, in der Sternwarte Bülach, an einem 150/3000 (oder 2500? weiss nicht mehr) Zeiss Coude den Mars bespechteln. Die "normalen" Besucher sind am imposanten 85cm Cassegrain (!) Schlange gestanden; ich aber hatte
weitgehend ungestörte Beobachtung am "Pult-FH" und behaupte: "die haben etwas verpasst..."

Naja, viel Erfolg wünsche ich Dir jedenfalls, bei Deinem Projekt! Bin gespannt, zu lesen wie's weitergeht...
 
Hallo Stefan,
mit Bauplänen könnte ich dir weiterhelfen.
Ich habe für meinen Schearrefraktor einen rechteckigen Alu-Tubus gebaut (rechtes Bild). Außerdem kann ich dir das Buch Refraktor-Selbstbau von Roth (linkes Bild) zur Verfügung stellen.

Link zur Grafik: http://www.privatsternwarte.net/Schaer_1503000.jpg Link zur Grafik: http://www.privatsternwarte.net/Schaer_Himmel_K.jpg

Weiteres auf meiner HP http://www.privatsternwarte.net
=> Teleskope und =>Tipps =>Literaturhinweise

Viele Spaß beim Bauen
Hubert
Privatsternwarte Boker Heide
 
Hallo slyv,
hallo Hubert,

der Erbauer von dem Fagott-Refraktor sieht aber schwer nach Sonnenbrand aus ;-)

Bei einem Coude-Refraktor verläuft der Strahlengang durch die Deklinations- und Stundenachse. Da müßte ich ja noch eine weitere Montierung bauen.... Klar hat ein Coude seine klaren Vorteile, aber der Aufwand ist mir einfach zu hoch.

@ Hubert: Auf Dein Angebot mit den Konstruktionsunterlagen werde ich möglicherweise gerne zurück kommen. Bei dem Buch könnte es sein, daß wir beide das gleiche haben (ist Deins grün???). ine Frage kam beim Betrachten Deines Schär-Refraktors auf: Warum hast Du das Teleskop so an der Montierung befestigt? Wenn Du das Fernrohr um 90° drehst, kommt der Schwerpunkt vom Fernrohr näher an die Stundenachse, was die Stabilität bestimmt ein wenig erhöhen würde. Oder hat Deine Befestigung andere Gründe?

Schöne Grüße,
Stefan
 
Hallo Stefan,
das Buch von mir hat einen roten Kunststoffeinband. Darin gibt es Baupläne zu dem Schaer im schwarz-weißen Bild.
Zur deiner Frage der Teleskopbefestigung: Von dem Teleskop ist eine Seitenwand komplett abmehmbar um die Spiegel etc. gut zu erreichen. Da hat es sich so ergeben. Man könnte es sicherlich auch auf die Seite legen.

Viele Grüße
Hubert
Privatsternwarte Baker Heide
http://www.privatsternwarte.net
 
Hallo Refraktorliebhaber,
hallo Hubert,

gestern habe ich mir die Baupläne des Schär-Refraktors von Roth genauer angesehen, und so (oder so ähnlich) werde ich mein Gerät auch bauen. Demnächst werde ich mich also an die Konstruktion und die Materialsuche begeben. Vom Stand der Dinge werde ich dann hier berichten. Nochmals vielen Dank an alle für die zahlreichen und ergiebigen Antworten :-)

Schöne Grüße,
Stefan

PS: Passend dazu habe ich gestern meine Montierung fertig gestellt. Dazu hier der Thread.
 
Woher stammen denn die Streulicht-Befürchtungen im Zusammenhang mit der offenen Bauweise? Wo kein Tubus ist, braucht man auch keine Tubusblenden. Wichtig ist doch nur, dass das Gesichtsfeld hinter dem Planeten schwarz ist. Das folgende Bild habe ich vor zwei Tagen mit dem oben in diesem Thread abgebildeten Aufbau vor der Glasfront des nicht abgedunkelten Wohnzimmers gewonnen.

Link zur Grafik: http://www.fremerey.net/astro/rs53v720.jpg

Gruß, Jan
 
Hi Stefan !


Ich habe eine andere Idee. Bislang ist das nur eine theoretische Studie, weil ich noch nach den Tuben dafuer suche. Hintergrund ist, dass ich ein historisches (ca. 100 Jahre altes!) 155 mm - Dublett f/13.8 mein Eigen nenne. Und 2.15 m ist mir zu lang.

Meine Idee ist folgende:

Objektivseitig verwende ich ein 6-Zoll-Rohr, das ca. 1.2 m lang ist. Vorn kommt das Objektiv justierbar drauf, mit einem Adapterflansch den mir irgendwer drehen muss. Das Rohr koennte hierbei ein duennwandiges (2-3mm) Alurohr sein. Okularseitig schliesst das Rohr mit einem Flansch ab, durch den sich ein ca. vierzoelliges Alurohr von ebenfalls etwa 1.2 m Laenge schieben laesst. Diese Schiebepassung koennte durch Filzauskleidung gaengig gemacht werden. Dieses Rohr traegt innerhalb des 6"-Tubus einem Aussenflansch, der bis an die Innenwandung des 6"-Rohrs reicht und ebenfalls mit Filz beklebt ist. So laesst sich das Fernrohr wie ein Piratenfernrohr ausziehen, bis die beiden Flanschplatten aneinanderstossen. Werden die Flanschplatten nun verbunden (ich denke an Kontakt mit drei massiven M8-Schrauben nebst einem Dreieck aus Madenschrauben zur Justage), kommt die notwendige Stabilitaet rein.

Also - zum Transport ist das ganze ein ca. 1.3m langer Tubus, und nach Montage auf meiner EQ6 ziehe ich hinten das Rohr etwa 1 Meter lang raus und verschraube die beiden Flansche. Das Rohr ist steif, in seiner Steifheit justierbar und leicht.


Ich brauche nur eine Quelle fuer die Rohre und einen willigen Dreher, dann werde ich das Teil bauen. Mein Traum waere, die Tuben gesandstrahlt und gelb eloxiert zu haben, was farbig zur goldenen Messingfassung des Objektivs passen wuerde.


 
Hi,Jürgen
Die Idee des Piratenrohres an Sicht ganz praktisch
Deine theorie wird praktisch auf Hindernisse stoßen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />
Erstmal 155 mm f 13,8 Objektiv benötigt Innendurchmesser Rohr(warum nicht hartpapier ?)wenigstens 1 Zoll mehr
Brennweite ist 2139 mm - 300 mm OAZ(incl. Lichtweg für opt. Zubehör-Tubuslänge 1839 mm:also hauptrohr L 1200, innenrohr L 700 mm (1000 mm -300 mm)
der führungsflansch sollte mind. 100 mm führung haben-sonst stockert er beim ausziehen bvzw. reinschieben(teflonstreifen Innenfläche Außenflansch?!)
das auszugsrohr sollte kürzer sein als Hauptrohr-sonst knallt Innenflansch aufs Objektiv <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> (du schriebst :Außen wie innenrohr ~1,2 m)
Je enger der Tubus ,desto mehr Blenden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" /> sind nötig
macht mal 1:1 Strahlengang-zeichnung(aufriß)-Feldblende Fokus 25 mm
Innenrohr sollte wenigstens durch zweite Blende von vorne durchgehen-ob das 4" sind ???
Frohes Schaffen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
 
Hi Clark,


ich habe meine Ausfuehrungen stark vereinfacht. Die Feinheiten (Rohr etwas groesser als 6 Zoll, Innenrohr darf nicht ans Objektiv schlagen, Laenge der Flanschfuehrung etc) habe ich nicht genau ausdiskutiert wegen der Verstaendlichkeit. Es ging mir nur ums Prinzip. Das Laengenverhaeltnis der Tuben muss dabei auch dem Blendeneffekt am oberen Ende des Innentubus Rechnung tragen. Ich hatte mal eine Skizze angefertigt, wonach das Innenrohr nicht vignettiert - und das meine ich nicht nur paraxial.

Wenn ich Zeit, Platz, Materialquelle (Hartpapier ist mir nicht "standesgemaess" fuer das altehrwuerdige und schwere(!) Objektiv) und Dreher habe, werde ich das Problem angehen ...




 
Hi,
was meinst du mit "nicht standesgemaess"naturgetreuer zeitfaktor-dann muß du aber ganz pennibel sein und auch die Monti zeitreif bauen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
farbe ?od. unbehagen vor Hartpapier(bessere(kleinere) wärmeausdehnungswerte)
schon Fraunhofer/Merz verwendeten Holztuben mit Messing(OAZ,...)schau mal das 6. Bild in meiner Ahnengalerie(HP:histor. refr.)
wer schuf das Objektiv?
haste denn schon ein OAZ-standesgemaess aus der Jahrhundertwende <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> ?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Clark,


ich habe selbst schon Hartpapier verbaut, z.B. in meinem 257/1140er Newton. Schoenes Material. Nur weiss ich nicht, wie es auf die mechanische Beanspruchung reagiert, wenn es laenger, duenner und eineinanderfahrbahr ist. Das Objektiv ist ausserdem nicht leicht.

Eine standesgemaesse Fockelpinne habe ich nicht. Auch weiss ich nicht wer der Hersteller ist, es gibt keine Gravur. Ein Eintrag aus dem Jahr 1921 ueber Durchmesser und Brennweite ist vorhanden. Wahrscheinlich war es ein Instrument der alten Sternwarte in Durham, die in den 60ern umgebaut wurde. Dabei wurde der Refraktor entsorgt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/frown.gif" alt="" /> (Frevel), aber irgendwie ist dieses Objektiv uebriggeblieben. Und es lag in seinem Holzkasten jahrzehntelang rum, bis ich auftauchte und es erwarb, weil es entsorgt werden sollte ...


 
Hallo Jan,

ich war jetzt eine knappe Woche im Urlaub, weshalb ich nicht antworten konnte. Eine tolle Jupiteraufnahme hast Du da gemacht :-) Als Astrofotograf bin ich halt immer ums Streulicht besorgt, deshalb bin ich sehr auf Blenden fixiert. Nur werde ich bei dem 6"-Refraktor auch gehörig auf das Gewicht achten müssen. Daher werde ich dann auch möglichst die Anzahl der Blenden möglichst gering halten.

Gutes Seeing für Planeten wünscht
Stefan
 
Hallo Jürgen,

schön, mal wieder etwas von Dir zu hören :-)))

Dein Piratenfernrohr ist eine gute Idee, nur sollte im ausgezogenen Zustand zusätzlich zur Schraubverbindung eine Restführung vorhanden sein, um die Durchbiegung zu vermindern.

Wegen der Drehteile, solange es nicht viel zu viel wird und der maximale Außendurchmesser nicht zu groß ist, kannst Du Dich gerne mal bei mir melden. Hast Du Zeichnungen?

Schöne Grüße nach der Insel,
Stefan
 
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