Zoom vs. Zoom + Barlow

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_Tony_

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Hallo,

mal eine prinzipielle Frage:

Was sind die Nachteile eine Kombi von Zoomokular + Barlow.

Ein Vorteil liegt ja auf der Hand:
Zoom + Barlow ist flexibler, da die Barlow zusätzlich auch eigenständig eingesetzt werden kann.

Außerdem ist ein kurzbrennweitiges Zoom meist deutlich teurer als als ein längerbrennweitiges Zoom + Barlow zusammen.

Wo also liegen dei wesentlichen Nachteile der Kombi?
Schlechtere Bildqualität?
Unterschiede in ER oder FoV?
Oder? ...

Gruss,

Tony
 
Hi Tony,

ich kann deine Frage zwar nicht wirklich beantworten, allerdings habe ich ein Baader Hyperion Zoom Mark IV mit der Baader 2,25x Hyperion Barlow und verwende diese Kombi an einem f/6,5 Triplet APO. Ich finde die Abbildung sehr gut und kann nichts negatives daran finden.
An anderen Optiken (schnelle Newtons o.ä.) mag dies anders sein.
Da noch niemand geantwortet hat, wollte ich wenigstens mal meine Erfahrung damit beisteuern.

Beste Grüße
Bernd
 
Hallo Bernd,

danke für die Antwort! Ich habe inzwischen auch weitere Infos eingeholt.

Kombi Balrow+Zoom ist eigentlich ziemlich üblich. Aber es gibt auch Nachteile,
z. B. einfach mehr Glas im Strahlengang.

Außerdem:
Wenn es so optimal wäre, gäbe es keine teuren kurzbrennweitigen "Planeten"-Zooms wie das
SvBony SV215 (3 ... 8 mm).

Ich finde hierzu:

SvBony Zoom (8 ... 24 mm): ca $ 50.- + Barlow (2x) ca. $ 50.- = ca. $ 100.-
SvBony Zoom (3 ... 8 mm) : ca. $ 150.-

Wäre natürlich schön, wenn hier weitere Erfahrungen oder Meinungen auftauchen würden...


Gruß,

Tony
 
Hallo Tony,

Ich denke, da wirst Du keine allgemeingültige Antwort drauf finden, denn Du hast hier zwei Komponenten (Zoom Okular und Barlow) über die alleine schon meist heftig diskutiert wird.

Bei den Zoom Okularen wird der Zoom Effekt häufig über die Verschiebung eines Barlowelemente gegen eine feststehende Linsengruppe erreicht, bei anderen Designs werden mittig liegenden Linsenelemente gegeneinander verschoben, aber alle müssen das Problem lösen, über den jeweiligen Brennweitenbereich ein gutes Bild mit guter Randschärfe zu liefern.
Diese Aufgabe wird mit grösserem Brennweitenbereich aus meiner Sicht immer anspruchsvoller.

Und dann kommen wir als Käufer noch an und fordern homofokales zoomen über den Brennweitenbereich und ein möglichst großes Gesichtsfeld.

Ein Zoom wird daher aus meiner Sicht an sich schon immer ein Kompromiss gegenüber Festbrennweiten sein, aber dieser Kompromiss kann für mich als Nutzer ja durchaus zu meinem Vorteil gereichen.

Bei Interstellarum ist ein - aus meiner Sicht - schöner Bericht zu Zoomokularen online verfügbar: https://www.interstellarum.de/wp-content/uploads/2019/12/is28-54a.pdf

Hier wird auch das Nagler Zoom 3-6mm betrachtet, aber schon darauf hingewiesen, dass dies nicht mit den üblichen Verdächtigen bei den Zoom Okularen in einen Top zu werfen ist. Es ist als Spezialist ausgelegt, wie das Svbony 3-8mm jetzt auch, und muss daher Kompromisse, die durch den sonst größeren Brennweitenbereich der Zoom Okulare kommen, nicht eingehen.

Wie der Bericht ausführt, werden häufig auch Zoom Okulare, die eigentlich aus der Tagesbeobachtung sprich Spektiv kommen, für Astro adaptiert. Manchmal nur durch einen Steckhülsenadapter, das „neue“ APM Super Zoom 15,4-7,7mm soll wohl auch aus dieser Richtung kommen, wurde aber, wenn ich die Diskussionen richtig verstanden habe, auch baulich für Astro angepasst…die anfangs vorhandenen Diskussionen um das FoV zwischen Werbung und Realität sollen wohl daher rühren.

Dann kommt die Barlow: auch hier, ein Universum an Möglichkeiten: Faktor, klassisch oder telezentrisch, freie Öffnung, komakorrigierend, Hersteller

Um zum Ende zu kommen:
Ob etwas „optimal“ scheint, liegt gerade bei visueller Beobachtung immer im Auge des Betrachters. Ob ein Zoom für Dich funktioniert oder nicht, hängt nicht alleine vom Zoom ab.
Ob es gut mit einer Barlow funktioniert hängt aus meiner Sicht auch nicht alleine vom Zoom und der Barlow ab.
Denke daran, dass davor mindestens noch ein Teleskop und i.d.R. ein Zenitprisma oder Zenitspiegel kommt und dahinter ein subjektiver Beobachter sitzt.

Und dann bedenke bei visueller Beobachtung auch immer noch Deinen Himmel.

Also, tut mit leid, aus meiner Sicht, wie so oft in diesem Hobby, keine einfache Antwort möglich.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Zumindest eine Telezentrische Barlow a la TeleVue Powermate sollte durch den nicht divergenten Strahlengang im Unterschied zur klassischen Barlow die Rechnung des Zoom Okulars nicht negativ beeinflussen.
Das APM kann ich uneingeschränkt empfehlen. Im Unterschied zu anderen astronomischen Okularen hat es zwar leichte tonnenförmige statt deutliche kissenförmige Verzeichnung (stammt halt vin Spektiven ab) aber abgesehen davon ist die Schärfe im kompletten Feld wunderbar und die Transmission ist sehr gut. Hab es zB letztens am Kometen sehr gewinnbringend einsetzen können.

LG
Olli
 
Hallo Tony,

ich habe beide Okulare. Das Svbony und das Hyperion mit Barlow. Das Hyperion ist am kleinen Apo sehr kopflastig, weil schwer. In Kombination mit der Barlowlinse ist es mir nicht möglich, ohne Umstände, eine gute Balance an meiner Alt-AZ Montierung zu finden.
Am Newton- Teleskop geht das problemlos. Die Abbildung mit Hyperion und Barlow bevorzuge ich an diesem Instrument. Das Gesichtsfeld wird bei steigender Vergrößerung weiter, auch mit Barlowlinse. Der Augenabstand ist angenehmer und immer gleich.
Das Svbony ist wesentlich leichter und kompakter. Am kleinen Apo kaum auffälliger als ein Plössel oder Ortho. Der Augenabstand ist etwas geringer. Mit 60° Gesichtsfeld sehr angenehm an den Planeten.
Der Vorteil beider ist:
kein Okularwechsel
kein Filterwechsel
keine Umgewöhnung des Augenabstands
Aber wie Frank richtiger Weise schon sagt: jeder sollte die Vor- und Nachteile durch probieren selber finden. Ich mag Beide. Mein Newton hat F4 und manchmal nehme ich für Deep Sky auch die Barlow und finde es gut, wenn ich das Teleskop nicht wechseln muss um "mehr/näher" zu sehen.

CS
Harald
 
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