Sulaco
Aktives Mitglied
Hallo Fernglasfreunde,
oft lese ich hier im Forum folgende Frage: Wie ist folgendes xyz-Glas für Euro 23,98.-, taugt das was?
Eigentlich finde ich, ist es die Zeit nicht wert, darüber zu schreiben. Viele Schreiber vor mir versuchen auch immer wieder potentielle Käufer von solchen Produkten abzuhalten. Zu Recht!
Warum jedoch immer wieder diese Frage kommt verstehe ich nicht. Kann sich in dieser Preisklasse keiner selbst ein Urteil bilden? Habe ich wegen 20 Euro die Hosen voll falls es ein Fehlkauf werden könnte? Brauche ich zum Schuhebinden auch noch Hilfe?
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />
Meine Frage an die Billigkäufer: Mit welchem Rechner seit ihr im Internet, noch eine alte lahme Gurke, oder schon mit einem richtig schnellen tollen? Schmeckt euch der Instant-Kaffee oder gibt es da nicht eine gute Meisterröstung? UndSoWeiter usw. usw. ...
Man sieht, Leistung, Genuß, Zufriedenheit kostet etwas. Nur in dieser Preislage solche Fragen zu stellen...? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />
Meine Fernglasgeschichte:
Es war einmal vor vielen Jahren, da kaufte ich ein Fernglas weil mein Astrofreund sich ein Vixen 10x50 Ascot besorgt hatte. Ich dachte, wow das ist gut sowas brauche ich auch. Also zog ich los und kaufte mir (ohne Forum) zu meinem 11x80 (Vixen) noch ein Dörr Vistalux 10x50 mit sagenhaften 7° Gesichtsfeld. Ein Fujinon 7x50 FMT-SX begeisterte mich schon damals war mir aber zu teuer. Mein Glas kostete DM 200.-
Anfangs fand ich dieses Glas auch richtig gut! Nur so oft wie meinen 11x80 benutzte ich dieses handliche Glas nie,warum nur? Ich dachte, der Unterschied zum damaligen Fujinon 7x50 FMT-SX wird schon nicht so groß sein. Aber die ganzen Jahre hatte ich meine Mühe damit. Als Fujinon nun das 10x50 FMT-SX rausgebracht hatte dachte ich, das brauche ich aber jetzt. Schnell wurde mit dem Händler vereinbart, dass wenn das Glas nur unwesentlich besser ist als meine bisherige Ausrüstung, so werde ich es nicht kaufen. So holte ich das Glas zum Test.
Am Tag als ich es abholte stellte ich die Regentropfen in meiner Gartenhecke ein die in der Sonne funkelten.
Glasklar und knackscharf war das Fujinon während mein altes Dörr mir unscharfe Tropfen wie durch eine Milchglasscheibe lieferte!
Aber dafür wurde ich mit hundert Regenbogen um die Tropfen durch das alte Glas belohnt.
Schon da wußte ich, dass ich mir die Rechnung schicken lasse! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Abends war es klar. Optiken gepackt und mit Stativ raus aus dem Ort.
Das Fujinon ohne Fehler, alles klar und deutlich und scharf bis fast an den Rand.
Im Dörr war um den Halbmond eine weiße Fläche wie wenn dieser hinter Cirren steht. Da waren aber keine Wolken. Dafür wieder die bunten Bilder um den Mond.
Als ein Satellit durch das freihändig gehaltene Fujinon zog begeisterte mich die ruhige Wahrnehmung. Warum? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />
Das große scharfe Gesichtsfeld liefert ein entspanntes Beobachten aus freier Hand. Mein Fujinon hat 6,5° Gesichtsfeld die fast komplett scharf sind. Bei meinem alten Dörr sind aber von 7° nur etwa 1,5° richtig scharf!
Wenn also ein Objekt (speziell bewegte wie Flugzeuge usw.) beobachtet wird so ist es immer nur auf einem kleinen Feld einigermaßen scharf. Man will immer nachfokusieren und kommt nicht zur Ruhe. Beim Fujinon wird manchmal über die Einzelokularverstellung gemeckert. So schlimm ist das nicht! Ich hole mein Glas aus dem Köcher oder dem Koffer, halte es an mein Auge und es hat sich seit der letzten Beobachtung nicht verstellt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
Es war nun einen Tag nach Halbmond, nur aus Neugier heraus stellte ich M33 im Fujinon ein. Ich konnte die Aufhellung gerade erkennen weil ich ja weiß wo diese Galaxie steht. Der Mond war ca. 30° entfernt. Ich probierte das mit dem anderen Glas erst gar nicht.
Ich kann noch viele Beispiele bringen, will es aber nicht mehr. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/niemals.gif" alt="" />
Jedenfalls dachte ich früher ein billiges Glas reicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" />. Aber die Erfahrung steigt und Optikfehler werden sichtbar die man früher übersehen hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />. Das Vixen 10x50 Ascot von damals ist immer noch ein tolles Glas, aber seit ich das Fujinon habe sehe ich auch in diesem Glas viele Fehler und weniger am Himmel. Aber es ist immer noch um vieles besser als mein Dörr.
Deshalb lag es auch nur im Keller rum und wurde fast nie verwendet. Welche Freude, hätte ich mein Fujinon schon bei Hyakutake und Hale-Bopp gehabt.
Mein Bitte an potentielle Käufer eines weniger als 100 Euro Glases. Traut euch!
Kauft es und macht die Erfahrung. Aber man muß doch nicht immer Nachfragen ob das gut ist. Wer da arm wird sollte sich eh kein Fernglas kaufen. Ein Fernglas ist ein Gebrauchsobjekt.
Gruß,
Sulaco
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
oft lese ich hier im Forum folgende Frage: Wie ist folgendes xyz-Glas für Euro 23,98.-, taugt das was?
Eigentlich finde ich, ist es die Zeit nicht wert, darüber zu schreiben. Viele Schreiber vor mir versuchen auch immer wieder potentielle Käufer von solchen Produkten abzuhalten. Zu Recht!
Warum jedoch immer wieder diese Frage kommt verstehe ich nicht. Kann sich in dieser Preisklasse keiner selbst ein Urteil bilden? Habe ich wegen 20 Euro die Hosen voll falls es ein Fehlkauf werden könnte? Brauche ich zum Schuhebinden auch noch Hilfe?
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pftroest.gif" alt="" />
Meine Frage an die Billigkäufer: Mit welchem Rechner seit ihr im Internet, noch eine alte lahme Gurke, oder schon mit einem richtig schnellen tollen? Schmeckt euch der Instant-Kaffee oder gibt es da nicht eine gute Meisterröstung? UndSoWeiter usw. usw. ...
Man sieht, Leistung, Genuß, Zufriedenheit kostet etwas. Nur in dieser Preislage solche Fragen zu stellen...? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />
Meine Fernglasgeschichte:
Es war einmal vor vielen Jahren, da kaufte ich ein Fernglas weil mein Astrofreund sich ein Vixen 10x50 Ascot besorgt hatte. Ich dachte, wow das ist gut sowas brauche ich auch. Also zog ich los und kaufte mir (ohne Forum) zu meinem 11x80 (Vixen) noch ein Dörr Vistalux 10x50 mit sagenhaften 7° Gesichtsfeld. Ein Fujinon 7x50 FMT-SX begeisterte mich schon damals war mir aber zu teuer. Mein Glas kostete DM 200.-
Anfangs fand ich dieses Glas auch richtig gut! Nur so oft wie meinen 11x80 benutzte ich dieses handliche Glas nie,warum nur? Ich dachte, der Unterschied zum damaligen Fujinon 7x50 FMT-SX wird schon nicht so groß sein. Aber die ganzen Jahre hatte ich meine Mühe damit. Als Fujinon nun das 10x50 FMT-SX rausgebracht hatte dachte ich, das brauche ich aber jetzt. Schnell wurde mit dem Händler vereinbart, dass wenn das Glas nur unwesentlich besser ist als meine bisherige Ausrüstung, so werde ich es nicht kaufen. So holte ich das Glas zum Test.
Am Tag als ich es abholte stellte ich die Regentropfen in meiner Gartenhecke ein die in der Sonne funkelten.
Glasklar und knackscharf war das Fujinon während mein altes Dörr mir unscharfe Tropfen wie durch eine Milchglasscheibe lieferte!
Aber dafür wurde ich mit hundert Regenbogen um die Tropfen durch das alte Glas belohnt.
Schon da wußte ich, dass ich mir die Rechnung schicken lasse! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Abends war es klar. Optiken gepackt und mit Stativ raus aus dem Ort.
Das Fujinon ohne Fehler, alles klar und deutlich und scharf bis fast an den Rand.
Im Dörr war um den Halbmond eine weiße Fläche wie wenn dieser hinter Cirren steht. Da waren aber keine Wolken. Dafür wieder die bunten Bilder um den Mond.
Als ein Satellit durch das freihändig gehaltene Fujinon zog begeisterte mich die ruhige Wahrnehmung. Warum? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />
Das große scharfe Gesichtsfeld liefert ein entspanntes Beobachten aus freier Hand. Mein Fujinon hat 6,5° Gesichtsfeld die fast komplett scharf sind. Bei meinem alten Dörr sind aber von 7° nur etwa 1,5° richtig scharf!
Wenn also ein Objekt (speziell bewegte wie Flugzeuge usw.) beobachtet wird so ist es immer nur auf einem kleinen Feld einigermaßen scharf. Man will immer nachfokusieren und kommt nicht zur Ruhe. Beim Fujinon wird manchmal über die Einzelokularverstellung gemeckert. So schlimm ist das nicht! Ich hole mein Glas aus dem Köcher oder dem Koffer, halte es an mein Auge und es hat sich seit der letzten Beobachtung nicht verstellt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />
Es war nun einen Tag nach Halbmond, nur aus Neugier heraus stellte ich M33 im Fujinon ein. Ich konnte die Aufhellung gerade erkennen weil ich ja weiß wo diese Galaxie steht. Der Mond war ca. 30° entfernt. Ich probierte das mit dem anderen Glas erst gar nicht.
Ich kann noch viele Beispiele bringen, will es aber nicht mehr. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/niemals.gif" alt="" />
Jedenfalls dachte ich früher ein billiges Glas reicht <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" />. Aber die Erfahrung steigt und Optikfehler werden sichtbar die man früher übersehen hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />. Das Vixen 10x50 Ascot von damals ist immer noch ein tolles Glas, aber seit ich das Fujinon habe sehe ich auch in diesem Glas viele Fehler und weniger am Himmel. Aber es ist immer noch um vieles besser als mein Dörr.
Deshalb lag es auch nur im Keller rum und wurde fast nie verwendet. Welche Freude, hätte ich mein Fujinon schon bei Hyakutake und Hale-Bopp gehabt.
Mein Bitte an potentielle Käufer eines weniger als 100 Euro Glases. Traut euch!
Kauft es und macht die Erfahrung. Aber man muß doch nicht immer Nachfragen ob das gut ist. Wer da arm wird sollte sich eh kein Fernglas kaufen. Ein Fernglas ist ein Gebrauchsobjekt.
Gruß,
Sulaco
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
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