SteffNau
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
(fast) pünktlich zum 5-jährigen Teli-Jubiläum (mein erstes Objekt am 20.2.98 war Old Beteigeuze) gab es tatsächlich mal wieder leidliche bis gute Beobachtungsbedingungen.
Dreiminus würde zum Samstag sagen, der eine fst von 5.0 mag brachte, aber vom Winde verweht wurde, der Sonntag jedoch entschädigte: Schwacher Wind und 5.4 mag visuelle Grenzgröße, was für Gatow im Winter top ist.
Mein Equipment wie stets, also -
Teleskop: Newton 114/900; Okulare: 5mm LV (=180x), 12.5mm Ortho (=72x), 35mm Eudiaskop (=26x)
Bemerken sollte ich sicher noch, dass ich die vergangenen Wochen nicht untätig war, sondern mein Telchen verbessert habe, indem ich mit schwarzer Plakafarbe, ebensolchem Baumwollstoff und einem Streulichtschutzeimer lästigen Photonen den Weg zur Pupille verbaut hatte.
Jupiter war bei 180x am Sa völlig flau, am So hingegen ganz ok, also mit scharf konturierten Äquatorbändern und ansatzweise dunkleren Polarkalotten. Weitere Strukturen konnten wir jedoch nicht ausmachen.
Ausserdem wollten wir ja ooch eigentlich in den Deepsky.
Zum Beispiel M42 (Sa+So):
26x: Prima, sehr schöner Kontrast (die Malerei rund um den Tubus scheint sich gelohnt zu haben), Nebel ~35' OW.
72x: Brillant! Äussert strukturierter Nebel (am So), Trapez sauber, M43 (3-4') rund um zugehörigen Stern leuchtend.
180x: Details über Details, einfach toll. Unmittelbar östlich des hellsten Trapezsternes meine ich einen Lichtfortsatz zu sehen, gehe aber nicht soweit, eine Sternsichtung zu bestätigen.
Dann M35 / NGC2158:
26x: Im reichem Feld bildet M35 eine große, konzentrierte Sternmasse. Auch NGC2158, der extrem reiche und schwache Haufen an der SW-Peripherie, ist sichtbar, und zwar als blasse, kleine Aufhellung südwestlich einer T-Struktur (auffallend!) am SW-Rand von M35.
72x: Superb. Gen O von M35 dessen hellste Sterne, NGC2158 unaufgelöst und schwach hart westlich eines Sternes (10.6 mag).
180x: Am So wurde die Aufhellung so langsam griessig, Einzelsterne blieben aber unter der Sichtschwelle. Trotzdem alles eindeutig.
Nur am Sa gab es den Weihnachtsbaumhaufen NGC2264 im Einhorn.
26x: Schon schön. Der Stamm (15 Mon) nach N, der Baumumriß nach S. Groß das Ganze, Nebelsichtung aber ungewiss.
Sonntags haben wir uns z.B. noch M48 (schon im Sucher ein Wölkchen) genehmigt, eines der Objekte, die mir auf der M-Liste bislang noch gefehlt hatten.
26x: Hübsch! Ausgedehnt, mäßig helle Sterne, zentrale Konzentration.
72x: (Über-)Füllt das Feld, also etwa 35'. Zentral befindet sich eine Sternkette aus allerhand Pärchen.
180x: Die Kette haben wir genauer inspiziert: 6', im N ein Stern, dann Paar 1, es folgen zwei rechtwinklig zueinander stehende Paare, die nach O noch zwei Sternchen im Handgepäck haben, und nach Süden schließt ein weiteres Paar ab.
Und weil wir am So eine prima Horizontsicht hatten, bin ich einfach mal tief getaucht und bei Col 140 herausgekommen (-32.2°).
26x: Eine 1° lange Sternkette von NNO her, an deren SSW-Ende eine helle Widerhakenstruktur steht. Dort soll auch das Häufchen sein.
72x: Der Widerhaken ist gut 25' weit, in dessen Fläche befinden sich einige schwächere Sterne. Eindrucksvoll ist das nicht, aber der nahe Horizont (im Sucher hatte ich schon Bäume) schluckt so manches.
Im Übermut der Winterkälte habe ich mich dann noch bei NGC2489 und Bochum6 verhoben: Bei 2489 habe ich den Ort verpeilt, und Bochum6 war zu schwach, als dass ich ihn hätte sehen können. Hinterher ist man schlauer.
So, ich hoffe, der nächste Beo-Abend lässt nicht wieder 7 Wochen auf sich warten.
CS aus Berlin
Steffen
~~~ Astronari, das kleine Deepsky-Kosmodrom ~~~
(fast) pünktlich zum 5-jährigen Teli-Jubiläum (mein erstes Objekt am 20.2.98 war Old Beteigeuze) gab es tatsächlich mal wieder leidliche bis gute Beobachtungsbedingungen.
Dreiminus würde zum Samstag sagen, der eine fst von 5.0 mag brachte, aber vom Winde verweht wurde, der Sonntag jedoch entschädigte: Schwacher Wind und 5.4 mag visuelle Grenzgröße, was für Gatow im Winter top ist.
Mein Equipment wie stets, also -
Teleskop: Newton 114/900; Okulare: 5mm LV (=180x), 12.5mm Ortho (=72x), 35mm Eudiaskop (=26x)
Bemerken sollte ich sicher noch, dass ich die vergangenen Wochen nicht untätig war, sondern mein Telchen verbessert habe, indem ich mit schwarzer Plakafarbe, ebensolchem Baumwollstoff und einem Streulichtschutzeimer lästigen Photonen den Weg zur Pupille verbaut hatte.
Jupiter war bei 180x am Sa völlig flau, am So hingegen ganz ok, also mit scharf konturierten Äquatorbändern und ansatzweise dunkleren Polarkalotten. Weitere Strukturen konnten wir jedoch nicht ausmachen.
Ausserdem wollten wir ja ooch eigentlich in den Deepsky.
Zum Beispiel M42 (Sa+So):
26x: Prima, sehr schöner Kontrast (die Malerei rund um den Tubus scheint sich gelohnt zu haben), Nebel ~35' OW.
72x: Brillant! Äussert strukturierter Nebel (am So), Trapez sauber, M43 (3-4') rund um zugehörigen Stern leuchtend.
180x: Details über Details, einfach toll. Unmittelbar östlich des hellsten Trapezsternes meine ich einen Lichtfortsatz zu sehen, gehe aber nicht soweit, eine Sternsichtung zu bestätigen.
Dann M35 / NGC2158:
26x: Im reichem Feld bildet M35 eine große, konzentrierte Sternmasse. Auch NGC2158, der extrem reiche und schwache Haufen an der SW-Peripherie, ist sichtbar, und zwar als blasse, kleine Aufhellung südwestlich einer T-Struktur (auffallend!) am SW-Rand von M35.
72x: Superb. Gen O von M35 dessen hellste Sterne, NGC2158 unaufgelöst und schwach hart westlich eines Sternes (10.6 mag).
180x: Am So wurde die Aufhellung so langsam griessig, Einzelsterne blieben aber unter der Sichtschwelle. Trotzdem alles eindeutig.
Nur am Sa gab es den Weihnachtsbaumhaufen NGC2264 im Einhorn.
26x: Schon schön. Der Stamm (15 Mon) nach N, der Baumumriß nach S. Groß das Ganze, Nebelsichtung aber ungewiss.
Sonntags haben wir uns z.B. noch M48 (schon im Sucher ein Wölkchen) genehmigt, eines der Objekte, die mir auf der M-Liste bislang noch gefehlt hatten.
26x: Hübsch! Ausgedehnt, mäßig helle Sterne, zentrale Konzentration.
72x: (Über-)Füllt das Feld, also etwa 35'. Zentral befindet sich eine Sternkette aus allerhand Pärchen.
180x: Die Kette haben wir genauer inspiziert: 6', im N ein Stern, dann Paar 1, es folgen zwei rechtwinklig zueinander stehende Paare, die nach O noch zwei Sternchen im Handgepäck haben, und nach Süden schließt ein weiteres Paar ab.
Und weil wir am So eine prima Horizontsicht hatten, bin ich einfach mal tief getaucht und bei Col 140 herausgekommen (-32.2°).
26x: Eine 1° lange Sternkette von NNO her, an deren SSW-Ende eine helle Widerhakenstruktur steht. Dort soll auch das Häufchen sein.
72x: Der Widerhaken ist gut 25' weit, in dessen Fläche befinden sich einige schwächere Sterne. Eindrucksvoll ist das nicht, aber der nahe Horizont (im Sucher hatte ich schon Bäume) schluckt so manches.
Im Übermut der Winterkälte habe ich mich dann noch bei NGC2489 und Bochum6 verhoben: Bei 2489 habe ich den Ort verpeilt, und Bochum6 war zu schwach, als dass ich ihn hätte sehen können. Hinterher ist man schlauer.
So, ich hoffe, der nächste Beo-Abend lässt nicht wieder 7 Wochen auf sich warten.
CS aus Berlin
Steffen
~~~ Astronari, das kleine Deepsky-Kosmodrom ~~~